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Paraphrasieren: Regeln, Beispiele und Übungen

Paraphrasieren: Regeln, Beispiele und Übungen
Paraphrasieren: Regeln, Beispiele und Übungen
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Beim Paraphrasieren gibst du einen fremden Gedanken sinngemäß in eigenen Worten wieder. Der Sinn muss erhalten bleiben, die Formulierung muss eigenständig sein und die Quelle muss erkennbar bleiben. Anführungszeichen setzt du nur bei wörtlich übernommenen Stellen.

Auf dieser Seite lernst du, eine Paraphrase zu planen, sprachlich umzuformen und anschließend auf Bedeutungstreue, Eigenständigkeit und Quellenkennzeichnung zu prüfen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was eine Paraphrase ausmacht

Eine gute Paraphrase erfüllt gleichzeitig drei Bedingungen:

  1. Sie gibt den fremden Gedanken inhaltlich richtig wieder.
  2. Sie verwendet eine eigenständige Wortwahl und Satzstruktur.
  3. Sie enthält einen Quellenhinweis.
Definition

Paraphrase

Eine Paraphrase ist die sinngemäße Wiedergabe eines fremden Inhalts in eigenen Worten. Sie heißt auch indirektes oder sinngemäßes Zitat.

Eine Paraphrase steht ohne Anführungszeichen im Fließtext. Anführungszeichen würden eine wörtliche Übernahme anzeigen.

Merke

Eigene Worte allein machen einen fremden Gedanken noch nicht zum eigenen Gedanken. Auch eine stark umformulierte Aussage benötigt einen Beleg.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Fassung ist grundsätzlich als Paraphrase erkennbar?
Lösung: Eine eigenständig formulierte, sinngemäße Wiedergabe mit Quellenhinweis — Eine Paraphrase verbindet Bedeutungstreue, eigenständige Formulierung und Quellenkennzeichnung.
In fünf Schritten sicher paraphrasieren

Wenn du beim Schreiben ständig auf den Wortlaut schaust, übernimmst du leicht dessen Struktur. Trenne deshalb Verstehen und Formulieren.

  1. Verstehen: Lies die Passage so oft, bis du ihren Kerngedanken erklären kannst.
  2. Kern notieren: Halte die wesentlichen Aussagen in knappen Stichpunkten fest.
  3. Vorlage weglegen: Schreibe den Inhalt aus deinem Verständnis heraus neu.
  4. Vergleichen: Prüfe Sinn, Vollständigkeit und sprachlichen Abstand zum Original.
  5. Belegen: Ergänze die verlangte Quellenangabe.
Beispiel

Ausgangssatz: „Intelligenz ist die Fähigkeit, sich dem Wandel anzupassen.“

Kernidee: Intelligenz zeigt sich darin, auf Veränderungen reagieren zu können.

Paraphrase: Hawking zufolge besteht ein wesentliches Merkmal von Intelligenz in der Anpassung an veränderte Umstände (1991).

Der Gedanke bleibt erhalten. Wortwahl und Satzbau wurden verändert, die Quelle wird genannt und die Paraphrase steht ohne Anführungszeichen.

Beim Vergleich mit dem Original helfen dir drei Fragen:

  • Habe ich eine Aussage hinzugefügt oder weggelassen?
  • Sind noch auffällige Wortfolgen aus dem Original vorhanden?
  • Ist für die Lesenden eindeutig, woher der Gedanke stammt?
Teste dich
Frage 1 von 1MittelWarum solltest du die Vorlage vor dem Formulieren weglegen?
Lösung: Damit du aus deinem Verständnis heraus eine eigene Formulierung entwickelst — Das Weglegen schafft sprachlichen Abstand. Danach musst du deine Fassung wieder mit dem Original vergleichen.
Wie du wirklich eigenständig umformulierst

Einzelne Synonyme auszutauschen reicht nicht. Verändere mehrere sprachliche Ebenen, ohne die Aussage zu verfälschen.

Du kannst:

  • passende Wörter ersetzen;
  • Aktiv und Passiv wechseln;
  • Verben durch Nomen ersetzen oder umgekehrt;
  • Informationen neu ordnen;
  • lange Sätze aufteilen;
  • mehrere Aussagen sinnvoll verdichten.

Fachbegriffe solltest du beibehalten, wenn ein Ersatzwort ungenau wäre. Eigenständigkeit bedeutet nicht, jeden Ausdruck zwanghaft auszutauschen.

Beispiel

Ausgangssatz: „Unabhängig vom gewählten Zitierstil müssen alle Regeln konsequent und konsistent befolgt werden.“

Zu nah am Wortlaut: Unabhängig vom ausgesuchten Zitierstil müssen sämtliche Regeln konsequent und konsistent eingehalten werden.

Hier wurden fast nur einzelne Wörter ersetzt. Aufbau und auffällige Formulierungen bleiben gleich.

Eigenständiger: Niedermair betont, dass die Vorgaben des ausgewählten Zitierstils in der gesamten Arbeit einheitlich anzuwenden sind (2023: 243).

Die zweite Fassung bündelt die Aussage neu, verändert den Satzbau und nennt die Quelle.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Eine tragfähige Paraphrase bewahrt den , nutzt eine Formulierung und enthält einen .

Lösungen: Lücke 1: Sinn; Lücke 2: eigenständige; Lücke 3: Quellenhinweis. Prüfe immer alle drei Merkmale: Bedeutungstreue, sprachliche Eigenständigkeit und Beleg.
Wie du fremde Gedanken sichtbar machst

Die Lesenden müssen erkennen können, wo die fremde Aussage beginnt und auf welche Quelle sie zurückgeht. Dafür kannst du eine Redeeinleitung verwenden:

  • Laut Müller (Jahr: Seite) …
  • Müller (Jahr: Seite) erklärt, …
  • Müller zufolge …
  • Die Untersuchung von Müller zeigt, …

Das gewählte Referierverb kann deine Haltung verändern. „Erklärt“ oder „hält fest“ wirkt eher neutral. „Behauptet“ kann Distanz oder Zweifel ausdrücken. Wähle daher kein wertendes Verb, wenn du nur sachlich wiedergeben möchtest.

Der Indikativ ist möglich, wenn Redeeinleitung und Beleg die fremde Herkunft eindeutig zeigen. Der Konjunktiv kann zusätzlich verdeutlichen, dass du eine fremde Aussage wiedergibst oder Abstand zu ihr hältst.

Beispiel

Indikativ mit Redeeinleitung: Laut Hawking ist Anpassungsfähigkeit ein wesentliches Merkmal von Intelligenz (1991).

Konjunktiv zur Distanzierung: Anpassungsfähigkeit sei ein wesentliches Merkmal von Intelligenz (Hawking, 1991).

Beide Formen können funktionieren. Welche Belegform, ob „vgl.“ und welche Seitenangabe verlangt werden, hängt vom vorgegebenen Zitierstil ab. Innerhalb einer Arbeit musst du die Vorgaben einheitlich anwenden.

Bei einer längeren Wiedergabe nennst du die Quelle zu Beginn. Solange eindeutig dieselbe Quelle gemeint ist, muss nicht jeder Satz denselben Beleg wiederholen. Bei einem Quellenwechsel oder neuen Absatz stellst du die Zuordnung erneut klar.

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Frage 1 von 1MittelWelche Redeeinleitung gibt eine Aussage am neutralsten wieder?
Lösung: Müller hält fest, dass … — Ein neutrales Referierverb kennzeichnet die Herkunft, ohne Zustimmung oder Ablehnung vorwegzunehmen.
Wann ein direktes Zitat besser passt

Eine Paraphrase eignet sich, wenn du einen Gedanken verständlich zusammenfassen, in deinen eigenen Schreibstil einfügen oder auf das Wesentliche kürzen möchtest.

Ein direktes Zitat passt besser, wenn der genaue Wortlaut wichtig ist, etwa bei einer Definition, einer besonders charakteristischen Formulierung oder einer sprachlichen Analyse.

ParaphraseDirektes Zitat
gibt den Sinn in eigenen Worten wiederübernimmt den Wortlaut genau
steht ohne Anführungszeichensteht in Anführungszeichen
kann kürzen und neu ordnenbewahrt die zitierte Formulierung
benötigt einen Quellenhinweisbenötigt ebenfalls einen Quellenhinweis

Wenn einzelne Originalwörter in deiner Paraphrase erhalten bleiben müssen, kennzeichnest du diese wörtlichen Teile als Zitat. Eine bloße Nennung der Autorin oder des Autors ersetzt weder Anführungszeichen noch eine genaue Fundstelle.

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Frage 1 von 1MittelDu untersuchst, wie ein literarischer Text einen Gegensatz sprachlich gestaltet. Welche Form ist meist geeigneter?
Lösung: Ein direktes Zitat der entscheidenden Formulierung mit Fundstelle — Wenn die konkrete sprachliche Gestaltung untersucht wird, brauchst du den genauen Wortlaut als gekennzeichnetes direktes Zitat.
Typische Fehler erkennen und verbessern

Fehler 1: Nur Wörter austauschen

Problem: Satzbau und auffällige Wortfolgen bleiben fast unverändert.

Verbesserung: Lege das Original weg, formuliere den Kerngedanken neu und vergleiche erst danach beide Fassungen.

Fehler 2: Den Sinn verändern

Problem: Eine Einschränkung, ein Zusammenhang oder die Haltung der Quelle geht verloren.

Verbesserung: Prüfe jede Teilaussage. Deine Fassung darf kürzer sein, aber nichts Wesentliches verdrehen oder hinzufügen.

Fehler 3: Die Quelle vergessen

Problem: Fremde Gedanken erscheinen als eigene Leistung.

Verbesserung: Ergänze eine eindeutige Redeeinleitung oder einen Kurzbeleg nach dem verlangten Zitierstil.

Fehler 4: Eine Paraphrase in Anführungszeichen setzen

Problem: Anführungszeichen versprechen einen genauen Wortlaut, obwohl der Satz umformuliert wurde.

Verbesserung: Lass die Anführungszeichen bei der Paraphrase weg. Markiere nur tatsächlich wörtlich übernommene Stellen als direktes Zitat.

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Frage 1 von 1SchwerEine Fassung gibt den Sinn richtig wieder und nennt die Quelle, übernimmt aber fast den gesamten Satzbau des Originals. Was ist zu tun?
Lösung: Den Inhalt noch einmal ohne Blick auf die Vorlage neu strukturieren und formulieren — Ein Beleg ist notwendig, genügt aber nicht allein. Die Formulierung muss ebenfalls genügend Abstand zum Wortlaut besitzen.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Paraphrasieren
    • Inhalt sichern
      • Kerngedanken verstehen
      • Bedeutung kontrollieren
    • Sprache verändern
      • Wortwahl und Satzbau neu gestalten
      • Fachbegriffe präzise bewahren
    • Herkunft kennzeichnen
      • Redeeinleitung verwenden
      • Kurzbeleg ergänzen
    • Ergebnis prüfen
      • Abstand zum Wortlaut kontrollieren
      • Zitat und Paraphrase unterscheiden
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche drei Merkmale gehören zwingend zu einer korrekten Paraphrase?
Lösung: Bedeutungstreue, eigenständige Formulierung und Quellenhinweis — Eine Paraphrase muss den Sinn bewahren, sprachlich eigenständig sein und die fremde Herkunft zeigen.
Frage 2 von 3MittelWelche Arbeitsreihenfolge verringert die Gefahr einer zu textnahen Fassung?
Lösung: Original verstehen, Kern notieren, Vorlage weglegen, neu formulieren, vergleichen und belegen — Trenne Verstehen und Formulieren. Der abschließende Vergleich sichert sowohl die Bedeutung als auch den sprachlichen Abstand.
Frage 3 von 3SchwerEine Schülerin schreibt: „Laut Müller verändert technischer Fortschritt die Kommunikation grundlegend“, nennt aber keine Fundstelle. Was fehlt?
Lösung: Ein Quellenbeleg nach dem verlangten Zitierstil — Die Redeeinleitung nennt zwar die Quelle, ersetzt aber nicht den vollständigen Nachweis nach den geltenden Vorgaben.

Prüfe deine nächste Paraphrase zum Schluss mit drei kurzen Fragen: Stimmt der Sinn? Ist die Formulierung wirklich eigenständig? Ist die Quelle eindeutig erkennbar?

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