Erdgas: Entstehung, Nutzung und Umweltfolgen
Erdgas ist ein fossiles, brennbares Gasgemisch aus unterirdischen Lagerstätten. Sein Hauptbestandteil ist Methan. Es entsteht aus organischem Material über sehr lange Zeit unter Sauerstoffmangel, hohem Druck und hoher Temperatur.
Auf dieser Seite lernst du, wie Erdgas entsteht, warum seine Zusammensetzung schwankt und wie Förderung, Nutzung und Umweltfolgen zusammenhängen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was Erdgas eigentlich ist
Erdgas
Erdgas ist ein natürlich entstandenes, brennbares Stoffgemisch aus gasförmigen Stoffen. Es stammt aus Lagerstätten in der Erdkruste und besteht überwiegend aus Methan.
Ein Stoffgemisch enthält mehrere Stoffe. Deshalb hat Erdgas keine überall gleiche Zusammensetzung. Je nach Fundort können neben Methan auch Ethan, Propan, Butan und Pentan sowie Stickstoff, Kohlenstoffdioxid, Schwefelwasserstoff, Helium und Wasserdampf vorkommen.
Methan hat die Formel $CH_4$. Es ist der kleinste Kohlenwasserstoff und das kleinste Alkan. Kohlenwasserstoffe bestehen nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff.
Natürliches Erdgas ist farblos und im Regelfall geruchlos. Damit undichte Leitungen bemerkt werden können, setzt man stark riechende Stoffe zu. Dieser Vorgang heißt Odorierung.
Der typische Gasgeruch stammt nicht vom natürlichen Erdgas, sondern von zugesetzten Duftstoffen.
Gasqualitäten richtig unterscheiden
H-Gas enthält etwa 87 bis 99 Prozent Methan und besitzt einen hohen Energiegehalt. L-Gas enthält ungefähr 80 bis 87 Prozent Methan und hat einen niedrigeren Energiegehalt. Für dieselbe Energiemenge wird daher mehr L-Gas benötigt.
Die Bezeichnungen trocken und nass meinen etwas anderes: Nasses Erdgas enthält größere Anteile leicht verflüssigbarer Kohlenwasserstoffe wie Propan, Butan oder Pentan. „Nass“ bedeutet hier nicht einfach „wasserreich“.
Wie Erdgas über Millionen Jahre entsteht
Am Anfang stehen abgestorbene Kleinstlebewesen wie Plankton und Algen. Sie sinken auf einen Meeresboden und werden von Sand, Ton und weiteren Ablagerungen bedeckt.
Unter Sauerstoffmangel wird das organische Material nicht vollständig zersetzt. Mit zunehmender Überlagerung gelangt es tiefer in die Erdkruste. Druck und Temperatur steigen. Über sehr lange Zeit wandeln chemische, biologische und physikalische Prozesse das Material in kleine gasförmige Kohlenwasserstoffe um, vor allem in Methan.
Typische Angaben aus dem Ausgangsmaterial ordnen die Erdgasbildung häufig Temperaturen von etwa 120 bis 180 Grad Celsius und Tiefen von ungefähr 4.000 bis 6.000 Metern zu. Das sind typische Bereiche, keine ausnahmslosen Grenzwerte.
Denke an eine Folge von Veränderungen:
- Organisches Material lagert sich am Meeresboden ab.
- Sauerstoffmangel verhindert die vollständige Zersetzung.
- Neue Sedimente überdecken das Material.
- Mit der Tiefe steigen Druck und Temperatur.
- Über sehr lange Zeit entstehen gasförmige Kohlenwasserstoffe, vor allem Methan.
Kein einzelner Schritt genügt allein. Erst das Zusammenwirken der Bedingungen erklärt die Erdgasbildung.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Abgestorbenes wird von Sedimenten bedeckt. Unter sowie bei hohem Druck und hoher Temperatur entstehen über sehr lange Zeit vor allem gasförmige .
Wie eine Lagerstätte entsteht und Gas gefördert wird
Das entstandene Gas bleibt nicht immer am Entstehungsort. Es kann durch permeables, also durchlässiges, Gestein nach oben wandern. Diese Bewegung heißt Migration.
Trifft das Gas auf eine undurchlässige Deckschicht, kann es sich darunter in den Poren eines Speichergesteins sammeln. So entsteht eine konventionelle Lagerstätte. Bleibt das Gas dagegen im dichten Entstehungsgestein gebunden, spricht man von einer unkonventionellen Lagerstätte.
Geologische Falle
Eine geologische Falle besteht aus einem porösen Speichergestein und einer undurchlässigen Deckschicht. Die Deckschicht hindert aufsteigendes Erdgas daran, weiterzuwandern.
Konventionelle Lagerstätten werden durch Bohrungen erschlossen. Der Druck in der Lagerstätte kann das Gas durch die Gesteinsporen zur Bohrung und weiter an die Oberfläche treiben.
Bei unkonventionellen Vorkommen kann Fracking eingesetzt werden: Eine Bohrung führt in die gasführende Schicht, im Gestein werden Risse erzeugt und eine Flüssigkeit aus Wasser, Stützmitteln und weiteren Chemikalien wird eingepresst. Dadurch kann Gas zur Bohrung strömen. Das Verfahren ist umstritten, weil ein Teil der Flüssigkeit im Gestein bleibt und langfristige Umweltwirkungen zu berücksichtigen sind.
Wie Erdgas aufbereitet, transportiert und gespeichert wird
Gefördertes Erdgas ist noch nicht automatisch für das Leitungsnetz geeignet. Unerwünschte Bestandteile müssen entfernt werden. Besonders Wasser ist problematisch: Es kann feste Hydrate oder Eis bilden und Leitungen sowie Armaturen beeinträchtigen.
Zur Trocknung kann Wasser durch Abkühlen teilweise kondensiert werden. Flüssige Glykol-Verbindungen können Wasser aufnehmen, und Molekularsiebe können Restwasser an ihrer Oberfläche festhalten. Diese Verfahren bereiten das Gas für Transport und weitere Verarbeitung auf.
Der Transport erfolgt überwiegend durch Rohrleitungen. Für andere Transportwege lässt sich das Volumen verkleinern:
- CNG ist komprimiertes Erdgas in Druckbehältern.
- LNG ist durch starke Kühlung verflüssigtes Erdgas.
Untergrundspeicher gleichen Bedarfsschwankungen aus. Dafür können zum Beispiel erschöpfte Lagerstätten oder künstlich geschaffene Hohlräume in Salzstöcken genutzt werden.
Eine Molekularsieb-Anlage verwendet mindestens zwei Behälter. Während ein Behälter Wasser aus dem Gas bindet, wird der andere regeneriert. Danach wechseln die Aufgaben. So kann die Trocknung fortlaufend arbeiten.
Wie Erdgas genutzt und bewertet wird
Erdgas wird energetisch genutzt, wenn seine Verbrennung Energie bereitstellt. Beispiele sind Heizen, Kochen, Warmwasserbereitung, Stromerzeugung und der Einsatz als Fahrzeugkraftstoff. Schnell startende Gaskraftwerke können kurzfristige Schwankungen im Stromsystem ausgleichen.
Erdgas kann außerdem stofflich genutzt werden. Dann dient es als Ausgangsstoff für chemische Produkte, statt nur verbrannt zu werden. Im Ausgangsmaterial werden unter anderem die Herstellung von Ethin, Ruß und weiteren chemischen Stoffen genannt.
Energetische und stoffliche Nutzung verfolgen verschiedene Ziele. Bei der energetischen Nutzung steht die frei werdende Energie im Mittelpunkt. Bei der stofflichen Nutzung werden Bestandteile des Erdgases in neue Stoffe überführt. Für eine Bewertung brauchst du deshalb mehrere Kriterien: Zweck, benötigte Stoffe, Energiebedarf, Emissionen und Endlichkeit des Rohstoffs.
Erdgas ist fossil und bildet sich viel langsamer neu, als Menschen es verbrauchen. Es ist deshalb in menschlichen Zeiträumen endlich. Bei der Verbrennung entstehen Emissionen. Auch Förderung, Aufbereitung und Transport können die Umwelt belasten, etwa durch undichte Anlagen oder das Abfackeln von Begleitgas. Erdgas ist daher nicht emissionsfrei, auch wenn seine Verbrennung gegenüber anderen fossilen Brennstoffen weniger Schadstoffe freisetzen kann.
Natürliches Erdgas ist geruchlos und brennbar. Odorierung hilft, Lecks zu bemerken. Ein wahrgenommener Gasgeruch ist deshalb ein Warnsignal und darf nicht ignoriert werden.
Du vergleichst zwei Verwendungen derselben begrenzten Erdgasmenge:
- Beim Heizen ist das Ziel die Bereitstellung von Wärme; das Erdgas wird energetisch genutzt.
- Bei der Herstellung eines chemischen Produkts ist Erdgas Ausgangsstoff; es wird stofflich genutzt.
Eine begründete Bewertung nennt nicht nur eine Lieblingsoption. Sie legt Kriterien offen und wägt Nutzen, Emissionen, Rohstoffendlichkeit und mögliche Alternativen gegeneinander ab.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Erdgas
- Zusammensetzung: vor allem Methan, weitere Bestandteile je nach Fundort
- Entstehung: organisches Material, Sauerstoffmangel, Druck, Wärme und Zeit
- Lagerstätte: Migration, Speichergestein und Deckschicht
- Aufbereitung: Reinigung und Trocknung
- Transport: Pipeline, CNG oder LNG
- Nutzung: energetisch oder stofflich
- Bewertung: Emissionen, Endlichkeit, Nutzen und Alternativen
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