Deutsch

Adverbiale Bestimmung: Arten sicher erkennen

Adverbiale Bestimmung: Arten sicher erkennen
Adverbiale Bestimmung: Arten sicher erkennen
Für Quiz, Lückentext, Lernkarten und Fortschritt ist JavaScript nötig. Alle Inhalte und Lösungen bleiben direkt lesbar.

Eine adverbiale Bestimmung ist ein Satzglied, das die Umstände eines Geschehens genauer beschreibt: etwa Zeit, Ort, Grund oder Art und Weise. Du findest sie mit passenden W-Fragen und prüfst ihre Satzgliedgrenze mit der Umstellprobe.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was beschreibt eine adverbiale Bestimmung?

Betrachte den Satz:

Gestern rannte Tim sehr schnell zum Bahnhof, weil er den Zug fast verpasst hatte.

Der Satz enthält mehrere Angaben zum Geschehen:

  • gestern beantwortet die Frage: Wann rannte Tim?
  • zum Bahnhof beantwortet: Wohin rannte Tim?
  • sehr schnell beantwortet: Wie rannte Tim?
  • weil er den Zug fast verpasst hatte beantwortet: Warum rannte Tim?
Definition

Adverbiale Bestimmung

Eine adverbiale Bestimmung, auch Adverbial oder Umstandsbestimmung, ist ein Satzglied. Sie beschreibt, unter welchen Umständen etwas geschieht. Sie kann aus einem Wort, einer Wortgruppe oder einem ganzen Nebensatz bestehen.

Merke

Nicht die Länge entscheidet: gestern, am frühen Morgen und nachdem die Sonne aufgegangen war können jeweils eine adverbiale Bestimmung der Zeit bilden.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche markierte Wortgruppe ist eine adverbiale Bestimmung?
Lösung: Wir treffen uns nach dem Unterricht. — „Nach dem Unterricht“ nennt den Zeitpunkt des Treffens und antwortet auf die Frage „Wann?“.
Welche vier Grundarten gibt es?

Die Art einer adverbialen Bestimmung richtet sich nach ihrer Bedeutung und der passenden Frage.

ArtFachbegriffFragenBeispiel
ZeitTemporaladverbialWann? Wie lange? Wie oft?Jeden Abend liest er.
OrtLokaladverbialWo? Wohin? Woher?Wir fahren in die Stadt.
GrundKausaladverbialWarum? Weshalb?Wegen des Regens fällt das Spiel aus.
Art und WeiseModaladverbialWie? Auf welche Weise? Womit?Wir reisen mit dem Zug.
Beispiel

Im Satz Im Sommer fahren wir mit dem Zug ans Meer findest du drei verschiedene Adverbiale:

  1. Wann fahren wir? – Im Sommer: temporal.
  2. Womit fahren wir? – mit dem Zug: modal.
  3. Wohin fahren wir? – ans Meer: lokal.

Ein Satz kann also mehrere adverbiale Bestimmungen enthalten.

Signalwörter wie wegen, gestern oder mit können dir einen Hinweis geben. Sie reichen allein aber nicht aus: Entscheidend sind die Bedeutung im Satz und die passende Frage.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Seit zwei Stunden antwortet auf und ist ein . Aus Vorsicht antwortet auf und ist ein .

Lösungen: Lücke 1: Wie lange?; Lücke 2: Temporaladverbial; Lücke 3: Warum?; Lücke 4: Kausaladverbial. Ordne nicht nach einem einzelnen Wort zu. Frage immer nach der Bedeutung der vollständigen Angabe im Satz.
Wie bestimmst du ein Adverbial Schritt für Schritt?

Gehe in dieser Reihenfolge vor:

  1. Finde das Prädikat, also das Geschehen oder den Zustand.
  2. Frage nach einem Umstand: Wann? Wo? Wohin? Woher? Warum? Wie?
  3. Markiere die vollständige Antwort.
  4. Stelle diese Einheit gemeinsam um. So prüfst du, ob du ein vollständiges Satzglied gefunden hast.
  5. Ordne die Antwort nach ihrer Bedeutung einer Art zu.
Beispiel

Untersuche: Mia liest am Abend ein spannendes Buch.

  1. Das Prädikat lautet liest.
  2. Wann liest Mia? – am Abend.
  3. Die Wortgruppe lässt sich gemeinsam verschieben: Am Abend liest Mia ein spannendes Buch.
  4. „Am Abend“ ist daher ein vollständiges Satzglied und wegen seiner Zeitbedeutung ein Temporaladverbial.
Gut zu wissen

Die Umstellprobe zeigt vor allem, welche Wörter zusammen ein Satzglied bilden. Sie bestimmt nicht allein dessen Funktion. Für die Einordnung brauchst du zusätzlich die Bedeutung, die W-Frage und den Bezug zum Prädikat.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWelche Analyse ist vollständig richtig?
Lösung: Vor der Garage steht das Auto. – Wo steht es? – Lokaladverbial. — Die Frage „Wo?“ und die Ortsbedeutung führen gemeinsam zum Lokaladverbial.
Wie grenzt du ähnliche Begriffe ab?

Adverb und adverbiale Bestimmung

Ein Adverb ist eine Wortart. Eine adverbiale Bestimmung bezeichnet dagegen eine Funktion im Satz. Ein einzelnes Wort kann beides zugleich sein:

In Gestern regnete es ist „gestern“ seiner Wortart nach ein Adverb und erfüllt im Satz die Funktion eines Temporaladverbials.

Eine adverbiale Bestimmung muss aber kein einzelnes Adverb sein. Mit dem Zug ist eine Wortgruppe und dient im Satz als Modaladverbial.

Attribut und adverbiale Bestimmung

Ein Attribut beschreibt ein Nomen näher und ist nur ein Teil des zugehörigen Satzglieds:

Das blaue Auto fährt schnell.

  • blaue beschreibt das Nomen „Auto“ und ist ein Attribut.
  • schnell beschreibt das Fahren und ist ein Modaladverbial.

Das Attribut darf bei der Umstellprobe nicht von seinem Bezugsnomen getrennt werden: Das blaue Auto muss als Einheit verschoben werden.

Präpositionalobjekt und adverbiale Bestimmung

Ein Präpositionalobjekt ist eng an ein bestimmtes Verb und dessen feste Präposition gebunden. Eine adverbiale Bestimmung liefert dagegen eine zusätzliche Umstandsangabe.

Untersuche: Mia wartet seit gestern auf den Bus.

  • Seit wann wartet Mia? – seit gestern: Temporaladverbial.
  • Worauf wartet Mia? – auf den Bus: Präpositionalobjekt zum Verb „warten auf“.

Beide Einheiten sind Satzglieder und können verschoben werden. Deshalb reicht die Umstellprobe für diese Unterscheidung nicht aus.

Merke

Frageprobe und Umstellprobe erfüllen verschiedene Aufgaben: Die Frage hilft bei der Bedeutung und Funktion; das Umstellen hilft beim Abgrenzen des vollständigen Satzglieds.

Teste dich
Frage 1 von 1SchwerIn welchem Satz ist die markierte Einheit ein Attribut und kein Adverbial?
Lösung: Das Buch meines Bruders ist spannend. — „Meines Bruders“ bestimmt das Nomen „Buch“ näher. Es ist ein Satzgliedteil und kann nicht unabhängig vom Nomen verschoben werden.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Adverbiale Bestimmung
    • beschreibt Umstände des Geschehens
    • kann Wort, Wortgruppe oder Nebensatz sein
    • Zeit: Wann? Wie lange? Wie oft?
    • Ort: Wo? Wohin? Woher?
    • Grund: Warum? Weshalb?
    • Art und Weise: Wie? Womit?
    • erkennen: fragen, vollständig markieren, umstellen, einordnen
    • abgrenzen: Wortart, Attribut und Präpositionalobjekt unterscheiden
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Frage gehört zum Kausaladverbial?
Lösung: Warum? — Ein Kausaladverbial nennt den Grund und antwortet auf „Warum?“ oder „Weshalb?“.
Frage 2 von 3MittelBestimme die markierte Wortgruppe: Mit großer Sorgfalt verpackte Lea das Geschenk.
Lösung: Modaladverbial — „Mit großer Sorgfalt“ antwortet auf „Wie verpackte Lea das Geschenk?“ und ist modal.
Frage 3 von 3SchwerWelche Begründung für seit gestern in „Mia wartet seit gestern auf den Bus“ ist richtig?
Lösung: Die Wortgruppe nennt die Dauer beziehungsweise den zeitlichen Beginn des Wartens und ist ein Temporaladverbial. — Mit „Seit wann wartet Mia?“ bestimmst du „seit gestern“ als zeitliche Umstandsangabe. „Auf den Bus“ beantwortet dagegen „Worauf wartet Mia?“.

Wenn du ein Adverbial bestimmen willst, arbeite nicht nur mit einem Signalwort. Finde das Prädikat, stelle eine passende Umstandsfrage, markiere die vollständige Antwort und prüfe ihre Satzgliedgrenze durch Umstellen.

Passend dazu