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Infinitiv einfach erklärt: mit und ohne zu

Infinitiv einfach erklärt: mit und ohne zu
Infinitiv einfach erklärt: mit und ohne zu
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Der Infinitiv ist die Grundform eines Verbs: lesen, handeln, aufstehen. Er ist nicht an eine Person gebunden. Je nach Satz steht er ohne zu, mit zu oder als großgeschriebenes Substantiv.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du einen Infinitiv?

Eine finite Verbform ist an Person und Zahl angepasst: ich lese, du liest, wir lesen. Der einfache Infinitiv trägt diese Merkmale nicht: lesen.

Viele Infinitive enden auf -en:

  • mach-en
  • les-en
  • geh-en

Nach einem Stamm auf -el oder -er steht häufig nur -n:

  • handel-n
  • meister-n
Definition

Infinitiv

Der Infinitiv ist die ungebeugte Grund- oder Nennform eines Verbs. In dieser Form findest du ein Verb gewöhnlich auch im Wörterbuch.

Beispiel

Im Satz Du schreibst eine Nachricht ist schreibst finit: Die Endung passt zu du.

In Du willst eine Nachricht schreiben ist schreiben der Infinitiv. Das Modalverb willst trägt die Merkmale der Person und Zahl.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Form ist ein Infinitiv?
Lösung: schreiben — Schreiben ist die ungebeugte Grundform. Geschrieben ist ein Partizip.
Wann steht der Infinitiv ohne zu?

Nach Modalverben wie können, müssen, sollen, wollen steht der Infinitiv ohne zu:

  • Wir müssen heute lernen.
  • Mia kann gut schwimmen.

Auch bei bestimmten Verben der Bewegung, Wahrnehmung oder Veranlassung kommt der reine Infinitiv vor:

  • Wir gehen einkaufen.
  • Ich höre sie singen.
  • Er lässt sein Fahrrad reparieren.

Mit werden bildet der Infinitiv das Futur I:

  • Wir werden morgen fahren.
Merke

Nach einem Modalverb steht der Infinitiv ohne zu: Du kannst das schaffen.

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Frage 1 von 1MittelWelcher Satz ist richtig gebildet?
Lösung: Wir wollen früher aufstehen. — Wollen ist ein Modalverb. Deshalb folgt der reine Infinitiv aufstehen.
Wann brauchst du einen Infinitiv mit zu?

Nach Verben und Wendungen wie versuchen, hoffen, planen, anfangen oder Lust haben steht häufig ein Infinitiv mit zu:

  • Ich versuche, ruhig zu bleiben.
  • Wir hoffen, das Spiel zu gewinnen.
  • Sie hat Lust, ins Kino zu gehen.

Ein Infinitiv kann durch weitere Wörter ergänzt werden. Dann entsteht eine Infinitivgruppe:

  • einfacher Infinitiv: zu gewinnen
  • Infinitivgruppe: das nächste Spiel zu gewinnen

Die Konstruktionen um … zu, ohne … zu und (an)statt … zu haben besondere Aufgaben:

  • Zweck: Ich übe, um sicherer zu sprechen.
  • fehlende Begleithandlung: Er ging, ohne sich zu verabschieden.
  • Alternative: Sie liest, anstatt fernzusehen.

Vor diesen Infinitivgruppen steht ein Komma.

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Frage 1 von 1MittelWelche Ergänzung drückt einen Zweck aus?
Lösung: Lea übt täglich, um den Text flüssig vorzulesen. — Um … zu beantwortet hier die Frage: Wozu übt Lea täglich?
Wer führt die Handlung im Infinitivsatz aus?

Ein Infinitivsatz nennt normalerweise kein eigenes Subjekt. Du musst deshalb aus dem Hauptsatz erschließen, wer die Handlung ausführt.

Beispiel

Ich hoffe, bald sicher zu schwimmen.

Das Subjekt ich gehört zu hoffe. Zugleich ist klar: Ich möchte selbst sicher schwimmen.

Der Trainer bittet Nina, langsamer zu laufen.

Hier führt Nina die Handlung laufen aus. Der gedachte Handlungsträger entspricht dem Objekt Nina.

Soll eine andere Person handeln und ist diese Zuordnung nicht eindeutig, brauchst du einen Satz mit dass:

  • Ich hoffe, dass du bald sicher schwimmst.

Die Verkürzung Ich hoffe, bald sicher zu schwimmen würde dagegen bedeuten, dass ich schwimmen möchte.

Merke

Frage bei einem Infinitivsatz immer: Wer soll die Handlung des Infinitivs ausführen? Ist diese Person nicht eindeutig, ist ein dass-Satz oft klarer.

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Frage 1 von 1SchwerWas bedeutet der Satz Mira verspricht Tom, pünktlich zu kommen am naheliegendsten?
Lösung: Mira verspricht, dass Mira pünktlich kommt. — Beim Verb versprechen bezieht sich der Infinitiv hier auf das Subjekt Mira.
Wo steht zu und wann wird großgeschrieben?

Bei einem einfachen Verb steht zu vor dem Infinitiv:

  • zu lesen
  • zu handeln

Bei einem trennbaren Verb wird zu zwischen Vorsilbe und Verbstamm eingeschoben. Die Form wird zusammengeschrieben:

  • aufstehen → aufzustehen
  • abschließen → abzuschließen
  • einschlafen → einzuschlafen

Bei einem untrennbaren Verb bleibt zu davor:

  • entdecken → zu entdecken

Wird der Infinitiv wie ein Substantiv verwendet, schreibst du ihn groß:

  • Das Lesen macht Spaß.
  • Beim Schreiben höre ich Musik.

Der Infinitiv kann außerdem als unpersönliche Aufforderung dienen:

  • Bitte einsteigen!
  • Nicht anfassen!
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Frage 1 von 2MittelWelche Form ist richtig?
Lösung: Wir versuchen, morgen früher aufzustehen. — Aufstehen ist trennbar. Deshalb lautet der Infinitiv mit zu: aufzustehen.
Frage 2 von 2MittelIn welchem Satz ist die Großschreibung richtig?
Lösung: Das Schwimmen fällt mir leicht. — In das Schwimmen ist der Infinitiv substantiviert. Nach möchte steht dagegen der kleingeschriebene Infinitiv schwimmen.
Vertiefung: Infinitive in Aktiv und Passiv

Infinitive können nicht nur Aktiv und Passiv, sondern auch Präsens und Perfekt unterscheiden. Sie bleiben trotzdem infinit, weil sie nicht an eine Person angepasst sind.

FormBeispiel mit lesenBedeutung
Präsens AktivlesenDie Handlung wird ausgeführt.
Perfekt Aktivgelesen habenDie Handlung ist bereits abgeschlossen.
Präsens Passivgelesen werdenDie Handlung richtet sich auf etwas; die handelnde Person kann ungenannt bleiben.
Perfekt Passivgelesen worden seinDie passive Handlung ist bereits abgeschlossen.
Beispiel

Aktiv: Kim behauptet, das Buch gelesen zu haben.

Kim sagt, dass sie das Lesen bereits abgeschlossen hat.

Passiv: Das Buch scheint gelesen worden zu sein.

Hier steht das Buch im Mittelpunkt. Wer es gelesen hat, wird nicht genannt.

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Frage 1 von 1MittelWelche Form ist ein Infinitiv Perfekt Passiv?
Lösung: gelesen worden sein — Partizip 2 + worden sein bildet hier den Infinitiv Perfekt Passiv.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Infinitiv
    • Grundform ohne Person und Zahl
    • ohne zu nach Modalverben und in weiteren festen Verbindungen
    • mit zu nach bestimmten Verben und Wendungen
    • Handlungsträger aus dem Hauptsatz
    • eingeschobenes zu bei trennbaren Verben
    • Großschreibung bei Substantivierung
    • Aktiv- und Passivformen als Vertiefung
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelches Wort ist im Satz Wir werden morgen starten der Infinitiv?
Lösung: starten — Starten ist die ungebeugte Grundform. Zusammen mit werden bildet sie das Futur I.
Frage 2 von 4MittelWelcher Satz verwendet den Infinitiv richtig?
Lösung: Jana versucht, die Aufgabe allein zu lösen. — Bei dem einfachen Verb lösen steht zu getrennt davor: zu lösen.
Frage 3 von 4SchwerWelcher Satz drückt eindeutig aus, dass Ben die Präsentation hält?
Lösung: Mia hofft, dass Ben die Präsentation hält. — Wenn eine andere ausdrücklich genannte Person handeln soll, macht der dass-Satz die Zuordnung eindeutig.
Frage 4 von 4SchwerWelche Überarbeitung ist vollständig richtig?
Lösung: Statt fernzusehen, versucht Amir früher einzuschlafen. — Statt … zu wird durch ein Komma abgetrennt. Bei einschlafen wird zu eingeschoben: einzuschlafen.

Kannst du bei jedem Infinitiv erklären, warum er mit oder ohne zu steht und wer die Handlung ausführt, hast du die wichtigsten Entscheidungen sicher im Griff.

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