Wenn du eine Bohne einpflanzt, siehst du zuerst nur Erde. Nach einigen Tagen schiebt sich ein grüner Teil nach oben. Unter der Erde passiert aber genauso viel wie über der Erde. Eine Pflanze ist wie ein gut eingespieltes Team: Jeder Teil übernimmt eine bestimmte Aufgabe.
- Du kannst erklären, was Pflanzenorgane sind.
- Du kennst Wurzel, Sprossachse, Blatt und Blüte.
- Du kannst die Aufgaben der Pflanzenorgane an Beispielen beschreiben.
- Du verstehst, wie Wasser, Mineralstoffe und Nährstoffe durch die Pflanze gelangen.
- Du erkennst, dass Pflanzenorgane auch besondere Formen annehmen können.
Pflanzenorgane im Überblick
Stell dir eine Sonnenblume vor. Unten hält sie sich im Boden fest, oben trägt sie Blätter und eine große Blüte. Diese Teile sehen verschieden aus, weil sie verschiedene Aufgaben erfüllen.
Ein Organ ist ein Körperteil eines Lebewesens, der eine bestimmte Aufgabe hat. Ein Pflanzenorgan ist also ein Teil einer Pflanze mit einer bestimmten Funktion. Bei vielen Samenpflanzen unterscheidet man die Wurzel, die Sprossachse, das Blatt und die Blüte.
Pflanzenorgane sind Pflanzenteile mit eigenen Aufgaben. Wurzel, Sprossachse, Blatt und Blüte arbeiten zusammen, damit die Pflanze wachsen, Stoffe transportieren und sich fortpflanzen kann.
Bei einer Tomatenpflanze liegen die Wurzeln in der Erde. Der grüne Stängel ist die Sprossachse. An ihm sitzen Blätter. Aus den Blüten entstehen später Tomaten mit Samen.
Eine Pflanze funktioniert nicht durch ein einzelnes Organ. Erst das Zusammenspiel der Organe macht Wachstum, Versorgung und Fortpflanzung möglich.
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Die Wurzel: Halt und Aufnahme
Wenn du an einer Pflanze ziehst, merkst du schnell: Sie sitzt nicht einfach lose auf der Erde. Unter der Erde verzweigen sich ihre Wurzeln. Sie halten die Pflanze fest und versorgen sie mit Stoffen aus dem Boden.
Die Wurzel ist meist das unterirdische Pflanzenorgan. Sie verankert die Pflanze im Boden. Außerdem nimmt sie Wasser und Mineralstoffe auf. Mineralstoffe sind gelöste Stoffe aus dem Boden, die Pflanzen in kleinen Mengen zum Leben brauchen.
Viele Wurzeln besitzen feine Wurzelhaare. Das sind sehr dünne Ausstülpungen an jungen Wurzelbereichen. Sie vergrößern die Oberfläche der Wurzel. So kann die Pflanze mehr Wasser und Mineralstoffe aufnehmen.
Eine Karotte ist eine verdickte Wurzel. Die Pflanze speichert dort Nährstoffe. Wenn du eine Karotte isst, isst du also ein Speicherorgan der Pflanze.
Die Wurzel hält die Pflanze fest, nimmt Wasser und Mineralstoffe auf und kann Vorräte speichern.
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Die Sprossachse: Stütze und Transport
Über der Erde siehst du oft einen Stängel, Stamm oder Halm. Biologisch gehört dieser Teil zur Sprossachse. Er verbindet die Wurzel mit Blättern und Blüten.
Die Sprossachse ist das Pflanzenorgan, das Blätter und Blüten trägt. Sie gibt der Pflanze Form und Stabilität. In ihrem Inneren liegen Leitbündel. Leitbündel sind Transportbahnen der Pflanze.
Durch diese Leitbündel gelangen Wasser und Mineralstoffe von der Wurzel nach oben. Außerdem werden Stoffe, die in den Blättern gebildet wurden, zu anderen Pflanzenteilen gebracht. So können auch Wurzeln, Früchte oder junge Triebe versorgt werden.
Bei einem Baum ist der Stamm eine kräftige Sprossachse. Bei einer Tulpe ist der grüne Stängel die Sprossachse. Beide tragen Blätter oder Blüten und leiten Stoffe weiter.
Bei krautigen Pflanzen sagt man im Alltag oft Stängel. Bei Bäumen spricht man meist vom Stamm. Beides kann zur Sprossachse gehören.
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Das Blatt: Fotosynthese und Gasaustausch
Blätter fallen dir oft zuerst auf. Sie können rund, länglich, gezackt, groß oder nadelförmig sein. Trotz dieser Vielfalt haben grüne Blätter eine besonders wichtige Aufgabe.
Das Blatt ist ein Pflanzenorgan, das vor allem Stoffe herstellt. In grünen Blättern findet die Fotosynthese statt. Fotosynthese ist der Vorgang, bei dem Pflanzen mithilfe von Licht aus Wasser und Kohlenstoffdioxid Traubenzucker und Sauerstoff bilden. Traubenzucker ist ein energiereicher Nährstoff für die Pflanze.
Für die Fotosynthese brauchen Blätter Kohlenstoffdioxid aus der Luft. Sie geben Sauerstoff ab. Dieser Austausch läuft durch Spaltöffnungen. Spaltöffnungen sind kleine Öffnungen in der Blattoberfläche, die sich öffnen und schließen können.
Eine Sonnenblume richtet ihre Blätter so aus, dass sie viel Licht bekommen. In den Blättern kann sie dann mithilfe von Licht Traubenzucker bilden. Dieser Stoff wird für Wachstum und Aufbau neuer Pflanzenteile genutzt.
Blätter sind die wichtigsten Orte der Fotosynthese. Sie nehmen Kohlenstoffdioxid auf, geben Sauerstoff ab und stellen energiereiche Stoffe her.
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Die Blüte: Fortpflanzung
Viele Pflanzen bilden Blüten. Sie können klein und unscheinbar sein oder groß und auffällig. Ihre wichtigste Aufgabe erkennst du nicht immer sofort: Blüten dienen der Fortpflanzung.
Die Blüte ist ein Pflanzenorgan, das der Fortpflanzung dient. Bei vielen Blütenpflanzen kann sich die Blüte nach der Bestäubung weiterentwickeln. Bestäubung bedeutet: Blütenstaub gelangt auf den passenden weiblichen Teil einer Blüte. Danach kann es zur Befruchtung kommen. Befruchtung bedeutet: Eine männliche und eine weibliche Geschlechtszelle verschmelzen. Erst dadurch kann sich ein Samen bilden.
Aus Teilen der Blüte können sich später Früchte entwickeln. In den Früchten liegen oft Samen. Aus einem Samen kann unter passenden Bedingungen eine neue Pflanze wachsen.
Bei einem Apfelbaum besuchen Insekten die Blüten. Sie können Blütenstaub übertragen. Nach Bestäubung und Befruchtung entwickeln sich Samen, und aus Blütenteilen entsteht der Apfel.
Blüten sind nicht nur schön. Sie helfen der Pflanze, Nachkommen zu bilden.
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Wie die Organe zusammenarbeiten
Ein einzelnes Pflanzenorgan kann viel leisten. Aber kein Organ versorgt die ganze Pflanze allein. Besonders gut sieht man das am Weg des Wassers und an der Fotosynthese.
Die Wurzel nimmt Wasser und Mineralstoffe auf. Die Sprossachse leitet sie durch Leitbündel zu den Blättern. Die Blätter nutzen Wasser, Kohlenstoffdioxid und Licht für die Fotosynthese. Die dabei gebildeten Stoffe werden in der Pflanze verteilt. Die Blüte nutzt die Versorgung, um Samenbildung möglich zu machen.
Ein wichtiger Vorgang ist die Transpiration. Transpiration bedeutet: Eine Pflanze gibt Wasser als Wasserdampf ab, vor allem über die Blätter. Dadurch entsteht ein Zug nach oben, der den Wassertransport unterstützt.
An einem warmen Tag verdunstet über die Blätter viel Wasser. Dadurch wird Wasser aus der Wurzel nachgezogen. So gelangen auch gelöste Mineralstoffe weiter nach oben.
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Abwandlungen: Wenn Organe besondere Formen haben
Nicht alle Pflanzenorgane sehen so aus, wie du es zuerst erwartest. Manche sind umgebildet. Sie übernehmen dann besondere Aufgaben, die zum Standort oder zur Lebensweise passen.
Eine Abwandlung ist eine veränderte Form eines Pflanzenorgans. In der Biologie nennt man so eine Umgestaltung auch Metamorphose. Dabei bleibt wichtig, von welchem Grundorgan die Struktur abstammt.
Wurzeln können zu Speicherwurzeln werden, wie bei der Karotte. Sprossachsen können Speicherorgane bilden, wie bei der Kartoffelknolle. Blätter können zu Dornen, Ranken, Speicherblättern oder Schwimmblättern umgebildet sein.
Die Dornen mancher Pflanzen sind umgebildete Blätter. Sie schützen vor Fraß. Die Ranken von Erbsen helfen beim Klettern. Die dicken Blätter der Hauswurz speichern Wasser.
Kartoffeln sind keine Wurzeln. Sie sind verdickte unterirdische Sprossknollen. Darum können sie auch Knospen bilden, aus denen neue Triebe wachsen.
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Zusammenfassung
Pflanzen bestehen aus mehreren Organen. Ein Pflanzenorgan ist ein Teil der Pflanze mit einer bestimmten Aufgabe. Die wichtigsten Organe vieler Blütenpflanzen sind Wurzel, Sprossachse, Blatt und Blüte.
Die Wurzel verankert die Pflanze, nimmt Wasser und Mineralstoffe auf und kann Stoffe speichern. Die Sprossachse stützt die Pflanze und leitet Stoffe weiter. Das Blatt ist der wichtigste Ort der Fotosynthese und ermöglicht Gasaustausch. Die Blüte dient der Fortpflanzung und kann zur Bildung von Samen und Früchten beitragen.
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