Edukt: Ausgangsstoffe chemischer Reaktionen
Ein Edukt ist ein Ausgangsstoff einer chemischen Reaktion. In einem Reaktionsschema stehen die Edukte bei der betrachteten Reaktionsrichtung vor dem Pfeil; aus ihnen entstehen die Produkte.
Auf dieser Seite lernst du, Edukte in Wort- und Formelgleichungen zu erkennen, von Produkten zu unterscheiden und Sonderfälle richtig einzuordnen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was ist ein Edukt?
Edukt
Ein Edukt ist ein Stoff, der zu Beginn einer chemischen Reaktion eingesetzt und dabei ganz oder teilweise umgesetzt wird. Ein gebräuchliches Synonym ist Reaktant.
Der Stoff oder die Stoffe, die durch die Reaktion entstehen, heißen Produkte. Edukt und Produkt bezeichnen also unterschiedliche Rollen in einer Reaktion: Ausgangsstoff und entstandener Stoff.
Bei der Wortgleichung Kohlenstoff + Sauerstoff → Kohlenstoffdioxid sind Kohlenstoff und Sauerstoff die Edukte. Kohlenstoffdioxid ist das Produkt.
Wie liest du ein Reaktionsschema?
Ein einfaches Reaktionsschema hat diese Form:
Edukt 1 + Edukt 2 → Produkt 1 + Produkt 2
Das Pluszeichen verbindet mehrere Stoffe auf derselben Seite. Der Pfeil bedeutet „reagiert zu“. Für die dargestellte Richtung gilt deshalb: links Edukte, rechts Produkte.
Die Bildung von Wasser lässt sich so darstellen:
$$2\,H_2 + O_2 \rightarrow 2\,H_2O$$
Links stehen Wasserstoff und Sauerstoff: Das sind die Edukte. Rechts steht Wasser: Das ist das Produkt. Die Zahlen vor den Formeln ändern diese Rollen nicht.
Bestimme zuerst die Richtung des Reaktionspfeils. Dann ordnest du die Stoffe vor dem Pfeil als Edukte und die Stoffe hinter dem Pfeil als Produkte ein.
Kann eine Reaktion nur ein Edukt haben?
Ja. Viele Reaktionen beginnen mit zwei oder mehr Edukten, aber bei einer Zersetzung kann ein einziger Stoff der Ausgangsstoff sein. Die Zersetzung kann zum Beispiel durch Erwärmung, Bestrahlung oder elektrischen Strom ausgelöst werden.
Wasser → Wasserstoff + Sauerstoff
Hier ist Wasser das einzige Edukt. Wasserstoff und Sauerstoff sind die Produkte der Zerlegung.
Was ändert sich bei umkehrbaren Reaktionen?
Bei einer umkehrbaren Reaktion gibt es eine Hin- und eine Rückreaktion. In einem chemischen Gleichgewicht bleiben deshalb Stoffe beider Reaktionsseiten nebeneinander vorhanden: Edukte werden nicht unbedingt vollständig verbraucht.
Die Bezeichnungen hängen dann von der betrachteten Richtung ab. Was in der Hinreaktion Produkt ist, dient in der Rückreaktion als Edukt.
Die Regel „vor dem Pfeil Edukt, hinter dem Pfeil Produkt“ gilt immer für die Richtung, die du gerade betrachtest. Bei Hin- und Rückreaktion musst du diese Richtung ausdrücklich mitdenken.
So bestimmst du Edukte sicher
Gehe in drei Schritten vor:
- Suche den Reaktionspfeil und lies seine Richtung.
- Markiere alle Stoffe vor dem Pfeil. Sie sind die Edukte dieser Richtung.
- Prüfe die Stoffe hinter dem Pfeil. Sie sind die Produkte dieser Richtung.
Magnesium + Schwefel → Magnesiumsulfid
- Der Pfeil zeigt nach rechts.
- Vor dem Pfeil stehen Magnesium und Schwefel. Beide sind Edukte.
- Hinter dem Pfeil steht Magnesiumsulfid. Es ist das Produkt.
Antwort: Magnesium und Schwefel reagieren als Edukte zu Magnesiumsulfid.
Typische Fehler kannst du so vermeiden:
- Zähle nicht einfach alle genannten Stoffe als Edukte. Beachte ihre Seite des Pfeils.
- Verwechsle die Anzahl der Edukte nicht mit den Zahlen vor chemischen Formeln.
- Bei einer umkehrbaren Reaktion nennst du immer die betrachtete Richtung.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
In Natrium + Chlor → Natriumchlorid sind Natrium und Chlor die . Natriumchlorid ist das . In Wasser → Wasserstoff + Sauerstoff gibt es .
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Edukt
- ist Ausgangsstoff einer chemischen Reaktion
- steht vor dem Pfeil der betrachteten Richtung
- kann allein oder mit weiteren Edukten reagieren
- wird zu einem oder mehreren Produkten umgesetzt
- kann bei der Rückreaktion zuvor Produkt gewesen sein
Mit Google fortfahren