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Modalverben: Bedeutung, Formen und Satzbau

Modalverben: Bedeutung, Formen und Satzbau
Modalverben: Bedeutung, Formen und Satzbau
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Modalverben verändern die Aussage eines anderen Verbs. Sie zeigen zum Beispiel, ob du etwas kannst, darfst, musst, sollst oder willst. Auf dieser Seite lernst du ihre Bedeutungen, Formen und Satzstellung kennen und kannst sie anschließend sicher unterscheiden.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was drücken Modalverben aus?

Die sechs Kernmodalverben sind dürfen, können, mögen, müssen, sollen und wollen. Sie verändern die Aussageabsicht eines Verbs. Das bedeutet: Die Handlung bleibt ähnlich, aber ihre Bewertung ändert sich.

Definition

Modalverb

Ein Modalverb zeigt, wie eine Handlung eingeschätzt wird: als möglich, erlaubt, notwendig, verlangt oder gewollt. Meist steht es zusammen mit einem weiteren Verb im Infinitiv, der Grundform des Verbs.

Vergleiche:

  • Peter putzt. – Die Handlung wird nur genannt.
  • Peter muss putzen. – Die Handlung ist notwendig.
  • Peter darf putzen. – Die Handlung ist erlaubt.
  • Peter will putzen. – Peter hat die Absicht zu putzen.
ModalverbHäufige BedeutungBeispiel
könnenFähigkeit oder MöglichkeitMira kann gut schwimmen.
müssenNotwendigkeit oder PflichtWir müssen pünktlich starten.
sollenAuftrag, Aufforderung oder RatschlagIch soll die Tür schließen.
dürfenErlaubnisDu darfst heute länger aufbleiben.
wollenWille oder AbsichtSie will Ärztin werden.
mögenVorliebe oder GefallenIch mag Schokolade.

Möchten ist ein Sonderfall. Es ist formal der Konjunktiv II von mögen, wird heute aber meist wie ein eigenes Modalverb für höfliche Wünsche verwendet: Ich möchte einen Tee.

Beispiel

Der Satz Lea fährt mit dem Bus erhält durch verschiedene Modalverben unterschiedliche Bedeutungen:

  • Lea kann mit dem Bus fahren. – Es ist möglich.
  • Lea muss mit dem Bus fahren. – Es ist notwendig.
  • Lea darf mit dem Bus fahren. – Es ist erlaubt.
  • Lea soll mit dem Bus fahren. – Jemand hat es ihr aufgetragen oder empfohlen.
  • Lea will mit dem Bus fahren. – Sie hat diese Absicht.
Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelches Modalverb bezeichnet in der Regel eine Fähigkeit?
Lösung: können — Eine Fähigkeit drückst du normalerweise mit können aus: Ich kann schwimmen.
Frage 2 von 2MittelWelcher Satz formuliert einen höflichen Wunsch?
Lösung: Ich möchte einen Kakao. — Möchten lässt einen Wunsch höflicher und weicher wirken als wollen.
Wie stehen Modalverb und Vollverb im Satz?

Das Verb, das die eigentliche Handlung oder den Zustand bezeichnet, heißt Vollverb. In Du kannst schnell laufen ist laufen das Vollverb.

Das Modalverb wird an die Person angepasst. Es ist damit die finite Verbform. Das Vollverb bleibt als Infinitiv, also in seiner Grundform.

Im Aussagesatz entsteht meist eine Verbklammer:

  1. Das finite Modalverb steht an zweiter Satzposition.
  2. Das Vollverb steht ohne zu im Infinitiv am Satzende.
Beispiel

Wir müssen morgen für den Test lernen.

  • Wir besetzt die erste Satzposition.
  • müssen ist das finite Modalverb an zweiter Position.
  • lernen ist der Infinitiv am Satzende.
  • morgen für den Test steht zwischen den beiden Verbteilen.
Merke

Im Aussagesatz gilt meistens: *finites Modalverb an Position 2, Infinitiv ohne zu am Ende*.

Manchmal fehlt das Vollverb, weil die Situation eindeutig ist:

  • Kannst du Deutsch sprechen?Kannst du Deutsch?
  • Willst du eine Pizza essen?Willst du eine Pizza?
  • Ich muss jetzt gehen.Ich muss jetzt los.
Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Im Satz „Ben heute länger “ ist muss das und arbeiten der .

Lösungen: Lücke 1: muss; Lücke 2: arbeiten; Lücke 3: finite Modalverb; Lücke 4: Infinitiv. Das Modalverb wird an die Person angepasst. Das Vollverb steht ohne zu im Infinitiv am Satzende.
Wie werden Modalverben im Präsens gebildet?

Modalverben werden unregelmäßig gebildet. Besonders auffällig: Die Formen für ich und er, sie, es sind jeweils gleich und haben keine Personalendung.

Persondürfenkönnenmögenmüssensollenwollenmöchten
ichdarfkannmagmusssollwillmöchte
dudarfstkannstmagstmusstsollstwillstmöchtest
er/sie/esdarfkannmagmusssollwillmöchte
wirdürfenkönnenmögenmüssensollenwollenmöchten
ihrdürftkönntmögtmüsstsolltwolltmöchtet
sie/Siedürfenkönnenmögenmüssensollenwollenmöchten
Beispiel

Gesucht ist die richtige Form von können:

  • Ich kann den Text lesen.
  • Du kannst den Text lesen.
  • Mila kann den Text lesen.
  • Wir können den Text lesen.

Du bestimmst zuerst das Subjekt. Danach wählst du die passende Personalform des Modalverbs. Der Infinitiv lesen verändert sich nicht.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Form ergänzt den Satz richtig: „Ihr ___ heute früher gehen“?
Lösung: dürft — Zum Personalpronomen ihr gehört die Form dürft.
Frage 2 von 2MittelWelche Form ergänzt den Satz richtig: „Meine Schwester ___ gut zeichnen“?
Lösung: kann — Meine Schwester lässt sich durch sie ersetzen. Die richtige Form lautet daher kann.
Warum sind „nicht müssen“ und „nicht dürfen“ verschieden?

Die Verneinung verändert die Bedeutung dieser beiden Modalverben auf unterschiedliche Weise:

  • nicht müssen bedeutet: Es besteht keine Notwendigkeit. Die Handlung ist trotzdem möglich.
  • nicht dürfen bedeutet: Die Handlung ist verboten.
Beispiel

Du musst heute nicht trainieren.

Du kannst trainieren, aber es ist nicht notwendig.

Du darfst heute nicht trainieren.

Du sollst nicht trainieren; es ist nicht erlaubt.

Merke

Nicht müssen hebt eine Pflicht auf. Nicht dürfen spricht ein Verbot aus.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelDu hast keine Hausaufgaben auf. Welcher Satz gibt das richtig wieder?
Lösung: Ich muss heute keine Hausaufgaben machen. — Wenn etwas nicht notwendig ist, verwendest du nicht müssen.
Frage 2 von 2SchwerAuf einem Schild steht, dass Schwimmen verboten ist. Welcher Satz passt?
Lösung: Man darf hier nicht schwimmen. — Ein Verbot wird mit nicht dürfen ausgedrückt.
Vertiefung: Objektive und subjektive Bedeutung

Modalverben können äußere Bedingungen beschreiben oder eine Einschätzung wiedergeben.

Definition

Objektiver Gebrauch

Beim objektiven Gebrauch bezeichnet das Modalverb zum Beispiel eine wirkliche Erlaubnis, Fähigkeit, Pflicht oder einen Auftrag.

Definition

Subjektiver Gebrauch

Beim subjektiven Gebrauch zeigt das Modalverb, wie jemand eine Aussage einschätzt: als Vermutung, Schlussfolgerung, Fremdaussage oder Behauptung.

ModalverbObjektiver GebrauchSubjektiver Gebrauch
müssenIch muss morgen arbeiten. – NotwendigkeitDas muss der Hausmeister sein. – Schlussfolgerung
dürfenDu darfst hier sitzen. – ErlaubnisDas dürfte stimmen. – vorsichtige Vermutung
könnenEr kann schwimmen. – FähigkeitEr kann schon zu Hause sein. – Vermutung
sollenIch soll dich anrufen. – AuftragEr soll sehr reich sein. – wiedergegebene Fremdaussage
wollenSie will gehen. – AbsichtSie will nichts bemerkt haben. – eigene Behauptung der genannten Person
Beispiel

Das muss die richtige Lösung sein. beschreibt keine Pflicht. Die sprechende Person zieht aus ihren Beobachtungen eine Schlussfolgerung.

Du musst die Aufgabe lösen. bezeichnet dagegen eine Notwendigkeit oder Pflicht.

Du erkennst die Bedeutung also nicht allein am Modalverb. Du musst den gesamten Satz und seinen Zusammenhang beachten.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWie wird müssen in „Das muss unser neuer Lehrer sein“ verwendet?
Lösung: als subjektive Schlussfolgerung — Das Modalverb drückt hier aus, dass die sprechende Person ihre Vermutung für sehr wahrscheinlich hält.
Frage 2 von 2SchwerWelcher Satz gibt eine Fremdaussage wieder?
Lösung: Die Schauspielerin soll in Berlin wohnen. — Im ersten Satz bedeutet sollen: Andere berichten, dass die Schauspielerin in Berlin wohnt. Im zweiten Satz bezeichnet es einen Auftrag.
Vertiefung: Perfekt, Passiv und verwandte Formen

Modalverb im Perfekt

Steht neben dem Modalverb ein Vollverb, verwendet man im Perfekt den Ersatzinfinitiv. Das Modalverb erscheint dann ebenfalls als Infinitiv:

  • Präsens: Ich muss arbeiten.
  • Perfekt: Ich habe arbeiten müssen.

Ohne weiteres Vollverb kann das Partizip II des Modalverbs stehen:

  • Das habe ich nicht gewollt.
  • Ich habe dich immer gemocht.

Modalverb im Passiv

Ein Modalverb kann auch mit dem Vorgangspassiv verbunden werden:

finites Modalverb + Partizip II des Vollverbs + werden
  • Das Auto muss gewaschen werden.
  • Die Regeln sollen eingehalten werden.
  • Der Vertrag darf nicht verletzt werden.

Das Modalverb bleibt finit. Gewaschen ist das Partizip II und werden der Infinitiv, der das Passiv bildet.

Modalverben und halbmodale Ausdrücke

Klassische Modalverben stehen mit einem Infinitiv ohne zu:

  • Ich muss lernen.

Einige verwandte Ausdrücke verlangen dagegen zu + Infinitiv:

  • Ich brauche nicht zu lernen.
  • Er scheint müde zu sein.
  • Sie versucht, Deutsch zu lernen.
Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelcher Perfektsatz ist richtig gebildet?
Lösung: Wir haben lange warten müssen. — Mit einem zusätzlichen Vollverb stehen im Perfekt beide Verben im Infinitiv: warten müssen.
Frage 2 von 2SchwerWelcher Satz enthält ein Modalverb im Passiv?
Lösung: Die Tür muss geschlossen werden. — Im Modalverb-Passiv folgen auf das finite Modalverb das Partizip II und werden: muss geschlossen werden.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Modalverben
    • Grundbedeutungen: Fähigkeit, Möglichkeit, Erlaubnis, Pflicht, Auftrag und Wille
    • Satzbau: finites Modalverb an Position 2 und Infinitiv ohne *zu* am Ende
    • Formen: unregelmäßiges Präsens und gleiche Formen bei ich sowie er, sie, es
    • Verneinung: nicht müssen bedeutet keine Notwendigkeit; nicht dürfen bedeutet Verbot
    • Gebrauch: objektive Bedingung oder subjektive Einschätzung
    • Vertiefung: Ersatzinfinitiv im Perfekt und Verbindung mit dem Passiv
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 5LeichtWelcher Satz enthält ein Modalverb und einen Infinitiv?
Lösung: Wir wollen morgen wandern. — In wollen wandern ist wollen das finite Modalverb und wandern der Infinitiv.
Frage 2 von 5MittelWelcher Satz ist richtig gebildet?
Lösung: Du musst heute dein Zimmer aufräumen. — Das Modalverb wird an du angepasst. Der Infinitiv aufräumen steht ohne zu am Satzende.
Frage 3 von 5MittelWelcher Satz bedeutet, dass die Teilnahme freiwillig ist?
Lösung: Du musst nicht teilnehmen. — Nicht müssen bedeutet, dass keine Pflicht besteht. Nicht dürfen würde ein Verbot ausdrücken.
Frage 4 von 5SchwerIn welchem Satz drückt das Modalverb eine subjektive Einschätzung aus?
Lösung: Das dürfte die beste Lösung sein. — Dürfte kennzeichnet im ersten Satz eine vorsichtige Vermutung. Der zweite Satz formuliert eine Erlaubnis.
Frage 5 von 5SchwerWelche Verbgruppe ist ein Modalverb-Passiv?
Lösung: muss repariert werden — Im Modalverb-Passiv stehen ein finites Modalverb, das Partizip II des Vollverbs und werden zusammen.

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