Chemie

Salzbildung: Verhältnisformeln und Fällung

Salzbildung: Verhältnisformeln und Fällung
Salzbildung: Verhältnisformeln und Fällung
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Salzbildung bedeutet: Aus positiv geladenen Kationen und negativ geladenen Anionen entsteht ein elektrisch neutraler Ionenverband. Die Ionen bilden kein einzelnes Molekül, sondern ein Ionengitter. Auf dieser Seite lernst du, neutrale Verhältnisformeln herzuleiten, wichtige Bildungswege zu unterscheiden und eine Fällungsreaktion bis zur gekürzten Ionengleichung zu deuten.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was bei der Salzbildung entsteht

Ein Salz besteht aus entgegengesetzt geladenen Ionen. Kationen sind positiv geladen, Anionen negativ geladen. Im festen Salz ordnen sie sich regelmäßig zu einem Ionengitter an.

Definition

Verhältnisformel

Die Verhältnisformel nennt das kleinste ganzzahlige Zahlenverhältnis der Ionensorten im Gitter. Sie beschreibt kein einzelnes Molekül.

Bei Natriumchlorid gleichen sich ein Natrium-Ion Na⁺ und ein Chlorid-Ion Cl⁻ aus. Deshalb ist das Verhältnis 1 : 1 und die Formel lautet NaCl. Bei Magnesiumchlorid braucht ein Magnesium-Ion Mg²⁺ dagegen zwei Chlorid-Ionen: MgCl₂.

Merke

Eine Salzformel ist nur dann richtig, wenn die Summe aller positiven und negativen Ladungen null ist.

Salze und Molekülstoffe solltest du nicht verwechseln: NaCl ist eine Verhältnisformel für ein Ionengitter. H₂O ist eine Summenformel und nennt die genaue Atomzahl in einem Wassermolekül.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt festes Natriumchlorid richtig?
Lösung: Es besteht aus Na⁺- und Cl⁻-Ionen in einem Ionengitter. — Im festen Salz bilden entgegengesetzt geladene Ionen einen räumlichen Verband. NaCl gibt dabei das Verhältnis 1 : 1 an.
Wie du eine Verhältnisformel bestimmst

Gehe immer in derselben Reihenfolge vor:

  1. Notiere Kation und Anion mit ihren Ladungen.
  2. Bestimme den kleinsten gemeinsamen Ladungsbetrag.
  3. Ermittle, wie viele Ionen jeder Sorte dafür nötig sind.
  4. Schreibe dieses kleinste Verhältnis als Formel. Die Zahl 1 wird nicht notiert.
  5. Prüfe, ob die Gesamtladung null ist.
Beispiel

Magnesiumchlorid aus Mg²⁺ und Cl⁻

Der kleinste gemeinsame Ladungsbetrag von 2 und 1 ist 2. Ein Mg²⁺ liefert +2. Zwei Cl⁻ liefern zusammen −2.

Ladungsprüfung: 1 · (+2) + 2 · (−1) = 0.

Das kleinste Verhältnis ist 1 : 2. Daher lautet die Verhältnisformel MgCl₂.

Beispiel

Eisen(III)-oxid aus Fe³⁺ und O²⁻

Das kleinste gemeinsame Vielfache der Ladungsbeträge 3 und 2 ist 6.

  • Zwei Fe³⁺ ergeben insgesamt +6.
  • Drei O²⁻ ergeben insgesamt −6.
  • Ladungsprüfung: 2 · (+3) + 3 · (−2) = 0.

Damit ist das kleinste Verhältnis 2 : 3 und die Formel lautet Fe₂O₃.

Mehratomige Ionen bleiben beim Ladungsausgleich als Einheit zusammen. Calcium-Ionen Ca²⁺ und Nitrat-Ionen NO₃⁻ bilden deshalb Ca(NO₃)₂. Die Klammer zeigt, dass zwei vollständige Nitrat-Ionen vorkommen.

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Frage 1 von 2MittelWelche Verhältnisformel entsteht aus Al³⁺ und O²⁻?
Lösung: Al₂O₃ — Das kleinste gemeinsame Vielfache von 3 und 2 ist 6. Du brauchst zwei Al³⁺ für +6 und drei O²⁻ für −6: Al₂O₃.
Frage 2 von 2SchwerEin Salz enthält Ca²⁺ und NO₃⁻. Welche Formel ist neutral?
Lösung: Ca(NO₃)₂ — Zwei Nitrat-Ionen liefern zusammen −2. Mit einem Ca²⁺ entsteht das kleinste neutrale Verhältnis 1 : 2.
Auf welchen Wegen Salze entstehen

Salzbildung ist keine einzelne Reaktionsart. Entscheidend ist, dass mindestens ein Salz als Produkt entsteht.

Direkte Reaktion von Elementen

Ein Metall kann Elektronen abgeben, ein Nichtmetall sie aufnehmen. So entstehen Kationen und Anionen. Beim Beispiel Natrium und Chlor gilt:

2 Na + Cl₂ → 2 NaCl

Jedes Natriumatom gibt ein Elektron ab. Ein Chlormolekül nimmt insgesamt zwei Elektronen auf. Deshalb werden zwei Natriumatome benötigt.

Neutralisation

Eine Säure und eine Lauge reagieren zu Salz und Wasser:

Säure + Lauge → Salz + Wasser

Beispiel:

HCl + NaOH → NaCl + H₂O

Weitere Bildungswege

Auch andere Reaktionspartner können Salze bilden:

  • unedles Metall + Säure → Salz + Wasserstoff, zum Beispiel Mg + 2 HCl → MgCl₂ + H₂;
  • Metalloxid + Säure → Salz + Wasser, zum Beispiel CuO + H₂SO₄ → CuSO₄ + H₂O;
  • Nichtmetalloxid + Lauge → Salz + Wasser, zum Beispiel Ca(OH)₂ + CO₂ → CaCO₃ + H₂O;
  • zwei Salzlösungen → schwer lösliches Salz als Niederschlag und eine weitere Salzlösung.
Gut zu wissen

Direkte Salzbildungen und Reaktionen mit konzentrierten Säuren oder Laugen können heftig verlaufen oder stark erhitzen. Solche Reaktionen gehören in ein fachgerecht ausgestattetes Experiment und nicht in einen Selbstversuch.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Reaktion ist eine Neutralisation?
Lösung: HCl + NaOH → NaCl + H₂O — Bei einer Neutralisation reagieren Säure und Lauge zu Salz und Wasser.
Frage 2 von 2MittelWodurch unterscheidet sich die direkte Bildung von NaCl von der Neutralisation?
Lösung: Bei der direkten Bildung reagieren Natrium und Chlor ohne Wasser als Produkt. — Beide Wege können NaCl liefern. Die Reaktionspartner und die weiteren Produkte sind verschieden.
Wie du eine Fällung als Ionengleichung deutest

Bei einer Fällungsreaktion treffen gelöste Ionen aufeinander und bilden ein schwer lösliches Salz. Dieses feste Produkt heißt Niederschlag.

Ein Beispiel ist die Mischung von Natriumchlorid- und Silbernitratlösung:

NaCl(aq) + AgNO₃(aq) → AgCl(s) + NaNO₃(aq)

Dabei bedeutet (aq): in Wasser gelöst. (s) kennzeichnet den festen Stoff. Silberchlorid AgCl fällt als weißer Niederschlag aus.

Von der Stoffgleichung zur Ionengleichung

Schreibe die gut löslichen Salze als einzelne Ionen:

Na⁺(aq) + Cl⁻(aq) + Ag⁺(aq) + NO₃⁻(aq) → AgCl(s) + Na⁺(aq) + NO₃⁻(aq)

Na⁺ und NO₃⁻ stehen auf beiden Seiten unverändert. Solche Ionen heißen Zuschauerionen. Kürzt du sie, bleibt die gekürzte Ionengleichung:

Ag⁺(aq) + Cl⁻(aq) → AgCl(s)

Merke

In der gekürzten Ionengleichung stehen nur die Teilchen, die sich bei der Reaktion tatsächlich verändern.

Nicht jede sichtbare Trübung beweist allein eine Fällungsreaktion. Fachlich entscheidend ist, dass zuvor gelöste Ionen ein schwer lösliches neues Salz bilden. Ein von Anfang an ungelöster Feststoff ist kein neu entstandener Niederschlag. Bei einer Neutralisation entstehen dagegen Salz und Wasser; sie ist nicht automatisch eine Fällung.

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Frage 1 von 2MittelWelche Ionen sind bei der Bildung von AgCl die Zuschauerionen?
Lösung: Na⁺ und NO₃⁻ — Zuschauerionen bleiben gelöst und erscheinen in gleicher Form auf beiden Seiten der vollständigen Ionengleichung.
Frage 2 von 2SchwerWelche gekürzte Ionengleichung beschreibt die Fällung von Silberchlorid?
Lösung: Ag⁺(aq) + Cl⁻(aq) → AgCl(s) — Die gekürzte Gleichung zeigt nur die Ionen, die zum schwer löslichen Feststoff AgCl werden.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Salzbildung
    • Aufbau: Kationen, Anionen und Ionengitter
    • Verhältnisformel: kleinstes neutrales Ionenverhältnis
    • Direkter Weg: Elektronenübertragung zwischen Elementen
    • Neutralisation: Säure und Lauge bilden Salz und Wasser
    • Fällung: gelöste Ionen bilden ein schwer lösliches Salz
    • Ionengleichung: Zuschauerionen werden gekürzt
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWofür steht die Formel MgCl₂ bei einem festen Salz?
Lösung: Für das kleinste Verhältnis Mg²⁺ : Cl⁻ von 1 : 2 — Ein Mg²⁺ wird durch zwei Cl⁻ elektrisch ausgeglichen. MgCl₂ ist eine Verhältnisformel.
Frage 2 von 3MittelWelche Formel entsteht aus Al³⁺ und Cl⁻?
Lösung: AlCl₃ — Drei Cl⁻ liefern zusammen −3 und gleichen ein Al³⁺ aus. Das kleinste Verhältnis ist 1 : 3.
Frage 3 von 3SchwerNach dem Mischen zweier Salzlösungen entsteht ein Feststoff. Welche Begründung weist fachlich auf eine Fällung hin?
Lösung: Zuvor gelöste Ionen haben ein schwer lösliches neues Salz gebildet. — Eine Fällung ist durch die Teilchenänderung bestimmt: Gelöste Ionen verbinden sich zu einem schwer löslichen Salz.

Du kannst Salzbildung nun auf drei Ebenen prüfen: Ladungen ausgleichen, den Reaktionsweg einordnen und bei einer Fällung die reagierenden Ionen von Zuschauerionen trennen.

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