Konjugation: Verben richtig beugen

Konjugation: Verben richtig beugen
Konjugation: Verben richtig beugen
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Konjugieren bedeutet: Du veränderst ein Verb so, dass es zum Subjekt und zur gemeinten Aussage passt. Aus der Grundform gehen wird zum Beispiel ich gehe, du gehst oder wir gehen.

Auf dieser Seite lernst du vor allem die Konjugation im Präsens. Außerdem erfährst du, welche weiteren Merkmale eine Verbform ausdrücken kann.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran muss eine Verbform angepasst werden?

Ein Verb bezeichnet eine Handlung, einen Vorgang oder einen Zustand. Die unveränderte Grundform heißt Infinitiv, zum Beispiel lernen, gehen oder sein.

Eine konjugierte Form heißt Personalform oder finite Verbform. Sie zeigt mindestens, wer handelt und ob eine oder mehrere Personen gemeint sind.

Definition

Person und Numerus

Die Person zeigt, wer spricht oder handelt: die 1., 2. oder 3. Person. Der Numerus zeigt die Anzahl: Singular bedeutet Einzahl, Plural bedeutet Mehrzahl.

PersonSingularPlural
1. Personichwir
2. Personduihr
3. Personer, sie, essie

Ein Nomen kann ein Personalpronomen ersetzen:

  • Mila lernt. entspricht Sie lernt.
  • Mila und Ben lernen. entspricht Sie lernen.

So bestimmst du die passende Form:

  1. Finde das Subjekt: Wer oder was handelt?
  2. Bestimme Person und Numerus.
  3. Bilde die dazugehörige Verbform.
Beispiel

Im Satz Die Kinder spielen im Hof ist die Kinder das Subjekt. Es steht im Plural und lässt sich durch sie ersetzen. Deshalb lautet die Verbform spielen.

Im Satz Das Kind spielt im Hof lässt sich das Subjekt durch es ersetzen. Es ist die 3. Person Singular. Deshalb lautet die Form spielt.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Angabe beschreibt wir richtig?
Lösung: 1. Person Plural — Die sprechende Person gehört bei wir zur Gruppe: 1. Person Plural.
Frage 2 von 2MittelWelche Verbform passt zu Mara und Ali?
Lösung: Mara und Ali lernen. — Mara und Ali sind mehrere Personen. Zur 3. Person Plural gehört lernen.
Wie konjugierst du regelmäßige Verben im Präsens?

Bei einem regelmäßigen Verb bleibt der Verbstamm gleich. Meist erhältst du den Stamm, indem du beim Infinitiv die Endung -en entfernst:

lernen → lern-

An diesen Stamm setzt du die passende Personalendung.

PersonEndungForm von lernen
ich-eich lerne
du-stdu lernst
er, sie, es-ter lernt
wir-enwir lernen
ihr-tihr lernt
sie-ensie lernen
Merke

Die regelmäßigen Präsensendungen lauten in dieser Reihenfolge: -e, -st, -t, -en, -t, -en.

Beispiel

Du möchtest kaufen für ihr konjugieren.

  1. Der Stamm lautet kauf-.
  2. Ihr ist die 2. Person Plural.
  3. Die passende Endung ist -t.
  4. Stamm und Endung ergeben kauft.

Der vollständige Satz lautet: Ihr kauft ein Heft.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Beim regelmäßigen Verb fragen lautet der Stamm . Deshalb heißt es: ich , du , wir und ihr .

Lösungen: Lücke 1: frag-; Lücke 2: frage; Lücke 3: fragst; Lücke 4: fragen; Lücke 5: fragt. Bei regelmäßigen Verben bleibt der Stamm gleich. Du ergänzt die Endung, die zu Person und Numerus gehört.
Welche Schreibsonderfälle gibt es?

Die Grundendungen bleiben wichtig. Manchmal wird die Form jedoch an die Aussprache oder Schreibung angepasst.

Ein zusätzliches e

Bei Stämmen auf -d oder -t wird in einigen Formen ein e eingeschoben. Dadurch lässt sich die Form leichter aussprechen.

Personarbeitenmelden
icharbeitemelde
duarbeitestmeldest
er, sie, esarbeitetmeldet
wirarbeitenmelden
ihrarbeitetmeldet
siearbeitenmelden

Kein zusätzliches s

Endet der Stamm auf s, ß, x oder z, erhält die 2. Person Singular kein weiteres s. Die Form endet auf -t:

  • heißen → du heißt
  • reisen → du reist
  • mixen → du mixt
  • heizen → du heizt

Verben auf -eln

Nicht alle Infinitive enden genau auf -en. Bei Verben auf -eln kann in der 1. Person Singular ein e entfallen:

sammeln → ich sammle

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Frage 1 von 2LeichtWelche Form ist richtig?
Lösung: du arbeitest — Bei arbeiten lautet die Form für du: arbeitest.
Frage 2 von 2MittelWelche Form passt zu du?
Lösung: du heißt — Bei Stämmen auf s, ß, x oder z endet die Form der 2. Person Singular praktisch auf -t.
Was geschieht bei unregelmäßigen Verben?

Bei unregelmäßigen Verben genügt das regelmäßige Stamm-plus-Endung-Muster nicht immer. Der Stamm oder sogar die gesamte Form kann sich verändern.

Bei vielen Verben betrifft ein Stammvokalwechsel im Präsens die Formen für du und er, sie, es:

Infinitivichduer, sie, eswirihrsie
laufenlaufeläufstläuftlaufenlauftlaufen
lesenleseliestliestlesenlestlesen
essenesseisstisstessenesstessen
nehmennehmenimmstnimmtnehmennehmtnehmen
Beispiel

Im Satz Du liest eine Geschichte passt die Form lest, die sich ohne den Stammvokalwechsel ergeben würde, nicht.

Das Verb lesen verändert in der 2. Person Singular seinen Stammvokal von e zu ie. Die richtige Form lautet deshalb liest.

Einige sehr häufige Verben besitzen besondere Formen:

Personseinhabenkönnen
ichbinhabekann
dubisthastkannst
er, sie, esisthatkann
wirsindhabenkönnen
ihrseidhabtkönnt
siesindhabenkönnen
Merke

Prüfe bei einem unregelmäßigen Verb nicht nur die Endung. Achte auch darauf, ob sich der Stamm verändert oder eine besondere Form gebraucht wird.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Form gehört zu du?
Lösung: du nimmst — Die 2. Person Singular von nehmen lautet du nimmst.
Frage 2 von 2MittelWelche Ergänzung ist richtig: Mia ___ ein Buch.
Lösung: liest — Mia ist die 3. Person Singular. Bei lesen lautet diese Form liest.
Wie funktionieren trennbare und reflexive Verben?

Manche Verben bestehen aus einem Verb und einer abtrennbaren Partikel. Solche Verben heißen trennbare Verben oder Partikelverben.

Bei vorlesen wird lesen konjugiert. Die Partikel vor steht im einfachen Aussagesatz am Ende:

PersonForm
ichich lese vor
dudu liest vor
er, sie, eser liest vor
wirwir lesen vor
ihrihr lest vor
siesie lesen vor
Beispiel

Aus vorlesen und dem Subjekt du wird nicht du vorliest, sondern: Du liest der Klasse vor.

Die Form liest zeigt die Konjugation. Die Partikel vor bleibt erhalten und steht am Satzende.

Bei einer reflexiven Verwendung bezieht sich die Handlung auf das Subjekt zurück. Dann brauchst du zusätzlich ein passendes Reflexivpronomen:

PersonReflexivpronomenBeispiel
ichmichich freue mich
dudichdu freust dich
er, sie, essichsie freut sich
wirunswir freuen uns
ihreuchihr freut euch
siesichsie freuen sich

Das Pronomen hängt von Person und Numerus ab. Das Verb selbst wird weiterhin konjugiert.

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Frage 1 von 2MittelWelcher Satz ist richtig gebildet?
Lösung: Du liest die Geschichte vor. — Vorlesen übernimmt die Form von lesen: du liest. Die Partikel steht am Ende.
Frage 2 von 2MittelWelche Ergänzung passt: Wir freuen ___ auf das Spiel.
Lösung: uns — Verbform und Reflexivpronomen müssen beide zu wir passen: Wir freuen uns.
Welche weiteren Merkmale kann Konjugation ausdrücken?

Eine vollständige Verbform wird nicht nur durch Person und Numerus bestimmt. Auch weitere grammatische Merkmale können eine Rolle spielen:

  • Das Tempus bezeichnet die grammatische Zeitform, etwa Präsens, Präteritum oder Perfekt.
  • Der Modus zeigt die Aussageweise, zum Beispiel Indikativ, Imperativ oder Konjunktiv.
  • Das Genus Verbi unterscheidet Aktiv und Passiv.

Vergleiche:

  • ich lerne: 1. Person Singular, Präsens
  • wir lernten: 1. Person Plural, Präteritum
  • wir haben gelernt: 1. Person Plural, Perfekt

Bei regelmäßigen Verben bleibt der Stamm auch im Präteritum erhalten. Hinzu kommt -te mit der passenden Personalendung:

  • ich spielte
  • du spieltest
  • wir spielten

Unregelmäßige Verben können im Präteritum den Stamm verändern:

  • singen → ich sang
  • gehen → ich ging
  • lesen → ich las
Gut zu wissen

Die einzelnen Zeitformen haben eigene Bildungsregeln und Aufgaben. Für die Grundidee der Konjugation reicht zunächst diese Entscheidung: Welche Person, welcher Numerus und welche Zeitform sind gemeint?

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Frage 1 von 2MittelWelche Bestimmung passt zu wir haben gelesen?
Lösung: 1. Person Plural, Perfekt — Wir zeigt die 1. Person Plural. Die Verbindung aus haben und gelesen bildet hier das Perfekt.
Frage 2 von 2SchwerWelche Veränderung zeigt den Unterschied zwischen regelmäßigem und unregelmäßigem Präteritum am besten?
Lösung: spielen → spielte, aber singen → sangSpielte bewahrt den Stamm und enthält -te. Bei sang hat sich der Stamm verändert.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Konjugation
    • Grundform
      • Infinitiv und Verbstamm
    • Anpassung
      • Person und Numerus
      • Tempus, Modus und Aktiv oder Passiv
    • regelmäßige Verben
      • Stamm plus Personalendung
      • Schreibsonderfälle prüfen
    • unregelmäßige Verben
      • Stammwechsel oder besondere Form
    • mehrteilige Formen
      • trennbare Partikel erhalten
      • passendes Reflexivpronomen ergänzen

Gehe beim Konjugieren in dieser Reihenfolge vor:

  1. Bestimme den Infinitiv.
  2. Finde das Subjekt.
  3. Bestimme Person und Numerus.
  4. Beachte die gewünschte Zeitform.
  5. Prüfe, ob das Verb regelmäßig oder unregelmäßig ist.
  6. Ergänze die richtige Endung und beachte Schreibsonderfälle.
  7. Setze bei Bedarf eine Partikel oder ein Reflexivpronomen ein.
Abschluss-Check
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Frage 1 von 5LeichtWelche Endung gehört beim regelmäßigen Präsens zu ihr?
Lösung: -t — Für ihr lautet die regelmäßige Präsensendung -t, zum Beispiel ihr lernt.
Frage 2 von 5MittelWelche Form ergänzt den Satz richtig: Das Kind ___ auf den Bus.
Lösung: wartet — Das Kind ist die 3. Person Singular. Die richtige Form lautet wartet.
Frage 3 von 5MittelWelcher Satz ist richtig?
Lösung: Ihr lest den Text vor. — Das Grundverb ist lesen. Für ihr lautet die Form lest; die Partikel vor steht am Ende.
Frage 4 von 5SchwerIn welchem Satz sind Verbform und Reflexivpronomen beide richtig angepasst?
Lösung: Wir melden uns für den Kurs an. — Zu wir passen melden und das Reflexivpronomen uns. Die Partikel an steht am Satzende.
Frage 5 von 5SchwerWarum ist du liest unregelmäßig?
Lösung: Der Stammvokal von lesen verändert sich, und es entsteht die besondere Form liest. — Du ist Singular. Die Unregelmäßigkeit liegt im Stammwechsel von les- zu lies- und in der Form liest.

Wenn du unsicher bist, prüfe zuerst Subjekt, Person und Numerus. Entscheide danach, ob das Verb dem regelmäßigen Muster folgt oder eine besondere Form braucht.

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