Bewerbung und Lebenslauf schreiben: So geht’s
Eine gute Bewerbung zeigt gezielt und belegbar, warum du zu einer bestimmten Stelle passt. Im Anschreiben stellst du diese Verbindung her. Der Lebenslauf liefert dazu übersichtlich geordnete Daten, Stationen, Erfahrungen und Kenntnisse.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Von der Ausschreibung zur passenden Bewerbung
Bevor du schreibst, musst du wissen, was der Betrieb sucht. Markiere in der Ausschreibung Anforderungen wie Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, bestimmte Kenntnisse oder praktische Erfahrungen.
Ordne jeder wichtigen Anforderung einen ehrlichen Beleg aus deinem Leben zu. Ein Beleg ist eine konkrete Erfahrung, an der die genannte Fähigkeit erkennbar wird.
In einer erfundenen Ausschreibung für ein Schülerpraktikum in einer Fahrradwerkstatt werden Sorgfalt, Teamfähigkeit und technisches Interesse genannt.
Eine passende Zuordnung könnte so aussehen:
- Sorgfalt: Du prüfst in der Technik-AG Werkzeuge und räumst sie nach der Arbeit vollständig zurück.
- Teamfähigkeit: Du hast bei einem Schulprojekt Aufgaben mit anderen geplant und zuverlässig erledigt.
- Technisches Interesse: Du reparierst dein Fahrrad unter Anleitung selbst.
Die bloße Aussage „Ich bin teamfähig“ bleibt ungenau. Die Erfahrung aus dem Schulprojekt macht sie nachvollziehbar.
Behauptung plus konkretes Beispiel ergibt einen überzeugenderen Eignungsbeleg.
Das Anschreiben stellt die Verbindung her
Das Anschreiben erklärt klar, persönlich und verständlich, warum du dich um genau diese Stelle bewirbst und warum du dazu passt. Es wiederholt nicht einfach den gesamten Lebenslauf.
Ein gut nachvollziehbarer Aufbau ist:
- Betreff: Nenne die Stelle oder den Praktikumsplatz.
- Anrede: Sprich die angegebene Kontaktperson an; fehlt ein Name, verwende eine allgemeine höfliche Anrede.
- Einstieg: Sage konkret, worauf du dich bewirbst und was dich daran interessiert.
- Eignung: Verbinde wichtige Anforderungen mit belegbaren Erfahrungen oder Kenntnissen.
- Schluss: Formuliere deinen Wunsch nach einem Gespräch oder einer Rückmeldung höflich und selbstbewusst.
- Gruß und Name: Beende das Schreiben passend.
Betreff: Bewerbung um ein Schülerpraktikum in der Fahrradwerkstatt
Sehr geehrte Frau Beispiel,
ich bewerbe mich um das ausgeschriebene Schülerpraktikum, weil ich gern praktisch arbeite und mehr über die Wartung von Fahrrädern lernen möchte.
Sorgfältiges Arbeiten kenne ich aus unserer Technik-AG: Dort kontrolliere ich Werkzeuge nach der Benutzung und dokumentiere fehlende Teile. Bei einem Schulprojekt habe ich außerdem Aufgaben im Team verteilt und Termine eingehalten. Erste Erfahrungen mit Fahrrädern sammle ich bei einfachen Reparaturen unter Anleitung.
Über die Gelegenheit, mich persönlich vorzustellen, freue ich mich.
Mit freundlichen Grüßen
Lea Beispiel
Der Text greift Anforderungen der erfundenen Ausschreibung auf und belegt sie. Er verspricht keine Kenntnisse, die Lea nicht nachweisen kann.
Vermeide Leerformeln wie „Hiermit bewerbe ich mich“ als einzigen Einstieg. Nützlicher ist eine konkrete Verbindung aus Stelle, Interesse und eigener Erfahrung.
Der Lebenslauf macht deinen Weg sichtbar
Ein Lebenslauf ist meist tabellarisch aufgebaut und gewöhnlich ein bis zwei A4-Seiten lang. Er zeigt deine wichtigsten Stationen, Kenntnisse und Erfahrungen schnell erfassbar.
Antichronologisch
Antichronologisch bedeutet: Die jüngste oder aktuelle Station steht zuerst. Danach folgen schrittweise die älteren Stationen.
Zum Kern eines Lebenslaufs gehören:
- Kontaktdaten: Vor- und Nachname, Anschrift, Telefonnummer und seriöse E-Mail-Adresse
- Praktische Erfahrungen: zum Beispiel Praktika, Nebenjobs, freiwillige Tätigkeiten oder Ehrenamt
- Schulbildung: Zeitraum, Schulart, Schulname und erreichter oder angestrebter Abschluss
- Kenntnisse und Qualifikationen: zum Beispiel Sprachen, Softwarekenntnisse, Führerschein, Zertifikate oder passende Weiterbildungen
- Passende Interessen: nur wenn sie etwas Relevantes über dich erkennen lassen
Geburtsdatum, Geburtsort, Staatsangehörigkeit und Familienangaben werden in den zugrunde liegenden Empfehlungen unterschiedlich eingeordnet. Für einen sachlichen Lebenslauf bilden die genannten Kontaktangaben den verlässlichen Kern. Ein Bewerbungsfoto ist freiwillig.
So kann der Abschnitt „Praktische Erfahrungen“ aussehen:
Seit 09/2025 – Technik-AG, Beispielschule
- Werkzeuge prüfen und ordnen
- Arbeitsschritte dokumentieren
- Reparaturaufgaben im Team bearbeiten
03/2025 – Einwöchiges Schülerpraktikum, Musterbetrieb
- Arbeitsplätze vorbereiten
- Materiallisten kontrollieren
- bei einfachen Tätigkeiten unterstützen
Die aktuelle Tätigkeit steht oben. Die Stichpunkte zeigen konkrete Aufgaben statt nur Überschriften.
Nenne bei einer Station Monat und Jahr, Organisation oder Betrieb, deine Rolle und möglichst drei bis fünf kurze Stichpunkte zu wichtigen Aufgaben.
Relevanz, Lücken und Gestaltung prüfen
Ein Lebenslauf ist keine vollständige Sammlung aller Erlebnisse. Wähle aus, was deine Eignung für die konkrete Stelle zeigt. Bei wenig Berufserfahrung können Praktika, Nebenjobs, Schule, Ehrenamt und passende Projekte besonders wichtig sein.
Mit zunehmender Erfahrung darfst du ältere oder für die Stelle unwichtige Details kürzen. Passe den Lebenslauf deshalb für jede Bewerbung an, statt immer dieselbe Fassung zu verschicken.
Zeiträume transparent angeben
Ein Zeitraum ohne Arbeit, Ausbildung oder Praktikum sollte nicht verborgen werden. Unterbrechungen von mehr als zwei Monaten kannst du sachlich benennen, etwa als Orientierungspraktikum, Freiwilligendienst, Au-pair-Aufenthalt, Work and Travel oder Minijob – aber nur, wenn diese Angabe tatsächlich stimmt.
Gestaltung unterstützt den Inhalt
Nutze eine gut lesbare Schrift, klare Überschriften und ein ruhiges, übersichtliches Layout. Farben und Design sollten zum beruflichen Umfeld passen. Eine Vorlage kann die Formatierung erleichtern, entscheidet aber nicht, welche Inhalte relevant sind.
Speichere digitale Bewerbungsunterlagen möglichst als PDF, damit die vorgesehene Anordnung erhalten bleibt. Prüfe die fertige Datei nach dem Export noch einmal.
Anschreiben und Lebenslauf gemeinsam kontrollieren
Beide Dokumente müssen zusammenpassen. Wenn du im Anschreiben eine Erfahrung hervorhebst, sollte die zugehörige Station im Lebenslauf auffindbar sein. Zeitangaben, Namen und Bezeichnungen dürfen sich nicht widersprechen.
Nutze diese Prüfreihenfolge:
- Stellenbezug: Werden wichtige Anforderungen aufgegriffen?
- Belege: Ist jede starke Behauptung durch eine konkrete Erfahrung gestützt?
- Vollständigkeit: Sind Kontaktdaten, wichtige Stationen und Kenntnisse vorhanden?
- Zeitangaben: Sind Monat und Jahr einheitlich und ohne unerklärte Sprünge angegeben?
- Wahrheit: Sind alle Angaben korrekt und belegbar?
- Sprache: Sind Sätze klar, höflich und frei von Leerformeln?
- Form: Sind Überschriften, Schrift, Abstände und Dateiformat einheitlich?
Im Anschreiben steht: „Seit September 2025 arbeite ich in der Technik-AG.“ Im Lebenslauf steht dagegen: „Technik-AG, seit September 2024“.
Das ist ein Widerspruch. Vor dem Absenden musst du prüfen, welche Jahreszahl stimmt, und beide Dokumente entsprechend korrigieren. Du darfst nicht einfach eine der Angaben raten.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Im erklärst du, warum deine Erfahrungen zur Stelle passen. Im ordnest du Stationen und Kenntnisse übersichtlich. Die jüngste Station steht bei antichronologischer Ordnung .
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Passende Bewerbung
- Ausschreibung auswerten
- Anforderungen erkennen
- eigene Belege zuordnen
- Anschreiben verfassen
- Interesse erklären
- Eignung konkret belegen
- Lebenslauf erstellen
- Stationen antichronologisch ordnen
- relevante Kenntnisse auswählen
- Unterlagen prüfen
- Widersprüche korrigieren
- Form und PDF kontrollieren
- Ausschreibung auswerten
Abschluss-Check
Prüfe zuletzt aus Sicht des Betriebs: Ist sofort erkennbar, auf welche Stelle du dich bewirbst, was du mitbringst und wodurch du deine Angaben belegen kannst? Wenn ja, erfüllt deine Bewerbung ihren wichtigsten Zweck.
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