Komparation: Adjektive richtig steigern
Mit der Komparation veränderst du ein Adjektiv, um Eigenschaften zu vergleichen. Die drei Steigerungsstufen heißen Positiv, Komparativ und Superlativ: schnell – schneller – am schnellsten.
Die Beispielsituationen und Zahlen in diesem Artikel sind erfunden.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Die drei Steigerungsstufen erkennen
Adjektive beschreiben Eigenschaften, zum Beispiel klein, laut oder freundlich. Viele Adjektive lassen sich steigern.
Positiv
Der Positiv ist die Grundform eines Adjektivs. Er nennt eine Eigenschaft, ohne sie zu steigern: „Der Hund ist schnell.“
Komparativ
Der Komparativ ist die erste Steigerungsstufe. Mit ihm vergleichst du zwei Lebewesen, Dinge oder Zustände: „Der Hund ist schneller als die Katze.“
Superlativ
Der Superlativ ist die höchste Steigerungsstufe: „Von den drei Tieren läuft der Hund am schnellsten.“
| Stufe | Aufgabe | Beispiel |
|---|---|---|
| Positiv | Eigenschaft nennen | schnell |
| Komparativ | zwei Größen vergleichen | schneller |
| Superlativ | höchsten Grad nennen | am schnellsten |
Drei Wege sind unterschiedlich lang:
- Der Waldweg ist kurz: Positiv.
- Der Feldweg ist kürzer als der Waldweg: Komparativ.
- Der Uferweg ist am kürzesten: Superlativ.
Die Formen beziehen sich auf dieselbe Eigenschaft kurz. Der Positiv nennt sie; die beiden Steigerungsformen ordnen die Wege im Vergleich ein.
Mit wie und als vergleichen
Für einen Vergleich musst du zuerst entscheiden: Sind die Eigenschaften gleich stark oder unterschiedlich stark?
Bei Gleichheit verwendest du den Positiv mit so, genauso, gleich oder ebenso und dem Vergleichswort wie:
„Mira läuft genauso schnell wie Ben.“
Bei Ungleichheit verwendest du den Komparativ und das Vergleichswort als:
„Mira läuft schneller als Ben.“
Du kannst Ungleichheit auch ohne Komparativ ausdrücken:
„Ben läuft nicht so schnell wie Mira.“
Gleichheit: so + Positiv + wie Ungleichheit: Komparativ + als
Lea und Amir haben beide 15 Punkte. Deshalb heißt es: „Lea hat genauso viele Punkte wie Amir.“
Noah hat 18 Punkte. So formulierst du den Vergleich mit Lea:
- Du vergleichst die Anzahl der Punkte: 18 ist mehr als 15. Die Anzahlen sind also ungleich.
- Du brauchst den Komparativ von viel. Diese besondere Form lautet mehr.
- Du verbindest den Vergleich mit als: „Noah hat mehr Punkte als Lea.“
Vergleichsformen bilden
Den regelmäßigen Komparativ bildest du mit -er. Endet die Grundform bereits auf ein unbetontes -e, hängst du nur -r an:
- schnell → schneller
- leise → leiser
- mutig → mutiger
Wenn du die Eigenschaft mit einem Verb ausdrückst, etwa „ist schnell“ oder „läuft schnell“, verwendest du im Superlativ meist am und die Endung -sten oder -esten:
- schnell → am schnellsten
- leise → am leisesten
- mutig → am mutigsten
Bei manchen Formen erleichtert ein zusätzliches e die Aussprache:
- laut → lauter → am lautesten
- rund → runder → am rundesten
- interessant → interessanter → am interessantesten
Einige kurze Adjektive mit a, o oder u erhalten beim Steigern einen Umlaut. Das geschieht jedoch nicht bei jedem solchen Adjektiv.
- alt → älter → am ältesten
- groß → größer → am größten
- jung → jünger → am jüngsten
- kurz → kürzer → am kürzesten
Bei Adjektiven wie teuer und dunkel fällt im Komparativ ein unbetontes e weg: teuer – teurer, dunkel – dunkler. Lerne diese gebräuchlichen Formen zusammen mit den Superlativen am teuersten und am dunkelsten.
Häufige besondere Formen lernst du am besten als ganze Reihe:
| Positiv | Komparativ | Superlativ |
|---|---|---|
| gut | besser | am besten |
| viel | mehr | am meisten |
| hoch | höher | am höchsten |
| nah | näher | am nächsten |
Auch einige Adverbien lassen sich steigern. Das sind Wörter, die beispielsweise eine Handlung näher beschreiben. Gern ist ein Adverb: „Ich lese gern.“ Seine Reihe lautet gern – lieber – am liebsten. Du kannst also sagen: „Ich lese lieber, als ich fernsehe.“
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Der Komparativ von klein heißt . Der Superlativ von jung heißt . Gut wird zu und viel zu gesteigert.
Gesteigerte Adjektive im Satz verwenden
Beschreibt das Adjektiv mit einem Verb wie sein eine Eigenschaft, bleibt der Komparativ ohne zusätzliche Adjektivendung. Beim Superlativ kannst du die Form mit am verwenden:
- Der erste Film ist spannender.
- Von allen Filmen ist der dritte am spannendsten.
Beschreibt das Adjektiv ein Nomen direkt, etwa in „der spannende Film“, wird es als Attribut verwendet. Dann erhält auch die Steigerungsform eine passende Adjektivendung:
- der spannendere Film
- ein spannenderer Film
- die spannenderen Filme
- der spannendste Film
Das Nomen und seine Begleiter bilden zusammen eine Nominalgruppe. Die Endung hängt vom Artikel, vom grammatischen Geschlecht, von Einzahl oder Mehrzahl und vom Fall ab. Du kennst das Muster schon aus „der spannende Film“, „ein spannender Film“ und „die spannenden Filme“.
Die Steigerungsform und die Adjektivendung erfüllen dabei verschiedene Aufgaben. In der spannendere Film zeigt -er- den Komparativ; das abschließende -e passt das Adjektiv an die Nominalgruppe an.
Ausnahme: Mehr erhält keine solche Endung: „mehr Punkte“, nicht „mehre Punkte“.
Aus „Das Fahrrad ist schnell“ wird beim Vergleich:
- mit sein: „Das Motorrad ist schneller als das Fahrrad.“
- vor dem Nomen: „Das Motorrad ist das schnellere Fahrzeug.“
In dieser Beispielsituation ist das Motorrad das schnellere der beiden Fahrzeuge. Beim direkten Beschreiben des Nomens Fahrzeug kommt zur Form schneller die Endung -e hinzu.
Entscheidend ist die Verwendung, nicht bloß die Wortstellung: Auch in „Schneller ist das Motorrad“ steht keine zusätzliche Adjektivendung. Ebenso bleibt der Komparativ bei einer Handlung unverändert: „Das Motorrad fährt schneller.“
Nur den passenden Bestandteil steigern
Willst du bei einem weit entfernten Ziel eine größere Entfernung ausdrücken, steigerst du das Wort weit:
- das weit entfernte Ziel
- das weiter entfernte Ziel
- das am weitesten entfernte Ziel
„Weiter entferntere“ wäre hier eine unnötige doppelte Steigerung. Entfernte behält die Endung -e, weil es direkt das Nomen Ziel beschreibt.
Übung: Einen Vergleich umformen
Forme „Dieser Weg ist kürzer als der andere“ um: „Das ist der ___ Weg.“ Erkläre, warum eine Endung hinzukommt.
Lösung mit Begründung
Die Lösung lautet der kürzere Weg. Zuerst bildest du aus kurz den Komparativ kürzer. Vor dem Nomen brauchst du hier dieselbe Adjektivendung wie in der kurze Weg, nämlich -e. Deshalb ergibt sich kürzer + e = kürzere.
Grenzen und typische Fehler
Nicht jede Eigenschaft lässt sich sinnvoll abstufen. Wörter wie tot, einzig oder maximal lassen sich in ihrer wörtlichen Bedeutung normalerweise nicht abstufen. Optimal bedeutet bereits „unter den gegebenen Bedingungen bestmöglich“. In der Standardsprache vermeidest du deshalb Formen wie „einzigste“ oder „optimalste“.
In übertragener Bedeutung oder als bewusste Übertreibung können sonst nicht steigerbare Wörter dennoch gesteigert werden. Für neutrale Sachtexte bleibst du bei einzig und optimal.
Achte außerdem auf diese häufigen Fehler:
- Gleichheit: so groß wie, nicht „so groß als“
- Ungleichheit: größer als, standardsprachlich nicht „größer wie“
- gut: besser, nicht „guter“ oder „güter“
- viel: mehr, nicht „vieler“
- gern: lieber, nicht „gerner“
- hoch: höher, nicht „hocher“
Prüfe vor dem Steigern drei Fragen: Ist die Eigenschaft überhaupt abstufbar? Ist die Form regelmäßig oder besonders? Brauche ich wie für Gleichheit oder als für Ungleichheit?
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Komparation
- Stufen
- Positiv: schnell
- Komparativ: schneller
- Superlativ: am schnellsten
- Vergleiche
- Gleichheit: so schnell wie
- Ungleichheit: schneller als
- Bildung
- Komparativ mit -er
- Superlativ mit am und -sten oder -esten
- manchmal mit Umlaut
- besondere Formen auswendig lernen
- Verwendung
- Komparativ mit sein oder bei Handlungen ohne zusätzliche Endung
- direkt vor dem Bezugsnomen meist mit Adjektivendung
- Grenzen
- nicht jede Eigenschaft ist steigerbar
- Stufen
Abschluss-Check
Wenn du jede Antwort begründen kannst, beherrschst du den Kern der Komparation: Du erkennst die drei Stufen, bildest wichtige Formen und wählst im Vergleich sicher zwischen wie und als.
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