Die vier Fälle einfach bestimmen

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Die vier Fälle einfach bestimmen
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Im Deutschen gibt es vier Fälle: Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Du bestimmst sie am sichersten, wenn du drei Hinweise verbindest: die Funktion im Satz, die Fallfrage und die Form von Artikel oder Pronomen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Die vier Fälle im Überblick

Der grammatische Fall heißt Kasus. Er zeigt, welche Aufgabe eine Nominalgruppe im Satz übernimmt und wie sie mit anderen Satzteilen zusammenhängt.

Definition

Nominalgruppe

Eine Nominalgruppe besteht aus einem Nomen und seinen Begleitern, zum Beispiel der Hund, dem kleinen Kind oder das Halsband des Hundes.

FallFallfrageHäufige FunktionBeispiel
NominativWer oder was?Subjekt: Wer handelt?Der Hund läuft.
GenitivWessen?Zugehörigkeitdas Halsband des Hundes
DativWem?Empfänger einer HandlungMia hilft dem Hund.
AkkusativWen oder was?Ziel einer HandlungMia sieht den Hund.
Merke

Die Reihenfolge lautet: Nominativ – Genitiv – Dativ – Akkusativ. Die passenden Fragen sind: Wer oder was? – Wessen? – Wem? – Wen oder was?

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Fallfrage gehört zum Dativ?
Lösung: Wem? — Der Dativ antwortet auf die Frage „Wem?“.
Frage 2 von 2LeichtWelcher Fall bezeichnet im Satz „Der Vogel singt“ die Nominalgruppe „Der Vogel“?
Lösung: Nominativ — „Der Vogel“ antwortet auf „Wer oder was singt?“ und steht deshalb im Nominativ.
So bestimmst du einen Fall Schritt für Schritt

Verlasse dich nicht nur auf eine auswendig gelernte Frage. Prüfe mehrere Hinweise.

  1. Finde die Nominalgruppe. Suche das Nomen mit seinen Begleitern.
  2. Bestimme ihre Funktion. Handelt jemand, gehört etwas zu jemandem oder ist jemand Empfänger oder Ziel einer Handlung?
  3. Stelle die passende Fallfrage. Frage vom übrigen Satz aus nach der ganzen Nominalgruppe.
  4. Prüfe die Form. Achte besonders auf Artikel und Pronomen.
  5. Nutze bei Bedarf die Ersatzprobe. Ersetze eine männliche Nominalgruppe im Singular zum Beispiel durch er, ihm oder ihn.
Beispiel

Bestimme den Fall von dem Kind in „Der Hund gibt dem Kind den Ball.“

  1. Die gesuchte Nominalgruppe ist dem Kind.
  2. Das Kind empfängt den Ball.
  3. Die Frage lautet: „Wem gibt der Hund den Ball?“ – dem Kind.
  4. Der Artikel dem passt zum Dativ.
  5. Die Ersatzprobe ergibt: „Der Hund gibt ihm den Ball.“ Auch ihm zeigt den Dativ.

Ergebnis: „dem Kind“ steht im Dativ.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWie prüfst du „den Hund“ in „Mia sieht den Hund“ mit einer Ersatzprobe?
Lösung: Mia sieht ihn. — „Den Hund“ lässt sich durch „ihn“ ersetzen. Beide Formen stehen im Akkusativ.
Die Form macht den Fall sichtbar

Bei vielen Nomen bleibt die Grundform gleich. Der Fall wird dann besonders deutlich am Artikel oder Pronomen.

FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder Vaterdie Mutterdas Kinddie Sterne
Genitivdes Vatersder Mutterdes Kindesder Sterne
Dativdem Vaterder Mutterdem Kindden Sternen
Akkusativden Vaterdie Mutterdas Kinddie Sterne

Bei der Mutter oder das Kind sieht man: Eine Form kann zu mehreren Fällen passen. Deshalb reicht die Artikelform allein nicht immer aus. Funktion und Fallfrage entscheiden mit.

Zwei Veränderungen sind besonders auffällig:

  • Maskuline und neutrale Nomen erhalten im Genitiv Singular häufig -s oder -es: des Vaters, des Kindes.
  • Viele Pluralnomen erhalten im Dativ zusätzlich -n: die Sterne – den Sternen.
Gut zu wissen

Auch Adjektive und Pronomen können ihre Form an den Fall anpassen: „mit einem netten Mann“ und „mit ihm“ stehen im Dativ.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWarum kannst du bei „der Mutter“ den Fall nicht allein an der Form erkennen?
Lösung: Weil „der Mutter“ Genitiv oder Dativ sein kann. — Die Form „der Mutter“ kommt im Genitiv und im Dativ vor. Du brauchst zusätzlich den Satz und die passende Frage.
Ein Satz mit allen vier Fällen

Betrachte den Satz:

Das Kind gibt der Mutter des Freundes ein Geschenk.

  • Das Kind: Wer oder was gibt etwas? – das Kind. Das ist der Nominativ und das Subjekt.
  • der Mutter: Wem gibt das Kind etwas? – der Mutter. Das ist der Dativ.
  • des Freundes: Wessen Mutter ist gemeint? – die Mutter des Freundes. Das ist der Genitiv.
  • ein Geschenk: Wen oder was gibt das Kind? – ein Geschenk. Das ist der Akkusativ.
Merke

Bestimme immer die ganze Nominalgruppe. In „der Mutter des Freundes“ stehen zwei Gruppen in unterschiedlichen Fällen: „der Mutter“ im Dativ und „des Freundes“ im Genitiv.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

In „Der Hund gibt dem Kind den Ball“ steht „Der Hund“ im , „dem Kind“ im und „den Ball“ im . In „das Halsband des Hundes“ steht „des Hundes“ im .

Lösungen: Lücke 1: Nominativ; Lücke 2: Dativ; Lücke 3: Akkusativ; Lücke 4: Genitiv. Prüfe nacheinander: Wer handelt? Wem wird etwas gegeben? Wen oder was gibt der Hund? Wessen Halsband ist gemeint?
Typische Fehler erkennen und verbessern

Fehler 1: Nur auf ein Fragewort achten

Eine Frage hilft nur, wenn du sie passend vom Satz aus stellst. Prüfe deshalb zusätzlich die Funktion und die Form.

Fehler 2: Nur den Artikel betrachten

„Der Mutter“ kann Genitiv oder Dativ sein:

  • das Fahrrad der Mutter – Wessen Fahrrad? Genitiv
  • Ich helfe der Mutter. – Wem helfe ich? Dativ

Fehler 3: Genitiv und Dativ verwechseln

Der Genitiv kann Zugehörigkeit ausdrücken. Der Dativ kann den Empfänger einer Handlung bezeichnen.

Teste dich
Frage 1 von 2SchwerJemand behauptet: „‚der Mutter‘ steht immer im Dativ, weil der Artikel ‚der‘ dort vorkommt.“ Wie verbesserst du die Aussage?
Lösung: Die Form kann Genitiv oder Dativ sein; Satzfunktion und Fallfrage müssen mitgeprüft werden. — Artikelformen sind wichtige Hinweise, aber manche Formen gehören zu mehreren Fällen. Erst der Satz macht die Funktion eindeutig.
Frage 2 von 2SchwerBestimme „des Kindes“ in „Die Schwester des Kindes zeigt dem Lehrer den Stern“.
Lösung: Genitiv, weil die Gruppe Zugehörigkeit ausdrückt und auf „Wessen Schwester?“ antwortet. — „Des Kindes“ gehört zu „Die Schwester“ und beantwortet die Frage „Wessen Schwester?“. Die Gruppe steht im Genitiv.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Die vier Fälle bestimmen
    • Nominativ: Wer oder was? – häufig Subjekt
    • Genitiv: Wessen? – häufig Zugehörigkeit
    • Dativ: Wem? – häufig Empfänger
    • Akkusativ: Wen oder was? – häufig Ziel einer Handlung
    • Funktion im Satz prüfen
    • Form von Artikel, Pronomen und Nomen prüfen
    • Ersatzprobe mit er, ihm oder ihn nutzen
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Reihe ordnet die Fälle den richtigen Fragen zu?
Lösung: Nominativ: Wer oder was? – Genitiv: Wessen? – Dativ: Wem? – Akkusativ: Wen oder was? — Die vier Fragen gehören fest zu Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ.
Frage 2 von 3MittelWelche Bestimmung für „den Ball“ in „Der Hund gibt dem Kind den Ball“ ist richtig?
Lösung: Akkusativ: Wen oder was gibt der Hund? – den Ball. — „Den Ball“ bezeichnet das, was gegeben wird. Die Gruppe antwortet auf „Wen oder was?“ und steht im Akkusativ.
Frage 3 von 3SchwerWelche Vorgehensweise ist am zuverlässigsten, wenn eine Artikelform zu mehreren Fällen passen kann?
Lösung: Funktion bestimmen, Fallfrage stellen und die Form oder Ersatzprobe mitprüfen. — Eine sichere Fallbestimmung verbindet mehrere Hinweise: Satzfunktion, Fallfrage und erkennbare Formen.

Du kannst einen Fall sicher bestimmen, wenn alle Hinweise zusammenpassen: Welche Aufgabe hat die Nominalgruppe, welche Frage beantwortet sie und welche Form zeigt sie?

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