Genitiv (2. Fall): erkennen und richtig bilden
Der Genitiv ist der 2. Fall. Er zeigt häufig, wem oder wozu etwas gehört: das Halsband des Hundes. Du erkennst ihn an seiner Funktion, an den Wortformen und oft mit der Frage Wessen?
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Den Genitiv sicher erkennen
In das Halsband des Hundes bezeichnet des Hundes, zu wem das Halsband gehört. Die Wortgruppe steht im Genitiv.
Genitiv
Der Genitiv ist der 2. Fall. Er drückt besonders Besitz, Zugehörigkeit oder einen anderen Bezug aus. Seine Kontrollfrage lautet Wessen?
Satz: Die Schwester meines Freundes trägt eine rote Jacke.
- Suche das Bezugswort: Schwester.
- Frage: Wessen Schwester?
- Antwort: meines Freundes.
- Prüfe die Form: mein Freund wurde zu meines Freundes.
Damit ist meines Freundes eine Genitivgruppe.
Die Wessen-Frage ist eine Hilfe, aber nicht dein einziges Werkzeug. Prüfe zusätzlich:
- Welche Zugehörigkeit oder welcher Bezug wird ausgedrückt?
- Haben Artikel oder Begleiter eine Genitivform wie des, eines, der oder meiner?
- Hat ein maskulines oder neutrales Nomen eine passende Endung?
Die Genitivformen bilden
Artikel, andere Begleiter und manchmal auch das Nomen verändern sich im Genitiv.
| Genus oder Numerus | Ausgangsform | Genitivform |
|---|---|---|
| feminin | die Mutter | der Mutter |
| maskulin | der Bruder | des Bruders |
| neutral | das Kind | des Kindes |
| Plural | die Kinder | der Kinder |
Bei maskulinen und neutralen Nomen steht im Singular meistens -s oder -es:
- der Vater → des Vaters
- das Mädchen → des Mädchens
- das Kind → des Kindes
- der Fuß → des Fußes
- das Ergebnis → des Ergebnisses
Bei vielen Wörtern sind beide Formen möglich, zum Beispiel des Worts und des Wortes. Nach Zischlauten wie s, ß, x oder z hilft -es beim Sprechen: des Platzes.
Einige maskuline Nomen folgen einem besonderen Muster. Sie erhalten nicht das gewöhnliche Genitiv-s: der Affe → des Affen, der Referent → des Referenten. Solche Formen musst du als Wortformen mitlernen.
Bei femininen Nomen und im Plural bekommt das Nomen keine zusätzliche Genitivendung: der Pflanze, der Eltern. Der Begleiter zeigt den Fall.
Im Femininum stehen häufig der/einer. Im Plural steht zum Beispiel der; andere Begleiter enden dort häufig auf -er. Im Maskulinum und Neutrum stehen häufig des/eines; das Nomen erhält dort meist -s oder -es.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Der Hut Nilpferds ist lustig. Die Blüte Pflanze ist gelb. Die Farbe Bildes fällt sofort auf.
Zugehörigkeit und andere Auslöser verstehen
Am häufigsten ergänzt eine Genitivgruppe ein Nomen. Diese Ergänzung heißt Genitivattribut.
Genitivattribut
Ein Genitivattribut beschreibt ein Bezugsnomen genauer. Es beantwortet zum Beispiel, wem etwas gehört: die Tasche meiner Mutter.
Die Augenklappe des Frosches ist schwarz.
Das Bezugsnomen ist Augenklappe. Die Genitivgruppe des Frosches sagt, zu welchem Frosch sie gehört. Die Kontrollfrage lautet: Wessen Augenklappe?
Auch bestimmte Wörter verlangen den Genitiv:
- Präpositionen: wegen des Verkehrs, während des Spiels, trotz des Regens, innerhalb des Gebäudes
- Verben: der Toten gedenken, der Hilfe bedürfen, jemanden des Diebstahls beschuldigen
- feste Verbindungen mit Adjektiven: sich seines Fehlers bewusst sein
Eine Präposition ist ein Verhältniswort wie wegen oder während. Sie bestimmt bei diesen Verbindungen den Fall der folgenden Nomengruppe.
Genitiv, Dativ und Akkusativ unterscheiden
Ähnliche Wortgruppen können in verschiedenen Fällen stehen. Verlasse dich deshalb nicht nur auf eine Frage.
| Fall | Kontrollfrage | Beispiel | Form und Funktion |
|---|---|---|---|
| Genitiv | Wessen? | das Halsband des Hundes | Zugehörigkeit; des Hundes |
| Dativ | Wem? | Ich gebe dem Hund Wasser. | Empfänger; dem Hund |
| Akkusativ | Wen oder was? | Ich sehe den Hund. | betroffenes Objekt; den Hund |
Eine Ersatzprobe macht den Unterschied sichtbar:
- des Hundes → dessen Halsband
- dem Hund → Ich gebe ihm Wasser.
- den Hund → Ich sehe ihn.
Bei Zugehörigkeit kann häufig von + Dativ dieselbe Grundinformation ausdrücken: das Halsband des Hundes – das Halsband von dem Hund. Diese Ersatzform passt aber nicht automatisch zu jeder Präposition, jedem Verb oder jeder festen Verbindung.
Eigennamen und Apostroph richtig schreiben
Eigennamen stehen bei einer Zugehörigkeitsangabe meist vor dem Bezugsnomen und erhalten -s:
- Lisa → Lisas Bruder
- Christian → Christians Hund
- Holger → Holgers Pferd
Endet der Name bereits auf s, ß, x oder z, wird kein weiteres s angehängt. Ein Apostroph kennzeichnet dann den Genitiv:
- Hans → Hans’ Fahrrad
- Max → Max’ Buch
Ausgang: Peter hat einen Hund. Der Hund schläft.
Verbindung mit Genitiv: Peters Hund schläft.
Probe: Wessen Hund schläft? – Peters Hund.
Genitivkonstruktionen selbst bilden
So verbindest du zwei passende Aussagen:
- Bestimme, was zu wem gehört.
- Wähle das Bezugsnomen.
- Setze die zugehörige Person oder Sache in den Genitiv.
- Prüfe Begleiter und Nomenendung.
- Kontrolliere die Verbindung mit Wessen?
Ausgang: Das Nilpferd hat einen Hut. Der Hut ist lustig.
Das Bezugsnomen ist Hut. Der Hut gehört zum Nilpferd. Das Nilpferd wird im Genitiv zu des Nilpferds.
Ergebnis: Der Hut des Nilpferds ist lustig.
Kontrolle: Wessen Hut ist lustig? – Der Hut des Nilpferds.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Genitiv
- Bedeutung: Besitz, Zugehörigkeit oder Bezug
- Erkennen: Funktion, Form und Wessen-Frage
- Bilden: Begleiter anpassen und Nomenendung prüfen
- Verwendung: Attribut, Präposition, Verb oder feste Verbindung
- Abgrenzung: Genitiv dessen, Dativ ihm, Akkusativ ihn
- Eigennamen: Lisas Hund oder Max’ Hund
Abschluss-Check
Kannst du eine Genitivgruppe jetzt nicht nur finden, sondern auch begründen? Suche nach dem Bezug, stelle die Wessen-Frage und prüfe anschließend Artikel, Begleiter und Nomenendung.
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