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Nominativ (1. Fall): Subjekt sicher bestimmen

Nominativ (1. Fall): Subjekt sicher bestimmen
Nominativ (1. Fall): Subjekt sicher bestimmen
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Der Nominativ ist der 1. Fall und die Grundform eines Nomens. Meist steht das Subjekt im Nominativ: Du findest es mit der Frage „Wer oder was ...?“. Dabei zählt die Aufgabe im Satz, nicht die Position eines Wortes.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was ist der Nominativ?

Ein Satz sagt meist etwas über eine Person, ein Tier, eine Sache oder eine Gruppe aus. Dieser Satzteil ist das Subjekt. Das Subjekt steht im Nominativ.

Definition

Nominativ

Der Nominativ ist der 1. grammatische Fall. Nach dem Subjekt im Nominativ fragst du mit „Wer?“ oder „Was?“. Nomen werden im Wörterbuch gewöhnlich in ihrer Nominativform angegeben, zum Beispiel „der Hund“ oder „das Kind“.

Das Subjekt muss nicht immer aktiv handeln. In „Das Buch ist spannend“ ist „das Buch“ das Subjekt, weil über das Buch etwas ausgesagt wird.

Beispiel

Satz: Mein Bruder schläft.

  1. Suche das gebeugte Verb: schläft.
  2. Frage: Wer schläft?
  3. Antworte: mein Bruder.

„Mein Bruder“ ist das Subjekt und steht im Nominativ.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Frage gehört zum Nominativ?
Lösung: Wer oder was? — Mit „Wer?“ oder „Was?“ findest du in einfachen Sätzen das Subjekt im Nominativ.
Frage 2 von 2MittelWelcher Satzteil steht in „Das Kind trinkt Milch“ im Nominativ?
Lösung: das Kind — Frage vom Verb aus: „Wer trinkt?“ – „das Kind“. Das Verb selbst hat keinen Kasus.
Wie bestimmst du das Subjekt sicher?

Gehe immer vom gebeugten Verb aus. So vermeidest du, irgendein Nomen nur wegen seiner Position auszuwählen.

  1. Finde das gebeugte Verb.
  2. Bilde die Frage „Wer oder was + Verb?“
  3. Die Antwort ist das Subjekt im Nominativ.
  4. Prüfe, ob Subjekt und Verb zusammenpassen: Ein Subjekt im Singular verlangt meist eine Verbform im Singular, ein Subjekt im Plural eine Verbform im Plural.
Beispiel

Satz: Leon und seine Freunde besuchen ein Festival.

Das gebeugte Verb ist „besuchen“. Die Frage lautet: „Wer besucht ein Festival?“ Die Antwort „Leon und seine Freunde“ bezeichnet mehrere Personen. Deshalb steht auch das Verb im Plural: „besuchen“.

Merke

Das Subjekt bestimmt die Form des gebeugten Verbs: „Der Hund läuft“, aber „Die Hunde laufen“.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

In „Die Katze schlüpft aus der Tür“ lautet die Frage „ schlüpft aus der Tür?“. Die Antwort „“ ist das Subjekt. Sie steht im „“. Subjekt und Verb stehen beide im „“.

Lösungen: Lücke 1: Was; Lücke 2: die Katze; Lücke 3: Nominativ; Lücke 4: Singular. Beginne beim Verb „schlüpft“. Die Frage „Was schlüpft?“ führt zu „die Katze“. Diese Nominalgruppe steht im Nominativ; ihre Einzahl passt zur Verbform in der Einzahl.
Warum steht das Subjekt nicht immer vorn?

Die Satzstellung kann wechseln. Ein anderes Satzglied darf am Satzanfang stehen, ohne dadurch zum Subjekt zu werden.

Beispiel

Vergleiche:

  • „Der Junge hat den Ball bekommen.“
  • „Den Ball hat der Junge bekommen.“

In beiden Sätzen lautet die Frage: „Wer hat den Ball bekommen?“ Die Antwort ist „der Junge“. „Den Ball“ steht im zweiten Satz zwar vorn, ist aber nicht das Subjekt.

Du kannst zusätzlich eine Ersatzprobe machen: Ersetze eine männliche Nominalgruppe im Singular probeweise durch ein Personalpronomen. Für den Nominativ passt er, für den Akkusativ ihn.

  • „Der Junge hat den Ball bekommen.“ → „Er hat den Ball bekommen.“
  • „Den Ball hat der Junge bekommen.“ → „Ihn hat der Junge bekommen.“
Teste dich
Frage 1 von 2MittelWas ist das Subjekt in „Den Ball fängt der Hund“?
Lösung: der Hund — „Wer fängt den Ball?“ – „der Hund“. Die Ersatzprobe bestätigt es: „Er fängt ihn.“
Frage 2 von 2SchwerWelche Begründung bestimmt den Nominativ am zuverlässigsten?
Lösung: Der Satzteil ist das Subjekt, beantwortet die Wer-oder-was-Frage und passt zum Verb. — Nutze Satzfunktion, Frageprobe und Form gemeinsam. Ein Nomen kann auch in einem anderen Fall stehen.
Wann gibt es zwei Nominative?

Nach den Verben sein, werden und bleiben kann neben dem Subjekt ein weiterer Ausdruck im Nominativ stehen. Er benennt oder beschreibt das Subjekt genauer.

Definition

Prädikativ

Ein Prädikativ nach „sein“, „werden“ oder „bleiben“ ordnet dem Subjekt eine Rolle, Eigenschaft oder Identität zu. Besteht es aus einem Nomen oder einer Nominalgruppe, steht es ebenfalls im Nominativ.

Beispiel

Satz: Paula wird eine gute Ärztin.

  • „Wer wird eine gute Ärztin?“ – „Paula“ ist das Subjekt im Nominativ.
  • „eine gute Ärztin“ sagt, was Paula wird. Dieser Ausdruck ist das Prädikativ und steht ebenfalls im Nominativ.

Auch in „Du bleibst mein bester Freund“ stehen „du“ und „mein bester Freund“ im Nominativ.

Nicht jedes „sein“ führt zu einem zweiten Nominativ. In „Er ist zu dem Mann gegangen“ hilft „ist“ nur dabei, die Verbform „ist gegangen“ zu bilden. Danach folgt kein Ausdruck, der „er“ umbenennt oder beschreibt.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtIn welchem Satz gibt es neben dem Subjekt einen zweiten Nominativ?
Lösung: Mia wird Klassensprecherin. — Nach „wird“ benennt „Klassensprecherin“ eine neue Rolle von Mia. Beide Ausdrücke stehen im Nominativ.
Frage 2 von 2MittelWarum ist „der Beste“ in „Er ist der Beste“ ein Nominativ?
Lösung: Der Ausdruck beschreibt das Subjekt nach „sein“ näher. — „der Beste“ benennt, wer oder was „er“ ist. Deshalb ist der Ausdruck ein Prädikativ im Nominativ.
Wie sehen Nominativformen aus?

Kasus, Zahl und grammatisches Geschlecht beeinflussen die Formen von Begleitern und Adjektiven. Im Nominativ findest du häufig diese Muster:

FormMit bestimmtem ArtikelMit unbestimmtem ArtikelOhne Artikel
maskulin Singularder nette Kollegeein netter Kollegenetter Kollege
feminin Singulardie nette Fraueine nette Fraunette Frau
neutral Singulardas nette Kindein nettes Kindnettes Kind
Pluraldie netten Kinderkeine netten Kindernette Kinder

Nach „der“, „die“ und „das“ endet das Adjektiv im Singular hier auf -e. Nach „ein“ zeigt die Adjektivendung oft deutlicher Geschlecht und Form: „ein netter Kollege“, „ein nettes Kind“. Im Plural steht nach „die“, „keine“ oder einem Possessivbegleiter meist -en: „die netten Kinder“, „meine netten Kinder“.

Gut zu wissen

Eine Form allein kann mehrdeutig sein. „die Frau“ kann je nach Satzfunktion Nominativ oder Akkusativ sein. Bestimme deshalb zuerst die Satzfunktion und nutze die Form als zusätzliche Kontrolle.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Setze die passende Nominativform ein: „ Kollege hilft.“ – „ Kind lacht.“ – „ Freunde kommen.“ – „ wartet vor der Tür.“

Lösungen: Lücke 1: Der nette; Lücke 2: Ein nettes; Lücke 3: Meine neuen; Lücke 4: Sie. Frage jeweils „Wer oder was?“: der nette Kollege, ein nettes Kind, meine neuen Freunde, sie. Diese Formen passen als Subjekt zum Verb.
Wie grenzt du Nominativ und Akkusativ ab?

Nominativ und Akkusativ verwenden beide manchmal die Frage „Was?“. Stelle deshalb eine vollständige Frage vom Verb aus und achte auf die Satzfunktion.

Beispiel

Satz: Die Frau kauft Blumen.

  • „Wer kauft Blumen?“ – „die Frau“ ist das Subjekt im Nominativ.
  • „Was kauft die Frau?“ – „Blumen“ ist das von der Handlung betroffene Satzglied im Akkusativ.

Bei einem männlichen Nomen zeigt die Form den Unterschied deutlich: „der Hund sieht den Ball“. Die Ersatzprobe lautet: „Er sieht ihn.“

Merke

Frage nicht nur mit einem einzelnen Fragewort. „Wer oder was tut etwas?“ führt zum Subjekt im Nominativ; „Wen oder was betrifft die Handlung?“ führt häufig zum Akkusativ.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelBestimme den Nominativ in „Der Hund gibt dem Kind den Ball“.
Lösung: der Hund — „Wer gibt?“ – „der Hund“. „Dem Kind“ antwortet auf „Wem?“, „den Ball“ auf „Wen oder was?“.
Frage 2 von 2SchwerJemand behauptet: „In ‚Die Frau sieht die Katze‘ kann man den Fall nicht bestimmen, weil beide Gruppen mit ‚die‘ beginnen.“ Was ist die beste Korrektur?
Lösung: Die Satzfunktion klärt es: „die Frau“ handelt und ist Nominativ; „die Katze“ ist betroffen und steht im Akkusativ. — Gleiche Formen können verschiedene Fälle haben. Frage „Wer sieht?“ und danach „Wen oder was sieht die Frau?“.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Nominativ
    • Grundidee: 1. Fall und Grundform
    • Hauptfunktion: Subjekt
    • Erkennen: Wer-oder-was-Frage, Verbprobe und Ersatzprobe
    • Satzstellung: Subjekt kann an verschiedenen Stellen stehen
    • Formen: Begleiter und Adjektive passen zu Geschlecht und Zahl
    • Besonderheit: Prädikativ nach sein, werden und bleiben
    • Abgrenzung: Satzfunktion ist wichtiger als die Position
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage stimmt?
Lösung: Das Subjekt steht im Nominativ, kann aber an verschiedenen Satzstellen stehen. — Bestimme das Subjekt über Verb, Satzfunktion und Wer-oder-was-Frage, nicht über die Position.
Frage 2 von 3MittelWelche Analyse von „Heute bleibt Amir unser Kapitän“ ist richtig?
Lösung: „Amir“ ist das Subjekt; „unser Kapitän“ ist ein Prädikativ. Beide stehen im Nominativ. — „Wer bleibt unser Kapitän?“ – „Amir“. „Unser Kapitän“ beschreibt, was Amir bleibt.
Frage 3 von 3SchwerBestimme die Fälle in „Den schweren Rucksack trägt der Schüler“.
Lösung: „der Schüler“ steht im Nominativ; „den schweren Rucksack“ steht im Akkusativ. — Die Satzstellung täuscht: „Wer trägt den schweren Rucksack?“ – „der Schüler“. Die Ersatzprobe bestätigt: „Er trägt ihn.“

Du kannst den Nominativ sicher bestimmen, wenn du Satzfunktion, vollständige Frageprobe und Form zusammen prüfst.

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