Konditionalsatz: Bildung, Arten und Beispiele
Ein Konditionalsatz nennt die Bedingung, unter der etwas geschieht oder geschehen würde. Deshalb heißt er auch Bedingungssatz. Du kannst nach ihm mit „Unter welcher Bedingung?“ fragen.
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Woran erkennst du einen Konditionalsatz?
Ein Konditionalsatz ist ein Nebensatz und gehört zu den Adverbialsätzen. Er nennt eine Voraussetzung. Der Hauptsatz beschreibt, was von dieser Voraussetzung abhängt.
Konditionalsatz
Ein Konditionalsatz ist ein Nebensatz, der eine Bedingung oder Voraussetzung ausdrückt. Häufig beginnt er mit wenn, falls oder sofern.
Falls die Sonne scheint, fahren wir ins Freibad.
- Bedingung: Die Sonne scheint.
- Folge: Wir fahren ins Freibad.
- Frage: Unter welcher Bedingung fahren wir ins Freibad?
- Antwort: Falls die Sonne scheint.
Suche nicht nur nach einem Signalwort. Prüfe immer die Bedeutung: Nennt der Nebensatz eine Voraussetzung für den anderen Satzteil?
Wie stehen die Verben im Satz?
Beginnt der Konditionalsatz mit wenn, falls oder sofern, steht das konjugierte Verb im Nebensatz am Ende.
- Hauptsatz zuerst: „Ich helfe dir, wenn du das Geschirr abwäschst.“
- Nebensatz zuerst: „Wenn du das Geschirr abwäschst, helfe ich dir.“
Steht der Nebensatz am Anfang, besetzt er als Ganzes die erste Position. Deshalb folgt nach dem Komma sofort das konjugierte Verb des Hauptsatzes.
Ausgangssatz: „Wir gehen spazieren, falls das Wetter schön ist.“
Umstellung: „Falls das Wetter schön ist, gehen wir spazieren.“
Nicht korrekt wäre: „Falls das Wetter schön ist, wir gehen spazieren.“ Nach dem vorangestellten Nebensatz muss das Hauptsatzverb folgen.
Welche drei Bedingungsarten gibt es?
Die Verbform zeigt, ob eine Bedingung erfüllbar, gegenwärtig nicht erfüllt oder in der Vergangenheit nicht erfüllt ist.
Reale Bedingung
Eine reale Bedingung ist erfüllbar. Häufig steht in beiden Satzteilen das Präsens.
„Wenn ich nachher Zeit habe, besuche ich dich.“
Die Person kann später Zeit haben. Der Besuch ist daher möglich.
Im Hauptsatz kann auch eine Aufforderung stehen: „Wenn du nachher kommst, ruf mich vorher an!“
Irreale Bedingung der Gegenwart
Eine irreale Gegenwartsbedingung ist jetzt nicht erfüllt. Dafür verwendest du den Konjunktiv II der Gegenwart, zum Beispiel wäre, hätte, könnte oder würde + Infinitiv.
„Wenn ich Zeit hätte, würde ich einen Kuchen backen.“
Die Person hat jetzt keine Zeit. Deshalb backt sie keinen Kuchen.
Auch echte Konjunktivformen sind möglich: „Wenn Sarah käme, spräche Tom mit ihr.“
Irreale Bedingung der Vergangenheit
Eine irreale Vergangenheitsbedingung war nicht erfüllt. Die Folge trat deshalb ebenfalls nicht ein.
Du bildest den Konjunktiv II der Vergangenheit mit hätte oder wäre und dem Partizip II.
„Wenn Simon mit dem Bus gefahren wäre, hätte er den Zug nicht verpasst.“
Tatsächlich fuhr Simon nicht mit dem Bus und verpasste den Zug. Die Vergangenheit lässt sich nicht mehr verändern.
Nicht jede vergangene Bedingung ist irreal. In „Wenn du schon einmal in Berlin warst, kennst du das U-Bahn-System vielleicht“ bleibt offen, ob die Bedingung erfüllt ist. Hier steht deshalb kein irrealer Konjunktiv II.
Bedeutet wenn immer eine Bedingung?
Das Wort wenn kann konditional oder temporal gebraucht werden.
- Konditional: „Wenn ich vorbeikomme, sage ich Bescheid.“ Der Besuch ist unsicher; falls passt als Ersatz.
- Temporal: „Wenn ich vorbeikomme, sage ich Bescheid.“ Der Besuch steht fest; gemeint ist der Zeitpunkt des Besuchs.
Der Zusammenhang entscheidet über die Bedeutung. Mit falls kannst du die konditionale Lesart eindeutig hervorheben.
Auch die Einleitungen haben unterschiedliche Wirkungen:
- wenn: gewöhnliche Bedingung
- falls: hebt hervor, dass der Fall möglicherweise eintritt
- sofern: bedeutet „unter der Voraussetzung, dass“ und wirkt oft formeller
- nur wenn: Die Folge tritt ausschließlich unter dieser Bedingung ein.
- außer wenn: Die Folge tritt ein, abgesehen von der genannten Ausnahme.
„Nur wenn ich genügend Zeit habe, besuche ich dich.“
Der Besuch findet ausschließlich bei genügend Zeit statt.
„Ich besuche dich, außer wenn ich nur wenig Zeit habe.“
Der Besuch findet normalerweise statt. Wenig Zeit ist die Ausnahme.
Wie bildest du einen Konditionalsatz ohne Einleitung?
Ein vorangestellter Konditionalsatz kann ohne wenn, falls oder sofern stehen. Dann rückt das konjugierte Verb an die erste Position.
„Wenn du zu spät kommst, gibt es Ärger.“
wird zu:
„Kommst du zu spät, gibt es Ärger.“
Die Umformung funktioniert bei allen drei Bedingungsarten:
- real: „Wenn ich Zeit habe …“ → „Habe ich Zeit …“
- irreal, Gegenwart: „Wenn ich Zeit hätte …“ → „Hätte ich Zeit …“
- irreal, Vergangenheit: „Wenn ich Zeit gehabt hätte …“ → „Hätte ich Zeit gehabt …“
Bei einem trennbaren Verb bleibt der abgetrennte Teil hinten:
„Wenn du vorbeikommst, freue ich mich.“ → „Kommst du vorbei, freue ich mich.“
Ohne Einleitung muss der Bedingungssatz vor dem Hauptsatz stehen. „Ich besuche dich, habe ich Zeit“ ist nicht möglich.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Konditionalsatz
- Funktion: nennt eine Bedingung für eine Folge
- Erkennungsfrage: Unter welcher Bedingung?
- Einleitungen: wenn, falls, sofern
- Wortstellung: eingeleitetes Verb am Ende
- Variante: uneingeleitetes Verb an erster Position
- Formen: real, irreal in der Gegenwart, irreal in der Vergangenheit
Abschluss-Check
Du kannst einen Konditionalsatz sicher bestimmen, wenn du drei Dinge prüfst: Welche Bedingung wird genannt? Wo stehen die Verben? Ist die Bedingung real oder irreal?
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