Chemie

Ionengitter: Aufbau und Eigenschaften verstehen

Ionengitter: Aufbau und Eigenschaften verstehen
Ionengitter: Aufbau und Eigenschaften verstehen
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Ein Ionengitter ist eine regelmäßige, dreidimensionale Anordnung positiv und negativ geladener Ionen. Elektrostatische Anziehungskräfte halten das Gitter zusammen. Sein Aufbau erklärt typische Eigenschaften von Salzen wie Härte, Sprödigkeit und hohe Schmelztemperaturen.

Deine Lernziele

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Wie entsteht ein Ionengitter?

Ein positiv geladenes Ion heißt Kation, ein negativ geladenes Ion Anion. Kationen und Anionen ziehen sich wegen ihrer entgegengesetzten Ladungen an.

Definition

Ionenbindung

Die Ionenbindung ist die elektrostatische Anziehung zwischen entgegengesetzt geladenen Ionen. Sie wirkt in alle Raumrichtungen und hält dadurch viele Ionen in einem räumlichen Verband zusammen.

Ein Ion zieht daher nicht nur ein einzelnes Gegenion an. Viele Kationen und Anionen ordnen sich so an, dass jedes Ion von entgegengesetzt geladenen Ionen umgeben ist. Es entsteht ein Ionengitter.

Bei Natriumchlorid wechseln sich Na⁺- und Cl⁻-Ionen regelmäßig ab. Die Formel NaCl beschreibt ihr Zahlenverhältnis von 1 : 1 im Gitter. Sie steht nicht für einzelne, voneinander getrennte NaCl-Moleküle.

Beispiel

Natrium gibt ein Elektron ab und wird zu Na⁺. Chlor nimmt dieses Elektron auf und wird zu Cl⁻. Die entgegengesetzten Ladungen ziehen sich an. Weil die Anziehung in alle Richtungen wirkt, entsteht aus vielen Na⁺- und Cl⁻-Ionen ein dreidimensionales Gitter.

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Frage 1 von 1LeichtWarum entstehen aus Na⁺- und Cl⁻-Ionen räumliche Gitter und nicht nur einzelne Ionenpaare?
Lösung: Die elektrostatische Anziehung wirkt in alle Raumrichtungen. — Entgegengesetzte Ladungen ziehen sich räumlich in alle Richtungen an. Dadurch werden viele Ionen miteinander verknüpft.
Was bedeutet Fernordnung?

Die Anordnung der Ionen wiederholt sich regelmäßig. Deshalb lässt sich das Muster auch über viele Gitterabstände hinweg vorhersagen. Diese weitreichende Regelmäßigkeit heißt Fernordnung.

Merke

Ein Ionengitter ist kein ungeordneter Haufen von Ionen. Sein wiederkehrendes räumliches Muster bildet die Grundlage der Kristallstruktur.

Die regelmäßige Anordnung trägt dazu bei, dass Salze Kristalle mit ebenen Flächen und scharfen Kanten bilden können.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Beobachtung passt zur Fernordnung?
Lösung: Das räumliche Anordnungsmuster wiederholt sich über viele Ionenschichten. — Fernordnung bedeutet, dass sich das regelmäßige Muster auch in größerer Entfernung fortsetzt.
Warum sind Salze hart, spröde und schwer schmelzbar?

Zwischen Kationen und Anionen wirken starke elektrostatische Anziehungskräfte. Sie halten die Ionen an ihren Gitterplätzen. Das erklärt die Härte vieler Salzkristalle und den hohen Energiebedarf beim Schmelzen oder Sieden.

Sprödigkeit bedeutet, dass ein Stoff unter Belastung bricht, statt sich dauerhaft zu verformen. Bei Druck können sich ganze Gitterebenen gegeneinander verschieben. Dann geraten gleich geladene Ionen nebeneinander. Ihre Abstoßung spaltet das Gitter.

Beispiel

So lässt sich der spröde Bruch in drei Schritten erklären:

  1. Eine Kraft verschiebt zwei Gitterebenen.
  2. Gleich geladene Ionen liegen plötzlich nebeneinander.
  3. Die starke Abstoßung trennt die Ebenen; der Kristall bricht.
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Frage 1 von 2MittelWarum zerbricht ein Salzkristall bei einer Verschiebung seiner Gitterebenen?
Lösung: Gleich geladene Ionen kommen nebeneinander und stoßen sich ab. — Der Bruch entsteht durch die Abstoßung gleich geladener Ionen entlang der verschobenen Ebenen.
Frage 2 von 2MittelWarum benötigen viele Salze viel Energie zum Schmelzen?
Lösung: Die starken Anziehungskräfte im Ionengitter müssen überwunden werden. — Schmelzen bedeutet, die regelmäßige feste Anordnung aufzulösen. Dafür müssen starke elektrostatische Anziehungen überwunden werden.
Wann leitet ein Salz elektrischen Strom?

Elektrischer Strom erfordert bewegliche Ladungsträger. Im festen Ionengitter sind die geladenen Ionen an feste Plätze gebunden. Deshalb leitet ein festes Salz keinen elektrischen Strom.

Löst sich ein Salz in Wasser, können sich seine Ionen bewegen. Die beweglichen Kationen und Anionen transportieren elektrische Ladung, sodass die Lösung Strom leiten kann.

Gut zu wissen

Nicht jedes Salz ist gleich gut wasserlöslich. Die Leitfähigkeitsregel gilt hier für eine Lösung, in der tatsächlich bewegliche Ionen vorhanden sind.

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Frage 1 von 1MittelEine Natriumchloridlösung leitet Strom, ein fester Natriumchloridkristall jedoch nicht. Was ist der entscheidende Unterschied?
Lösung: In der Lösung sind die Ionen beweglich. — In beiden Fällen sind Ionen vorhanden. Für den Ladungstransport müssen sie sich jedoch bewegen können.
Wie werden verschiedene Ionengitter beschrieben?

Die Koordinationszahl gibt an, wie viele entgegengesetzt geladene Ionen ein bestimmtes Ion unmittelbar umgeben.

Definition

Koordinationszahl

Eine Angabe wie 6 : 6 bedeutet: Jedes Kation hat sechs Anionen als nächste Nachbarn, und jedes Anion hat sechs Kationen als nächste Nachbarn.

Ausgewählte Beispiele zeigen, dass Ionengitter unterschiedlich aufgebaut sein können:

StrukturbeispielKoordinationBedeutung
ZnS, Zinkblende4 : 4Jedes Zn²⁺ ist von vier S²⁻ umgeben und umgekehrt.
NaCl6 : 6Jedes Na⁺ ist von sechs Cl⁻ umgeben und umgekehrt.
CsCl8 : 8Jedes Ion besitzt acht Gegenionen als nächste Nachbarn.
CaF₂, Fluorit8 : 4Jedes Ca²⁺ ist von acht F⁻ umgeben; jedes F⁻ von vier Ca²⁺.

Beim Fluoritgitter sind die beiden Koordinationszahlen verschieden. Deshalb muss immer genannt werden, zu welcher Ionensorte eine Zahl gehört.

Die Elementarzelle ist die kleinste geometrische Einheit, mit der sich die wiederkehrende Geometrie und Symmetrie eines Gitters beschreiben lässt. Durch räumliche Wiederholung dieser Einheit erhält man das Gittermodell.

Merke

Linien in einem Gittermodell können nur die räumliche Orientierung verdeutlichen. Sie müssen nicht einzelne Bindungen darstellen.

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Frage 1 von 2MittelWas bedeutet die Koordination 6 : 6 im NaCl-Gitter?
Lösung: Jedes Na⁺ hat sechs Cl⁻ als nächste Nachbarn und jedes Cl⁻ sechs Na⁺. — Koordinationszahlen beschreiben die unmittelbare räumliche Umgebung eines Ions.
Frage 2 von 2SchwerEin Modell des Fluoritgitters zeigt ein Ca²⁺ mit acht benachbarten F⁻. Welche vollständige Aussage ist richtig?
Lösung: Ca²⁺ hat die Koordinationszahl 8; F⁻ hat in dieser Struktur die Koordinationszahl 4. — Das Zahlenverhältnis in der Formel und die Koordinationszahlen beschreiben verschiedene Dinge: CaF₂ gibt das Ionenverhältnis an, 8 : 4 die jeweilige Nachbarschaft.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Ionengitter
    • Aufbau
      • Kationen und Anionen
      • Ionenbindung in alle Richtungen
      • regelmäßige Fernordnung
    • Eigenschaften
      • hart durch starke Anziehung
      • spröde durch Abstoßung nach Ebenenverschiebung
      • hoher Energiebedarf beim Schmelzen
      • Leitfähigkeit nur bei beweglichen Ionen
    • Beschreibung
      • Koordinationszahl für nächste Nachbarn
      • Elementarzelle als wiederkehrende Einheit
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage beschreibt ein Ionengitter richtig?
Lösung: Es ist eine regelmäßige räumliche Anordnung von Kationen und Anionen. — Das Ionengitter verbindet viele positiv und negativ geladene Ionen zu einem geordneten räumlichen Verband.
Frage 2 von 3MittelWelche Erklärung verbindet eine Stoffeigenschaft richtig mit dem Gittermodell?
Lösung: Feste Salze leiten nicht, weil ihre Ionen nicht frei beweglich sind. — Eigenschaften werden aus Anziehung, Abstoßung und Beweglichkeit der Ionen erklärt.
Frage 3 von 3SchwerEin unbekannter Salzkristall bricht bei einer starken Belastung entlang einer Ebene. Welche Deutung passt zum Ionengittermodell?
Lösung: Die Belastung hat Ebenen verschoben, sodass gleich geladene Ionen nebeneinanderlagen. — Die Gitterverschiebung erzeugt eine abstoßende Nachbarschaft gleich geladener Ionen. Das erklärt den spröden Bruch.

Du hast das Lernziel erreicht, wenn du Aufbau, Eigenschaften und Koordination nicht nur nennen, sondern jeweils mit der Anordnung und dem Verhalten der Ionen begründen kannst.

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