Chemie

Alkalimetalle: Eigenschaften und Reaktivität

Alkalimetalle: Eigenschaften und Reaktivität
Alkalimetalle: Eigenschaften und Reaktivität
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Alkalimetalle sind weiche, sehr reaktionsfähige Metalle der 1. Hauptgruppe. Ihr einzelnes Außenelektron erklärt, warum sie meist einfach positiv geladene Ionen bilden und warum ihre Reaktivität innerhalb der Gruppe im Allgemeinen zunimmt.

Deine Lernziele

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Welche Elemente sind Alkalimetalle?

Zu den Alkalimetallen gehören Lithium (Li), Natrium (Na), Kalium (K), Rubidium (Rb), Caesium (Cs) und Francium (Fr). Sie stehen in der 1. Hauptgruppe des Periodensystems.

Definition

Alkalimetall

Ein Alkalimetall ist ein Metall der 1. Hauptgruppe mit einem Außenelektron. Wasserstoff steht zwar ebenfalls in dieser Gruppe, zählt aber nicht zu den Alkalimetallen: Er ist unter Standardbedingungen gasförmig und besitzt keine typischen Metalleigenschaften.

Frisch angeschnittene Alkalimetalle glänzen metallisch. Sie sind weich und lassen sich schneiden. Ihre Dichten sowie ihre Schmelz- und Siedetemperaturen sind für Metalle vergleichsweise niedrig.

Caesium kann goldfarben erscheinen. Francium ist radioaktiv und sehr instabil. Deshalb spielt es in üblichen Schulbeobachtungen keine praktische Rolle.

Alkalimetalle reagieren leicht mit Wasser, Sauerstoff und Halogenen. In der Natur findet man sie daher nicht als reine Metalle, sondern gebunden in Verbindungen. Kochsalz enthält beispielsweise Natrium-Ionen, aber kein elementares Natrium.

Merke

Ein Element in einer Verbindung besitzt andere Eigenschaften als der reine Elementarstoff. Natrium-Ionen im Mineralwasser reagieren nicht wie metallisches Natrium.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aufzählung enthält nur Alkalimetalle?
Lösung: Lithium, Natrium und Kalium — Alkalimetalle sind Li, Na, K, Rb, Cs und Fr.
Frage 2 von 2MittelAuf einem Mineralwasseretikett steht „Natrium“. Was ist damit gemeint?
Lösung: Im Wasser befinden sich gelöste Natriumverbindungen beziehungsweise Natrium-Ionen. — Natürliches Wasser enthält Natrium gebunden in gelösten Salzen, nicht als reines Metall.
Warum nimmt die Reaktivität nach unten zu?

Jedes Alkalimetallatom besitzt genau ein Außenelektron, auch Valenzelektron genannt. Gibt das Atom dieses Elektron ab, entsteht ein einfach positiv geladenes Ion:

$$M \rightarrow M^+ + e^-$$

Dabei steht $M$ für ein Alkalimetallatom und $e^-$ für das abgegebene Elektron.

Von Lithium zu Caesium kommen weitere Elektronenschalen hinzu. Dadurch wächst der Abstand zwischen Atomkern und Außenelektron. Zusätzlich schirmen die inneren Elektronen die Anziehung des positiv geladenen Kerns ab.

Das Außenelektron lässt sich deshalb im Allgemeinen immer leichter entfernen. Die dafür benötigte Ionisierungsenergie sinkt, während die Reaktivität steigt.

Beispiel

Ein Kaliumatom besitzt mehr besetzte Elektronenschalen als ein Natriumatom. Sein Außenelektron ist weiter vom Kern entfernt und stärker abgeschirmt. Kalium gibt dieses Elektron leichter ab und reagiert daher im Allgemeinen heftiger als Natrium.

Merke

Mehr Elektronenschalen → größerer Abstand und stärkere Abschirmung → leichtere Elektronenabgabe → im Allgemeinen höhere Reaktivität.

Die Regel beschreibt einen Gruppentrend, keine ausnahmslose Zahlenfolge. So steigt die Dichte nicht bei jedem Schritt: Natrium hat eine Dichte von $0{,}97\,\mathrm{g/cm^3}$, Kalium nur $0{,}86\,\mathrm{g/cm^3}$. Auch Franciums Ionisierungsenergie weicht von der einfachen Abwärtstendenz ab.

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Frage 1 von 3LeichtWas ist ein Valenzelektron?
Lösung: Ein Elektron in der äußersten besetzten Schale eines Atoms — Das einzelne Valenzelektron prägt das chemische Verhalten der Alkalimetalle.
Frage 2 von 3MittelWarum gibt Kalium sein Außenelektron leichter ab als Natrium?
Lösung: Größerer Abstand und stärkere Abschirmung schwächen die Anziehung durch den Kern. — Zusätzliche innere Schalen schirmen die Kernladung ab; zugleich liegt das Außenelektron weiter außen.
Frage 3 von 3SchwerEin unbekanntes Alkalimetall steht im Periodensystem unter Kalium. Wie reagiert es voraussichtlich im Vergleich zu Kalium?
Lösung: Im Allgemeinen heftiger, weil sein Außenelektron leichter abgegeben wird. — Mitglieder einer Hauptgruppe ähneln sich, ihre Reaktivität kann sich innerhalb der Gruppe aber systematisch verändern.
Wie reagieren Alkalimetalle mit Wasser?

Alkalimetalle reagieren mit Wasser zu einem Alkalimetallhydroxid und Wasserstoff. Für ein beliebiges Alkalimetall $M$ gilt:

$$2M + 2H_2O \rightarrow 2MOH + H_2$$

Die Hydroxide lösen sich in Wasser und bilden stark basische, ätzende Lösungen. Der frei werdende Wasserstoff ist brennbar. Die Reaktion setzt außerdem viel Wärme frei.

Beispiel

Für Natrium lautet die ausgeglichene Reaktionsgleichung:

$$2Na + 2H_2O \rightarrow 2NaOH + H_2$$

Links und rechts stehen jeweils zwei Natriumatome, vier Wasserstoffatome und zwei Sauerstoffatome. Die Gleichung erfüllt damit die Erhaltung der Atome.

Ein Indikator wie Phenolphthalein färbt sich in der entstehenden basischen Natriumhydroxidlösung rosa. Diese Beobachtung weist auf die Hydroxidbildung hin.

Die Reaktion wird innerhalb der Gruppe im Allgemeinen heftiger: Lithium reagiert vergleichsweise langsam, Natrium bereits heftig, Kalium kann sich entzünden und Rubidium sowie Caesium können explosionsartig reagieren.

Gut zu wissen

Alkalimetalle dürfen nicht eigenständig mit Wasser ausprobiert oder berührt werden. Sichere Demonstrationen gehören in die Hände fachkundiger Personen. Auch eine geringe Dichte macht die Stoffe nicht ungefährlich: Lithium, Natrium und Kalium können zwar auf Wasser schwimmen, reagieren dabei aber mit ihm.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Stoffe entstehen bei der Reaktion eines Alkalimetalls mit Wasser?
Lösung: Alkalimetallhydroxid und Wasserstoff — Die allgemeine Reaktion lautet: Metall + Wasser → Hydroxid + Wasserstoff.
Frage 2 von 2MittelWarum steht vor Natrium, Wasser und Natriumhydroxid jeweils die Zahl 2?
Lösung: Damit von jeder Atomsorte auf beiden Seiten gleich viele Atome stehen. — Beim Ausgleichen dürfen Formeln nicht verändert werden. Man setzt passende Zahlen vor die Formeln.
Wie funktioniert die Flammenprobe?

Beim Erhitzen nehmen Elektronen Energie auf und gelangen vorübergehend in höhere Energiezustände. Beim Zurückfallen geben sie Energie als Licht ab. Die Farbe des Lichts ist für das jeweilige Alkalimetall charakteristisch.

Alkalimetalltypische Flammenfarbe
Lithiumrot bis karminrot
Natriumgelb bis gelborange
Kaliumviolett
Rubidiumrot bis rotviolett
Caesiumblauviolett

Die Angaben zu Rubidium unterscheiden sich in ihrer genauen Farbbezeichnung. Gemeinsam ist ihnen der rote bis rotviolette Bereich.

Beispiel

Eine untersuchte Salzprobe färbt eine nichtleuchtende Brennerflamme deutlich gelb. Das ist ein Hinweis auf Natrium. Die Probe weist dabei Natrium in einer Verbindung nach, nicht metallisches Natrium.

Eine Flammenfarbe ist ein qualitativer Nachweis: Sie hilft zu erkennen, welcher Stoff vorhanden sein könnte. Sie sagt für sich allein nicht, wie viel davon enthalten ist.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Beim Erhitzen werden Elektronen . Beim Zurückfallen geben sie Energie als ab. Eine gelbe Flamme weist auf hin, eine violette auf .

Lösungen: Lücke 1: angeregt; Lücke 2: Licht; Lücke 3: Natrium; Lücke 4: Kalium. Die Flammenfarbe entsteht durch Energieübergänge der Elektronen. Natrium färbt die Flamme gelb, Kalium violett.
Wie wertest du Gruppentrends aus?

Für einen Trend vergleichst du zuerst Daten, beschreibst dann das Muster und begründest es anschließend mit einem Modell. Beobachtung und Erklärung sind zwei verschiedene Schritte.

ElementIonisierungsenergie in $\mathrm{kJ/mol}$Reaktivität mit Wasser
Lithium520vergleichsweise schwach
Natrium495,85heftig
Kalium418,81kann sich entzünden
Rubidium403,03kann explosionsartig reagieren
Caesium375,70kann explosionsartig reagieren
Beispiel

Beobachtung: Von Lithium zu Caesium sinkt die angegebene Ionisierungsenergie insgesamt.

Deutung: Nach unten kommen Elektronenschalen hinzu. Abstand und Abschirmung nehmen zu, sodass das Außenelektron leichter abgegeben wird.

Begrenzte Vorhersage: Rubidium sollte im Allgemeinen heftiger mit Wasser reagieren als Kalium. Die Daten und die beobachteten Reaktionen stützen diese Vorhersage.

Übertrage Trends nicht blind auf jede Eigenschaft. Die Dichtewerte von Natrium und Kalium zeigen beispielsweise eine Ausnahme von einer streng gleichmäßigen Zunahme.

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Frage 1 von 2MittelWelche Aussage beschreibt zunächst nur eine Beobachtung aus der Tabelle?
Lösung: Die Ionisierungsenergie sinkt von Lithium bis Caesium insgesamt. — Eine Beobachtung benennt das sichtbare Datenmuster. Die Erklärung folgt erst danach.
Frage 2 von 2SchwerEin Stoff besitzt ein einzelnes, leicht abzugebendes Außenelektron. Welche Vorhersage ist am besten begründet?
Lösung: Er bildet wahrscheinlich ein einfach positiv geladenes Ion und ist reaktionsfreudig. — Aus der Abgabe eines Elektrons folgt die Bildung von $M^+$. Für Alkalimetalle hängt die Stärke einer konkreten Reaktion zusätzlich von der Stellung in der Gruppe ab.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Alkalimetalle
    • Elemente: Li, Na, K, Rb, Cs, Fr
    • Atombau: ein Außenelektron
    • Ionenbildung: Abgabe des Elektrons zu $M^+$
    • Gruppentrend: Ionisierungsenergie sinkt, Reaktivität steigt meist
    • Wasserreaktion: Hydroxid und Wasserstoff entstehen
    • Flammenprobe: charakteristische Farben weisen Elemente nach
    • Sicherheit: nicht eigenständig mit Wasser untersuchen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Eigenschaft erklärt die Bildung von $M^+$-Ionen?
Lösung: Ein Alkalimetallatom besitzt ein leicht abzugebendes Außenelektron. — Durch die Abgabe eines Elektrons entsteht eine Ladung von $+1$.
Frage 2 von 4MittelWelche Gleichung beschreibt die Reaktion von Kalium mit Wasser richtig und ausgeglichen?
Lösung: $2K + 2H_2O \rightarrow 2KOH + H_2$ — In der richtigen Gleichung befinden sich auf beiden Seiten zwei Kalium-, vier Wasserstoff- und zwei Sauerstoffatome.
Frage 3 von 4SchwerEine unbekannte Probe färbt die Flamme violett. Zugleich soll aus dieser Beobachtung die enthaltene Stoffmenge bestimmt werden. Wie beurteilst du das?
Lösung: Die Farbe spricht für Kalium, erlaubt allein aber keine Mengenbestimmung. — Die Flammenprobe kann einen qualitativen Hinweis auf Kalium geben. Für eine quantitative Aussage wären zusätzliche Messdaten nötig.
Frage 4 von 4SchwerFür Franciums Wasserreaktion fehlen hier sichere Versuchsdaten. Welche Vorhersage ist wissenschaftlich angemessen?
Lösung: Seine Reaktivität könnte dem Gruppentrend folgend höher als die von Caesium sein; die Vorhersage müsste aber durch Daten geprüft werden. — Ein Modell ermöglicht eine begrenzte Vorhersage. Beobachtungen oder Messdaten müssen anschließend zeigen, ob sie tatsächlich zutrifft.

Du hast den Kern verstanden, wenn du drei Ebenen auseinanderhalten kannst: Daten oder Beobachtung, Gruppentrend und Erklärung durch den Atombau.

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