Aus einer Blüte kann später eine Frucht mit Samen werden. Der entscheidende Moment dafür ist nicht schon der Besuch einer Biene, sondern die Befruchtung tief im Inneren der Blüte. Hier lernst du, wie Pollen, Pollenschlauch, Eizelle und Samenanlage zusammenarbeiten und warum Bestäubung und Befruchtung nicht dasselbe sind.
- Ich kann Bestäubung und Befruchtung unterscheiden.
- Ich kann die wichtigsten Blütenteile für die Befruchtung benennen.
- Ich kann den Weg vom Pollenkorn zur Eizelle beschreiben.
- Ich kann erklären, wie aus der befruchteten Eizelle ein Samen entsteht.
- Ich kann die doppelte Befruchtung bei Blütenpflanzen in Grundzügen erklären.
Erst Bestäubung, dann Befruchtung
Bei Blütenpflanzen beginnt die geschlechtliche Fortpflanzung oft sichtbar: Pollen landet auf einer Blüte. Die eigentliche Verschmelzung der Geschlechtszellen passiert aber erst danach.
Bestäubung
Bestäubung ist die Übertragung von Pollen auf die Narbe einer Blüte oder auf die Samenanlage bei Nacktsamern.
Befruchtung
Befruchtung ist die Verschmelzung einer männlichen Geschlechtszelle mit einer Eizelle. Dabei entsteht eine Zygote, aus der sich der Embryo entwickeln kann.
Bestäubung ist also der Transport-Schritt. Befruchtung ist der Verschmelzungs-Schritt. Ohne Bestäubung kommt der Pollen bei vielen Pflanzen gar nicht erst an die richtige Stelle.
Eine Kirschblüte wird von einer Biene besucht.
- Pollen bleibt am Körper der Biene hängen.
- Beim Besuch einer anderen Kirschblüte gelangt Pollen auf die Narbe.
- Das ist Bestäubung.
- Danach wächst ein Pollenschlauch durch den Griffel.
- Erst wenn eine männliche Geschlechtszelle mit der Eizelle verschmilzt, findet Befruchtung statt.
Bestäubung bringt Pollen zur Blüte. Befruchtung verbindet die Geschlechtszellen.
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Die beteiligten Blütenteile
Damit Befruchtung möglich ist, müssen männliche und weibliche Strukturen der Blüte zusammenwirken. Viele Blüten besitzen beides.
Staubblatt
Das Staubblatt ist der männliche Teil vieler Blüten. In seinen Staubbeuteln entsteht Pollen.
Stempel
Der Stempel ist der weibliche Teil vieler Blüten. Er besteht meist aus Narbe, Griffel und Fruchtknoten.
Samenanlage
Die Samenanlage liegt im Fruchtknoten. In ihr befindet sich die Eizelle; nach erfolgreicher Befruchtung kann aus ihr ein Samen entstehen.
Die Narbe ist oft klebrig oder passend gebaut, damit Pollenkörner haften bleiben und keimen können. Der Griffel ist der Weg vom oberen Teil des Stempels zum Fruchtknoten.
Ordne die Teile einer einfachen Blüte:
- Staubbeutel: bildet und enthält Pollen.
- Narbe: nimmt Pollen auf.
- Griffel: verbindet Narbe und Fruchtknoten.
- Fruchtknoten: enthält eine oder mehrere Samenanlagen.
- Samenanlage: enthält die Eizelle.
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Der Pollenschlauch als Transportweg
Nach der Bestäubung muss die männliche Geschlechtszelle zur Eizelle gelangen. Sie schwimmt nicht frei durch die Blüte, sondern wird durch einen Pollenschlauch transportiert.
Pollenschlauch
Der Pollenschlauch ist ein schlauchförmiger Auswuchs aus dem Pollenkorn. Er wächst durch den Griffel zur Samenanlage und transportiert männliche Geschlechtszellen.
Das Pollenkorn keimt auf der Narbe. Der Pollenschlauch wächst durch den Griffel in Richtung Fruchtknoten. Dort erreicht er eine Samenanlage. Dann kann die männliche Geschlechtszelle zur Eizelle gelangen.
Vom Pollenkorn zur Eizelle:
- Ein Pollenkorn haftet auf der Narbe.
- Es nimmt Feuchtigkeit auf und keimt.
- Ein Pollenschlauch wächst durch den Griffel.
- Der Schlauch erreicht die Samenanlage im Fruchtknoten.
- Eine männliche Geschlechtszelle gelangt zur Eizelle.
- Die Kerne verschmelzen: Befruchtung.
Der Pollenschlauch ist kein fertiger Samen. Er ist der Weg, über den männliche Geschlechtszellen zur Eizelle gelangen.
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Was entsteht nach der Befruchtung?
Nach der Verschmelzung der Geschlechtszellen entsteht eine neue Zelle mit Erbinformation von beiden Elternteilen. Daraus entwickelt sich nicht sofort eine fertige Pflanze, sondern zuerst ein Embryo im Samen.
Zygote
Die Zygote ist die erste Zelle eines neuen Lebewesens nach der Verschmelzung von Eizelle und männlicher Geschlechtszelle.
Embryo
Der Embryo ist die junge Anlage der neuen Pflanze im Samen. Er kann später bei der Keimung weiterwachsen.
Bei vielen Blütenpflanzen wird aus der Samenanlage der Samen. Aus Teilen des Fruchtknotens kann die Frucht entstehen. Deshalb hängen Befruchtung, Samenbildung und Fruchtbildung eng zusammen.
Bei einer Apfelblüte läuft nach der Befruchtung Folgendes ab:
- In einer Samenanlage entsteht eine Zygote.
- Die Zygote entwickelt sich zum Embryo.
- Die Samenanlage wird zum Samen.
- Der Fruchtknoten entwickelt sich zur Frucht.
- Im Apfel liegen später die Samen, aus denen neue Apfelpflanzen entstehen könnten.
Nicht jede bestäubte Blüte wird automatisch zu einer reifen Frucht. Pollen muss passen, Befruchtung muss gelingen und die junge Frucht muss weiter versorgt werden.
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Doppelte Befruchtung bei Blütenpflanzen
Bei Bedecktsamern, also den meisten Blütenpflanzen, gibt es eine Besonderheit: Zwei männliche Geschlechtszellen sind beteiligt.
doppelte Befruchtung
Die doppelte Befruchtung ist typisch für Bedecktsamer. Eine männliche Geschlechtszelle verschmilzt mit der Eizelle und bildet die Zygote. Die andere verschmilzt mit der Zentralzelle und bildet Nährgewebe für den Samen.
Das Nährgewebe wird Endosperm genannt. Es versorgt den Embryo im Samen mit Reservestoffen. Das ist wichtig, weil der Keimling am Anfang noch keine grünen Blätter hat und noch nicht selbst genug Fotosynthese betreiben kann.
Stell dir den Samen wie ein Startpaket vor.
- Die Zygote liefert die Anlage für die neue Pflanze.
- Das Nährgewebe liefert Vorräte.
- Die Samenschale schützt.
- Bei der Keimung nutzt der Embryo diese Vorräte, bis Wurzel und erste Blätter arbeiten.
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Prüfungsmodus: Bestäubung oder Befruchtung?
Viele Aufgaben zeigen Bilder mit Pollen, Narbe, Pollenschlauch oder Samen. Entscheide immer, welcher Schritt gerade dargestellt ist.
Aufgabe: Auf einer Zeichnung liegen Pollenkörner auf der Narbe, aber es ist noch kein Pollenschlauch zu sehen.
- Pollen ist angekommen.
- Das ist Bestäubung.
- Befruchtung ist noch nicht sicher erkennbar.
- Für Befruchtung müsste die männliche Geschlechtszelle die Eizelle erreichen und mit ihr verschmelzen.
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Alles auf einen Blick
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Abschluss-Check
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Zusammenfassung
Bei Pflanzen ist Bestäubung der Transport von Pollen zur Narbe. Befruchtung ist die Verschmelzung einer männlichen Geschlechtszelle mit der Eizelle in der Samenanlage. Nach der Bestäubung wächst ein Pollenschlauch durch den Griffel zur Samenanlage. Aus der Zygote entsteht der Embryo, aus der Samenanlage der Samen. Bei Bedecktsamern gibt es zusätzlich die doppelte Befruchtung, bei der auch Nährgewebe für den Samen entsteht.
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