Adjektive erkennen, verwenden und steigern
Ein Adjektiv beschreibt, wie jemand oder etwas ist. Deshalb heißt es auch Eigenschaftswort oder Wie-Wort. Adjektive machen Aussagen genauer: Aus einem Hund wird zum Beispiel ein kleiner, brauner oder schneller Hund.
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Woran erkennst du ein Adjektiv?
Adjektive beschreiben Eigenschaften oder Merkmale. Frage dazu: Wie ist jemand oder etwas?
- Wie ist der Hund? – klein
- Wie ist das Wetter? – regnerisch
- Wie rennt der Hund? – schnell
Ein weiterer Test hilft bei Wörtern, die ein Nomen beschreiben: Setze das Wort zwischen einen Artikel und ein Nomen.
- der kleine Hund
- die regnerische Woche
- das schnelle Fahrrad
Passt das Wort dort sinnvoll hinein und beschreibt es das Nomen, spricht das für ein Adjektiv. Im Satz erhält es dabei häufig eine Endung.
Adjektiv
Ein Adjektiv ist eine Wortart, die Eigenschaften oder Merkmale beschreibt. Andere Bezeichnungen sind Eigenschaftswort und Wie-Wort.
Im Satz „Der neugierige Hund untersucht die Tasche“ beschreibt neugierige den Hund. Die Frage „Wie ist der Hund?“ führt zur Grundform neugierig.
Hund ist das beschriebene Nomen. Neugierige ist das Adjektiv mit einer passenden Endung.
Wie setzt du Adjektive treffend ein?
Adjektive ergänzen genaue Informationen und helfen beim Vergleichen. Wähle ein Wort, das wirklich zur Aussage passt.
Ungenau: „Auf dem Tisch liegt ein Buch.“
Genauer: „Auf dem Tisch liegt ein dickes Buch.“
Noch anders: „Auf dem Tisch liegt ein altes Buch.“
Die Adjektive verändern die Aussage: dick beschreibt den Umfang, alt das Alter. Ein treffendes Adjektiv fügt also eine passende Information hinzu.
Du möchtest eine verlorene Tasche beschreiben.
Wenig hilfreich: „Ich suche eine Tasche.“
Genauer: „Ich suche eine kleine rote Tasche.“
Die Adjektive kleine und rote nennen zwei sichtbare Merkmale. Dadurch lässt sich die Tasche leichter erkennen.
Frage nicht nur: „Ist das Wort ein Adjektiv?“ Frage auch: „Welche Eigenschaft beschreibt es, und passt diese Information zur Aussage?“
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Adjektive heißen auch . Im Ausdruck „die schmale Brücke“ beschreibt das Adjektiv das Nomen .
Welche Formen kann ein Adjektiv im Satz haben?
Ein Adjektiv kann an verschiedenen Stellen stehen. Seine Form hängt davon ab, wie es verwendet wird.
Direkt vor einem Nomen
Steht das Adjektiv direkt vor einem Nomen, wird es attributiv verwendet. Es erhält eine Endung, die zur Wortgruppe passt.
- der große Hund
- die kleine Katze
- mit dem neuen Fahrrad
Die Endung kann sich nach Fall, grammatischem Geschlecht und Einzahl oder Mehrzahl ändern.
Nach sein, werden oder bleiben
Steht das Adjektiv zum Beispiel nach sein, werden oder bleiben, wird es prädikativ verwendet. Es bleibt unverändert.
- Der Hund ist groß.
- Die Katze wird neugierig.
- Der Himmel bleibt dunkel.
Bei einer Handlung
Ein Adjektiv kann auch beschreiben, wie eine Handlung abläuft. Dann wird es adverbial verwendet und bleibt ebenfalls unverändert.
- Der Hund rennt schnell.
- Sie singt schön.
Vergleiche die drei Sätze:
- „Der schnelle Hund gewinnt.“ – schnelle steht vor dem Nomen und erhält eine Endung.
- „Der Hund ist schnell.“ – schnell steht nach „ist“ und bleibt unverändert.
- „Der Hund rennt schnell.“ – schnell beschreibt das Rennen und bleibt unverändert.
In allen drei Sätzen gehört das Wort zur Grundform schnell. Nur seine Verwendung ist verschieden.
Wie steigerst du Adjektive?
Mit Adjektiven kannst du Eigenschaften vergleichen. Die drei Vergleichsformen heißen Positiv, Komparativ und Superlativ.
| Vergleichsform | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Positiv | Grundform | schnell |
| Komparativ | Vergleich von zwei Ausprägungen | schneller |
| Superlativ | höchste Ausprägung | am schnellsten |
Den Komparativ bildest du regelmäßig mit -er. Beim Superlativ verwendest du häufig am ...-sten oder am ...-esten.
- klein – kleiner – am kleinsten
- laut – lauter – am lautesten
- heiß – heißer – am heißesten
Manchmal verändert sich zusätzlich ein Selbstlaut zu einem Umlaut:
- alt – älter – am ältesten
- groß – größer – am größten
- dumm – dümmer – am dümmsten
Drei Fahrräder fahren unterschiedlich schnell:
- Fahrrad A fährt schnell.
- Fahrrad B fährt schneller als Fahrrad A.
- Fahrrad C fährt am schnellsten.
Der Komparativ vergleicht hier B mit A. Der Superlativ hebt C aus allen drei Fahrrädern hervor.
Beim Vergleichen steht nach dem Komparativ häufig als: „Lina ist größer als Ben.“ Bei gleicher Ausprägung verwendest du so ... wie: „Lina ist so groß wie Mia.“
Was musst du bei besonderen Formen beachten?
Nicht jede Vergleichsform entsteht durch einfaches Anhängen von -er oder -sten.
Einige häufige Adjektive verändern ihren Stamm:
- gut – besser – am besten
- viel – mehr – am meisten
- nah – näher – am nächsten
Diese Reihen musst du als besondere Formen lernen.
Außerdem ist nicht jedes Adjektiv sinnvoll steigerbar. Wörter wie tot oder einzig bezeichnen normalerweise keine Eigenschaft mit mehreren Stufen. Deshalb solltest du vor dem Steigern prüfen, ob ein Vergleich inhaltlich sinnvoll ist.
Der Satz „Dieses Ergebnis ist guter als das andere“ überträgt die regelmäßige Endung auf gut. Das funktioniert nicht.
Richtig ist: „Dieses Ergebnis ist besser als das andere.“
Ob ein Adjektiv gesteigert werden kann, hängt nicht nur von seiner Form, sondern auch von seiner Bedeutung ab. Eine mechanisch gebildete Form ist deshalb nicht automatisch sinnvoll.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Adjektiv
- beschreibt Eigenschaften und Merkmale
- heißt auch Eigenschaftswort oder Wie-Wort
- steht vor einem Nomen mit passender Endung
- bleibt nach sein, werden oder bleiben unverändert
- kann die Art einer Handlung beschreiben
- hat häufig drei Vergleichsformen
- Vergleichsformen
- Positiv als Grundform
- Komparativ häufig mit -er und als
- Superlativ häufig mit am und -sten oder -esten
- Besondere Formen
- manchmal mit Umlaut
- gut – besser – am besten
- nicht immer sinnvoll steigerbar
Abschluss-Check
Du kannst Adjektive sicher bestimmen, wenn du Bedeutung, Bezugswort und Verwendung gemeinsam prüfst. Beim Steigern helfen dir die drei Vergleichsformen; besondere Reihen wie gut – besser – am besten lernst du einzeln.
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