Chemie

Metalle: Eigenschaften, Aufbau und Verwendung

Metalle: Eigenschaften, Aufbau und Verwendung
Metalle: Eigenschaften, Aufbau und Verwendung
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Metalle sind eine Stoffgruppe mit typischen gemeinsamen Eigenschaften: Sie leiten elektrischen Strom und Wärme, glänzen und lassen sich meist verformen. Das Elektronengasmodell erklärt diese Eigenschaften durch ein Gitter aus positiven Atomrümpfen und frei beweglichen Elektronen.

Deine Lernziele

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Woran erkennst du ein Metall?

Kupferdraht leitet Strom, ein Metalllöffel wird in heißem Tee schnell warm und Aluminiumfolie lässt sich leicht formen. Hinter diesen Beobachtungen stehen vier typische Eigenschaften.

Definition

Metall

Ein Metall ist ein chemisches Element aus einer Stoffgruppe mit charakteristischem Aufbau. Metalle sind typischerweise elektrisch leitfähig, wärmeleitfähig, glänzend und verformbar. Diese Merkmale sind Gemeinsamkeiten, keine Garantie dafür, dass jedes Metall sie gleich stark zeigt.

Die vier Kerneigenschaften sind:

  • elektrische Leitfähigkeit: Elektrische Ladung kann durch das Metall transportiert werden;
  • Wärmeleitfähigkeit: Energie breitet sich im Metall rasch aus;
  • metallischer Glanz: Die Oberfläche reflektiert einen großen Teil des einfallenden Lichts;
  • Verformbarkeit: Das Metall kann zum Beispiel gebogen, gehämmert oder zu Draht gezogen werden, ohne sofort zu zerbrechen.

Etwa 80 Prozent der Elemente im Periodensystem sind Metalle. Beispiele sind Aluminium, Eisen, Kupfer, Silber und Gold.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Beobachtung ist typisch für ein Metall?
Lösung: Ein Kupferdraht leitet elektrischen Strom. — Metalle besitzen frei bewegliche Elektronen und ein verschiebbares, weiterhin gebundenes Gitter. Deshalb sind Leitfähigkeit und Verformbarkeit typische Merkmale.
Wie ist ein Metall aufgebaut?

Ein festes Metall besteht aus sehr vielen regelmäßig angeordneten Teilchen. Das einfache Elektronengasmodell beschreibt, wie diese Teilchen zusammenwirken.

Definition

Metallgitter

Das Metallgitter ist die regelmäßige Anordnung positiver Atomrümpfe in einem Metall. Die Atomrümpfe schwingen an ihren Gitterplätzen, bleiben dort aber im Mittel angeordnet.

Ein Metallatom besitzt einen positiven Atomkern und eine Elektronenhülle. Einige äußere Elektronen sind im Metall nicht mehr einem einzelnen Atom zugeordnet. Sie können sich durch das gesamte Gitter bewegen und heißen delokalisierte Elektronen.

Zurück bleiben positive Atomrümpfe: Atomkerne zusammen mit den inneren, fest gebundenen Elektronen. Die beweglichen äußeren Elektronen bilden das Elektronengas.

Definition

Metallbindung

Die Metallbindung ist die elektrostatische Anziehung zwischen den positiven Atomrümpfen und den negativen, frei beweglichen Elektronen. Sie hält das Metallgitter zusammen. Das Metall ist nach außen insgesamt elektrisch neutral.

Merke

Positive Atomrümpfe bilden das Gitter. Bewegliche Elektronen befinden sich dazwischen. Ihre gegenseitige Anziehung hält das Metall zusammen.

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Frage 1 von 1MittelEin Schüler sagt: „Im Metall sitzen alle Elektronen fest bei ihrem ursprünglichen Atom.“ Was ist daran falsch?
Lösung: Ein Teil der äußeren Elektronen ist delokalisiert und kann sich durch das Metallgitter bewegen. — Im Elektronengasmodell besetzen die Atomrümpfe Gitterplätze. Die äußeren, delokalisierten Elektronen sind dagegen keinem einzelnen Atom fest zugeordnet.
Warum haben Metalle diese Eigenschaften?

Das Modell verbindet den unsichtbaren Aufbau mit den beobachtbaren Eigenschaften.

Elektrische Leitfähigkeit

In einem geschlossenen Stromkreis und bei angelegter Spannung bewegen sich die freien Elektronen gerichtet zum Pluspol. Weil bewegliche Ladungsträger vorhanden sind, kann Strom durch das Metall fließen.

Wärmeleitfähigkeit

Beim Erwärmen schwingen die Atomrümpfe stärker. Sie übertragen Bewegungsenergie auf die frei beweglichen Elektronen. Diese tragen Energie durch das Gitter und geben sie an andere Atomrümpfe weiter. Deshalb wird auch das nicht eingetauchte Ende eines Metalllöffels im heißen Tee warm.

Metallischer Glanz

Trifft Licht auf die Metalloberfläche, wechselwirkt es mit den freien Elektronen. Ein großer Teil des Lichts wird wieder abgegeben und reflektiert. Eine glatte Metallfläche wirkt deshalb glänzend oder spiegelnd.

Verformbarkeit

Beim Biegen oder Hämmern verschieben sich Schichten der Atomrümpfe gegeneinander. Das Elektronengas bleibt zwischen ihnen und hält das veränderte Gitter weiterhin zusammen. Das Metall bricht daher häufig nicht sofort.

Beispiel

Warum eignet sich Kupfer für Stromkabel?

  1. Ein Kabel soll elektrische Ladung transportieren.
  2. Dafür werden bewegliche Ladungsträger benötigt.
  3. Kupfer enthält delokalisierte Elektronen, die sich bei angelegter Spannung gerichtet bewegen können.
  4. Kupfer ist außerdem gut verformbar und kann zu langen Drähten gezogen werden.

Kupfer eignet sich für Stromkabel, weil es elektrischen Strom leitet und sich zu Draht verarbeiten lässt.

Vertiefung: Was geschieht beim Erhitzen?

Bei höherer Temperatur schwingen die Atomrümpfe stärker. Dadurch wird die gerichtete Bewegung der Elektronen häufiger behindert. Die elektrische Leitfähigkeit eines Metalls wie Kupfer nimmt beim Erhitzen deshalb ab. Mehr Teilchenbewegung bedeutet hier nicht automatisch bessere Stromleitung.

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Frage 1 von 2MittelWarum lässt sich ein Metallstück häufig biegen, ohne sofort zu zerbrechen?
Lösung: Die Atomrumpfschichten können sich verschieben, während das Elektronengas das Gitter weiter zusammenhält. — Entscheidend ist die nicht starre Metallbindung: Die Gitterordnung kann sich verändern, während die Anziehung zwischen Atomrümpfen und Elektronengas erhalten bleibt.
Frage 2 von 2SchwerEin Metalllöffel steht in heißem Tee. Warum wird sein Griff warm?
Lösung: Bewegliche Elektronen und schwingende Atomrümpfe übertragen Bewegungsenergie durch das Metallgitter. — Wärmeleitung ist eine Weitergabe von Bewegungsenergie. Dafür muss weder ein Stromkreis geschlossen sein noch das Gitter durch den Löffel wandern.
Wie kannst du Metalle einteilen?

Metalle lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien ordnen. Das Kriterium muss immer genannt werden.

Einteilung nach der Dichte

Die Dichte beschreibt, wie viel Masse ein bestimmtes Volumen besitzt.

  • Leichtmetalle haben eine Dichte unter 5 Gramm pro Kubikzentimeter. Aluminium mit 2,7 Gramm pro Kubikzentimeter gehört dazu.
  • Schwermetalle haben eine Dichte von mindestens 5 Gramm pro Kubikzentimeter. Silber mit 10,5 und Gold mit 19,32 Gramm pro Kubikzentimeter gehören dazu.

Die Bezeichnung „Schwermetall“ beschreibt in dieser Einteilung nur die Dichte. Sie sagt hier nichts über Giftigkeit oder Reaktivität aus.

Einteilung nach der Reaktivität

Unedle Metalle reagieren vergleichsweise leicht, beispielsweise mit Sauerstoff. Edle Metalle wie Gold reagieren nur wenig mit Sauerstoff. Die genaue Reihenfolge verschiedener Metalle gehört in eine Redoxreihe und lässt sich nicht allein aus der Dichte ableiten.

Das allgemeine Reaktionsschema lautet:

Metall + Sauerstoff → Metalloxid

Reines Metall oder Legierung?

Definition

Legierung

Eine Legierung ist ein metallischer Werkstoff aus mindestens zwei chemischen Elementen. Mindestens eines davon ist ein Metall. Messing ist beispielsweise eine Legierung aus Kupfer und Zink.

Eine Legierung ist nicht dasselbe wie ein einzelnes Metallelement. Sie wird hergestellt, um Eigenschaften eines Werkstoffs gezielt zu verändern. Reines Silber und reines Gold sind zum Beispiel für viele Schmuckstücke zu weich und werden daher häufig als Legierungen verarbeitet.

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Frage 1 von 4LeichtNach welchem Kriterium werden Leicht- und Schwermetalle unterschieden?
Lösung: Nach ihrer Dichte. — Leicht- und Schwermetall sind Dichteklassen. Die Grenze liegt bei 5 Gramm pro Kubikzentimeter.
Frage 2 von 4MittelAluminium besitzt eine Dichte von 2,7 Gramm pro Kubikzentimeter. Wie wird es eingeordnet?
Lösung: Als Leichtmetall, weil seine Dichte unter 5 Gramm pro Kubikzentimeter liegt. — Vergleiche den Wert mit der Dichtegrenze: 2,7 liegt unter 5 Gramm pro Kubikzentimeter. Daher ist Aluminium ein Leichtmetall.
Frage 3 von 4MittelMetall A reagiert stark mit Sauerstoff, Metall B dagegen kaum. Welche Einordnung wird dadurch gestützt?
Lösung: Metall A ist im Vergleich unedler als Metall B. — Edle und unedle Metalle werden nach ihrer Reaktivität unterschieden. Das stärker mit Sauerstoff reagierende Metall ist im Vergleich unedler.
Frage 4 von 4MittelMessing besteht aus Kupfer und Zink. Was folgt daraus?
Lösung: Messing ist eine Legierung und kein einzelnes Metallelement. — Kupfer und Zink sind verschiedene Elemente. Ihr metallischer Werkstoff Messing ist deshalb eine Legierung.
Wie bestimmt die Eigenschaft die Verwendung?

Für eine Anwendung wird ein Metall ausgewählt, dessen Eigenschaften zur Aufgabe passen.

AnwendungBeispielwichtige Eigenschaft
StromkabelKupferelektrische Leitfähigkeit und Verformbarkeit
Kochtopfverschiedene MetalleWärmeleitfähigkeit
FlugzeugbauAluminiumgeringe Dichte
AluminiumfolieAluminiumgeringe Dichte und Verformbarkeit
SchmuckGold- oder Silberlegierungen, MessingGlanz und Formbarkeit
Möbel und BauteileStahl, AluminiumRobustheit oder geringes Gewicht
Beispiel

Welches der beschriebenen Metalle passt besser zu einem leichten Flugzeugbauteil: Aluminium oder Gold?

Aluminium besitzt eine Dichte von 2,7 Gramm pro Kubikzentimeter, Gold dagegen 19,32 Gramm pro Kubikzentimeter. Bei gleichem Volumen hat Aluminium daher deutlich weniger Masse. Für ein leichtes Bauteil ist Aluminium von diesen beiden Metallen die passendere Wahl.

Gut zu wissen

Eine typische Metalleigenschaft genügt nicht immer als einziges Auswahlkriterium. Für ein echtes Bauteil können zusätzlich Stabilität, Korrosionsbeständigkeit, Schmelztemperatur und die Eigenschaften einer Legierung wichtig sein.

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Frage 1 von 1SchwerFür einen biegsamen elektrischen Draht werden zwei Eigenschaften benötigt. Welche Kombination passt?
Lösung: gute elektrische Leitfähigkeit und gute Verformbarkeit — Der Draht muss Ladung transportieren und sich formen lassen. Deshalb sind Leitfähigkeit und Verformbarkeit die entscheidenden Eigenschaften.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Metalle
    • typischer Aufbau
      • positive Atomrümpfe im Metallgitter
      • delokalisierte Elektronen als Elektronengas
      • Metallbindung durch elektrostatische Anziehung
    • typische Eigenschaften
      • elektrische Leitfähigkeit
      • Wärmeleitfähigkeit
      • metallischer Glanz
      • Verformbarkeit
    • Einteilungen
      • Leicht- und Schwermetalle nach Dichte
      • edle und unedle Metalle nach Reaktivität
    • Verwendung
      • Kupfer für Stromkabel
      • Aluminium für leichte und formbare Bauteile
      • Legierungen für angepasste Werkstoffeigenschaften
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Teilchen bilden im Elektronengasmodell die festen Gitterplätze?
Lösung: positive Atomrümpfe — Die positiven Atomrümpfe sind regelmäßig angeordnet. Die delokalisierten Elektronen bewegen sich zwischen ihnen.
Frage 2 von 4MittelWarum leitet ein Metall elektrischen Strom?
Lösung: Seine delokalisierten Elektronen können bei angelegter Spannung Ladung gerichtet transportieren. — Für elektrische Leitfähigkeit werden bewegliche Ladungsträger benötigt. Im Metall übernehmen die freien Elektronen diese Aufgabe.
Frage 3 von 4SchwerEin unbekannter metallischer Stoff glänzt, lässt sich biegen und besitzt eine Dichte von 8 Gramm pro Kubikzentimeter. Welche Aussage ist sicher ableitbar?
Lösung: Er gehört nach der Dichteklassifikation zu den Schwermetallen. — Die Dichte liegt über der Grenze von 5 Gramm pro Kubikzentimeter. Über die genaue Stoffart oder die Reaktivität sagt dieser Wert allein nichts aus.
Frage 4 von 4SchwerEin Metall wird erhitzt und leitet danach elektrischen Strom schlechter. Welche Erklärung passt zum Elektronengasmodell?
Lösung: Stärker schwingende Atomrümpfe behindern die gerichtete Bewegung der Elektronen häufiger. — Höhere Temperatur verstärkt die Gitterschwingungen. Dadurch stoßen die Elektronen häufiger mit den Atomrümpfen zusammen und werden in ihrer gerichteten Bewegung behindert.

Du hast das Lernziel erreicht, wenn du bei einer Metalleigenschaft nicht nur ein Beispiel nennen, sondern die Ursachenkette Aufbau → Eigenschaft → Verwendung erklären kannst.

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