Chemie

Elektronenkonfiguration bestimmen und verstehen

Elektronenkonfiguration bestimmen und verstehen
Elektronenkonfiguration bestimmen und verstehen
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Die Elektronenkonfiguration zeigt, wie die Elektronen eines Atoms oder Ions auf Schalen, Unterschalen und Orbitale verteilt sind. Bei einem neutralen Atom liefert die Ordnungszahl die Elektronenzahl. Dann besetzt du die Unterschalen in ihrer energetischen Reihenfolge.

Auf dieser Seite lernst du, die Schreibweise zu lesen, Konfigurationen neutraler Atome und einfacher Ionen zu bestimmen und die Edelgas-Kurzschreibweise zu nutzen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Die Schreibweise entschlüsseln

Was bedeutet zum Beispiel $2p^5$?

Definition

Elektronenkonfiguration

Die Elektronenkonfiguration beschreibt, welche Unterschalen mit wie vielen Elektronen besetzt sind.

In $2p^5$ steht

  • die 2 für das zweite Energieniveau, also die Hauptquantenzahl,
  • das p für die Orbitalart beziehungsweise Unterschale,
  • die hochgestellte 5 für fünf Elektronen in dieser Unterschale.

Eine s-Unterschale besteht aus einem Orbital, eine p-Unterschale aus drei und eine d-Unterschale aus fünf Orbitalen. Da jedes Orbital höchstens zwei Elektronen enthält, passen höchstens zwei Elektronen in s, sechs in p und zehn in d.

Merke

Die Summe aller Exponenten ist die Zahl der notierten Elektronen. Bei einem neutralen Atom muss sie mit der Ordnungszahl übereinstimmen.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Information gibt der Exponent in $3p^4$ an?
Lösung: In der 3p-Unterschale befinden sich vier Elektronen. — Zahl und Buchstabe benennen die Unterschale; der Exponent nennt ihre Elektronenzahl.
Orbitale richtig besetzen

Warum lautet die Reihenfolge nicht einfach erste Schale, zweite Schale, dritte Schale? Entscheidend ist die Energie der Unterschalen. Für die Beispiele auf dieser Seite brauchst du diese Auffüllreihenfolge:

$1s, 2s, 2p, 3s, 3p, 4s, 3d, 4p$

Das Aufbauprinzip verlangt, dass zunächst die energetisch günstigeren freien Plätze besetzt werden. Darum wird $4s$ im einfachen Auffüllschema vor $3d$ notiert.

Zusätzlich gelten zwei Regeln:

  1. Pauli-Prinzip: In einem Orbital dürfen höchstens zwei Elektronen sein.
  2. Hundsche Regel: Gleichartige p- oder d-Orbitale werden zunächst einzeln besetzt, bevor Elektronen Paare bilden.
Beispiel

Sauerstoff besitzt acht Elektronen. Seine Konfiguration lautet

$$1s^2\,2s^2\,2p^4$$

Die Exponentensumme ist $2+2+4=8$. In der 2p-Unterschale verteilen sich die ersten drei Elektronen zunächst einzeln auf die drei p-Orbitale; erst das vierte bildet ein Paar.

Gut zu wissen

Ein Orbital ist kein klassischer Weg, auf dem ein Elektron wie ein Planet kreist. Es beschreibt einen quantenmechanischen Aufenthaltsraum. Das Orbitalmodell macht daher genauere Aussagen als ein reines Schalenmodell.

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Frage 1 von 1MittelWelche 2p-Verteilung entspricht bei vier Elektronen der Hundschen Regel?
Lösung: Zuerst drei p-Orbitale einzeln besetzen, dann eines doppelt. — Ein Orbital fasst höchstens zwei Elektronen. Bei gleichartigen Orbitalen beginnt die Paarbildung erst nach der Einzelbesetzung.
Konfigurationen Schritt für Schritt bestimmen

Für ein neutrales Atom gehst du immer in derselben Reihenfolge vor:

  1. Lies die Ordnungszahl als Elektronenzahl ab.
  2. Fülle die Unterschalen in der angegebenen energetischen Reihenfolge.
  3. Beachte die Höchstzahlen s: 2, p: 6 und d: 10.
  4. Addiere am Ende alle Exponenten.
Beispiel

Fluor besitzt neun Elektronen.

  1. $1s$ nimmt zwei Elektronen auf: $1s^2$.
  2. $2s$ nimmt zwei weitere auf: $2s^2$.
  3. Für $2p$ bleiben fünf Elektronen: $2p^5$.

Damit lautet die Konfiguration

$$1s^2\,2s^2\,2p^5$$

Die Kontrolle $2+2+5=9$ stimmt mit der Elektronenzahl überein.

Beispiel

Silizium besitzt 14 Elektronen. Nach $1s^2\,2s^2\,2p^6\,3s^2$ sind zwölf Elektronen verteilt. Die zwei übrigen kommen in $3p$:

$$1s^2\,2s^2\,2p^6\,3s^2\,3p^2$$

Die Kontrolle ergibt $2+2+6+2+2=14$.

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Frage 1 von 1MittelWelche Konfiguration gehört zum neutralen Phosphor mit 15 Elektronen?
Lösung: $1s^2\,2s^2\,2p^6\,3s^2\,3p^3$ — Fülle 2p höchstens bis 6 und prüfe die Summe: $2+2+6+2+3=15$.
Die Edelgasschreibweise nutzen

Lange innere Konfigurationen wiederholen sich. In der Edelgas-Kurzschreibweise ersetzt du alle Elektronen bis zum vorhergehenden Edelgas durch dessen Symbol in eckigen Klammern.

Beispiel

Calcium besitzt die vollständige Konfiguration

$$1s^2\,2s^2\,2p^6\,3s^2\,3p^6\,4s^2$$

Die ersten 18 Elektronen entsprechen Argon. Deshalb lautet die Kurzform

$$[Ar]\,4s^2$$

Die eckige Klammer steht also für einen vollständig mitgedachten inneren Elektronenbestand; sie ist kein zusätzlicher Rechenschritt.

Für Arsen ist die energetische beziehungsweise PSE-Abfolge

$$[Ar]\,4s^2\,3d^{10}\,4p^3$$

Auch die Ordnung $[Ar]\,3d^{10}\,4s^2\,4p^3$ nach Hauptquantenzahlen wird verwendet. Die Zahl der Elektronen bleibt gleich; nur die Anordnung der notierten Unterschalen ändert sich.

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Frage 1 von 1MittelWelche Kurzform gehört zu Fluor?
Lösung: $[He]\,2s^2\,2p^5$ — Das vorhergehende Edelgas ist Helium. Danach bleiben $2s^2\,2p^5$ zu notieren.
Ionen aus der Ladung ableiten

Die Ladung verrät, ob Elektronen fehlen oder hinzugekommen sind:

  • Ein positiv geladenes Kation hat Elektronen abgegeben.
  • Ein negativ geladenes Anion hat Elektronen aufgenommen.

Gehe zunächst vom neutralen Atom aus. Bei einer Ladung von $1+$ ziehst du ein Elektron ab; bei $1-$ fügst du eines hinzu.

Beispiel

Neutrales Chlor besitzt 17 Elektronen:

$$[Ne]\,3s^2\,3p^5$$

Das Chlorid-Ion $Cl^-$ hat ein Elektron aufgenommen und besitzt daher 18 Elektronen:

$$[Ne]\,3s^2\,3p^6=[Ar]$$

Beispiel

Neutrales Natrium besitzt elf Elektronen:

$$1s^2\,2s^2\,2p^6\,3s^1$$

Das Natrium-Ion $Na^+$ hat das 3s-Elektron abgegeben. Es bleiben zehn Elektronen:

$$1s^2\,2s^2\,2p^6=[Ne]$$

Merke

Das Vorzeichen beschreibt die Ladung, nicht die Rechenrichtung: positiv bedeutet weniger Elektronen, negativ bedeutet mehr Elektronen.

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Frage 1 von 1MittelEin Schwefelatom besitzt 16 Elektronen. Wie viele Elektronen besitzt $S^{2-}$?
Lösung: 18 Elektronen — Rechne $16+2=18$, weil die negative Ladung durch zwei zusätzliche Elektronen entsteht.
Modelle, Grenzen und Ausnahmen einordnen

Das vereinfachte Schalen- oder Energiestufenmodell ist für erste Elektronenverteilungen nützlich. Die Aussage „höchstens acht Elektronen pro Energieniveau“ ist jedoch eine schulische Vereinfachung. Das Orbitalmodell unterscheidet s-, p- und d-Unterschalen und beschreibt dadurch mehr Strukturen.

Auch das einfache Auffüllschema hat Ausnahmen. Für Silber würde das Schema $[Kr]\,5s^2\,4d^9$ erwarten. Tatsächlich wird die Konfiguration als

$$[Kr]\,5s^1\,4d^{10}$$

angegeben. Eine vollständig besetzte 4d-Unterschale ist hier energetisch günstiger. Solche Ausnahmen solltest du nicht aus der bloßen Auffüllreihenfolge erraten, sondern als begründete Sonderfälle lernen, wenn sie in deinem Kurs behandelt werden.

Gut zu wissen

Vier Quantenzahlen beschreiben im genaueren Modell Energiebereich, Form des Aufenthaltsraums, räumliche Orientierung und den Spin-Zustand. Vollständige Wellenfunktionen sind für das Bestimmen der hier behandelten Konfigurationen nicht nötig.

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Frage 1 von 1SchwerEine Schülerin verteilt bei jedem Energieniveau höchstens acht Elektronen und möchte damit Silber erklären. Was ist die beste Bewertung?
Lösung: Das Modell ist dafür zu grob; für Silber braucht man Unterschalen und eine bekannte Ausnahme vom einfachen Auffüllschema. — Wähle das Modell passend zur Frage: Für Unterschalen und Übergangselemente ist das Orbitalmodell nötig.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Elektronenkonfiguration
    • lesen: Zahl, Orbitalart und Exponent unterscheiden
    • aufbauen: energetische Reihenfolge, Pauli-Prinzip und Hundsche Regel beachten
    • prüfen: Exponenten addieren und mit der Elektronenzahl vergleichen
    • verkürzen: inneren Bestand durch das vorhergehende Edelgas ersetzen
    • auf Ionen übertragen: bei positiver Ladung Elektronen abziehen, bei negativer hinzufügen
    • einordnen: Schalenmodell vereinfachend, Orbitalmodell genauer, Ausnahmen möglich
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage ist richtig?
Lösung: Ein Orbital kann höchstens zwei Elektronen enthalten. — Das Pauli-Prinzip begrenzt jedes einzelne Orbital auf zwei Elektronen.
Frage 2 von 3MittelEin neutrales Atom hat die Konfiguration $1s^2\,2s^2\,2p^6\,3s^2\,3p^2$. Welche Aussage passt?
Lösung: Die Exponentensumme beträgt 14. — Addiere alle Exponenten. Eine p-Unterschale wäre erst bei sechs Elektronen vollständig besetzt.
Frage 3 von 3SchwerEin Teilchen besitzt die Konfiguration $[Ne]\,3s^2\,3p^6$ und ist einfach negativ geladen. Welche neutrale Ausgangskonfiguration passt?
Lösung: $[Ne]\,3s^2\,3p^5$ — Entferne gedanklich das zusätzlich aufgenommene Elektron. So erhältst du die neutrale Ausgangskonfiguration mit $3p^5$.

Wenn du alle drei Entscheidungen begründen kannst, kannst du Elektronenkonfigurationen nicht nur abschreiben, sondern aufbauen, prüfen und auf einfache Ionen übertragen.

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