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Wortarten bestimmen: Übersicht und Methode

Wortarten bestimmen: Übersicht und Methode
Wortarten bestimmen: Übersicht und Methode
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Wortarten sind Gruppen von Wörtern mit gemeinsamen Merkmalen. Um die Wortart eines Wortes sicher zu bestimmen, prüfst du Form, Funktion und Bedeutung im Satz. Ein einzelnes Merkmal reicht nicht immer aus.

Auf dieser Seite lernst du das schulische Modell mit zehn Wortarten kennen. Du erfährst außerdem, wie du veränderliche und unveränderliche Wörter unterscheidest und mehrdeutige Formen im Satz klärst.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Die Grundidee: Wörter haben gemeinsame Merkmale

Wörter derselben Wortart ähneln sich in ihrer Bedeutung, ihrer Form oder ihrer Aufgabe im Satz. Nomen benennen zum Beispiel Personen, Dinge oder Gedanken. Konjunktionen verbinden Wörter, Wortgruppen oder Sätze.

Im verbreiteten schulischen Modell unterscheidest du zehn Wortarten:

  1. Nomen
  2. Verb
  3. Adjektiv
  4. Artikel
  5. Pronomen
  6. Adverb
  7. Präposition
  8. Konjunktion
  9. Interjektion
  10. Numerale

Andere grammatische Modelle können Wörter teilweise anders einteilen. Einige führen etwa Partikeln als eigene Wortart. Für die Bestimmung ist deshalb wichtig, dass du innerhalb eines verwendeten Modells konsequent bleibst.

Definition

Wortart

Eine Wortart ist eine Gruppe von Wörtern mit gemeinsamen grammatischen Merkmalen. Wortart und Satzglied sind nicht dasselbe: Die Wortart beschreibt das einzelne Wort, ein Satzglied seine Aufgabe als Teil des Satzes.

Merke

Bestimme eine Wortart nicht nur mit einer Frageprobe. Verbinde möglichst mehrere Hinweise: Veränderbarkeit, Stellung, Funktion und Bedeutung.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage erklärt den Begriff „Wortart“ richtig?
Lösung: Eine Wortart fasst Wörter mit gemeinsamen grammatischen Merkmalen zusammen. — Schreibweise kann ein Hinweis sein, etwa die Großschreibung bei Nomen. Entscheidend ist aber die Verbindung mehrerer grammatischer Merkmale.
Veränderbare Wörter: Konjugation und Deklination

Ein Wort ist flektierbar, wenn seine Form verändert werden kann. Diese Formveränderung heißt Flexion oder Beugung.

Bei Verben heißt die Beugung Konjugation. Das Verb passt seine Form unter anderem an die Person an:

  • ich lerne
  • du lernst
  • er oder sie lernt
  • wir lernen
  • ihr lernt
  • sie lernen

Bei Nomen, Artikeln, Pronomen und Adjektiven heißt die Beugung Deklination. Dabei kann sich die Form nach Fall, Anzahl oder grammatischem Geschlecht richten:

  • der alte Baum
  • des alten Baumes
  • den alten Bäumen

Hier verändern sich Artikel, Adjektiv und Nomen gemeinsam.

Bei Numeralien hängt die Veränderbarkeit von der Unterart ab. Kardinalzahlen wie zwei bleiben meistens gleich: zwei Bücher, mit zwei Büchern. Ordinalzahlen werden dagegen gebeugt: der erste Platz, dem ersten Sieger.

Adverbien, Präpositionen, Konjunktionen und Interjektionen sind unveränderlich.

Definition

Konjugation

Konjugation ist die Beugung eines Verbs, zum Beispiel von lernen zu du lernst oder wir lernen.

Definition

Deklination

Deklination ist die Beugung von Nomen, Artikeln, Pronomen und Adjektiven nach grammatischen Merkmalen wie Fall und Anzahl.

Beispiel

Untersuche die Wortgruppe mit den schnellen Pferden:

  1. mit verändert seine Form nicht. Es ist eine Präposition.
  2. den gehört zum Nomen und zeigt hier eine gebeugte Artikelform.
  3. schnellen beschreibt die Pferde und besitzt eine passende Endung. Es ist ein Adjektiv.
  4. Pferden benennt Lebewesen, wird großgeschrieben und ist eine gebeugte Form des Nomens Pferd.

Die Wortformen liefern mehrere Hinweise, die sich gegenseitig bestätigen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelches Wort wird konjugiert?
Lösung: lernen — Nur Verben werden konjugiert. Du kannst zum Beispiel ich lerne, du lernst und wir lernen bilden.
Frage 2 von 2MittelWelche Reihe zeigt eine Deklination?
Lösung: der Baum – des Baumes – dem Baum — Beim Deklinieren verändert sich ein Wort nach grammatischen Merkmalen wie dem Fall. Die Formen von Baum zeigen verschiedene Fälle.
Die zehn Wortarten erkennen

Nomen, Artikel, Pronomen, Adjektiv und Verb

Nomen oder Substantive benennen Personen, Lebewesen, Dinge, Orte, Gedanken oder Gefühle. Sie werden großgeschrieben und stehen häufig mit einem Artikel: der Hund, eine Schule, das Glück.

Artikel begleiten Nomen. Sie zeigen unter anderem Bestimmtheit an: der, die, das sind bestimmte Artikel; ein, eine sind unbestimmte Artikel. Ihre Form kann sich ändern: der Hund, des Hundes, dem Hund.

Pronomen ersetzen ein Nomen oder verweisen darauf. So vermeidest du Wiederholungen: Lena hat einen Hund. Sie geht mit ihm spazieren. Zu den Pronomen gehören beispielsweise ich, du, er, sie, es, mein, dieser.

Adjektive beschreiben Eigenschaften: ein schneller Zug, eine helle Lampe. Vor einem Nomen erhalten sie häufig eine Endung. Viele Adjektive lassen sich steigern: schnell – schneller – am schnellsten.

Verben bezeichnen Handlungen, Vorgänge oder Zustände: schreiben, wachsen, sein. Sie werden konjugiert und bilden den verbalen Kern eines Satzes: Ich schreibe. Die Pflanze wächst. Das Fenster ist offen.

Adverb, Präposition, Konjunktion, Interjektion und Numerale

Adverbien geben Umstände an, zum Beispiel Zeit, Ort, Art oder Grund: heute, dort, gern, deshalb. Sie sind unveränderlich.

Präpositionen zeigen Beziehungen an und stehen meist vor einem Nomen oder Pronomen: mit dem Freund, durch den Garten, nach der Schule. Sie bestimmen den Fall ihres Bezugswortes mit.

Konjunktionen verbinden Wörter, Wortgruppen oder Sätze: Tee oder Kakao, Mia spielt und Tom liest, Ich bleibe zu Hause, weil ich krank bin.

Interjektionen sind kurze Ausrufe, die Gefühle oder spontane Reaktionen ausdrücken: Aua!, Juhu!, Oh!, Hm …

Numeralien geben Zahlen, Mengen, Reihenfolgen oder Anteile an: drei Bücher, der zweite Platz, ein Viertel der Pizza.

Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelches Wort ist eine Konjunktion?
Lösung: weil — Konjunktionen verbinden Wörter, Wortgruppen oder Sätze. Weil leitet einen Nebensatz ein.
Frage 2 von 3MittelWelche Bestimmung passt zu durch in „Wir gehen durch den Garten“?
Lösung: Präposition — Präpositionen stehen häufig vor einem Nomen oder Pronomen und bestimmen dessen Beziehung zum übrigen Satz.
Frage 3 von 3MittelWelches Merkmal spricht am deutlichsten für ein Verb?
Lösung: Das Wort lässt sich in Personalformen setzen. — Die Probe ich lerne – du lernst – wir lernen zeigt eine Konjugation und damit ein Verb.
Wortarten Schritt für Schritt bestimmen

Gehe bei einer Satzanalyse in vier Schritten vor:

  1. Lies den ganzen Satz. Beachte Großschreibung, Endungen und Begleiter.
  2. Prüfe die Form. Kannst du das Wort konjugieren, deklinieren oder steigern?
  3. Prüfe die Funktion. Benennt, beschreibt, ersetzt oder verbindet das Wort etwas? Zeigt es eine Beziehung oder einen Umstand?
  4. Prüfe die Bedeutung im Satz. Entscheide erst danach endgültig.
Beispiel

Bestimme die Wortarten in Gestern kaufte ich meinen blauen Ball.

  1. Gestern nennt einen Zeitpunkt und ist unveränderlich: Adverb.
  2. kaufte lässt sich verändern: ich kaufte, wir kauften. Es ist ein Verb.
  3. ich steht für die sprechende Person und kann ein Nomen ersetzen: Pronomen.
  4. meinen begleitet das Nomen Ball und zeigt Besitz an. Im hier verwendeten Schulmodell wird es als Pronomen eingeordnet.
  5. blauen beschreibt den Ball und besitzt eine angepasste Endung: Adjektiv.
  6. Ball benennt einen Gegenstand, wird großgeschrieben und kann mit einem Artikel stehen: Nomen.

Der entscheidende Denkweg lautet: Erst sammelst du Merkmale, dann entscheidest du. Die Bedeutung allein genügt nicht immer.

Merke

Nutze eine Probe nur als Hinweis. Eine sichere Bestimmung entsteht, wenn Form, Funktion und Bedeutung zusammenpassen.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelBestimme draußen in „Die Kinder spielen draußen“.
Lösung: Adverb — Draußen beschreibt den Ort des Spielens, bleibt unverändert und ist ein Adverb.
Frage 2 von 2SchwerWarum ist schnellen in „mit den schnellen Pferden“ ein Adjektiv?
Lösung: Es beschreibt das Nomen Pferden und trägt eine angepasste Endung. — Funktion und Form passen zusammen: schnellen beschreibt ein Nomen und ist innerhalb der Wortgruppe dekliniert.
Wenn der Satzkontext entscheidet

Dasselbe Wortbild kann je nach Verwendung zu unterschiedlichen Wortarten gehören. Achte deshalb auf den vollständigen Satz.

Vergleiche:

  • Morgen beginnt die Schule später. – Morgen gibt einen Zeitpunkt an: Adverb.
  • Der Morgen war kühl. – Morgen steht mit einem Artikel und wird großgeschrieben: Nomen.

Auch Verben können substantiviert werden. Dann werden sie wie Nomen verwendet und großgeschrieben:

  • Wir laufen schnell. – laufen ist ein Verb.
  • Das Laufen macht mir Spaß. – Laufen ist ein substantivierter Infinitiv und damit ein Nomen.
Beispiel

Analysiere Das schnelle Laufen ermüdet.

  • Das begleitet Laufen: Artikel.
  • schnelle beschreibt Laufen und besitzt eine Endung: Adjektiv.
  • Laufen stammt zwar von einem Verb, wird hier aber mit Artikel und Adjektiv wie ein Nomen gebraucht. Es ist ein substantivierter Infinitiv.
  • ermüdet bezeichnet das Geschehen und lässt sich konjugieren: Verb.

Die Herkunft eines Wortes entscheidet also nicht allein über seine aktuelle Wortart. Entscheidend ist seine Verwendung im Satz.

Ein Adjektiv kann außerdem eine Handlung näher beschreiben, ohne seine Wortart zu wechseln: In Die Kinder lachen laut beschreibt laut die Art des Lachens. Es ist ein adverbial verwendetes Adjektiv. In Der Laut erschreckte uns ist Laut dagegen ein Nomen.

Gut zu wissen

Adverb und adverbiale Verwendung sind nicht dasselbe. Ein Adverb ist eine Wortart, etwa heute. „Adverbial“ bezeichnet eine Funktion im Satz. Auch ein Adjektiv wie laut kann diese Funktion übernehmen.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Bestimmung gilt für Laufen in „Das Laufen macht Spaß“?
Lösung: Nomen — Das Laufen ist ein substantivierter Infinitiv. Artikel, Großschreibung und Verwendung bestätigen die Bestimmung als Nomen.
Frage 2 von 2SchwerIn welchem Satz ist Morgen ein Adverb?
Lösung: Morgen besuchen wir unsere Großeltern. — Im ersten Satz gibt morgen selbstständig einen Zeitpunkt an. Im zweiten und dritten Satz zeigen Artikel beziehungsweise Präposition und Artikel die Verwendung als Nomen.
Typische Fehler vermeiden

Fehler 1: „Ein großgeschriebenes Wort ist immer ein Nomen.“

Am Satzanfang wird jedes Wort großgeschrieben. Prüfe deshalb zusätzlich Begleiter, Form und Funktion.

Fehler 2: „Jedes Wort vor einem Nomen ist ein Artikel.“

In der schnelle Zug ist der ein Artikel, aber schnelle ein Adjektiv. Der Artikel begleitet das Nomen; das Adjektiv beschreibt es.

Fehler 3: „Ein Wort mit einer Umstandsbedeutung ist immer ein Adverb.“

In laut lachen übernimmt das Adjektiv laut eine adverbiale Funktion. Wortart und Verwendung müssen getrennt werden.

Fehler 4: „Alle Numeralien sind unveränderlich.“

Kardinalzahlen wie zwei bleiben meist gleich. Ordinalzahlen können Endungen tragen: der erste Versuch, beim ersten Versuch.

Fehler 5: „Eine Frageprobe genügt.“

Die Frage Wie? kann auf ein Adverb oder auf ein adverbial verwendetes Adjektiv führen. Prüfe daher immer mehrere Kriterien.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Verben werden . Nomen, Artikel, Pronomen und Adjektive können werden. Das Wort weil ist eine . In „Das Laufen macht Spaß“ ist Laufen ein .

Lösungen: Lücke 1: konjugiert; Lücke 2: dekliniert; Lücke 3: Konjunktion; Lücke 4: Nomen. Konjugation gehört zu Verben. Deklination betrifft unter anderem Nomen, Artikel, Pronomen und Adjektive. Weil verbindet Sätze; ein substantivierter Infinitiv wird wie ein Nomen verwendet.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Wortarten bestimmen
    • Form prüfen: konjugieren, deklinieren, steigern oder unveränderlich
    • Funktion prüfen: benennen, beschreiben, ersetzen, verbinden oder Beziehungen zeigen
    • Bedeutung im ganzen Satz prüfen
    • Veränderbare Wortarten: Nomen, Verb, Adjektiv, Artikel, Pronomen und teilweise Numerale
    • Unveränderliche Wortarten: Adverb, Präposition, Konjunktion und Interjektion
    • Mehrdeutige Formen mit mehreren Kriterien entscheiden
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 4LeichtWelche Wortart verbindet Wörter oder Sätze?
Lösung: Konjunktion — Wörter wie und, aber, oder und weil sind Konjunktionen. Sie verbinden sprachliche Einheiten.
Frage 2 von 4MittelWelche Begründung bestimmt blauen in „meinen blauen Ball“ am besten?
Lösung: Es beschreibt das Nomen Ball und besitzt eine angepasste Endung. — Blauen ist ein Adjektiv: Es beschreibt ein Nomen und seine Form ist innerhalb der Wortgruppe angepasst.
Frage 3 von 4SchwerWelche Analyse von „Morgen beginnt das Training“ ist richtig?
Lösung: Morgen ist ein Adverb, weil es selbstständig einen Zeitpunkt angibt. — Der Satzkontext ist entscheidend. Morgen gibt hier unverändert einen Zeitpunkt an und ist ein Adverb.
Frage 4 von 4SchwerWie bestimmst du eine unbekannte Wortform am zuverlässigsten?
Lösung: Du verbindest Hinweise aus Form, Funktion und Bedeutung im Satz. — Prüfe zuerst den ganzen Satz, dann Veränderbarkeit und Funktion. Entscheide erst, wenn die Merkmale zusammenpassen.

Du kannst Wortarten sicher bestimmen, wenn du nicht nur auf die Bedeutung eines Wortes schaust. Prüfe seine Form, seine Aufgabe und seine konkrete Verwendung im Satz. Besonders bei Wortartwechseln und ähnlichen Funktionen schützt dich diese Mehrfachprobe vor vorschnellen Entscheidungen.

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