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Prädikat bestimmen: einteilig und mehrteilig

Prädikat bestimmen: einteilig und mehrteilig
Prädikat bestimmen: einteilig und mehrteilig
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Das Prädikat ist der verbale Kern eines Satzes. Es enthält die finite Verbform und kann aus einem oder mehreren Teilen bestehen. Im Schulunterricht heißt es auch Satzaussage.

Auf dieser Seite lernst du eine zuverlässige Bestimmungsmethode. Die Frage „Was tut jemand?“ kann dir manchmal helfen, reicht aber nicht immer aus.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was gehört zum Prädikat?

Ein Verb ist eine Wortart. Das Prädikat ist dagegen eine grammatische Funktion im Satz. Im Deutschen wird diese Funktion meistens von einer Verbform oder von mehreren zusammengehörenden Verbformen erfüllt.

Definition

Prädikat

Das Prädikat ist der verbale Kern des Satzes. Es enthält die finite Verbform und gegebenenfalls weitere verbale Teile, die mit ihr zusammengehören.

Finit bedeutet: Die Verbform ist an Person und Numerus angepasst.

  • ich schlafe
  • du schläfst
  • wir schlafen

Das Subjekt und die finite Verbform stimmen in Person und Numerus überein. Diese Übereinstimmung heißt Kongruenz.

Beispiel

Im Satz „Die Blume blüht“ ist blüht die finite Verbform und zugleich das ganze Prädikat.

Bei „Die Blumen blühen“ steht das Subjekt im Plural. Deshalb steht auch die finite Verbform blühen im Plural.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelches Wort ist im Satz „Der Hund schläft“ das Prädikat?
Lösung: schläft — Schläft ist die an die dritte Person Singular angepasste Verbform und damit das Prädikat.
Frage 2 von 2MittelWelche Verbform passt zu „Mia und Tom“?
Lösung: spielen — Subjekt und finite Verbform stimmen überein: „Mia und Tom spielen.“
Einteilige Prädikate finden

Ein einteiliges Prädikat besteht in einem einfachen Aussagesatz nur aus einer Verbform.

Beispiel

„Simone fährt Auto.“

  1. Suche das Verb: fährt.
  2. Prüfe seine Form: „ich fahre – Simone fährt – wir fahren“.
  3. Fährt ist finit und bildet hier allein das Prädikat.

Weitere Beispiele:

  • „Peter öffnet das Fenster.“
  • „Markus trinkt Tee.“
  • „Das Auto wiegt 700 Kilogramm.“

Der letzte Satz zeigt eine wichtige Grenze der Tätigkeitsfrage: Ein Auto „tut“ nicht im üblichen Sinn etwas. Trotzdem ist wiegt eindeutig eine finite Verbform und das Prädikat.

Merke

Suche zuerst die finite Verbform. Verlasse dich nicht nur auf die Frage „Was tut das Subjekt?“

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Im Satz „Die Katze schläft“ ist die finite Verbform. Das Prädikat ist hier . Bei „Das Auto wiegt 700 Kilogramm“ hilft die Suche nach der besser als die Tätigkeitsfrage.

Lösungen: Lücke 1: schläft; Lücke 2: einteilig; Lücke 3: finiten Verbform. Die finite Verbform verändert sich passend zum Subjekt. Bei einem einteiligen Prädikat bildet sie allein das Prädikat.
Mehrteilige Prädikate zusammensetzen

Manchmal stehen mehrere zusammengehörende Prädikatsteile an verschiedenen Stellen des Satzes. Die Wörter zwischen ihnen gehören nicht automatisch zum Prädikat.

Trennbare Verben

Bei einem trennbaren Verb steht der abgetrennte Verbzusatz im Aussagesatz häufig am Ende.

Beispiel

„Mama liest die Geschichte vor.“

  1. Liest ist die finite Verbform.
  2. Vor gehört zum Verb vorlesen.
  3. Das Prädikat lautet deshalb liest vor.
  4. „Die Geschichte“ steht nur zwischen den Prädikatsteilen.

Weitere Beispiele:

  • „Ich stehe früh auf.“ – Prädikat: stehe auf
  • „Max gibt die Nachricht weiter.“ – Prädikat: gibt weiter
  • „Ich mache die Tür zu.“ – Prädikat: mache zu

Mehrere Verbformen

Auch Hilfsverben und Modalverben können zusammen mit einem weiteren Verb ein mehrteiliges Prädikat bilden.

Beispiel

„Thomas hat das Auto repariert.“

  • hat ist die finite Verbform.
  • repariert ist ein weiterer verbaler Teil.
  • Das vollständige Prädikat lautet hat repariert.

„Sie kann gut kochen.“

  • kann ist finit.
  • kochen gehört zum Verbalkomplex.
  • Das Prädikat lautet kann kochen.

Die getrennten Teile bilden eine Prädikatsklammer. Sie umschließen andere Bestandteile des Satzes.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelches Prädikat steht in „Ich gab den Brief auf“?
Lösung: gab auf — Gab und auf gehören zum Verb aufgeben. Zusammen bilden sie das mehrteilige Prädikat.
Frage 2 von 2MittelWelches vollständige Prädikat steht in „Wir dürfen heute ausschlafen“?
Lösung: dürfen ausschlafen — Dürfen ist finit; ausschlafen ergänzt das Modalverb. Das Prädikat lautet dürfen ausschlafen.
So bestimmst du das Prädikat Schritt für Schritt

Nutze diese Reihenfolge:

  1. Suche alle Verben und Verbteile. Achte auch auf einen Verbzusatz am Satzende.
  2. Bestimme die finite Verbform. Verändere dafür das Subjekt: „ich lese – du liest – wir lesen“.
  3. Suche die zugehörigen verbalen Teile. Das können ein Infinitiv, ein Partizip oder ein abgetrennter Verbzusatz sein.
  4. Nenne alle Prädikatsteile zusammen. Wörter zwischen den Teilen nimmst du nicht mit.
  5. Prüfe die Kongruenz. Passt die finite Form zu Person und Numerus des Subjekts?
Beispiel

Bestimme das Prädikat in „Die Kinder werden morgen ein Theaterstück aufführen.“

  1. Verbformen: werden, aufführen.
  2. Werden ist an „die Kinder“ angepasst und deshalb finit.
  3. Aufführen gehört als Infinitiv dazu.
  4. Das vollständige Prädikat lautet werden aufführen.
  5. Die Pluralform werden passt zum pluralischen Subjekt „die Kinder“.

Ein Satz kann auch mehrere gleichrangige Prädikate besitzen:

„Die Blume wächst, blüht und duftet.“

Alle drei finiten Verbformen beziehen sich auf dasselbe Subjekt.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelEine Schülerin markiert in „Max hat gestern ein Buch gelesen“ nur „hat“. Wie muss sie verbessern?
Lösung: Sie muss „hat gelesen“ als Prädikat markieren. — Hat ist finit, und gelesen gehört als weiterer verbaler Teil dazu. Das Wort „gestern“ steht zwischen den Teilen, gehört aber nicht zum Prädikat.
Frage 2 von 2SchwerBestimme alle Prädikate in „Der Hund springt, bellt und läuft weg“.
Lösung: springt; bellt; läuft weg — Der Satz enthält drei gleichrangige Prädikate: springt, bellt und läuft weg.
Typische Fehler vermeiden

Fehler 1: Nur nach einer Tätigkeit fragen

Die Frage „Was tut das Subjekt?“ funktioniert bei „Mia rennt“. Sie hilft aber weniger bei Zuständen, Eigenschaften, Messwerten oder Möglichkeiten:

  • „Der Ball ist rund.“
  • „Das Auto wiegt 700 Kilogramm.“
  • „Es könnte regnen.“

Suche deshalb immer nach der finiten Verbform und den mit ihr verbundenen Verbteilen.

Fehler 2: Nur den vorderen Teil markieren

In „Ich habe den Schlüssel gefunden“ ist nicht nur habe das Prädikat. Das vollständige Prädikat lautet habe gefunden.

Fehler 3: Wörter zwischen den Verbteilen mitnehmen

In „Ich stehe jeden Morgen früh auf“ lautet das Prädikat stehe auf. „Jeden Morgen früh“ gehört nicht dazu.

Vertiefung: Ist das Prädikat ein Satzglied?

In Schulbüchern wird das Prädikat manchmal zusammen mit den Satzgliedern behandelt. In vielen sprachwissenschaftlichen Beschreibungen gilt es jedoch als Kern, von dem Satzglieder wie Subjekt und Objekte abhängen. Wichtig ist deshalb, welche grammatische Einteilung in deiner Aufgabe verwendet wird.

Auch bei Sätzen wie „Sport ist toll“ können Grammatiken den nichtverbalen Teil toll unterschiedlich einordnen. Er wird häufig Prädikativ genannt. Für das sichere Grundverfahren bleibt ist die finite Verbform.

Gut zu wissen

„Satzaussage“ ist eine anschauliche Schulbezeichnung. Das Prädikat allein enthält aber nicht immer die vollständige Information: Bei „ein Brot brechen“, „einen Rekord brechen“ und „ein Versprechen brechen“ entsteht die genaue Bedeutung erst zusammen mit der Ergänzung.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWarum ist die Frage „Was tut das Subjekt?“ keine sichere Bestimmungsmethode?
Lösung: Weil Prädikate auch Zustände, Messwerte oder Möglichkeiten ausdrücken können. — Die Bedeutungsfrage kann einen Hinweis geben. Grammatisch sicherer ist es, die finite Verbform und ihre zugehörigen verbalen Teile zu bestimmen.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Prädikat
    • bildet den verbalen Kern des Satzes
    • enthält die finite Verbform
    • stimmt mit dem Subjekt überein
    • kann einteilig sein
      • schläft
      • blüht
    • kann mehrteilig sein
      • steht auf
      • hat gelesen
      • kann kochen
    • wird sicher bestimmt
      • Verben suchen
      • finite Form erkennen
      • weitere Verbteile ergänzen
    • wird leicht verwechselt
      • Tätigkeitsfrage ist zu eng
      • Zwischenstellungen gehören nicht automatisch dazu
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelches Prädikat steht in „Die Tulpen blühen“?
Lösung: blühen — Blühen ist die finite Verbform und hier das einteilige Prädikat.
Frage 2 von 3MittelWelches Prädikat steht in „Lina wird den Text vorlesen“?
Lösung: wird vorlesen — Wird ist finit, vorlesen ist der zugehörige Infinitiv. „Den Text“ ist kein Prädikatsteil.
Frage 3 von 3SchwerJemand bestimmt in „Die Mannschaft hat gestern gut gespielt“ das Prädikat als „hat gestern gespielt“. Welche Begründung berichtigt die Analyse?
Lösung: Das Prädikat lautet „hat gespielt“; „gestern“ nennt einen Zeitpunkt und gehört nicht zum Verbalkomplex. — Suche zuerst die finite Form hat und ergänze den zugehörigen verbalen Teil gespielt. Wörter zwischen beiden Teilen gehören nur dann zum Prädikat, wenn sie selbst Bestandteil des Verbalkomplexes sind.

Du kannst das Prädikat sicher bestimmen, wenn du nicht nur nach einer Tätigkeit fragst: Finde die finite Verbform, ergänze alle zugehörigen Verbteile und prüfe ihre Übereinstimmung mit dem Subjekt.

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