Chemie

Hauptgruppen im Periodensystem einfach erklärt

Hauptgruppen im Periodensystem einfach erklärt
Hauptgruppen im Periodensystem einfach erklärt
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Hauptgruppen sind acht senkrechte Elementfamilien im Periodensystem. Mit Ausnahme von Helium besitzen die Elemente einer Hauptgruppe jeweils gleich viele Valenzelektronen und zeigen deshalb oft ähnliche chemische Eigenschaften. Du kannst die Hauptgruppe nutzen, um den Atombau einzuordnen, einfache Ionen vorherzusagen und Reaktivitätstrends zu erklären.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Hauptgruppen im Periodensystem finden

Eine Gruppe ist eine senkrechte Spalte im Periodensystem. Waagerechte Reihen heißen dagegen Perioden. Von oben nach unten steigt in einer Gruppe die Ordnungszahl.

Das Periodensystem hat insgesamt 18 Gruppen. Acht davon sind Hauptgruppen: in der modernen IUPAC-Nummerierung die Gruppen 1, 2 und 13 bis 18. Im Unterricht begegnet dir außerdem die traditionelle Nummerierung I bis VIII.

Nametraditionelle HauptgruppeIUPAC-Gruppe
AlkalimetalleI1
ErdalkalimetalleII2
BorgruppeIII13
KohlenstoffgruppeIV14
StickstoffgruppeV15
ChalkogeneVI16
HalogeneVII17
EdelgaseVIII18

Die IUPAC-Gruppen 3 bis 12 liegen zwischen den Hauptgruppen II und III. Sie werden im traditionellen Schulmodell als Nebengruppen zusammengefasst.

Merke

Hauptgruppen sind Spalten, nicht Zeilen. IUPAC 1 und 2 bleiben gleich; bei IUPAC 13 bis 18 ziehst du 10 ab, um die traditionelle Hauptgruppennummer zu erhalten.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche IUPAC-Gruppe entspricht der traditionellen Hauptgruppe VII?
Lösung: Gruppe 17 — Die traditionelle Hauptgruppe VII ist die IUPAC-Gruppe 17 und heißt Halogengruppe.
Frage 2 von 2MittelEin Element steht in IUPAC-Gruppe 14. Welche traditionelle Hauptgruppe ist gemeint?
Lösung: Hauptgruppe IV — Ziehe 10 ab: 14 minus 10 ergibt 4, also Hauptgruppe IV.
Valenzelektronen als gemeinsames Merkmal

Valenzelektronen sind die Elektronen in der äußersten besetzten Schale eines Atoms. Sie sind für viele chemische Reaktionen besonders wichtig. Mit Ausnahme von Helium besitzen Hauptgruppenelemente derselben Gruppe gleich viele Valenzelektronen. Darum ähneln sich ihre chemischen Eigenschaften häufig.

traditionelle HauptgruppeZahl der Valenzelektronen
I1
II2
III3
IV4
V5
VI6
VII7
VIII8, außer Helium: 2

Helium steht bei den Edelgasen, obwohl es nur zwei Valenzelektronen hat. Seine einzige Elektronenschale ist damit bereits voll besetzt. Entscheidend ist also die volle Außenschale, nicht das bloße Erreichen der Zahl acht.

Definition

Edelgaskonfiguration

Eine Edelgaskonfiguration ist eine voll besetzte Außenschale. Dieser stabile Zustand hilft zu erklären, warum Atome bei Reaktionen Elektronen aufnehmen, abgeben oder in Bindungen gemeinsam nutzen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWas haben Hauptgruppenelemente derselben Gruppe gemeinsam?
Lösung: Sie besitzen gleich viele Valenzelektronen; Helium ist die Ausnahme. — Mit Ausnahme von Helium erklärt die gemeinsame Valenzelektronenzahl viele Ähnlichkeiten im Reaktionsverhalten. Bei Helium ist bereits die erste Schale mit zwei Elektronen voll besetzt.
Frage 2 von 2MittelWarum gehört Helium trotz zwei Valenzelektronen zu den Edelgasen?
Lösung: Seine einzige Schale ist mit zwei Elektronen voll besetzt. — Helium ist die Ausnahme von der vereinfachten Zuordnung Hauptgruppe VIII gleich acht Valenzelektronen.
Von der Hauptgruppe zum einfachen Ion

Ein Ion ist ein elektrisch geladenes Teilchen. Gibt ein neutrales Atom Elektronen ab, entsteht ein positiv geladenes Ion, ein Kation. Nimmt es Elektronen auf, entsteht ein negativ geladenes Ion, ein Anion.

Für ausgewählte Hauptgruppen lässt sich eine einfache Ionenladung gut vorhersagen:

  • Atome der Hauptgruppe I geben häufig ein Valenzelektron ab und bilden Ionen mit der Ladung $+1$.
  • Atome der Hauptgruppe II geben häufig zwei Valenzelektronen ab und bilden Ionen mit der Ladung $+2$.
  • Atome der Hauptgruppe VII nehmen häufig ein Elektron auf und bilden Ionen mit der Ladung $-1$.
  • Edelgase besitzen schon eine volle Außenschale und sind sehr reaktionsträge.

Diese Regel ist eine begrenzte Vorhersagehilfe. Sie bedeutet nicht, dass jedes Hauptgruppenelement immer ein einfaches Ion bildet oder dass alle Gruppen gleich einheitlich reagieren.

Beispiel

Magnesium steht in Hauptgruppe II und besitzt zwei Valenzelektronen. Gibt ein Magnesiumatom beide ab, hat das entstehende Ion zwei negative Ladungen weniger als positive. Es ist daher zweifach positiv geladen: $Mg^{2+}$.

Chlor steht in Hauptgruppe VII und besitzt sieben Valenzelektronen. Nimmt ein Chloratom ein Elektron auf, ist seine Außenschale voll besetzt. Das entstehende Ion trägt die Ladung $-1$: $Cl^-$.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Ein Natriumatom aus Hauptgruppe I hat Valenzelektron. Bei der Bildung eines einfachen Ions gibt es dieses Elektron typischerweise . Dadurch entsteht ein geladenes Ion mit der Ladung .

Lösungen: Lücke 1: ein; Lücke 2: ab; Lücke 3: positiv; Lücke 4: plus eins. Die Gruppennummer liefert die Valenzelektronenzahl. Elektronenabgabe hinterlässt einen Überschuss positiver Ladung.
Ähnliche Eigenschaften richtig deuten

Gleich viele Valenzelektronen führen oft zu ähnlichem Reaktionsverhalten. Die Ähnlichkeit ist aber nicht in jeder Hauptgruppe gleich stark. Besonders deutlich zeigt sie sich bei Alkalimetallen, Erdalkalimetallen, Halogenen und Edelgasen.

  • Alkalimetalle sind weiche, leichte und sehr reaktive Metalle. Sie reagieren stark mit Wasser und Sauerstoff und kommen in der Natur deshalb nur gebunden vor.
  • Erdalkalimetalle sind Metalle und ähneln den Alkalimetallen in abgeschwächter Form.
  • Halogene sind reaktionsfreudige Nichtmetalle mit sieben Valenzelektronen. Sie reagieren mit Metallen zu Salzen.
  • Edelgase besitzen eine voll besetzte Außenschale und reagieren fast nicht mit anderen Stoffen.

Nicht jede Gruppe besteht aus einem einzigen Stofftyp. Die Kohlenstoffgruppe enthält zum Beispiel Nichtmetalle, Halbmetalle und Metalle. „Gleiche Hauptgruppe“ bedeutet daher ähnlich, nicht identisch.

Auch Wasserstoff mahnt zur Vorsicht: Er steht formal in Gruppe 1 und besitzt ein Valenzelektron, ist aber ein gasförmiges Nichtmetall. Als Alkalimetalle gelten Lithium bis Francium.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage beschreibt den Nutzen der Hauptgruppen am besten?
Lösung: Sie ermöglichen begrenzte Vorhersagen, weil ihre Elemente bis auf die Helium-Ausnahme jeweils gleich viele Valenzelektronen besitzen. — Die Hauptgruppe liefert ein chemisches Muster. Stofftyp, Position und Sonderfälle müssen trotzdem beachtet werden.
Frage 2 von 2MittelEin unbekanntes Element steht bei den Edelgasen. Welche erste Vorhersage ist am besten begründet?
Lösung: Es ist wegen seiner voll besetzten Außenschale wahrscheinlich sehr reaktionsträge. — Die gemeinsame volle Außenschale begründet die geringe Reaktivität der Edelgase.
Reaktivität innerhalb einer Hauptgruppe untersuchen

Innerhalb einer Hauptgruppe können sich Eigenschaften regelmäßig verändern. Bei den Alkalimetallen zeigt die Reaktion mit Wasser einen klaren Trend:

Bereich der Gruppebeobachtetes Verhalten mit Wasser
Lithium und Natriumheftige Wasserstoffentwicklung, ohne Entzündung des Wasserstoffs
Kalium und Rubidiumspontane Entzündung
Caesiumexplosionsartige Reaktion

Beobachtung: Von Lithium in Richtung Caesium wird die Reaktion heftiger. Das ist der aus den Daten abgeleitete Reaktivitätstrend.

Modellerklärung: Nach unten kommen zusätzliche Elektronenschalen hinzu. Sie schirmen das äußere Elektron stärker von der positiven Kernladung ab. Das einzige Valenzelektron lässt sich deshalb leichter abgeben. Dadurch steigt die Reaktivität der Alkalimetalle nach unten.

Begrenzte Vorhersage: Ein weiter unten stehendes Alkalimetall wird voraussichtlich reaktiver sein als ein weiter oben stehendes. Die Aussage gilt für diesen Gruppentrend; sie ist keine Regel für jede beliebige Hauptgruppe. Bei den Halogenen nimmt die Reaktivität nach unten beispielsweise ab.

Gut zu wissen

Reaktionen von Alkalimetallen mit Wasser sind gefährlich. Die Tabelle dient zum Auswerten sicher erhobener Demonstrationsdaten, nicht als Anleitung zum eigenen Experiment.

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Frage 1 von 3LeichtWas ist in der Tabelle eine Beobachtung?
Lösung: Caesium reagiert explosionsartig mit Wasser. — Eine Beobachtung beschreibt das festgestellte Verhalten. Die Abschirmung erklärt es erst im Modell.
Frage 2 von 3MittelRubidium steht unter Natrium in derselben Hauptgruppe. Welche Vorhersage passt zu den Daten?
Lösung: Rubidium reagiert mit Wasser heftiger als Natrium. — Der beobachtete Alkalimetalltrend nimmt von oben nach unten zu.
Frage 3 von 3SchwerWarum darfst du den Alkalimetalltrend nicht unverändert auf Halogene übertragen?
Lösung: Gruppentrends müssen für die jeweilige Elementfamilie aus Befunden und einem passenden Modell abgeleitet werden. — Die Hauptgruppe begründet Ähnlichkeiten innerhalb einer Familie, aber nicht denselben Trend für alle Familien.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Hauptgruppen
    • Position: acht senkrechte Elementfamilien
    • Nummerierung: I bis VIII oder IUPAC 1, 2 und 13 bis 18
    • Atombau: gleiche Valenzelektronenzahl innerhalb einer Gruppe, außer bei Helium
    • Ionen: ausgewählte Ladungen aus Aufnahme oder Abgabe ableiten
    • Eigenschaften: ähnlich, aber nicht identisch
    • Trend: Beobachtung beschreiben, mit einem Modell erklären, begrenzt vorhersagen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Reihe enthält nur IUPAC-Hauptgruppen?
Lösung: 1, 2, 13, 14, 15, 16, 17, 18 — Die acht IUPAC-Hauptgruppen sind 1, 2 und 13 bis 18.
Frage 2 von 3MittelEin Element steht in Hauptgruppe VII. Welche Folgerung ist für ein einfaches Atommodell am besten begründet?
Lösung: Es besitzt sieben Valenzelektronen und kann durch Aufnahme eines Elektrons ein Ion mit der Ladung minus eins bilden. — Hauptgruppe VII bedeutet sieben Valenzelektronen. Ein zusätzliches Elektron kann die Außenschale vervollständigen.
Frage 3 von 3SchwerEine neue Messreihe zeigt für eine Elementfamilie nach unten abnehmende Reaktivität. Wie wertest du sie fachlich aus?
Lösung: Ich beschreibe den beobachteten Trend und suche eine passende Modellerklärung für genau diese Familie. — Trenne Daten, Trend und Modellerklärung. Übertrage einen Familientrend nur, wenn Befunde und Modell das rechtfertigen.

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