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Genitivobjekt erkennen und sicher bestimmen

Genitivobjekt erkennen und sicher bestimmen
Genitivobjekt erkennen und sicher bestimmen
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Ein Genitivobjekt ist eine Ergänzung, die von einem Verb abhängt. Meist steht sie sichtbar im Genitiv und lässt sich mit Wessen? erfragen. Die Frage allein reicht jedoch nicht: Entscheidend ist, dass die Antwort das Verb ergänzt und nicht bloß ein Nomen näher beschreibt.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du ein Genitivobjekt?

Ein Objekt ergänzt das Prädikat eines Satzes. Beim Genitivobjekt verlangt oder ermöglicht das maßgebliche Verb eine Genitivergänzung.

Definition

Genitivobjekt

Ein Genitivobjekt ist ein selbstständiges Satzglied, das von einem Verb abhängt. Häufig erscheint es als Nomengruppe oder Pronomen im Genitiv und lässt sich mit Wessen? erfragen. Auch eine satzförmige Ergänzung kann die Stelle einer solchen Genitivergänzung einnehmen.

Beispiel

Man beschuldigt ihn des Diebstahls.

  1. Das maßgebliche Verb lautet beschuldigen.
  2. Die Frage lautet: Wessen beschuldigt man ihn?
  3. Die Antwort lautet: des Diebstahls.
  4. Die Antwort steht im Genitiv und ergänzt das Verb beschuldigen.

Darum ist des Diebstahls ein Genitivobjekt.

Typische Verben und Wendungen mit Genitivobjekt sind zum Beispiel bedürfen, gedenken, sich annehmen, sich bedienen, sich enthalten, sich entledigen, sich erfreuen, sich rühmen, sich schämen, beschuldigen und überführen. Nicht jedes Verb kann ein Genitivobjekt erhalten.

Merke

Wessen? liefert einen ersten Hinweis. Erst die Abhängigkeit vom Verb bestätigt das Genitivobjekt.

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Frage 1 von 1LeichtWelcher Ausdruck ist in „Wir gedenken unserer Freunde“ das Genitivobjekt?
Lösung: unserer Freunde — Das Verb „gedenken“ wird hier durch „unserer Freunde“ ergänzt. Die Frage lautet: „Wessen gedenken wir?“
So bestimmst du das Genitivobjekt Schritt für Schritt

Gehe bei der Bestimmung nicht nur nach einer Endung. Prüfe Form und Funktion gemeinsam.

  1. Bestimme das Prädikat und das maßgebliche Verb.
  2. Frage vom Verb aus mit Wessen?.
  3. Prüfe bei einer Nomengruppe oder einem Pronomen, ob die Antwort im Genitiv steht.
  4. Prüfe, ob die gesamte Antwort vom Verb abhängt.
  5. Verschiebe die vollständige Gruppe probeweise, ohne einzelne Teile abzutrennen.
Beispiel

Die Staatsanwältin bezichtigt den Manager des Betrugs.

  • Prädikat: bezichtigt
  • Frage nach dem Akkusativobjekt: Wen bezichtigt die Staatsanwältin?den Manager
  • Frage nach dem Genitivobjekt: Wessen bezichtigt sie den Manager?des Betrugs

Der Satz enthält somit ein Akkusativobjekt und ein Genitivobjekt. Auch in der umgestellten Form „Des Betrugs bezichtigt die Staatsanwältin den Manager“ bleibt des Betrugs als vollständiges Satzglied erhalten.

Die Verschiebeprobe hilft dir zu erkennen, welche Wörter zusammengehören. Sie bestimmt aber nicht allein die Objektart. Dafür brauchst du zusätzlich den Verbbezug und bei Nomengruppen oder Pronomen die Genitivform.

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Frage 1 von 1MittelWie begründest du „des Problems“ in „Sie nahm sich des Problems an“ am sichersten?
Lösung: Die Gruppe steht im Genitiv und ergänzt das Verb „sich annehmen“. — „Des Problems“ ist ein Genitivobjekt, weil die gesamte Genitivgruppe von der Wendung „sich annehmen“ abhängt.
Genitivobjekt oder Genitivattribut?

Ein Genitivattribut beschreibt ein Nomen näher. Es ist kein selbstständiges Satzglied, sondern ein Teil eines Satzglieds. Genitivobjekt und Genitivattribut können beide auf eine Wessen-Frage antworten; ihre Abhängigkeit ist verschieden.

MerkmalGenitivobjektGenitivattribut
Abhängig voneinem Verbeinem Nomen
Funktionergänzt das Prädikatbeschreibt ein Nomen näher
Stellungselbstständiges SatzgliedTeil eines Satzglieds
BeispielWir gedenken unserer Freunde.Der Hund des Nachbarn bellt.
Beispiel

James war sich der Geschwindigkeit seines Motorrads bewusst.

  • der Geschwindigkeit seines Motorrads ergänzt die Wendung sich bewusst sein. Die gesamte Gruppe ist das Genitivobjekt.
  • seines Motorrads beschreibt innerhalb dieser Gruppe das Nomen Geschwindigkeit näher. Dieser Teil ist ein Genitivattribut.

Eine Genitivgruppe kann also ein Genitivattribut enthalten. Du musst deshalb immer die vollständige Struktur untersuchen.

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Frage 1 von 1MittelWelche Analyse von „Der Hund des Nachbarn bellt“ ist richtig?
Lösung: „des Nachbarn“ ist ein Genitivattribut zum Nomen „Hund“. — „Des Nachbarn“ beschreibt, welcher Hund gemeint ist. Es ergänzt nicht das Verb „bellt“ und ist daher ein Genitivattribut.
Genitivobjekt oder Präpositionalgruppe?

Nicht jede Wortgruppe im Genitiv ist ein Genitivobjekt. Bei einer Gruppe wie wegen des Regens bestimmt die Präposition wegen den Genitiv. Die gesamte Gruppe ist hier eine adverbiale Bestimmung des Grundes und kein Genitivobjekt.

Ein Präpositionalobjekt beginnt mit einer Präposition, die ein Verb verlangt. Die Präposition gehört dann auch zur Frage:

  • Luisa wartet auf ihre Schwester.
  • Frage: Worauf wartet Luisa?
  • Antwort: auf ihre Schwester

Dagegen wird das Genitivobjekt ohne Präposition mit Wessen? erfragt:

  • Sie nahm sich des Problems an.
  • Frage: Wessen nahm sie sich an?
  • Antwort: des Problems
Gut zu wissen

Bei manchen Verben klingt das Genitivobjekt heute formell oder veraltet. Statt „Er erinnerte sich des Termins“ wird häufig „Er erinnerte sich an den Termin“ verwendet. Im ersten Satz steht ein Genitivobjekt, im zweiten ein Präpositionalobjekt.

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Frage 1 von 1MittelWarum ist „des Regens“ in „Wegen des Regens fiel das Spiel aus“ kein Genitivobjekt?
Lösung: Der Genitiv wird von der Präposition „wegen“ bestimmt, nicht von einem Verb mit Genitivergänzung. — „Des Regens“ steht zwar im Genitiv, gehört aber zur Präpositionalgruppe „wegen des Regens“. Diese gibt hier den Grund an und ergänzt kein Verb als Genitivobjekt.
Welche Formen kann ein Genitivobjekt haben?

Ein Genitivobjekt kann unterschiedlich aufgebaut sein. Seine Funktion bleibt gleich: Es ergänzt ein passendes Verb.

  • Nomengruppe: „Sie erfreut sich bester Gesundheit.“
  • Ausführliche Nomengruppe: „Er wurde des schweren Raubes angeklagt.“
  • Pronomen: „Wir gedenken ihrer.“
  • Eigenname im Genitiv: „Sie nahmen sich Marias an.“
  • Satzförmige Ergänzung: „Sie rühmt sich, Weltmeisterin im Kopfrechnen zu sein.“

Bei einer satzförmigen Ergänzung ist der Genitiv nicht an einer Kasusendung sichtbar. Die Ergänzung besetzt jedoch die Stelle, an der auch eine Genitivgruppe oder ein Genitivpronomen stehen kann.

Beispiel

Ich erinnerte mich, dass ich noch etwas einkaufen musste.

Die Ergänzung lässt sich durch das Genitivpronomen dessen vertreten: „Ich erinnerte mich dessen.“ Dadurch wird der Bezug zur Genitivergänzung sichtbar.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Im Satz „Wir bedurften ihrer Hilfe“ lautet das maßgebliche Verb . Die Frage heißt bedurften wir? Die Antwort „ihrer Hilfe“ ist vom abhängig und deshalb ein Genitivobjekt.

Lösungen: Lücke 1: bedurften; Lücke 2: Wessen; Lücke 3: Verb. Bestimme zuerst das Verb, stelle dann die Wessen-Frage und prüfe zuletzt, wovon die Antwort abhängt.
Üben und begründen

Bestimme jeweils den hervorgehobenen Ausdruck. Entscheide zwischen Genitivobjekt, Genitivattribut und Präpositionalgruppe.

  1. Wir bedienten uns seiner Kenntnisse.
  2. Der Mantel seiner Mutter hängt im Flur.
  3. Wegen des Regens blieb der Platz leer.
  4. Sie nahm sich des Problems des Umzugs an.

Lösung mit Denkweg

  1. seiner Kenntnisse ist ein Genitivobjekt. Die Gruppe ergänzt das Verb sich bedienen: „Wessen bedienten wir uns?“
  2. seiner Mutter ist ein Genitivattribut. Die Gruppe beschreibt das Nomen Mantel näher.
  3. wegen des Regens ist eine Präpositionalgruppe, die hier den Grund angibt. Die Präposition wegen bestimmt den Genitiv.
  4. des Problems des Umzugs ist als Ganzes das Genitivobjekt zu sich annehmen. Darin ist des Umzugs ein Genitivattribut zum Nomen Problem.
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Frage 1 von 1SchwerIn welchem Satz enthält die fett gedachte Gesamtgruppe zugleich ein Genitivobjekt und ein Genitivattribut?
Lösung: Sie nahm sich des Problems des Umzugs an. — „Des Problems des Umzugs“ ergänzt das Verb und ist insgesamt ein Genitivobjekt. Innerhalb der Gruppe beschreibt „des Umzugs“ das Nomen „Problem“ und ist ein Genitivattribut.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Genitivobjekt
    • ergänzt ein Verb
    • lässt sich meist mit Wessen? erfragen
    • erscheint häufig als Nomengruppe oder Pronomen im Genitiv
    • kann auch satzförmig ausgedrückt sein
    • unterscheidet sich vom nomenabhängigen Genitivattribut
    • unterscheidet sich von präpositionsbestimmten Gruppen
    • ist besonders in formeller Sprache gebräuchlich
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelches Merkmal gehört zwingend zur Bestimmung eines Genitivobjekts?
Lösung: Es ergänzt ein Verb. — Ein Genitivobjekt wird durch seine Abhängigkeit vom Verb bestimmt. Bei nominalen Formen sichern die Wessen-Frage und die Genitivform die Analyse zusätzlich ab.
Frage 2 von 3MittelWelcher Satz enthält ein Genitivobjekt?
Lösung: Die Zeugin wurde des Irrtums überführt. — In „des Irrtums überführt“ ergänzt die Genitivgruppe das Verb „überführen“ und antwortet auf „Wessen wurde die Zeugin überführt?“
Frage 3 von 3SchwerWie ist „der Gefahr des Sturms“ in „Sie war sich der Gefahr des Sturms bewusst“ aufgebaut?
Lösung: Die Gesamtgruppe ist ein Genitivobjekt; „des Sturms“ ist darin ein Genitivattribut. — Prüfe die Abhängigkeiten von außen nach innen: „der Gefahr des Sturms“ ergänzt die verbale Wendung. Innerhalb dieser Gruppe beschreibt „des Sturms“ das Nomen „Gefahr“.

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