Zitiertechniken: richtig zitieren und paraphrasieren
Du zitierst richtig, wenn du fremde Wörter und Gedanken erkennbar machst, eine genaue Fundstelle angibst und die Übernahme sinnvoll in deinen eigenen Text einbaust. Dabei entscheidest du zwischen einem direkten Zitat im genauen Wortlaut und einer Paraphrase in eigenen Worten.
Auf dieser Seite lernst du beide Techniken kennen und verbesserst typische Zitierfehler.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Zitat oder Paraphrase wählen
Bevor du eine Textstelle übernimmst, frage dich: Brauche ich den genauen Wortlaut oder nur den Gedanken?
| Technik | Das übernimmst du | Kennzeichnung |
|---|---|---|
| Direktes Zitat | den genauen Wortlaut | doppelte Anführungszeichen und Fundstelle |
| Paraphrase | den Inhalt in eigenen Worten | keine Anführungszeichen, aber Fundstelle |
Direktes Zitat
Ein direktes Zitat gibt Wörter oder Sätze wortgetreu wieder. Es eignet sich, wenn eine Formulierung selbst wichtig ist, etwa für die Untersuchung eines sprachlichen Mittels.
Paraphrase
Eine Paraphrase gibt einen fremden Gedanken sinngemäß und eigenständig formuliert wieder. Sie eignet sich, wenn der Inhalt wichtiger ist als die genaue Formulierung.
Beide Techniken brauchen einen Beleg. Ohne Kennzeichnung könnte ein fremder Gedanke wie dein eigener wirken.
Wortlaut wichtig? Direkt zitieren. Nur der Gedanke wichtig? Paraphrasieren. In beiden Fällen die Fundstelle nennen.
Direkte Zitate genau und passend einbauen
Bei einem direkten Zitat darfst du den Wortlaut nicht still verändern. Das betrifft auch Rechtschreibung, Tempus und Zeichensetzung des übernommenen Ausschnitts.
Gehe in fünf Schritten vor:
- Wähle nur die Wörter aus, die deine Aussage wirklich belegen.
- Übernimm sie genau und setze sie in doppelte Anführungszeichen.
- Baue das Zitat grammatisch in deinen eigenen Satz ein.
- Gib die Fundstelle unmittelbar danach an.
- Erkläre, was das Zitat für deine Aussage beweist.
Ausgangsstelle: „Frieda hasst sie“ (Z. 17).
Gelungene Einbindung: Die Klavierspielerin Frieda „hasst“ (Z. 17) ihre Mutter. Das Verb bezeichnet eine besonders starke Abneigung und verschärft dadurch den Konflikt.
Das einzelne Wort passt grammatisch in den eigenen Satz. Die anschließende Erklärung zeigt, warum es als Beleg wichtig ist.
Eingriffe sichtbar kennzeichnen
Manchmal brauchst du nur einen Teil des Originals oder musst einen Bezug verständlich machen:
- Eine Auslassung innerhalb des Zitats markierst du mit
[…]. - Eine Ergänzung oder grammatische Anpassung steht in eckigen Klammern: „Er [der Polizist] wollte ihm helfen“ (Z. 25).
- Ein Zitat innerhalb eines Zitats erhält einfache Anführungszeichen: „Er erwiderte: ‚Ohne mich!‘“ (Z. 3).
- Einen Fehler aus der Vorlage kannst du je nach verlangter Regel mit
[sic!]kennzeichnen. Du verbesserst ihn nicht unbemerkt.
Am Anfang oder Ende eines kurzen Ausschnitts ist gewöhnlich kein Auslassungszeichen nötig. Verändert ein Eingriff den Sinn oder erfordert er starke grammatische Umbauten, ist eine Paraphrase meist geeigneter.
Ein Zitat ist kein Ersatz für deine Erklärung. Nenne nach dem Beleg den Zusammenhang, die Wirkung oder die Schlussfolgerung, die du daraus ableitest.
Paraphrasen wirklich selbst formulieren
Beim Paraphrasieren behältst du die Aussage bei, veränderst aber Aufbau und Formulierung deutlich. Nur einzelne Wörter durch Synonyme zu ersetzen reicht nicht.
Eine sichere Arbeitsweise:
- Lies die Ausgangsstelle und kläre ihre Kernaussage.
- Notiere nur Stichpunkte und lege die Vorlage kurz beiseite.
- Formuliere den Gedanken aus den Stichpunkten neu.
- Vergleiche deine Fassung mit dem Original: Stimmt der Sinn, ohne dass der Satzbau kopiert wurde?
- Kennzeichne den fremden Gedanken und ergänze die Fundstelle.
Ausgangsstelle: „Peter fühlte eine Abneigung gegen Hannah“ (Z. 32).
Paraphrase: Peter kann Hannah nicht leiden (vgl. Z. 32).
Die Aussage bleibt erhalten, wird aber mit einer anderen Satzstruktur und eigenen Wörtern wiedergegeben. Anführungszeichen fehlen, weil der Wortlaut nicht übernommen wurde.
In vielen schulischen Belegsystemen steht bei einer Paraphrase vgl. für „vergleiche“. Manche Vorgaben behandeln diese Ergänzung anders. Verwende deshalb das von deiner Lehrkraft verlangte System durchgehend einheitlich.
Bei der Wiedergabe einer fremden Position kannst du außerdem eine Formulierung wie „Nach Ansicht der Verfasserin …“ oder den Konjunktiv nutzen. So bleibt erkennbar, dass es sich nicht um deine eigene Behauptung handelt.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Ein direktes Zitat steht in . Eine Paraphrase steht Anführungszeichen. Beide Formen benötigen eine . Beim Paraphrasieren muss der fremde Gedanke .
Fundstellen und Quellen nachvollziehbar angeben
Die genaue Form des Belegs hängt vom Text und vom verlangten Zitierstil ab.
Bei einem vorgelegten Schultext können Seiten-, Zeilen-, Strophen- oder Versangaben genügen:
(Z. 3)bedeutet Zeile 3.(S. 5, Z. 4-6)bedeutet Seite 5, Zeilen 4 bis 6.(S. 5, Z. 4 f.)bezeichnet Zeile 4 und die unmittelbar folgende Zeile.(Str. 1, V. 4)bezeichnet die erste Strophe und Vers 4.
ff. verweist ungenau auf mehrere folgende Seiten oder Zeilen. Wenn möglich, nenne stattdessen einen genauen Bereich.
Bei einer Facharbeit kann ein Kurzbeleg beispielsweise Verfasser, Jahr und Seite enthalten: (Müller 2021, S. 15). In der deutschen Zitierweise steht der Beleg in einer Fußnote. Entscheidend ist, dass du das vorgeschriebene System nicht wechselst.
Literaturverzeichnis
Das Literaturverzeichnis steht nach dem Haupttext. Es enthält alle tatsächlich verwendeten Quellen in vollständiger Form und ordnet sie gewöhnlich alphabetisch nach den Nachnamen der Verfassenden.
Welche Angaben nötig sind, hängt von der Quellenart und dem Zitierstil ab. Ein mögliches Schulschema für ein Buch lautet:
Nachname, Vorname (Jahr): Titel: Untertitel, Erscheinungsort.
Vorgegebene Angaben: Lena Schmitz; 2001; Unser Wetter; Untertitel Das Kinderlexikon; München.
Eintrag: Schmitz, Lena (2001): Unser Wetter: Das Kinderlexikon, München.
Die Verfasserin steht am Anfang, damit sich der Eintrag alphabetisch einordnen lässt. Alle Bestandteile folgen demselben Schema.
Der Kurzbeleg zeigt woher die einzelne Aussage stammt. Das Literaturverzeichnis zeigt welche vollständige Quelle verwendet wurde.
Typische Zitierfehler erkennen und verbessern
Prüfe jede Übernahme mit vier Fragen:
- Ist klar, welche Wörter oder Gedanken fremd sind?
- Bleibt die Aussage des Originals erhalten?
- Passt das Zitat grammatisch und argumentativ in meinen Text?
- Sind Fundstelle und gegebenenfalls vollständige Quelle vorhanden?
Für die folgende Übung gilt dieser Übungstext:
A: „Ohne zusätzliche Aufsicht kann der Leseraum nicht geöffnet werden“ (Z. 1).
B: „Kurze Zitate sollen grammatisch in den eigenen Satz eingebaut werden“ (Z. 2).
Fehler 1: Eine Kürzung verändert den Sinn
Die Fassung „Ohne zusätzliche Aufsicht kann der Leseraum […] geöffnet werden“ (Z. 1) lässt das entscheidende Wort „nicht“ weg. Die Auslassung ist zwar markiert, kehrt die Aussage aber inhaltlich um.
Fehler 2: Eine Paraphrase bleibt zu nah am Original
„Kurze Zitate sollen grammatisch in den eigenen Satz integriert werden“ (vgl. Z. 2) tauscht fast nur „eingebaut“ gegen „integriert“ aus. Satzbau und übriger Wortlaut bleiben erhalten.
Fehler 3: Ein fremder Satz bleibt unbelegt
Die Fassung „Der Text fordert: Kurze Zitate sollen grammatisch in den eigenen Satz eingebaut werden“ übernimmt den Wortlaut, kennzeichnet ihn aber weder mit Anführungszeichen noch mit einer Fundstelle.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Zitiertechniken
- Entscheidung: Wortlaut führt zum direkten Zitat
- Entscheidung: Gedanke führt zur Paraphrase
- Kennzeichnung: Anführungszeichen zeigen wörtliche Übernahmen
- Einbindung: eigener Satz bleibt grammatisch vollständig
- Sinnprüfung: Aussage des Originals bleibt erhalten
- Nachweis: Fundstelle und Literaturverzeichnis machen die Quelle auffindbar
- Auswertung: Erklärung verbindet den Beleg mit der eigenen Aussage
Abschluss-Check
Wenn du vor jeder Übernahme Technik, Sinn, Einbindung und Nachweis prüfst, bleiben fremde Gedanken klar von deinen eigenen getrennt und unterstützen deine Argumentation, statt sie zu ersetzen.
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