Blüte: Aufbau, Bestäubung und Befruchtung
Die Blüte ist bei Bedecktsamern das Organ der sexuellen Fortpflanzung. Ihre Teile bilden Pollen und Samenanlagen, ermöglichen Bestäubung und Befruchtung und tragen so zur Entstehung von Samen und Früchten bei.
Auf dieser Seite lernst du das Grundmodell einer Blüte kennen. Du erfährst außerdem, warum Bestäubung und Befruchtung zwei verschiedene Vorgänge sind.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Vom Blütenboden bis zum Fruchtblatt
Eine typische vollständige Blüte der Bedecktsamer besteht aus mehreren Organen. Sie sitzen am Blütenboden. Von außen nach innen findest du meist Kelchblätter, Kronblätter, Staubblätter und Fruchtblätter.
Blütenhülle
Kelch und Krone bilden zusammen die Blütenhülle. Sind die Blätter der Blütenhülle gleichartig gestaltet, nennt man sie Perigon, wie etwa bei der Tulpe.
- Kelchblätter sind häufig grün. Sie schützen vor allem die junge Blüte in der Knospe.
- Kronblätter sind oft auffällig gefärbt. Bei tierbestäubten Blüten können sie Bestäuber anlocken.
- Staubblätter sind die männlichen Blütenorgane. In ihren Staubbeuteln entsteht Pollen.
- Fruchtblätter sind die weiblichen Blütenorgane. Sie schließen bei Bedecktsamern die Samenanlagen ein.
Das Grundmuster lautet von außen nach innen: Kelch – Krone – Staubblätter – Fruchtblätter. Nicht jede Pflanzenart besitzt alle Teile in derselben Anzahl oder Form.
Staubblatt und Fruchtblatt erfüllen verschiedene Aufgaben
Ein Staubblatt besteht aus Staubfaden und Staubbeutel. Der Staubfaden trägt den Staubbeutel. In dessen Pollensäcken entsteht der Pollen, auch Blütenstaub genannt.
Ein Fruchtblatt umfasst den Bereich mit den Samenanlagen. Mehrere verwachsene Fruchtblätter können einen Stempel bilden. An ihm unterscheidest du meist drei Teile:
- Die Narbe nimmt Pollen auf.
- Der Griffel verbindet Narbe und Fruchtknoten. Durch ihn kann der Pollenschlauch wachsen.
- Der Fruchtknoten enthält die Samenanlagen. In jeder Samenanlage befindet sich eine Eizelle.
Ein Pollenkorn liegt auf der Narbe einer passenden Blüte. Es befindet sich damit noch nicht bei der Eizelle. Zuerst muss aus ihm ein Pollenschlauch wachsen. Dieser führt durch den Griffel zu einer Samenanlage im Fruchtknoten.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Im entsteht der Pollen. Bei der Bestäubung gelangt er auf die . Aus dem Pollenkorn wächst ein durch den Griffel. In der Samenanlage kann eine männliche Samenzelle mit der verschmelzen. Nach der Befruchtung entwickelt sich die Samenanlage zum .
Bestäubung kommt vor der Befruchtung
Bestäubung und Befruchtung bezeichnen nicht dasselbe. Bestäubung ist zunächst nur die Übertragung von Pollen. Bei Bedecktsamern muss der Pollen auf die Narbe gelangen.
Danach folgt eine Kette weiterer Schritte:
- Ein Pollenkorn landet auf der Narbe.
- Das Pollenkorn keimt und bildet einen Pollenschlauch.
- Der Pollenschlauch wächst durch den Griffel zu einer Samenanlage.
- Eine männliche Samenzelle erreicht die Eizelle.
- Beide Keimzellen verschmelzen. Das ist die Befruchtung.
- Aus der befruchteten Eizelle entwickelt sich der Embryo, aus der Samenanlage ein Samen und aus dem Fruchtknoten die Frucht.
Bestäubung bringt Pollen zur Narbe. Befruchtung vereinigt männliche Samenzelle und Eizelle. Zwischen beiden Vorgängen wächst der Pollenschlauch.
Pollen kann auf unterschiedliche Weise übertragen werden:
- Bei der Selbstbestäubung stammt er von derselben Pflanze.
- Bei der Fremdbestäubung stammt er von einer anderen Pflanze derselben Art.
- Wind oder Tiere können den Pollen transportieren. Tierbestäubte Blüten locken ihre Besucher häufig mit Farbe, Duft oder Nektar an.
Blüten und Pflanzen können unterschiedlich geschlechtlich sein
Eine zwittrige Blüte enthält Staubblätter und Fruchtblätter. Eine eingeschlechtliche Blüte besitzt dagegen nur männliche oder nur weibliche Fortpflanzungsorgane.
Bei Arten mit getrennten männlichen und weiblichen Blüten ist zusätzlich wichtig, wie diese auf die Pflanzen verteilt sind:
- Einhäusig: Männliche und weibliche Blüten wachsen auf derselben Pflanze. Die Hasel ist ein Beispiel.
- Zweihäusig: Männliche und weibliche Blüten wachsen auf verschiedenen Pflanzen. Die Weide ist ein Beispiel.
Die Begriffe beschreiben zwei verschiedene Ebenen: zwittrig oder eingeschlechtlich bezieht sich auf eine einzelne Blüte. Einhäusig oder zweihäusig bezieht sich auf die Verteilung eingeschlechtlicher Blüten auf Pflanzen.
Eine unbekannte Blüte systematisch untersuchen
Verlasse dich nicht nur auf Farbe oder Größe. Auch Gräser, Bäume und Sträucher können unscheinbare Blüten besitzen. Untersuche stattdessen die sichtbaren Organe.
- Suche den Blütenboden als Ansatzstelle der Organe.
- Prüfe die Blütenhülle: Gibt es verschiedene Kelch- und Kronblätter oder ein einheitliches Perigon?
- Suche Staubfäden und Staubbeutel. Sie zeigen Staubblätter an.
- Suche Narbe, Griffel und Fruchtknoten. Sie gehören zum weiblichen Bereich.
- Entscheide, ob die Blüte zwittrig oder eingeschlechtlich ist.
- Beschreibe nur begründete Hinweise auf eine Bestäubungsweise. Auffällige Farbe kann Tierbestäubung unterstützen, beweist sie allein aber nicht.
Du findest an einer Blüte außen grüne Blätter, innen auffällige farbige Blätter, mehrere Staubblätter und in der Mitte einen Stempel.
Die grünen äußeren Blätter sind Kelchblätter, die farbigen inneren Kronblätter. Weil Staubblätter und ein weiblicher Stempel vorhanden sind, handelt es sich um eine zwittrige Blüte. Die auffällige Krone ist ein Hinweis auf mögliche Tierbestäubung, aber noch kein vollständiger Beweis.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Blüte
- Aufbau: Blütenboden → Kelch und Krone → Staub- und Fruchtblätter
- Männlicher Teil: Staubblatt → Staubbeutel → Pollen
- Weiblicher Teil: Narbe → Griffel → Fruchtknoten mit Samenanlagen
- Fortpflanzungsweg: Bestäubung → Pollenschlauch → Befruchtung
- Ergebnis: befruchtete Eizelle → Embryo; Samenanlage → Samen; Fruchtknoten → Frucht
- Geschlechtlichkeit: zwittrige oder eingeschlechtliche Blüte; einhäusige oder zweihäusige Pflanze
Prüfe beim Erklären immer drei Beziehungen: Welcher Teil ist gemeint? Welche Aufgabe hat er? An welcher Stelle des Fortpflanzungswegs wird er gebraucht?
Abschluss-Check
Wenn du alle drei Abschlussfragen begründen kannst, kannst du den Aufbau der Blüte mit ihrem Fortpflanzungsweg verbinden.
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