Verb (Zeitwort): erkennen und richtig verwenden
Ein Verb ist eine Wortart, die du im Deutschen konjugieren kannst. Das bedeutet: Du passt seine Form an Person und Anzahl an. Verben bezeichnen häufig Tätigkeiten, Vorgänge oder Zustände und bilden meist den Kern des Prädikats.
Die Bezeichnungen Zeitwort, Tuwort und Tätigkeitswort sind Merkhilfen. Sie erfassen aber nicht alle Eigenschaften von Verben. Der zuverlässige Fachbegriff lautet Verb.
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So erkennst du ein Verb
Stell dir den Satz „Lea geht ins Theater“ vor. Das Wort geht sagt, was geschieht. Es lässt sich außerdem verändern: ich gehe, du gehst, wir gehen.
Verb
Ein Verb ist eine konjugierbare Wortart. Seine Form kann sich unter anderem nach Person und Anzahl verändern: ich gehe, du gehst, wir gehen.
In einem einfachen Satz bildet das Verb meist den Kern des Prädikats. Das Prädikat sagt, was geschieht oder was über jemanden oder etwas ausgesagt wird.
- Tom lacht.
- Die Tasse zerbricht.
- Die Mütze liegt im Schrank.
Auch eine einzelne Verbform kann einen vollständigen Aufforderungssatz bilden: „Geh!“
Frage nicht nur: „Kann man das tun?“ Prüfe vor allem: Lässt sich das Wort konjugieren, etwa als ich ..., du ... und wir ...?
Grundform und Personalform unterscheiden
Die Grundform findest du im Wörterbuch. Sie heißt auch Infinitiv: gehen, lachen, grübeln, sein.
Im Satz steht häufig eine veränderte Form. Sie heißt Personalform, weil sie zur Person und zur Anzahl passen muss.
Aus der Grundform gehen entstehen diese Personalformen:
| Person | Einzahl | Mehrzahl |
|---|---|---|
| 1. Person | ich gehe | wir gehen |
| 2. Person | du gehst | ihr geht |
| 3. Person | er, sie, es geht | sie gehen |
In „Lea geht“ steht eine Person in der Einzahl. Deshalb lautet die Personalform geht.
In „Lea und Theo gehen“ sind mehrere Personen gemeint. Deshalb lautet die Form gehen.
Das Verändern eines Verbs heißt Konjugation oder Beugung. Nicht jede Form lässt sich nur durch das Austauschen einer Endung bilden. Bei häufigen Verben kann sich auch der Wortstamm verändern: gehen – ging, schreiben – schrieb.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Die Grundform lautet . Zu „Lea“ passt die Personalform . Zu „Lea und Theo“ passt .
geht, mehrere Personen gehen.geht, mehrere Personen gehen.Verben drücken nicht nur Tätigkeiten aus
Der Merkname „Tätigkeitswort“ passt zu vielen Verben, aber nicht zu allen. Verben können typischerweise drei Arten von Situationen ausdrücken.
Tätigkeit, Vorgang und Zustand
Eine Tätigkeit wird von jemandem ausgeführt: „Tom lacht.“
Ein Vorgang geschieht oder verändert etwas: „Die Tasse zerbricht.“
Ein Zustand besteht, ohne eine Tätigkeit zu sein: „Die Mütze liegt im Schrank.“
Weitere Zustandsverben sind zum Beispiel wissen, bleiben und heißen. Der Satz „Ich heiße Hubert“ enthält ein Verb, obwohl niemand dabei eine Tätigkeit ausführt.
Prüfe „Das Kind öffnet die Flasche“ und „Die Flasche liegt auf dem Tisch“.
öffnetlässt sich konjugieren:ich öffne,du öffnest,wir öffnen.- Es bezeichnet hier eine Tätigkeit mit einer Veränderung.
liegtlässt sich ebenfalls konjugieren:ich liege,du liegst,wir liegen.- Es bezeichnet einen Zustand.
Beide Wörter sind Verben. Die Frage nach der Tätigkeit allein hätte liegt übersehen.
Vollverben, Hilfsverben und Modalverben
Manchmal enthält ein Satz mehrere Verben. Dann übernehmen sie unterschiedliche Aufgaben.
Vollverb
Ein Vollverb trägt die hauptsächliche Bedeutung. Es kann in einem einfachen Satz allein als Verb stehen: „Tom lacht.“ oder „Julia singt.“
Hilfsverb
Ein Hilfsverb hilft bei der Bildung einer mehrteiligen Verbform. Wichtige Hilfsverben sind sein, haben und werden.
- Tom hat gelacht.
- Petra ist geschwommen.
- Lea und Theo werden gehen.
In diesen Sätzen tragen hat, ist und werden die Personalform. gelacht, geschwommen und gehen gehören zu den jeweiligen Vollverben.
sein, haben und werden können je nach Satz auch selbst die Hauptaussage tragen: „Ich habe Hunger“ oder „Ich bin glücklich.“ Du entscheidest ihre Aufgabe deshalb immer im Satz.
Modalverb
Ein Modalverb verändert die Aussage eines Vollverbs. Es kann zum Beispiel Möglichkeit, Pflicht, Wunsch oder Erlaubnis ausdrücken. Modalverben sind dürfen, können, mögen, müssen, sollen und wollen.
- Ich kann vorlesen.
- Du darfst gehen.
- Er muss kommen.
Das Modalverb wird konjugiert. Das zugehörige Vollverb steht gewöhnlich in der Grundform: kann vorlesen, darf gehen, muss kommen.
Warum „Zeitwort“ nur ein Merkname ist
Verben können Formen für verschiedene Zeitstufen bilden. Daher stammt die Bezeichnung Zeitwort.
- Gegenwart: „Lea und Theo gehen ins Theater.“
- Vergangenheit: „Lea und Theo gingen ins Theater.“
Die Verbform legt die zeitliche Bedeutung eines Satzes aber nicht immer allein fest.
„Morgen fahre ich nach Berlin.“
fahre steht in einer Präsensform. Das Wort morgen zeigt jedoch, dass die Fahrt in der Zukunft liegt. Grammatische Form und gemeinte Zeit können also auseinandergehen.
Auch ein Verb wie sein oder wissen bezeichnet nicht einfach „Zeit“. Umgekehrt drücken Wörter wie gestern, jetzt und morgen unmittelbar Zeit aus, sind aber keine Verben.
„Zeitwort“ erinnert daran, dass deutsche Verben Zeitformen bilden können. Es bedeutet nicht, dass jedes Verb einen Zeitpunkt nennt oder dass allein die Verbform die gemeinte Zeit bestimmt.
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Alles auf einen Blick
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