In jedem vollständigen Satz gibt es jemanden oder etwas, worüber etwas ausgesagt wird. Genau dort begegnet dir sehr oft der Nominativ.
Der Nominativ ist der 1. Fall. Wenn du ihn sicher erkennst, findest du Subjekte leichter und verstehst auch die anderen Fälle besser.
- Ich kann den Nominativ als 1. Fall erklären.
- Ich kann mit „Wer oder was?“ nach dem Nominativ fragen.
- Ich kann das Subjekt im Satz bestimmen, auch wenn es nicht vorne steht.
- Ich kann den Gleichsetzungsnominativ nach sein, werden und bleiben erkennen.
- Ich kann typische Verwechslungen mit dem Akkusativ vermeiden.
Was der Nominativ ist
Der Nominativ ist einer der vier Fälle im Deutschen. Du kennst ihn als Grundform eines Nomens: der Hund, die Lampe, das Kind, die Bücher.
Nominativ
Der Nominativ ist der 1. Fall. In ihm steht meistens das Subjekt eines Satzes. Du fragst nach ihm mit „Wer oder was?“.
Satz: Der Hund bellt.
Frage: Wer oder was bellt?
Antwort: der Hund.
„Der Hund“ steht im Nominativ und ist das Subjekt.
Satz: Das neue Fahrrad steht im Keller.
Frage: Wer oder was steht im Keller?
Antwort: das neue Fahrrad.
Auch eine Sache kann Subjekt sein. Deshalb fragst du „Wer oder was?“.
Der Nominativ antwortet auf „Wer oder was?“. Das Subjekt steht immer im Nominativ.
Das Subjekt finden
Das Subjekt ist der Satzteil, über den im Satz etwas ausgesagt wird. Es bestimmt auch die Personalform des Verbs: „der Junge läuft“, aber „die Jungen laufen“.
Subjekt
Das Subjekt ist der Satzteil, der mit „Wer oder was?“ erfragt wird. Es steht im Nominativ. Es passt in Person und Numerus zum finiten Verb.
Satz: Heute liest die Klasse einen Bericht.
Frage: Wer oder was liest heute einen Bericht?
Antwort: die Klasse.
Das Subjekt steht hier nicht am Satzanfang. Es steht trotzdem im Nominativ.
Satz: Im Garten spielen drei Kinder.
Frage: Wer oder was spielt im Garten?
Antwort: drei Kinder.
Das Subjekt steht hinter dem Ort. Die Frage hilft dir, es trotzdem zu finden.
Verlass dich nicht nur auf die erste Stelle im Satz. In deutschen Sätzen kann ein anderes Satzglied vorne stehen: „Gestern kam der Bus zu spät.“ Das Subjekt ist „der Bus“.
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Artikel, Pronomen und Formen im Nominativ
Im Nominativ stehen nicht nur Nomen. Auch Artikel, Adjektive und Pronomen passen sich an.
Maskulin: der kleine Hund
Feminin: die kleine Katze
Neutrum: das kleine Kind
Plural: die kleinen Kinder
Du siehst: Artikel und Adjektiv gehören zur Nominativgruppe.
Personalpronomen im Nominativ:
ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie
Satz: Wir üben die Fälle.
Frage: Wer oder was übt die Fälle?
Antwort: wir.
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Gleichsetzungsnominativ
Manchmal steht nach bestimmten Verben noch ein zweiter Nominativ. Das passiert vor allem bei sein, werden und bleiben. Dieser zweite Nominativ beschreibt oder benennt das Subjekt.
Gleichsetzungsnominativ
Der Gleichsetzungsnominativ ist ein Nomen oder eine Nomengruppe im Nominativ nach Verben wie sein, werden oder bleiben. Er ist nicht das Subjekt, setzt das Subjekt aber mit einer Rolle oder Eigenschaft gleich. Du kannst dir das Verb wie ein Gleichheitszeichen vorstellen: Meine Schwester = eine gute Schwimmerin.
Satz: Meine Schwester ist eine gute Schwimmerin.
Subjekt: meine Schwester.
Gleichsetzungsnominativ: eine gute Schwimmerin.
Beide Gruppen stehen im Nominativ, weil „ist“ sie gleichsetzt.
Satz: Paul wird ein zuverlässiger Klassensprecher.
Subjekt: Paul.
Gleichsetzungsnominativ: ein zuverlässiger Klassensprecher.
Du fragst nicht „wen oder was wird Paul?“, sondern verstehst: Paul und Klassensprecher werden gleichgesetzt.
Nach sein, werden und bleiben steht bei einer Gleichsetzung häufig noch einmal der Nominativ: „Sie ist eine Freundin“, nicht „eine Freundin“ im Akkusativ.
Prüfungsmodus
In Tests musst du Nominativformen oft in gemischten Sätzen erkennen. Achte besonders auf Sätze, in denen das Subjekt nicht vorne steht, und auf Sätze mit sein, werden oder bleiben.
Aufgabe: Bestimme den Nominativ.
Satz: Nach der Pause beginnt der Unterricht.
Frage: Wer oder was beginnt nach der Pause?
Antwort: der Unterricht.
Nicht „nach der Pause“, denn das ist nur eine Zeitangabe.
Aufgabe: Finde den Fehler.
Falsch: Der Gewinner ist den schnellsten Läufer.
Richtig: Der Gewinner ist der schnellste Läufer.
Nach „ist“ steht hier ein Gleichsetzungsnominativ.
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Zusammenfassung
Der Nominativ ist der 1. Fall. Du erkennst ihn mit der Frage „Wer oder was?“ und findest so meistens das Subjekt des Satzes.
Pass besonders auf, wenn das Subjekt nicht am Satzanfang steht. Außerdem können nach sein, werden und bleiben zweite Nominative stehen: „Sie ist eine gute Freundin“, „Er wird Klassensprecher“.
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