Präpositionalobjekt erkennen und bestimmen
Ein Präpositionalobjekt ist eine vom Verb abhängige Ergänzung, die meist mit einer Präposition ausgedrückt wird. Du erkennst es besonders daran, dass das Verb eine bestimmte Präposition nahelegt und diese in der Frage wiederkehrt: „Wir warten auf den Bus.“ – „Worauf warten wir?“
Auf dieser Seite lernst du, mehrere Proben zu verbinden und Präpositionalobjekte von adverbialen Bestimmungen zu unterscheiden.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was macht ein Präpositionalobjekt aus?
Präpositionalobjekt
Ein Präpositionalobjekt ist eine vom Verb abhängige Ergänzung. Es wird typischerweise als Wortgruppe mit einer vom Verb bestimmten Präposition ausgedrückt. Die Präposition bestimmt den Kasus der Ergänzung.
Das Verb und die Präposition bilden eine typische Verbindung:
- warten auf: Wir warten auf das Paket.
- sprechen mit: Lea spricht mit ihrer Freundin.
- nachdenken über: Wir denken über den Vorschlag nach.
- sich sehnen nach: Er sehnt sich nach dem Meer.
Die Präposition ist dabei normalerweise nicht frei austauschbar. Statt „auf das Paket warten“ kannst du nicht ohne Bedeutungsänderung „mit dem Paket warten“ sagen.
Im Satz „Robert interessiert sich für Literatur“ verlangt das Verb „sich interessieren“ die Präposition „für“.
Die passende Frage lautet: „Wofür interessiert sich Robert?“ oder bei der ausführlichen Frageform „Für wen oder was interessiert sich Robert?“
Die Antwort „für Literatur“ ist deshalb ein Präpositionalobjekt.
Achte auf die ganze Verbindung: Verb + Präposition + Ergänzung. Eine Präposition allein beweist noch nicht, dass ein Präpositionalobjekt vorliegt.
Wie bestimmst du es Schritt für Schritt?
Verlasse dich nicht nur auf eine einzige Frage. Diese vier Schritte führen zu einer zuverlässigeren Bestimmung:
- Prädikat finden: Welches Verb bildet den Kern des Satzes?
- Satzglied abgrenzen: Welche Wörter bleiben bei der Umstellprobe zusammen?
- Verbverbindung prüfen: Gehört die Präposition typischerweise zum Verb?
- Frage bilden: Erscheint die zum Verb gehörende Präposition auch in der Frage?
Untersuche den Satz: „Mia wartet seit gestern auf den Bus.“
1. Prädikat: Das Prädikat lautet „wartet“.
2. Umstellprobe:
- „Seit gestern wartet Mia auf den Bus.“
- „Auf den Bus wartet Mia seit gestern.“
„seit gestern“ und „auf den Bus“ lassen sich jeweils als zusammengehörige Wortgruppen verschieben. Die Umstellprobe zeigt damit ihre Grenzen, aber noch nicht ihre Funktion.
3. Verbverbindung: Das Verb heißt hier „warten auf“.
4. Frage: „Worauf wartet Mia?“ – „Auf den Bus.“
Damit ist „auf den Bus“ das Präpositionalobjekt. „Seit gestern“ beantwortet dagegen die Frage „Seit wann?“ und ist eine temporale adverbiale Bestimmung.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Im Satz „Mia wartet seit gestern auf den Bus“ lautet das Prädikat . Die Verbindung heißt „warten “. Gefragt wird „ wartet Mia?“. Das Präpositionalobjekt lautet deshalb „“.
Welchen Kasus und welche Formen gibt es?
Die Präposition bestimmt den Kasus der Ergänzung. In typischen schulischen Beispielen begegnen dir vor allem Dativ und Akkusativ.
| Verbindung | Frage | Kasus | Beispiel |
|---|---|---|---|
| sprechen mit | Mit wem? | Dativ | mit ihrer Freundin |
| sich sehnen nach | Nach wem oder was? | Dativ | nach dem Meer |
| warten auf | Auf wen oder was? | Akkusativ | auf den Bus |
| sich interessieren für | Für wen oder was? | Akkusativ | für Literatur |
Ein Präpositionalobjekt kann unterschiedlich aussehen:
- Präposition mit Nomen oder Nominalgruppe: „Wir warten auf den großen Durchbruch.“
- Präposition mit Pronomen: „Er wartet auf sie.“
- Pronominaladverb: „Wir sprechen darüber.“ Das Wort „darüber“ verbindet „da-“ mit der Präposition „über“.
- Pronominaladverb mit folgendem Satz: „Sie träumen davon, dass ihre Stadt wieder aufblüht.“
Bei Personen fragst du meist mit Präposition und „wem“ oder „wen“: „Mit wem sprichst du?“ Bei Sachen sind auch Formen wie „womit“, „worauf“ und „worüber“ üblich.
Präpositionalobjekt oder adverbiale Bestimmung?
Beide Satzglieder können mit einer Präposition beginnen. Entscheidend ist ihre Funktion im Satz.
Ein Präpositionalobjekt ergänzt eine typische Verbverbindung:
- „Aliya telefoniert mit Mark.“
- Frage: „Mit wem telefoniert Aliya?“
Eine adverbiale Bestimmung beschreibt dagegen zum Beispiel Zeit, Ort oder Art und Weise:
- „Die Fans reisen mit Bussen an.“
- Frage: „Wie reisen die Fans an?“
Prüfe bei Zweifeln diese Hinweise gemeinsam:
- Verbbezug: Legt das Verb die Präposition nahe?
- Frage: Gehört die Präposition der Frage zur typischen Verbverbindung?
- Austauschbarkeit: Kann eine andere Präposition einen anderen Ort oder Umstand ausdrücken?
- Bedeutung: Bezeichnet die Wortgruppe konkret Zeit, Ort, Grund oder Art und Weise?
Vergleiche:
„Ich wohne in Berlin.“ – Möglich wären auch „auf der Insel“, „unter der Platane“ oder „neben dem Park“. Die Wortgruppe nennt einen Ort und ist adverbial.
„Ich denke an Berlin.“ – Das Verb verbindet sich hier mit „an“. Gefragt wird: „Woran denke ich?“ „An Berlin“ ist ein Präpositionalobjekt.
Die Frageprobe ist ein Hinweis, aber nicht allein entscheidend. Auch bei einer adverbialen Bestimmung kann eine Präposition in der Frage vorkommen, etwa bei „seit wann?“. Verbbezug, Bedeutung und Austauschbarkeit machen die Bestimmung sicherer.
Jetzt analysierst du selbst
Nutze immer dieselbe Reihenfolge: Prädikat finden, Satzglied abgrenzen, Verbverbindung prüfen und eine passende Frage bilden.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Präpositionalobjekt
- Aufbau
- Verb und typische Präposition
- Ergänzung meist im Dativ oder Akkusativ
- Bestimmung
- Prädikat finden
- Satzglied abgrenzen
- Verbbezug und Frage prüfen
- Formen
- Präpositionalphrase
- Pronomen oder Pronominaladverb
- Abgrenzung
- Adverbiale beschreibt einen Umstand
- Mehrere Proben gemeinsam verwenden
- Aufbau
Abschluss-Check
Du kannst ein Präpositionalobjekt sicher bestimmen, wenn du nicht nur die Präposition siehst, sondern das ganze Satzglied und seine Beziehung zum Verb untersuchst.
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