Pflanzenorgane: Bau, Aufgaben und Zusammenspiel
Eine Blütenpflanze besitzt vier wichtige Organe: Wurzel, Sprossachse, Blatt und Blüte. Jedes Organ erfüllt eigene Aufgaben. Über Leitungsbahnen und Stoffaustausch arbeiten die Organe als zusammenhängendes System.
Auf dieser Seite verfolgst du Wasser durch die Pflanze, ordnest die Aufgaben der Organe zu und unterscheidest Bestäubung von Befruchtung.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Der Grundbauplan einer Blütenpflanze
Stell dir eine Tulpe, einen Raps und einen Baum vor. Sie sehen sehr verschieden aus, besitzen aber denselben grundlegenden Aufbau.
Grundorgane
Grundorgane sind die grundlegenden Bauteile einer Samenpflanze: Wurzel, Sprossachse und Blatt. Bei einer Blütenpflanze kommt die Blüte als Fortpflanzungsorgan hinzu.
Die Wurzel liegt meist im Boden. Der oberirdische Spross gliedert sich in Sprossachse, Blätter und Blüten.
| Organ | Zentrale Aufgaben |
|---|---|
| Wurzel | verankern, Wasser und Mineralstoffe aufnehmen, teilweise Stoffe speichern |
| Sprossachse | tragen, stabilisieren und Stoffe zwischen den Organen transportieren |
| Blatt | Fotosynthese, Gasaustausch und Abgabe von Wasserdampf |
| Blüte | Fortpflanzung; Ausgangspunkt für Samen und häufig Früchte |
Ein Organ arbeitet nicht allein: Die Wurzel nimmt Stoffe auf, die Sprossachse leitet sie weiter und die Blätter nutzen sie unter anderem für die Fotosynthese.
Die Wurzel nimmt Stoffe aus dem Boden auf
Wie gelangt Wasser aus dem Boden in eine Pflanze? Die Aufnahme beginnt an der Wurzel.
Eine häufige Wurzelform besteht aus einer Hauptwurzel mit abzweigenden Nebenwurzeln. An jungen Wurzelbereichen sitzen feine Wurzelhaare.
Wurzelhaar
Ein Wurzelhaar ist eine Ausstülpung einer einzelnen Zelle der Wurzelhaut. Viele Wurzelhaare vergrößern gemeinsam die Oberfläche, über die Wasser und gelöste Mineralstoffe aufgenommen werden können.
Die große Aufnahmeoberfläche ist entscheidend: Mehr Kontakt zum Boden ermöglicht den Kontakt mit mehr Wasser und gelösten Stoffen. Im Inneren der Wurzel gelangen diese Stoffe schließlich zu den Leitungsbahnen.
Vergleiche eine glatte Wurzeloberfläche mit einer gleich großen Oberfläche voller feiner Ausstülpungen. Die Ausstülpungen berühren mehr Boden. Wurzelhaare verbessern die Aufnahme also nicht durch besondere Kraft, sondern durch Oberflächenvergrößerung.
Neben der Aufnahme verankert die Wurzel die Pflanze. Bei Karotten und Zuckerrüben ist sie außerdem verdickt und dient als Speicherorgan.
Die Sprossachse trägt und transportiert
Eine Pflanze muss Blätter zum Licht ausrichten und zugleich Stoffe über längere Strecken bewegen. Beides leistet die Sprossachse. Bei krautigen Blütenpflanzen wird sie häufig Stängel genannt.
In der Sprossachse verlaufen Leitbündel. Sie enthalten unterschiedliche Leitungsgewebe.
Xylem und Phloem
Das Xylem transportiert vor allem Wasser und gelöste Mineralstoffe von der Wurzel nach oben. Das Phloem transportiert in den Blättern gebildete Zuckerlösungen zu anderen Pflanzenteilen, zum Beispiel zu Speicherorganen.
Die beiden Leitungswege dürfen nicht verwechselt werden: Wasser und Mineralstoffe kommen aus dem Boden; Zucker wird in grünen Blättern hergestellt und anschließend verteilt.
Eine Karottenpflanze nimmt Wasser über ihre Wurzelhaare auf. Das Wasser gelangt über das Xylem durch die Sprossachse zu den Blättern. Dort gebildete Zuckerlösungen können über das Phloem in die verdickte Speicherwurzel gelangen.
Das Blatt verbindet Fotosynthese und Wasserabgabe
Warum sind viele Blätter flach und besitzen zahlreiche kleine Öffnungen? Ihr Bau unterstützt Lichtaufnahme, Fotosynthese und Gasaustausch.
Bei der Fotosynthese nutzt die Pflanze Lichtenergie. Aus Wasser und Kohlenstoffdioxid stellt sie energiereiche Zucker her. Dabei wird Sauerstoff abgegeben.
Im Inneren eines typischen Laubblatts liegen verschiedene Gewebe:
- Die Kutikula ist eine wachsartige Außenschicht und vermindert Wasserverlust.
- Das Palisadengewebe ist der Hauptort der Fotosynthese.
- Das locker gebaute Schwammgewebe besitzt Hohlräume für den Gasaustausch.
- Spaltöffnungen ermöglichen den Austausch von Gasen und die Abgabe von Wasserdampf.
Spaltöffnung
Eine Spaltöffnung ist eine regelbare Öffnung in der Blatthaut. Sie wird von zwei Schließzellen gebildet. Durch das Öffnen und Schließen beeinflusst die Pflanze Gasaustausch und Wasserabgabe.
Vom Wassertropfen zum Wasserdampf
Wasser tritt flüssig über die Wurzel in die Pflanze ein. An den Blättern verdunstet ein Teil und tritt als Wasserdampf aus. Diese Wasserabgabe heißt Transpiration.
Die Verdunstung erzeugt einen Sog in den Leitungsbahnen. Dieser Transpirationssog hilft dabei, weiteres Wasser aus der Wurzel durch das Xylem zu den Blättern zu ziehen.
Der Wasserweg lautet: Boden → Wurzelhaare → Wurzel → Xylem der Sprossachse → Blatt → Wasserdampf an den Spaltöffnungen.
Transpiration hat zwei Seiten: Sie unterstützt den Wassertransport und kühlt das Blatt durch Verdunstung. Gleichzeitig verliert die Pflanze dabei Wasser. Deshalb müssen Spaltöffnungen regelbar sein.
Die Blüte ermöglicht Fortpflanzung
Wie kann aus einer Blüte ein Samen entstehen? Dafür müssen mehrere Schritte in der richtigen Reihenfolge stattfinden.
Eine typische Blüte kann folgende Teile besitzen:
- Kelchblätter schützen besonders die Blütenknospe.
- Kronblätter können durch Farbe und Duft bestäubende Tiere anlocken.
- Staubblätter bestehen aus Staubfaden und Staubbeutel; im Staubbeutel liegen Pollenkörner.
- Das Fruchtblatt umfasst Narbe, Griffel und Fruchtknoten.
- Im Fruchtknoten liegt die Samenanlage.
Der genaue Blütenbau unterscheidet sich zwischen Pflanzenarten. Nicht jede Blüte ist auffällig, und nicht jede Pflanze wird durch Tiere bestäubt.
Bestäubung
Bei der Bestäubung gelangt Pollen von einem Staubblatt auf die Narbe eines Fruchtblatts. Der Transport kann beispielsweise durch Tiere oder Wind erfolgen.
Befruchtung
Bei der Befruchtung verschmilzt eine männliche Samenzelle mit einer weiblichen Eizelle in der Samenanlage.
Bestäubung und Befruchtung sind daher nicht dasselbe. Nach der Bestäubung wächst aus dem Pollenkorn ein Pollenschlauch durch den Griffel zur Samenanlage. Erst dort kann die Befruchtung stattfinden. Danach entwickelt sich die Samenanlage zum Samen; aus der Blüte kann eine Frucht entstehen.
Ein Insekt trägt Pollen auf die Narbe einer Blüte. Das ist Bestäubung. Anschließend wächst ein Pollenschlauch zur Samenanlage. Verschmelzen dort männliche Samenzelle und Eizelle, ist das die Befruchtung. Danach können Samen und Frucht entstehen.
Spezialformen verraten besondere Aufgaben
Ein Grundorgan kann im Lauf der Entwicklung einer Pflanzenart stark umgestaltet sein. Eine solche funktionsbezogene Umgestaltung heißt Metamorphose.
| Spezialform | Grundorgan | Besondere Aufgabe |
|---|---|---|
| Speicherwurzel der Karotte | Wurzel | Stoffe speichern |
| Haftwurzel des Efeus | Wurzel | an Unterlagen haften |
| Kartoffelknolle | Spross | Stoffe speichern |
| verdickter Kakteenspross | Spross | Wasser speichern |
| Blattranke der Erbse | Blatt | Halt finden und klettern |
| Dorn der Robinie | Blatt | Fressfeinde abwehren |
| Fangblatt der Venusfliegenfalle | Blatt | kleine Tiere fangen und zusätzliche Nährstoffe aufnehmen |
Ähnliches Aussehen bedeutet nicht automatisch gleicher Ursprung. Eine Kartoffelknolle ist eine Sprossmetamorphose, eine verdickte Karotte dagegen eine Wurzelmetamorphose. Entscheidend ist, aus welchem Grundorgan die Spezialform hervorgegangen ist.
Auch gewöhnliche Blätter zeigen Anpassungen: Sonnenblätter sind an lichtreichen Stellen meist kleiner und dicker. Schattenblätter sind an lichtarmen Stellen meist größer und dünner. Nadeln besitzen eine kleine Oberfläche und eine dicke Kutikula, wodurch die Verdunstung vermindert wird.
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Alles auf einen Blick
- Pflanzenorgane als System
- Wurzel: Halt, Aufnahme und Speicherung
- Sprossachse: Tragen und Stofftransport
- Blatt: Fotosynthese, Gasaustausch und Transpiration
- Blüte: Bestäubung, Befruchtung und Samenbildung
- Metamorphosen: Spezialformen für besondere Aufgaben
Der entscheidende Zusammenhang lautet: Bau ermöglicht Funktion, und die Funktionen der Organe ergänzen sich. Wurzelhaare schaffen Aufnahmefläche, Leitungsgewebe verbinden die Organe, Spaltöffnungen regeln Gasaustausch und Wasserverlust, und Blütenteile ermöglichen die Fortpflanzung.
Abschluss-Check
Wenn du die vier Organe nicht nur benennen, sondern ihren Bau mit ihrer Aufgabe und ihrem Zusammenwirken begründen kannst, hast du den Grundbauplan der Blütenpflanze verstanden.
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