Chemie

Edelgase: Eigenschaften, Atombau und Anwendungen

Edelgase: Eigenschaften, Atombau und Anwendungen
Edelgase: Eigenschaften, Atombau und Anwendungen
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Edelgase stehen in Gruppe 18 des Periodensystems. Die gut untersuchten Edelgase von Helium bis Radon reagieren meist nur sehr schwach, weil ihre äußere Elektronenschale vollständig besetzt ist. Deshalb treten diese Elemente gewöhnlich als einzelne Atome auf.

Auf dieser Seite untersuchst du den Zusammenhang zwischen Atombau, Eigenschaften und Anwendungen. Außerdem wertest du Stoffdaten aus und prüfst, wie weit das einfache Schalenmodell trägt.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Welche Elemente gehören zu den Edelgasen?

Zur Gruppe 18 gehören Helium, Neon, Argon, Krypton, Xenon, Radon und Oganesson. Ihre Elementsymbole lauten He, Ne, Ar, Kr, Xe, Rn und Og.

Für die gut untersuchten Edelgase von Helium bis Radon gilt unter üblichen Bedingungen:

  • Sie sind gasförmig.
  • Sie sind farb- und geruchlos.
  • Sie sind nicht brennbar.
  • Sie sind kaum wasserlöslich.
  • Sie sind nur wenig reaktionsfähig.

Radon und Oganesson sind radioaktiv. Radon kann als Zerfallsprodukt aus dem Boden in Keller, Höhlen oder Stollen gelangen. Seine radioaktiven Zerfallsprodukte stellen eine Gesundheitsgefahr dar.

Definition

einatomig

Ein Stoff ist einatomig, wenn seine frei vorkommenden Teilchen jeweils aus nur einem Atom bestehen. Edelgase bilden gewöhnlich keine zweiatomigen Moleküle wie viele andere gasförmige Elemente.

Der Name „edel“ beschreibt ihre geringe Reaktionsfähigkeit. Er bedeutet nicht, dass Edelgase wertvoll oder vollständig reaktionsunfähig sein müssen.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage trifft auf die gut untersuchten Edelgase von Helium bis Radon unter üblichen Bedingungen zu?
Lösung: Sie sind einatomige, nicht brennbare Gase. — Die gut untersuchten Edelgase sind gasförmige Nichtmetalle und kommen wegen ihrer geringen Bindungsneigung gewöhnlich einatomig vor.
Warum reagieren Edelgase so selten?

Elektronen in der äußersten besetzten Schale heißen Valenzelektronen. Sie bestimmen wesentlich, wie ein Atom chemisch reagiert.

Bei Helium enthält die erste und einzige Schale zwei Elektronen. Damit ist sie vollständig besetzt. Die übrigen klassischen Edelgase besitzen acht Valenzelektronen.

Für sie lässt sich die äußere Elektronenkonfiguration vereinfacht so schreiben:

$$ns^2\,np^6$$

Dabei steht $n$ für die Periode. Die Hochzahlen 2 und 6 geben zusammen acht Außenelektronen an. Diese Schreibweise gilt nicht für Helium, dessen erste Schale nur das vollständig besetzte $1s$-Orbital enthält.

Merke

Eine vollständig besetzte Außenschale erklärt, warum Edelgasatome nur eine geringe Tendenz haben, Elektronen aufzunehmen, abzugeben oder für Bindungen gemeinsam zu nutzen.

Damit hängen zwei Beobachtungen zusammen:

  1. Edelgase reagieren nur selten.
  2. Sie treten gewöhnlich als einzelne Atome auf.

Das Modell ist nützlich, aber keine allgemeine Garantie für Stabilität. Eine Edelgaskonfiguration macht nicht jedes denkbare Teilchen automatisch stabil. Umgekehrt können insbesondere Xenon und Krypton unter geeigneten Bedingungen Verbindungen bilden.

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Frage 1 von 2MittelEin Heliumatom besitzt nur zwei Außenelektronen. Warum zählt es trotzdem zu den Edelgasen?
Lösung: Seine erste Schale ist bereits mit zwei Elektronen vollständig besetzt. — Entscheidend ist die vollständig besetzte Außenschale. Bei Helium ist sie schon mit zwei Elektronen voll.
Frage 2 von 2SchwerEin Teilchen besitzt eine Edelgaskonfiguration. Welche Schlussfolgerung ist fachlich angemessen?
Lösung: Die Konfiguration ist oft energetisch günstig, garantiert aber nicht unter allen Bedingungen Stabilität. — Auch andere Teilchen können eine Edelgaskonfiguration besitzen. Für ihre tatsächliche Stabilität sind weitere Bedingungen wichtig.
Wie werden Edelgase gewonnen?

Die Luft enthält zusammen ungefähr ein Prozent Edelgase. Den größten Anteil daran hat Argon mit etwa $0{,}93$ bis $0{,}934\,\mathrm{Vol.\%}$. Neon, Krypton und Xenon kommen wesentlich seltener vor.

Viele Edelgase gewinnt man durch fraktionierte Destillation verflüssigter Luft. Dabei nutzt man unterschiedliche Siedetemperaturen: Beim schrittweisen Erwärmen gehen die Bestandteile bei unterschiedlichen Temperaturen in die Gasphase über und können getrennt werden.

Helium wird überwiegend aus heliumhaltigem Erdgas gewonnen. Beim Abkühlen eines solchen Gemisches auf etwa $-205\,°\mathrm{C}$ bleibt Helium wegen seiner besonders niedrigen Siedetemperatur gasförmig, während andere Bestandteile bereits verflüssigt sind.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Bei der fraktionierten Destillation nutzt man unterschiedliche . Helium wird überwiegend aus gewonnen. Das häufigste Edelgas der Luft ist .

Lösungen: Lücke 1: Siedetemperaturen; Lücke 2: Erdgas; Lücke 3: Argon. Stoffe mit unterschiedlichen Siedetemperaturen lassen sich durch kontrolliertes Verflüssigen und Verdampfen trennen. Argon ist in der Luft deutlich häufiger als die übrigen Edelgase.
Wo nutzen wir Edelgase – und wo liegen Grenzen?

Die geringe Reaktivität macht Edelgase überall dort nützlich, wo unerwünschte chemische Reaktionen verhindert werden sollen.

AnwendungEdelgasPassende Eigenschaft
BallonsHeliumgeringe Dichte und nicht brennbar
LeuchtröhrenNeoncharakteristische Lichtemission bei elektrischer Anregung
SchweißenArgonhält als reaktionsträges Schutzgas Luft vom heißen Metall fern
LampenfüllungenArgon oder Kryptonvermindert unerwünschte Reaktionen am heißen Bauteil
TieftemperaturkühlungHeliumaußergewöhnlich niedrige Siedetemperatur
IonenantriebeXenonhohe Atommasse und günstige Handhabung

In einer Gasentladungsröhre regt elektrische Energie die Gasatome an. Beim anschließenden Übergang in einen energieärmeren Zustand senden sie Licht aus. Nicht jede umgangssprachliche „Neonröhre“ enthält tatsächlich Neon.

Gut zu wissen

Sicherheit: Atme Helium oder andere reine Gase nicht absichtlich aus Ballons oder Druckbehältern ein, um deine Stimme zu verändern. Das kann gesundheitsschädlich und sogar lebensbedrohlich sein. Radon und seine Zerfallsprodukte sind außerdem radioaktiv.

Vertiefung: Edelgase können Verbindungen bilden

„Reaktionsträge“ bedeutet nicht „reagiert niemals“. Bekannte Beispiele sind Xenonfluoride wie $XeF_4$ und $XeF_6$, Xenonoxide sowie Kryptondifluorid $KrF_2$. Viele dieser Stoffe sind deutlich reaktionsfähiger oder weniger stabil als die elementaren Edelgase.

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Frage 1 von 2MittelWarum eignet sich Argon als Schutzgas beim Schweißen?
Lösung: Es hält Luft vom heißen Metall fern und reagiert selbst nur wenig. — Argon schafft eine reaktionsträge Atmosphäre. Dadurch werden Oxid- und Nitridbildung am heißen Metall vermindert.
Frage 2 von 2SchwerWelche Aussage beschreibt die Reaktivität der Edelgase am genauesten?
Lösung: Sie reagieren meist wenig, doch besonders Xenon und Krypton können Verbindungen bilden. — Das Schalenmodell erklärt die allgemeine Reaktionsträgheit. Bekannte Verbindungen zeigen zugleich die Grenze einer absoluten Regel.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Edelgase
    • Einordnung: Gruppe 18; Helium bis Radon sind meist einatomige Gase
    • Atombau: vollständig besetzte Außenschale
      • Folge: geringe Reaktivität
      • Ausnahme: Helium besitzt zwei Außenelektronen
    • Gruppentrends
      • Dichte nimmt von Helium bis Radon zu
      • Schmelz- und Siedetemperaturen steigen von Helium bis Radon
      • Reaktionsfähigkeit nimmt bei den schwereren klassischen Edelgasen zu
    • Gewinnung
      • Helium überwiegend aus Erdgas
      • andere Edelgase aus verflüssigter Luft
    • Anwendungen
      • Helium als Traggas und Kühlmittel
      • Neon in Leuchtröhren
      • Argon als Schutzgas
    • Grenzen
      • Xenon und Krypton bilden Verbindungen
      • Radon und Oganesson sind radioaktiv
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Elektronenstruktur ist für Neon, Argon und die weiteren klassischen Edelgase typisch?
Lösung: Eine vollständig besetzte Außenschale mit acht Elektronen — Acht Außenelektronen erklären im einfachen Modell die geringe Reaktionsneigung. Helium ist die Ausnahme mit zwei Elektronen in der ersten Schale.
Frage 2 von 3MittelEin unbekanntes Gas ist farblos, nicht brennbar und dichter als Luft. Beweist das, dass es Xenon ist?
Lösung: Nein, mehrere Gase können diese Merkmale besitzen; für eine Bestimmung reichen sie nicht aus. — Beobachtungen müssen eindeutig genug sein. Auch andere Edelgase und weitere Stoffe können einzelne dieser Eigenschaften teilen.
Frage 3 von 3SchwerEin neues Datenblatt zeigt für drei aufeinanderfolgende Edelgase steigende Dichten und Siedetemperaturen. Wie gehst du fachlich sauber vor?
Lösung: Ich beschreibe den beobachteten Trend und nutze ihn nur für eine begrenzte, überprüfbare Vorhersage. — Trenne Beobachtung, Modell und Vorhersage: Daten zeigen den Trend, ein Modell hilft beim Deuten, und neue Messungen müssen die Vorhersage prüfen.

Du kannst Edelgase nun über ihre Stellung im Periodensystem, ihre Elektronenstruktur und Stoffdaten einordnen. Entscheidend ist die genaue Formulierung: Die gut untersuchten Edelgase sind reaktionsträge, aber nicht unter allen Bedingungen völlig reaktionsunfähig.

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