Nominativ (1. Fall): Subjekt sicher bestimmen
Der Nominativ ist der 1. Fall und die Grundform eines Nomens. Meist steht das Subjekt im Nominativ: Du findest es mit der Frage „Wer oder was ...?“. Dabei zählt die Aufgabe im Satz, nicht die Position eines Wortes.
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Was ist der Nominativ?
Ein Satz sagt meist etwas über eine Person, ein Tier, eine Sache oder eine Gruppe aus. Dieser Satzteil ist das Subjekt. Das Subjekt steht im Nominativ.
Nominativ
Der Nominativ ist der 1. grammatische Fall. Nach dem Subjekt im Nominativ fragst du mit „Wer?“ oder „Was?“. Nomen werden im Wörterbuch gewöhnlich in ihrer Nominativform angegeben, zum Beispiel „der Hund“ oder „das Kind“.
Das Subjekt muss nicht immer aktiv handeln. In „Das Buch ist spannend“ ist „das Buch“ das Subjekt, weil über das Buch etwas ausgesagt wird.
Satz: Mein Bruder schläft.
- Suche das gebeugte Verb: schläft.
- Frage: Wer schläft?
- Antworte: mein Bruder.
„Mein Bruder“ ist das Subjekt und steht im Nominativ.
Wie bestimmst du das Subjekt sicher?
Gehe immer vom gebeugten Verb aus. So vermeidest du, irgendein Nomen nur wegen seiner Position auszuwählen.
- Finde das gebeugte Verb.
- Bilde die Frage „Wer oder was + Verb?“
- Die Antwort ist das Subjekt im Nominativ.
- Prüfe, ob Subjekt und Verb zusammenpassen: Ein Subjekt im Singular verlangt meist eine Verbform im Singular, ein Subjekt im Plural eine Verbform im Plural.
Satz: Leon und seine Freunde besuchen ein Festival.
Das gebeugte Verb ist „besuchen“. Die Frage lautet: „Wer besucht ein Festival?“ Die Antwort „Leon und seine Freunde“ bezeichnet mehrere Personen. Deshalb steht auch das Verb im Plural: „besuchen“.
Das Subjekt bestimmt die Form des gebeugten Verbs: „Der Hund läuft“, aber „Die Hunde laufen“.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
In „Die Katze schlüpft aus der Tür“ lautet die Frage „ schlüpft aus der Tür?“. Die Antwort „“ ist das Subjekt. Sie steht im „“. Subjekt und Verb stehen beide im „“.
Warum steht das Subjekt nicht immer vorn?
Die Satzstellung kann wechseln. Ein anderes Satzglied darf am Satzanfang stehen, ohne dadurch zum Subjekt zu werden.
Vergleiche:
- „Der Junge hat den Ball bekommen.“
- „Den Ball hat der Junge bekommen.“
In beiden Sätzen lautet die Frage: „Wer hat den Ball bekommen?“ Die Antwort ist „der Junge“. „Den Ball“ steht im zweiten Satz zwar vorn, ist aber nicht das Subjekt.
Du kannst zusätzlich eine Ersatzprobe machen: Ersetze eine männliche Nominalgruppe im Singular probeweise durch ein Personalpronomen. Für den Nominativ passt er, für den Akkusativ ihn.
- „Der Junge hat den Ball bekommen.“ → „Er hat den Ball bekommen.“
- „Den Ball hat der Junge bekommen.“ → „Ihn hat der Junge bekommen.“
Wann gibt es zwei Nominative?
Nach den Verben sein, werden und bleiben kann neben dem Subjekt ein weiterer Ausdruck im Nominativ stehen. Er benennt oder beschreibt das Subjekt genauer.
Prädikativ
Ein Prädikativ nach „sein“, „werden“ oder „bleiben“ ordnet dem Subjekt eine Rolle, Eigenschaft oder Identität zu. Besteht es aus einem Nomen oder einer Nominalgruppe, steht es ebenfalls im Nominativ.
Satz: Paula wird eine gute Ärztin.
- „Wer wird eine gute Ärztin?“ – „Paula“ ist das Subjekt im Nominativ.
- „eine gute Ärztin“ sagt, was Paula wird. Dieser Ausdruck ist das Prädikativ und steht ebenfalls im Nominativ.
Auch in „Du bleibst mein bester Freund“ stehen „du“ und „mein bester Freund“ im Nominativ.
Nicht jedes „sein“ führt zu einem zweiten Nominativ. In „Er ist zu dem Mann gegangen“ hilft „ist“ nur dabei, die Verbform „ist gegangen“ zu bilden. Danach folgt kein Ausdruck, der „er“ umbenennt oder beschreibt.
Wie sehen Nominativformen aus?
Kasus, Zahl und grammatisches Geschlecht beeinflussen die Formen von Begleitern und Adjektiven. Im Nominativ findest du häufig diese Muster:
| Form | Mit bestimmtem Artikel | Mit unbestimmtem Artikel | Ohne Artikel |
|---|---|---|---|
| maskulin Singular | der nette Kollege | ein netter Kollege | netter Kollege |
| feminin Singular | die nette Frau | eine nette Frau | nette Frau |
| neutral Singular | das nette Kind | ein nettes Kind | nettes Kind |
| Plural | die netten Kinder | keine netten Kinder | nette Kinder |
Nach „der“, „die“ und „das“ endet das Adjektiv im Singular hier auf -e. Nach „ein“ zeigt die Adjektivendung oft deutlicher Geschlecht und Form: „ein netter Kollege“, „ein nettes Kind“. Im Plural steht nach „die“, „keine“ oder einem Possessivbegleiter meist -en: „die netten Kinder“, „meine netten Kinder“.
Eine Form allein kann mehrdeutig sein. „die Frau“ kann je nach Satzfunktion Nominativ oder Akkusativ sein. Bestimme deshalb zuerst die Satzfunktion und nutze die Form als zusätzliche Kontrolle.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Setze die passende Nominativform ein: „ Kollege hilft.“ – „ Kind lacht.“ – „ Freunde kommen.“ – „ wartet vor der Tür.“
Wie grenzt du Nominativ und Akkusativ ab?
Nominativ und Akkusativ verwenden beide manchmal die Frage „Was?“. Stelle deshalb eine vollständige Frage vom Verb aus und achte auf die Satzfunktion.
Satz: Die Frau kauft Blumen.
- „Wer kauft Blumen?“ – „die Frau“ ist das Subjekt im Nominativ.
- „Was kauft die Frau?“ – „Blumen“ ist das von der Handlung betroffene Satzglied im Akkusativ.
Bei einem männlichen Nomen zeigt die Form den Unterschied deutlich: „der Hund sieht den Ball“. Die Ersatzprobe lautet: „Er sieht ihn.“
Frage nicht nur mit einem einzelnen Fragewort. „Wer oder was tut etwas?“ führt zum Subjekt im Nominativ; „Wen oder was betrifft die Handlung?“ führt häufig zum Akkusativ.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Nominativ
- Grundidee: 1. Fall und Grundform
- Hauptfunktion: Subjekt
- Erkennen: Wer-oder-was-Frage, Verbprobe und Ersatzprobe
- Satzstellung: Subjekt kann an verschiedenen Stellen stehen
- Formen: Begleiter und Adjektive passen zu Geschlecht und Zahl
- Besonderheit: Prädikativ nach sein, werden und bleiben
- Abgrenzung: Satzfunktion ist wichtiger als die Position
Abschluss-Check
Du kannst den Nominativ sicher bestimmen, wenn du Satzfunktion, vollständige Frageprobe und Form zusammen prüfst.
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