Chemie

Periodensystem lesen: Gruppen, Atombau und Trends

Periodensystem lesen: Gruppen, Atombau und Trends
Periodensystem lesen: Gruppen, Atombau und Trends
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Das Periodensystem der Elemente, kurz PSE, ordnet die chemischen Elemente nach steigender Ordnungszahl. Aus der Position eines Hauptgruppenelements kannst du seinen Atombau beschreiben, ähnliche Elemente erkennen und einfache chemische Eigenschaften abschätzen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

So ist das Periodensystem aufgebaut

Jedes chemische Element besitzt eine bestimmte Anzahl an Protonen. Diese Protonenzahl ist die Ordnungszahl. Sie bestimmt eindeutig, um welches Element es sich handelt.

Definition

Ordnungszahl

Die Ordnungszahl gibt die Zahl der Protonen im Atomkern an. Bei einem elektrisch neutralen Atom ist sie zugleich die Zahl der Elektronen.

Die waagerechten Zeilen des PSE heißen Perioden, die senkrechten Spalten Gruppen. Das gebräuchliche PSE umfasst sieben Perioden und 18 Gruppen.

Elemente mit ähnlicher äußerer Elektronenstruktur stehen untereinander. Deshalb ähneln sich viele Elemente derselben Gruppe in ihrem chemischen Verhalten. Die regelmäßige Wiederkehr solcher Eigenschaften heißt Periodizität.

Merke

Ordnungszahl bedeutet Protonenzahl. Perioden verlaufen waagerecht, Gruppen senkrecht.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Angabe bestimmt eindeutig das Element?
Lösung: die Ordnungszahl — Die Ordnungszahl ist die Protonenzahl. Da jedes Element eine eigene Protonenzahl besitzt, bestimmt sie das Element eindeutig.
Frage 2 von 2MittelEin neutrales Atom hat die Ordnungszahl 8. Welche Aussage stimmt?
Lösung: Es besitzt 8 Protonen und 8 Elektronen. — Die Ordnungszahl legt die Protonenzahl fest. Nur bei einem neutralen Atom entspricht ihr auch die Elektronenzahl; die Neutronenzahl folgt daraus nicht.
Aus der Position den Atombau ablesen

Im vereinfachten Schalenmodell gibt die Periodennummer an, wie viele Elektronenschalen eines Atoms besetzt sind. Ein Element der zweiten Periode besitzt also zwei besetzte Schalen.

Die Elektronen der äußersten besetzten Schale heißen Valenzelektronen. Sie beeinflussen besonders stark, welche Bindungen ein Atom eingeht und wie es reagiert.

Bei Hauptgruppenelementen lässt sich ihre Zahl aus der Gruppe ablesen:

moderne GruppeZahl der Valenzelektronen
11
22
133
144
155
166
177
188, bei Helium 2

Die Gruppen 1, 2 und 13 bis 18 bilden die acht Hauptgruppen. In einer älteren Schreibweise werden sie als erste bis achte Hauptgruppe bezeichnet.

Beispiel

Sauerstoff lesen: Sauerstoff hat die Ordnungszahl 8 und steht in der zweiten Periode sowie in Gruppe 16.

  • Ordnungszahl 8: Ein neutrales Sauerstoffatom besitzt 8 Protonen und 8 Elektronen.
  • Zweite Periode: Es besitzt zwei besetzte Elektronenschalen.
  • Gruppe 16: Es besitzt sechs Valenzelektronen.

Damit hast du drei verschiedene Informationen genutzt. Die Ordnungszahl nennt die Teilchenzahl, die Periode die Zahl besetzter Schalen und die Hauptgruppe die Zahl der Valenzelektronen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Elektronen bestimmen das chemische Verhalten besonders stark?
Lösung: die Valenzelektronen — Valenzelektronen befinden sich in der äußersten besetzten Schale und sind maßgeblich an chemischen Bindungen beteiligt.
Frage 2 von 2MittelEin Hauptgruppenelement steht in der dritten Periode und in Gruppe 17. Was kannst du ablesen?
Lösung: Es besitzt drei besetzte Schalen und sieben Valenzelektronen. — Die Periodennummer gibt im Schalenmodell die Zahl besetzter Schalen an. Gruppe 17 entspricht bei Hauptgruppenelementen sieben Valenzelektronen.
Hauptgruppen und typische Ionen verstehen

Atome können Elektronen abgeben oder aufnehmen. Dadurch entstehen elektrisch geladene Teilchen, die Ionen heißen.

Definition

Ion

Ein Ion ist ein elektrisch geladenes Atom oder ein geladener Teilchenverband. Gibt ein Atom Elektronen ab, entsteht ein positives Ion. Nimmt es Elektronen auf, entsteht ein negatives Ion.

Eine vollständig besetzte äußere Schale ist besonders stabil. Viele Hauptgruppenelemente erreichen eine solche Elektronenanordnung, indem sie wenige Elektronen abgeben oder aufnehmen.

  • Alkalimetalle aus Gruppe 1 besitzen ein Valenzelektron. Sie geben häufig ein Elektron ab und bilden Ionen mit der Ladung 1+.
  • Erdalkalimetalle aus Gruppe 2 besitzen zwei Valenzelektronen. Sie geben häufig zwei Elektronen ab und bilden Ionen mit der Ladung 2+.
  • Halogene aus Gruppe 17 besitzen sieben Valenzelektronen. Sie nehmen häufig ein Elektron auf und bilden Ionen mit der Ladung 1−.
  • Edelgase aus Gruppe 18 besitzen bereits eine volle Außenschale. Sie sind deshalb im Regelfall sehr reaktionsträge. Helium ist mit zwei Elektronen in seiner vollen ersten Schale die Ausnahme zur Achterregel.
Beispiel

Ein Sauerstoffatom besitzt sechs Valenzelektronen. Bis zu einer Außenschale mit acht Elektronen fehlen ihm zwei. In einfachen Ionenverbindungen nimmt es daher häufig zwei Elektronen auf und bildet ein Ion mit der Ladung 2−.

Das ist eine begründete Vorhersage für ein typisches Ion, keine Aussage darüber, dass Sauerstoff in jeder Verbindung als solches Ion vorkommt.

Merke

Elektronenabgabe macht ein Teilchen positiv, Elektronenaufnahme macht es negativ. Die Gruppenzugehörigkeit hilft bei einfachen Hauptgruppenelementen, typische Ionenladungen vorherzusagen.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWarum bildet ein Alkalimetall häufig ein Ion mit der Ladung 1+?
Lösung: Es gibt sein einziges Valenzelektron ab. — Durch die Abgabe eines negativ geladenen Elektrons hat das Teilchen anschließend eine positive Ladung mehr als negative Ladungen.
Frage 2 von 2SchwerEin unbekanntes Hauptgruppenelement steht in Gruppe 17. Welche Vorhersage ist am besten begründet?
Lösung: Es nimmt häufig ein Elektron auf und bildet ein Ion mit der Ladung 1−. — Ein Element der Gruppe 17 besitzt sieben Valenzelektronen. Durch die Aufnahme eines Elektrons kann es eine voll besetzte Außenschale erreichen. „Häufig“ ist wichtig, weil das PSE Tendenzen und keine ausnahmslosen Reaktionsgesetze liefert.
Eigenschaftstrends im PSE nutzen

Die Anordnung des PSE macht nicht nur einzelne Elementdaten sichtbar. Sie zeigt auch Grundtrends, mit denen du Eigenschaften vergleichen kannst.

Definition

Elektronegativität

Die Elektronegativität beschreibt, wie stark ein gebundenes Atom gemeinsame Elektronen anzieht.

Richtung im PSEAtomradiusElektronegativitätMetallcharakter
innerhalb einer Periode nach rechtsnimmt meist abnimmt im Grundtrend zunimmt ab
innerhalb einer Gruppe nach untennimmt zunimmt im Grundtrend abnimmt zu

Warum wird der Atomradius nach rechts meist kleiner?

Innerhalb einer Periode kommen Protonen hinzu, während die äußeren Elektronen derselben Hauptschale zugeordnet werden. Die wachsende Kernladung zieht die Elektronen im Grundtrend stärker an. Dadurch wird der Atomradius kleiner.

Warum wird der Atomradius nach unten größer?

Beim Schritt in eine tiefere Periode kommt eine weitere besetzte Schale hinzu. Die äußeren Elektronen sind weiter vom Kern entfernt und werden durch innere Elektronen abgeschirmt. Deshalb nimmt der Radius nach unten zu.

Die Elektronegativität zeigt im Grundtrend die entgegengesetzte Richtung: rechts oben ist sie größer, links unten kleiner. Der Metallcharakter nimmt dagegen nach links und unten zu.

Teste dich
Frage 1 von 3LeichtIn welche Richtung nimmt der Atomradius innerhalb einer Gruppe im Grundtrend zu?
Lösung: von oben nach unten — Zusätzliche Schalen vergrößern den Abstand der äußeren Elektronen vom Kern. Daher wächst der Atomradius im Grundtrend nach unten.
Frage 2 von 3MittelZwei Hauptgruppenelemente stehen in derselben Periode. Element B steht rechts von Element A. Welche Vorhersage ist als Grundtrend sinnvoll?
Lösung: B besitzt meist den kleineren Atomradius. — Nach rechts wächst die Kernladung, ohne dass eine neue Hauptschale hinzukommt. Die Elektronen werden meist stärker angezogen und der Radius wird kleiner.
Frage 3 von 3SchwerEin Element steht weit links unten im PSE. Welche Kombination ist als Grundtrend plausibel?
Lösung: großer Atomradius, niedrige Elektronegativität und ausgeprägter Metallcharakter — Nach unten kommen Schalen hinzu; nach links werden Außenelektronen im Grundtrend weniger stark angezogen. Daher wachsen Radius und Metallcharakter, während die Elektronegativität sinkt.
Vorhersagen richtig begrenzen

Das PSE ist ein Orientierungs- und Vorhersagewerkzeug, aber kein Katalog ausnahmsloser Regeln. Periodische Trends beschreiben Grundtendenzen. Besonders bei Übergangsmetallen, schweren Elementen und einzelnen Elektronenkonfigurationen treten Abweichungen auf.

Auch die einfache Regel „Hauptgruppe gleich Zahl der Valenzelektronen“ gilt in dieser Form für die Hauptgruppenelemente. Sie darf nicht unverändert auf die Gruppen 3 bis 12, die Übergangsmetalle, übertragen werden.

Verwechsle außerdem Massenzahl und mittlere Atommasse nicht:

  • Die Massenzahl gehört zu einem bestimmten Isotop und zählt Protonen und Neutronen zusammen.
  • Die im PSE angegebene Atommasse ist häufig ein gewichteter Mittelwert verschiedener natürlich vorkommender Isotope. Sie eignet sich dann nicht unmittelbar zum Ermitteln einer ganzzahligen Neutronenzahl.
Gut zu wissen

Ein Isotop gehört zum selben Element, wenn es dieselbe Protonenzahl besitzt. Isotope unterscheiden sich in ihrer Neutronenzahl. Die Ordnungszahl bleibt deshalb gleich, die Massenzahl kann verschieden sein.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Aussage verwendet das PSE fachlich angemessen?
Lösung: „Der Trend spricht für einen kleineren Radius, aber Ausnahmen sind möglich.“ — Das PSE ermöglicht begründete Vorhersagen. Gute Aussagen kennzeichnen jedoch, dass Trends Ausnahmen besitzen können.
Frage 2 von 2SchwerEin Elementfeld zeigt eine nicht ganzzahlige mittlere Atommasse. Warum darfst du daraus nicht einfach die Ordnungszahl abziehen und das Ergebnis als Neutronenzahl angeben?
Lösung: Die mittlere Atommasse kann mehrere Isotope gewichtet zusammenfassen. — Eine bestimmte Neutronenzahl gehört zu einem bestimmten Isotop mit ganzzahliger Massenzahl. Eine mittlere Atommasse kann dagegen aus mehreren Isotopen berechnet sein.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Periodensystem
    • Ordnungszahl → Protonenzahl und beim neutralen Atom Elektronenzahl
    • Periode → Zahl besetzter Schalen im vereinfachten Modell
    • Hauptgruppe → Zahl der Valenzelektronen und ähnliche Eigenschaften
    • Valenzelektronen → Bindungsverhalten und typische Ionenladung
    • Position → Grundtrends bei Radius, Elektronegativität und Metallcharakter
    • Vorhersage → Orientierung mit möglichen Ausnahmen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Zuordnung ist richtig?
Lösung: Periode – waagerechte Reihe — Perioden verlaufen waagerecht. Gruppen sind senkrechte Spalten, und die Ordnungszahl gibt die Protonenzahl an.
Frage 2 von 3MittelEin neutrales Hauptgruppenatom steht in der zweiten Periode und in Gruppe 16. Welche Beschreibung passt?
Lösung: Es besitzt zwei besetzte Schalen und sechs Valenzelektronen. — Aus der zweiten Periode folgen zwei besetzte Schalen. Für ein Hauptgruppenelement der Gruppe 16 folgen sechs Valenzelektronen. Die Protonenzahl lässt sich erst aus der Ordnungszahl bestimmen.
Frage 3 von 3SchwerEin unbekanntes Hauptgruppenelement steht unter einem Halogen. Welche begrenzte Vorhersage ist sinnvoll?
Lösung: Es besitzt ebenfalls sieben Valenzelektronen und bildet häufig ein Ion mit der Ladung 1−. — Elemente derselben Hauptgruppe besitzen eine ähnliche äußere Elektronenstruktur. Daraus lässt sich ein ähnliches Grundverhalten ableiten, aber keine ausnahmslose Gleichheit aller Reaktionen.

Wenn du bei einer Aufgabe unsicher bist, gehe immer in derselben Reihenfolge vor: Lies zuerst die Ordnungszahl, bestimme dann Periode und Hauptgruppe und leite erst danach Atombau oder Eigenschaften ab.

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