Dativ (3. Fall): erkennen und richtig verwenden
Der Dativ ist der 3. Fall und heißt auch Wem-Fall. Du erkennst ihn zuverlässig, wenn du drei Hinweise verbindest: die Form, die Aufgabe im Satz und die Ersatzprobe.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Den Dativ sicher erkennen
In „Der Hund folgt dem Kind“ steht dem Kind im Dativ. Das Verb folgen verlangt hier eine Ergänzung im Dativ.
Du kannst mit Wem? fragen:
- Wem folgt der Hund?
- Dem Kind.
Die Frage allein kann jedoch täuschen. Prüfe deshalb immer drei Hinweise:
- Form: Steht dort zum Beispiel dem, der, einem oder einer?
- Satzfunktion: Bezeichnet die Wortgruppe etwa einen Empfänger oder eine Ergänzung, die das Verb verlangt?
- Ersatzprobe: Kannst du sie durch ihm, ihr oder ihnen ersetzen?
„Die Schülerin hilft ihrem Freund.“
- Frage: Wem hilft die Schülerin? – Ihrem Freund.
- Form: ihrem ist eine Dativform.
- Ersatzprobe: „Die Schülerin hilft ihm.“
Alle drei Hinweise bestätigen den Dativ.
Bestimme den Fall nicht nur mit einer Frage. Form + Satzfunktion + Ersatzprobe ergeben einen zuverlässigeren Nachweis.
Die Dativformen bilden
Der Artikel zeigt den Dativ besonders deutlich:
| Genus oder Zahl | Bestimmter Artikel | Unbestimmter Artikel |
|---|---|---|
| maskulin | dem Vater | einem Vater |
| feminin | der Mutter | einer Mutter |
| neutrum | dem Kind | einem Kind |
| Plural | den Kindern | keine Pluralform |
Genus bedeutet grammatisches Geschlecht: maskulin, feminin oder neutrum. Im Dativ haben maskuline und neutrale Nomen dieselben Artikelformen.
Die wichtigsten Personalpronomen lauten:
| Grundform | Dativform |
|---|---|
| ich | mir |
| du | dir |
| er | ihm |
| sie | ihr |
| es | ihm |
| wir | uns |
| ihr | euch |
| sie | ihnen |
Das zusätzliche n im Plural
Im Dativ Plural steht den. Das Nomen erhält meistens zusätzlich -n, wenn seine Pluralform nicht schon auf -n oder -s endet:
- die Kinder → mit den Kindern
- die Freunde → bei den Freunden
- die Autos → mit den Autos
Nach einem bestimmten oder unbestimmten Artikel endet ein Adjektiv im Dativ auf -en:
- mit dem schnellen Bus
- bei einer netten Nachbarin
- von den alten Häusern
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Ich fahre mit Bus. Ich helfe Freundin. Wir danken Kindern. Der Brief gehört .
Verben bestimmen den Objektfall
Einige Verben verlangen eine Ergänzung im Dativ. Häufige Beispiele sind:
- helfen: „Ich helfe dir.“
- danken: „Wir danken der Ärztin.“
- folgen: „Das Kind folgt seinem Vater.“
- gehören: „Das Fahrrad gehört meiner Schwester.“
- gefallen: „Der Film gefällt ihm.“
- antworten: „Sie antwortet dem Lehrer.“
- vertrauen: „Er vertraut seiner Freundin.“
Diese Verben solltest du zusammen mit ihrem Fall lernen: nicht nur helfen, sondern jemandem helfen.
Ein Satz mit Dativ und Akkusativ
Manche Verben verbinden einen Empfänger im Dativ mit einer Sache im Akkusativ.
„Der Hundebesitzer gibt dem Hund einen Ball.“
- Der Hundebesitzer handelt: Nominativ.
- Dem Hund wird etwas gegeben: Dativ.
- Einen Ball gibt der Besitzer: Akkusativ.
Ersatzprobe: „Er gibt ihm ihn.“ Die Formen ihm und ihn machen den Unterschied sichtbar.
Präpositionen verlangen den Dativ
Eine Präposition ist ein Verhältniswort wie mit, bei oder zu. Bestimmte Präpositionen verlangen immer den Dativ:
- aus: aus dem Haus
- bei: bei meiner Freundin
- mit: mit einem Fahrrad
- nach: nach der Pause
- seit: seit einem Jahr
- von: von den Eltern
- zu: zu unserem Lehrer
- gegenüber: dem Bahnhof gegenüber
Aus, bei, mit, nach, seit, von und zu stehen mit dem Dativ.
Vertiefung: Wechselpräpositionen
Die Präpositionen an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor und zwischen können mit Dativ oder Akkusativ stehen. Entscheidend ist die dargestellte Beziehung:
- Ort – wo? – Dativ: „Das Heft liegt auf dem Tisch.“
- Ziel – wohin? – Akkusativ: „Ich lege das Heft auf den Tisch.“
Die bloße Bewegung reicht als Entscheidung nicht aus. In „Ich laufe im Park“ findet die Bewegung an einem Ort statt; deshalb steht im Park im Dativ.
Dativ und Akkusativ unterscheiden
Der Dativ antwortet meistens auf Wem? Der Akkusativ antwortet auf Wen? oder Was? Noch sicherer wird die Bestimmung mit Pronomen:
| Fall | Maskulines Beispiel | Ersatzprobe |
|---|---|---|
| Dativ | dem Hund | ihm |
| Akkusativ | den Hund | ihn |
Vergleiche:
- „Ich helfe dem Hund.“ → Ich helfe ihm. → Dativ
- „Ich sehe den Hund.“ → Ich sehe ihn. → Akkusativ
Achte besonders auf den: Die Form kann Akkusativ Singular oder Dativ Plural anzeigen.
- „Ich sehe den Vater.“ → Akkusativ Singular
- „Ich helfe den Kindern.“ → Dativ Plural
Bestimme die Fälle in „Der Hund gibt dem Kind den Ball“.
- Wer gibt? – Der Hund: Nominativ und Subjekt.
- Wem gibt er etwas? – Dem Kind: Dativ und Empfänger.
- Was gibt er? – Den Ball: Akkusativ und übertragene Sache.
Die Artikel, die Satzfunktionen und die Ersatzprobe „Er gibt ihm ihn“ führen zum gleichen Ergebnis.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Dativ als 3. Fall
- Erkennen
- Wem-Frage
- Form und Satzfunktion
- Ersatz durch ihm, ihr oder ihnen
- Bilden
- dem, der, dem, den
- Dativplural meist mit zusätzlichem n
- Verwenden
- nach Dativverben
- nach Dativpräpositionen
- bei Ortsangaben mit Wechselpräpositionen
- Abgrenzen
- Dativ als Empfänger oder verlangte Ergänzung
- Akkusativ als häufig direkt betroffene Sache
- Erkennen
Abschluss-Check
Du kannst den Dativ sicher bestimmen, wenn du nicht nur fragst, sondern Form, Satzfunktion und Ersatzprobe verbindest. Prüfe danach, ob ein Verb oder eine Präposition den Dativ verlangt.
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