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Verb (Zeitwort): erkennen und richtig verwenden

Verb (Zeitwort): erkennen und richtig verwenden
Verb (Zeitwort): erkennen und richtig verwenden
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Ein Verb ist eine Wortart, die du im Deutschen konjugieren kannst. Das bedeutet: Du passt seine Form an Person und Anzahl an. Verben bezeichnen häufig Tätigkeiten, Vorgänge oder Zustände und bilden meist den Kern des Prädikats.

Die Bezeichnungen Zeitwort, Tuwort und Tätigkeitswort sind Merkhilfen. Sie erfassen aber nicht alle Eigenschaften von Verben. Der zuverlässige Fachbegriff lautet Verb.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

So erkennst du ein Verb

Stell dir den Satz „Lea geht ins Theater“ vor. Das Wort geht sagt, was geschieht. Es lässt sich außerdem verändern: ich gehe, du gehst, wir gehen.

Definition

Verb

Ein Verb ist eine konjugierbare Wortart. Seine Form kann sich unter anderem nach Person und Anzahl verändern: ich gehe, du gehst, wir gehen.

In einem einfachen Satz bildet das Verb meist den Kern des Prädikats. Das Prädikat sagt, was geschieht oder was über jemanden oder etwas ausgesagt wird.

  • Tom lacht.
  • Die Tasse zerbricht.
  • Die Mütze liegt im Schrank.

Auch eine einzelne Verbform kann einen vollständigen Aufforderungssatz bilden: „Geh!

Merke

Frage nicht nur: „Kann man das tun?“ Prüfe vor allem: Lässt sich das Wort konjugieren, etwa als ich ..., du ... und wir ...?

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage beschreibt ein Verb am zuverlässigsten?
Lösung: Es lässt sich im Deutschen konjugieren. — Die Konjugierbarkeit ist für deutsche Verben das zuverlässigste der drei Merkmale.
Frage 2 von 2LeichtIn welchem Satz ist das hervorgehobene Wort ein Verb?
Lösung: Lea lacht laut. — In „Lea lacht laut“ ist lacht die konjugierte Form des Verbs lachen.
Grundform und Personalform unterscheiden

Die Grundform findest du im Wörterbuch. Sie heißt auch Infinitiv: gehen, lachen, grübeln, sein.

Im Satz steht häufig eine veränderte Form. Sie heißt Personalform, weil sie zur Person und zur Anzahl passen muss.

Beispiel

Aus der Grundform gehen entstehen diese Personalformen:

PersonEinzahlMehrzahl
1. Personich gehewir gehen
2. Persondu gehstihr geht
3. Personer, sie, es gehtsie gehen

In „Lea geht“ steht eine Person in der Einzahl. Deshalb lautet die Personalform geht.

In „Lea und Theo gehen“ sind mehrere Personen gemeint. Deshalb lautet die Form gehen.

Das Verändern eines Verbs heißt Konjugation oder Beugung. Nicht jede Form lässt sich nur durch das Austauschen einer Endung bilden. Bei häufigen Verben kann sich auch der Wortstamm verändern: gehen – ging, schreiben – schrieb.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Die Grundform lautet . Zu „Lea“ passt die Personalform . Zu „Lea und Theo“ passt .

Lösungen: Lücke 1: gehen; Lücke 2: geht; Lücke 3: gehen. Die Verbform richtet sich nach Person und Anzahl: eine Person geht, mehrere Personen gehen.
Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Grundform gehört zu ging?
Lösung: gehen — Trotz der Veränderung des Stammvokals gehört ging zur Grundform gehen.
Frage 2 von 2MittelErgänze richtig: „Ihr ___ ins Theater.“
Lösung: geht — Zur 2. Person Mehrzahl ihr gehört die Form geht.
Verben drücken nicht nur Tätigkeiten aus

Der Merkname „Tätigkeitswort“ passt zu vielen Verben, aber nicht zu allen. Verben können typischerweise drei Arten von Situationen ausdrücken.

Definition

Tätigkeit, Vorgang und Zustand

Eine Tätigkeit wird von jemandem ausgeführt: „Tom lacht.“

Ein Vorgang geschieht oder verändert etwas: „Die Tasse zerbricht.“

Ein Zustand besteht, ohne eine Tätigkeit zu sein: „Die Mütze liegt im Schrank.“

Weitere Zustandsverben sind zum Beispiel wissen, bleiben und heißen. Der Satz „Ich heiße Hubert“ enthält ein Verb, obwohl niemand dabei eine Tätigkeit ausführt.

Beispiel

Prüfe „Das Kind öffnet die Flasche“ und „Die Flasche liegt auf dem Tisch“.

  1. öffnet lässt sich konjugieren: ich öffne, du öffnest, wir öffnen.
  2. Es bezeichnet hier eine Tätigkeit mit einer Veränderung.
  3. liegt lässt sich ebenfalls konjugieren: ich liege, du liegst, wir liegen.
  4. Es bezeichnet einen Zustand.

Beide Wörter sind Verben. Die Frage nach der Tätigkeit allein hätte liegt übersehen.

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Frage 1 von 2MittelWelche Einordnung passt zu „Die Tasse zerbricht“ am besten?
Lösung: zerbricht bezeichnet einen Vorgang. — Die Tasse verändert sich. Deshalb bezeichnet das Verb hier einen Vorgang.
Frage 2 von 2MittelWarum ist liegt in „Die Mütze liegt im Schrank“ ein Verb?
Lösung: Es lässt sich konjugieren und bezeichnet hier einen Zustand. — liegt gehört zur Grundform liegen und kann als ich liege, du liegst oder wir liegen verändert werden.
Vollverben, Hilfsverben und Modalverben

Manchmal enthält ein Satz mehrere Verben. Dann übernehmen sie unterschiedliche Aufgaben.

Definition

Vollverb

Ein Vollverb trägt die hauptsächliche Bedeutung. Es kann in einem einfachen Satz allein als Verb stehen: „Tom lacht.“ oder „Julia singt.“

Definition

Hilfsverb

Ein Hilfsverb hilft bei der Bildung einer mehrteiligen Verbform. Wichtige Hilfsverben sind sein, haben und werden.

  • Tom hat gelacht.
  • Petra ist geschwommen.
  • Lea und Theo werden gehen.

In diesen Sätzen tragen hat, ist und werden die Personalform. gelacht, geschwommen und gehen gehören zu den jeweiligen Vollverben.

sein, haben und werden können je nach Satz auch selbst die Hauptaussage tragen: „Ich habe Hunger“ oder „Ich bin glücklich.“ Du entscheidest ihre Aufgabe deshalb immer im Satz.

Definition

Modalverb

Ein Modalverb verändert die Aussage eines Vollverbs. Es kann zum Beispiel Möglichkeit, Pflicht, Wunsch oder Erlaubnis ausdrücken. Modalverben sind dürfen, können, mögen, müssen, sollen und wollen.

  • Ich kann vorlesen.
  • Du darfst gehen.
  • Er muss kommen.

Das Modalverb wird konjugiert. Das zugehörige Vollverb steht gewöhnlich in der Grundform: kann vorlesen, darf gehen, muss kommen.

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Frage 1 von 3LeichtWelches Wort ist in „Tom hat gelacht“ das Hilfsverb?
Lösung: hathat hilft hier bei der Bildung der mehrteiligen Verbform hat gelacht.
Frage 2 von 3MittelWelche Ergänzung ist richtig: „Wir ___ heute vorlesen.“?
Lösung: können — Das Modalverb muss zur 1. Person Mehrzahl wir passen. Das Vollverb vorlesen bleibt in der Grundform.
Frage 3 von 3MittelWelche Aussage über „Ich habe Hunger“ trifft zu?
Lösung: habe trägt hier selbst die Hauptaussage des Prädikats. — Ob haben als Hilfsverb dient, lässt sich nur aus seiner Verwendung im Satz erkennen.
Warum „Zeitwort“ nur ein Merkname ist

Verben können Formen für verschiedene Zeitstufen bilden. Daher stammt die Bezeichnung Zeitwort.

  • Gegenwart: „Lea und Theo gehen ins Theater.“
  • Vergangenheit: „Lea und Theo gingen ins Theater.“

Die Verbform legt die zeitliche Bedeutung eines Satzes aber nicht immer allein fest.

Beispiel

„Morgen fahre ich nach Berlin.“

fahre steht in einer Präsensform. Das Wort morgen zeigt jedoch, dass die Fahrt in der Zukunft liegt. Grammatische Form und gemeinte Zeit können also auseinandergehen.

Auch ein Verb wie sein oder wissen bezeichnet nicht einfach „Zeit“. Umgekehrt drücken Wörter wie gestern, jetzt und morgen unmittelbar Zeit aus, sind aber keine Verben.

Merke

„Zeitwort“ erinnert daran, dass deutsche Verben Zeitformen bilden können. Es bedeutet nicht, dass jedes Verb einen Zeitpunkt nennt oder dass allein die Verbform die gemeinte Zeit bestimmt.

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Frage 1 von 1SchwerWas zeigt der Satz „Morgen fahre ich nach Berlin“?
Lösung: Eine Präsensform kann durch den Kontext etwas Zukünftiges bezeichnen. — Die grammatische Form ist Präsens. Der Zukunftsbezug entsteht durch morgen und den Satzzusammenhang.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Verb
    • erkennen
      • konjugierbar
      • Kern des Prädikats
    • Formen
      • Grundform
      • Personalform
    • Bedeutung
      • Tätigkeit
      • Vorgang
      • Zustand
    • Aufgaben im Satz
      • Vollverb
      • Hilfsverb
      • Modalverb
    • Merkname Zeitwort
      • erinnert an Zeitformen
      • bestimmt nicht allein die gemeinte Zeit
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Reihe enthält ausschließlich Verben in der Grundform?
Lösung: lachen, gehen, wissen — Grundformen sind die Wörterbuchformen lachen, gehen und wissen.
Frage 2 von 4MittelWelche Verbform ergänzt den Satz richtig: „Du ___ das Buch lesen.“?
Lösung: kannst — Zur 2. Person Einzahl du gehört kannst; das Vollverb lesen bleibt in der Grundform.
Frage 3 von 4MittelWelche Analyse von „Petra ist geschwommen“ stimmt?
Lösung: ist ist das Hilfsverb; geschwommen gehört zum Vollverb schwimmen. — Die mehrteilige Verbform besteht aus dem Hilfsverb ist und der Form geschwommen des Vollverbs.
Frage 4 von 4SchwerWelche Erklärung zu „Morgen werden Lea und Theo schwimmen“ ist vollständig richtig?
Lösung: werden ist die Personalform des Hilfsverbs, schwimmen die Grundform des Vollverbs und morgen gibt den Zeitbezug an. — In der mehrteiligen Verbform trägt werden die Anpassung an das Subjekt. Das Vollverb bleibt als schwimmen in der Grundform.

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