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Kompositum: Aufbau, Bildung und Schreibung

Kompositum: Aufbau, Bildung und Schreibung
Kompositum: Aufbau, Bildung und Schreibung
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Ein Kompositum ist ein Wort, das aus mindestens zwei Bestandteilen zusammengesetzt ist. Bei einem Nomen bestimmt der letzte Bestandteil die Grundbedeutung, den Artikel und die Beugung: Aus die Küche und der Schrank wird der Küchenschrank.

Auf dieser Seite lernst du, Komposita systematisch zu zerlegen, Fugenlaute zu erkennen und verständliche Zusammensetzungen zu bilden.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wie ist ein Kompositum aufgebaut?

Ein Kompositum besteht aus mindestens zwei Bestandteilen. Die beiden wichtigsten Funktionen heißen Bestimmungswort und Grundwort.

Definition

Grundwort

Das Grundwort steht am Ende. Es nennt die grundlegende Sache oder Eigenschaft und bestimmt normalerweise die Wortart des gesamten Kompositums.

Definition

Bestimmungswort

Das Bestimmungswort steht vor dem Grundwort und grenzt dessen Bedeutung ein. Bei längeren Komposita können mehrere Bestandteile diese Aufgabe übernehmen.

Beispiel

Küchenschrank = Küche + Schrank

  1. Schrank steht am Ende und ist das Grundwort.
  2. Das Wort bezeichnet eine Art Schrank.
  3. Küche bestimmt genauer, um welchen Schrank es geht.
  4. Daher ist Küche das Bestimmungswort.

Lange Komposita zerlegst du am besten von rechts nach links:

Haustürschlüssel = Haustür + Schlüssel = Haus + Tür + Schlüssel

Das Grundwort ist Schlüssel. Gemeint ist also eine Art Schlüssel, genauer ein Schlüssel für eine Haustür.

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Frage 1 von 2LeichtWelcher Bestandteil ist in „Tischlampe“ das Grundwort?
Lösung: Lampe — Suche zuerst das letzte bedeutungstragende Glied. „Tischlampe“ bezeichnet eine Art Lampe.
Frage 2 von 2MittelWie zerlegst du „Geburtstagstorte“ sinnvoll?
Lösung: Geburtstag + Torte; Geburtstag lässt sich weiter in Geburt + Tag zerlegen. — Beginne rechts: Es handelt sich um eine Torte zum Geburtstag. Danach kannst du „Geburtstag“ weiter zerlegen.
Wie bestimmt das Grundwort Bedeutung und Grammatik?

Das Grundwort beantwortet die Frage: Was ist das Ganze grundsätzlich? Das Bestimmungswort beantwortet: Was für ein Exemplar ist es?

  • Eine Zahnbürste ist eine Bürste für die Zähne.
  • Ein Kinderbuch ist ein Buch für Kinder.
  • Eine Kartoffelsuppe ist eine Suppe aus Kartoffeln.

Die Reihenfolge ist wichtig. Kartoffelsuppe und Suppenkartoffel bestehen aus ähnlichen Teilen, bezeichnen aber Verschiedenes: Das erste Wort ist eine Suppe, das zweite eine Kartoffel.

Bei Nomenkomposita bestimmt das Grundwort außerdem Genus und Artikel:

  • der Tisch + die Lampe → die Tischlampe
  • die Sonne + die Brille → die Sonnenbrille
  • der Fußball + das Trikot → das Fußballtrikot

Auch die Beugung folgt dem Grundwort. Aus die Haustür wird im Plural die Haustüren. Die Pluralendung gehört zum gesamten Kompositum und richtet sich nach Tür.

Merke

Schau nach rechts: Das Grundwort bestimmt gewöhnlich Grundbedeutung, Wortart und bei Nomen auch Genus und Beugungsmuster.

Komposition und Flexion sind nicht dasselbe:

  • Haus + Tür → Haustür bildet ein neues Wort: Das ist Wortbildung.
  • Haustür → Haustüren bildet eine grammatische Form desselben Wortes: Das ist Flexion oder Beugung.
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Frage 1 von 2LeichtWelchen Artikel hat „Schlafzimmerschrank“?
Lösung: der Schlafzimmerschrank — Das Grundwort ist „Schrank“. Deshalb übernimmt das Kompositum den Artikel „der“.
Frage 2 von 2MittelWelche Aussage zu „Suppenkartoffel“ stimmt?
Lösung: Es ist eine Kartoffel, die sich für Suppe eignet. — Das letzte Glied „Kartoffel“ liefert die Grundbedeutung. „Suppe“ präzisiert die Verwendung.
Wie werden Komposita gebildet?

Komposita können Bestandteile verschiedener Wortarten verbinden. Entscheidend ist das Ergebnis am rechten Rand:

  • Nomen + Nomen: Haus + Tür → Haustür
  • Adjektiv + Nomen: hoch + Haus → Hochhaus
  • Verb + Nomen: schreiben + Tisch → Schreibtisch
  • Nomen + Adjektiv: Stein + hart → steinhart

Bei einem Verb als erstem Bestandteil wird häufig die Infinitivendung -en oder -n entfernt. Übrig bleibt ein gekürzter Verbstamm:

  • schreiben + Tisch → Schreibtisch
  • lesen + Brille → Lesebrille
  • schlafen + Zimmer → Schlafzimmer

Zwischen zwei Bestandteilen kann ein Fugenlaut stehen. Er verbindet die Glieder, gehört aber nicht als selbstständiges Wort zur Bedeutung.

  • Küche + Schrank → Küchen-schrank mit -n-
  • Einkauf + Tasche → Einkaufs-tasche mit -s-
  • Tag + Form → Tages-form mit -es-
  • Rind + Braten → Rinder-braten mit -er-
Gut zu wissen

Die Wahl eines Fugenlauts lässt sich nicht für jedes Wort sicher vorhersagen. Prüfe deshalb nicht nur eine vermutete Regel, sondern lerne gebräuchliche Komposita als vollständige Wörter.

Beispiel

Ladenöffnungszeit lässt sich hierarchisch zerlegen:

  1. Laden + Öffnung → Ladenöffnung
  2. Ladenöffnung + Zeit → Ladenöffnungszeit
  3. Das Grundwort des gesamten Kompositums ist Zeit.
  4. Zwischen Öffnung und Zeit steht das Fugenelement -s-.

Das Wort bezeichnet also eine Zeit, zu der ein Laden geöffnet ist.

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Frage 1 von 2LeichtWas ist das „s“ in „Arbeitsplatz“?
Lösung: ein Fugenelement zwischen den Bestandteilen — Das Fugen-s erleichtert die Verbindung der Bestandteile, trägt aber keine selbstständige Bedeutung.
Frage 2 von 2MittelWelche Bildung verwendet einen gekürzten Verbstamm?
Lösung: Schreibmaschine — In „Schreibmaschine“ wird aus dem Verb „schreiben“ der gekürzte Bestandteil „Schreib-“.
Wie schreibt man Komposita richtig?

Komposita werden im Regelfall zusammengeschrieben:

  • Hausarzt, nicht Haus Arzt
  • Computerproblem, nicht Computer Problem
  • Hotelzimmer, nicht Hotel Zimmer
  • Küchengerät, nicht Küchen Gerät

Die Wortart des Grundworts bestimmt auch die Groß- oder Kleinschreibung des gesamten Wortes:

  • Nomen: Hochhaus, Apfelbaum
  • Adjektiv: hellblau, steinhart
  • Verb: schwarzarbeiten

Ein Bindestrich ist besonders bei Ziffern, einzelnen Buchstaben und Abkürzungen nötig oder üblich, zum Beispiel in 16-seitig, A-Linie und SIM-Karte. Er kann außerdem eine schwer lesbare oder mehrdeutige Bildung gliedern, etwa Pro-Contra-Liste.

Beispiel

Der Bindestrich kann sogar zeigen, wie ein Wort zerlegt werden soll:

  • Druck-Erzeugnis: ein Erzeugnis, das durch Druck hergestellt wurde
  • Drucker-Zeugnis: ein Zeugnis, das einem Drucker zugeordnet wird
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Frage 1 von 2LeichtWelche Schreibung entspricht dem Regelfall?
Lösung: Computerproblem — „Computer“ bestimmt das Grundwort „Problem“ näher. Beide Bestandteile bilden zusammen ein Nomen.
Frage 2 von 2MittelWelche Bildung braucht wegen der Abkürzung einen Bindestrich?
Lösung: CD-Player — Bei einer Abkürzung wie „CD“ trennt der Bindestrich die Bestandteile übersichtlich.
Wie analysierst und bildest du Komposita selbst?

Nutze für ein unbekanntes Kompositum diese fünf Schritte:

  1. Zerlege von rechts nach links.
  2. Bestimme das Grundwort. Frage: Was ist das Ganze grundsätzlich?
  3. Untersuche die Bestimmungswörter. Wie grenzen sie die Bedeutung ein?
  4. Markiere Fugenlaute oder gekürzte Verbstämme.
  5. Prüfe Bedeutung und Schreibung. Ist die Bildung verständlich und richtig gegliedert?
Beispiel

Wasserflaschenhalter

  1. Rechts steht Halter: Das Ganze ist eine Art Halter.
  2. Wasserflasche erklärt, was gehalten werden soll.
  3. Wasserflasche lässt sich weiter in Wasser + Flasche zerlegen.
  4. Die Struktur lautet daher: [Wasser + Flasche] + Halter.
  5. Das Wort ist verständlich und wird zusammengeschrieben.

Beim Erfinden eines neuen Kompositums reicht grammatische Möglichkeit allein nicht aus. Die Leserin oder der Leser muss erkennen können, wie die Bestandteile zusammengehören. Ist eine Bildung missverständlich oder unnötig lang, formuliere sie um oder gliedere sie mit einem begründeten Bindestrich.

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Frage 1 von 2MittelDu brauchst eine Bezeichnung für einen Weg, der zu einer Schule führt. Welche Bildung ist am verständlichsten?
Lösung: Schulweg — „Weg“ nennt die grundlegende Sache, „Schule“ bestimmt das Ziel näher. Das gebräuchliche Kompositum lautet „Schulweg“.
Frage 2 von 2SchwerJemand zerlegt „Wasserflaschenhalter“ als „Wasser + Flaschenhalter“. Welche Prüfung ist besonders wichtig?
Lösung: Ob „Wasser“ den Halter oder die Flasche näher bestimmt — Mehrgliedrige Komposita können unterschiedlich gruppiert werden. Der gemeinte Zusammenhang entscheidet, ob ein Halter für Wasserflaschen oder ein mit Wasser verbundener Flaschenhalter bezeichnet wird.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Kompositum
    • Aufbau: Bestimmungswort und Grundwort
    • Grammatik: Wortart, Genus und Beugung nach dem Grundwort
    • Bildung: direkte Verbindung, Fugenlaut oder gekürzter Verbstamm
    • Schreibung: normalerweise zusammen, in begründeten Fällen mit Bindestrich
    • Analyse: von rechts nach links zerlegen und Bedeutung prüfen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas bestimmt bei einem Nomenkompositum normalerweise den Artikel?
Lösung: das Grundwort — Das Grundwort steht am Ende. „Lampe“ macht „Tischlampe“ beispielsweise zu einem femininen Nomen.
Frage 2 von 3MittelWie ist „Küchenschrank“ aufgebaut?
Lösung: Küche + n + Schrank; „Schrank“ ist das Grundwort. — Das Wort bezeichnet eine Art Schrank. „Küche“ bestimmt ihn näher, und das n verbindet die beiden Bestandteile.
Frage 3 von 3SchwerWelche Analyse von „Haustürschlüssel“ ist überzeugend?
Lösung: Es ist ein Schlüssel für eine Haustür; „Schlüssel“ ist das Grundwort. — Zerlege von rechts: „Schlüssel“ nennt die grundlegende Sache. „Haustür“ beschreibt, wozu dieser Schlüssel gehört.

Wenn du alle drei Fragen begründen kannst, kannst du Komposita nicht nur erkennen, sondern ihren Aufbau, ihre Grammatik und ihre Schreibung systematisch erklären.

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