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Präteritum (Imperfekt): Bildung und Gebrauch

Präteritum (Imperfekt): Bildung und Gebrauch
Präteritum (Imperfekt): Bildung und Gebrauch
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Das Präteritum, auch Imperfekt oder 1. Vergangenheit, beschreibt Vergangenes. Du findest es besonders häufig in Geschichten und Berichten. Hier lernst du, passende Präteritumformen zu bilden und sie sinnvoll zu verwenden.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wann verwendest du das Präteritum?

Stell dir vor, du schreibst eine Geschichte: „Der Hund sprang über den Zaun und verschwand im Wald.“ Die hervorgehobenen Verben stehen im Präteritum. Sie erzählen von abgeschlossenen Ereignissen in der Vergangenheit.

Definition

Präteritum

Das Präteritum ist eine Zeitform für vergangene Handlungen, Tatsachen und Zustände. Die Bezeichnung Imperfekt meint im Deutschen dieselbe Zeitform.

Das Präteritum kommt besonders häufig vor in:

  • Geschichten und Erzählungen,
  • Berichten,
  • journalistischen Texten,
  • anderen eher formellen schriftlichen Texten.

Es kann sowohl Handlungen als auch Zustände ausdrücken:

  • Handlung: „Mia öffnete die Tür.“
  • Zustand: „Das Wasser war kalt.“
  • Tatsache: „Dinosaurier lebten vor Millionen von Jahren.“
Merke

In schriftlichen Erzählungen ist das Präteritum typisch. Im alltäglichen Gespräch verwendest du für vergangene Handlungen meistens das Perfekt.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelcher Satz steht im Präteritum?
Lösung: Der Hund sprang über den Zaun. — „Sprang“ ist die Präteritumform von „springen“. „Ist gesprungen“ steht im Perfekt.
Wie bildest du schwache Verben?

Bei schwachen Verben bleibt der Verbstamm gleich. Du entfernst bei einem Verb wie „spielen“ die Infinitivendung -en und erhältst den Stamm spiel-. Danach setzt du die passende Präteritumendung an.

PersonEndungForm von „spielen“
ich-tespielte
du-testspieltest
er/sie/es-tespielte
wir-tenspielten
ihr-tetspieltet
sie-tenspielten
Beispiel

Gesucht ist die Präteritumform von „lachen“ für „ihr“.

  1. Entferne -en: lach-en wird zu lach-.
  2. Für „ihr“ brauchst du die Endung -tet.
  3. Setze beides zusammen: lach- + -tet = lachtet.

Der vollständige Satz lautet: „Ihr lachtet über den Witz.“

Endet der Stamm auf d oder t, erleichtert ein zusätzliches e die Aussprache:

  • landen → ich landete, du landetest
  • arbeiten → ich arbeitete, ihr arbeitetet

Auch bei Verben wie „ordnen“, „öffnen“ und „zeichnen“ wird ein e eingeschoben:

  • ordnen → ordnete
  • öffnen → öffnete
  • zeichnen → zeichnete
Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Bei einem schwachen Verb bleibt der normalerweise gleich. Die Präteritumform für „ich“ endet auf . Deshalb wird aus „spielen“ die Form .

Lösungen: Lücke 1: Stamm; Lücke 2: -te; Lücke 3: spielte. Du verbindest den unveränderten Stamm mit der passenden Präteritumendung: spiel- + -te = „spielte“.
Wie funktionieren starke und gemischte Verben?

Bei starken Verben verändert sich im Präteritum meist der Stamm. Deshalb musst du wichtige Formen mitlernen:

  • gehen → ging
  • finden → fand
  • lesen → las
  • schlafen → schlief
  • sehen → sah
  • essen → aß

Die Formen eines starken Verbs erhalten nicht das typische t der schwachen Verben.

PersonEndungForm von „sehen“
ichkeinesah
du-stsahst
er/sie/eskeinesah
wir-ensahen
ihr-tsaht
sie-ensahen
Definition

Gemischtes Verb

Ein gemischtes Verb verbindet zwei Merkmale: Sein Stamm verändert sich wie bei einem starken Verb, aber es erhält die Endungen eines schwachen Verbs.

Beispiele sind:

  • bringen → brachte, brachtest, brachten
  • denken → dachte, dachtest, dachten
Beispiel

Du willst „Wir bringen die Bücher mit“ ins Präteritum setzen.

Der Präteritumstamm von „bringen“ lautet brach-. Für „wir“ kommt die schwache Endung -ten hinzu: brach- + -ten = brachten.

Der Satz heißt: „Wir brachten die Bücher mit.“

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Form ergänzt den Satz richtig: „Gestern ___ wir einen seltenen Vogel“?
Lösung: sahen — Für „wir“ verbindest du den starken Präteritumstamm „sah-“ mit -en: „wir sahen“.
Frage 2 von 2MittelWelches Verb ist im Präteritum gemischt gebildet?
Lösung: bringen → brachte — „Brachte“ verbindet eine Stammänderung mit der schwachen Endung -te. Das kennzeichnet ein gemischtes Verb.
Welche häufigen Formen solltest du kennen?

Die Verben sein und haben werden auch im Gespräch häufig im Präteritum verwendet.

Personseinhaben
ichwarhatte
duwarsthattest
er/sie/eswarhatte
wirwarenhatten
ihrwarthattet
siewarenhatten

Beispiele:

  • „Ich war gestern müde.“
  • „Wir hatten keine Zeit.“

Auch Modalverben wie „können“, „dürfen“, „müssen“, „sollen“ und „wollen“ stehen beim Sprechen oft im Präteritum. Ein Modalverb verändert die Bedeutung eines weiteren Verbs: Es drückt zum Beispiel eine Möglichkeit, Erlaubnis oder Pflicht aus.

In einem solchen Satz steht das Modalverb im Präteritum, das andere Verb bleibt im Infinitiv:

  • Präsens: „Sie muss am Wochenende arbeiten.“
  • Präteritum: „Sie musste am Wochenende arbeiten.“
Merke

Bei einem Modalverb kommt die Zeitform am Modalverb zum Ausdruck. Das Vollverb bleibt in der Grundform: „Ich konnte schwimmen.“

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWelcher Satz verwendet das Modalverb richtig im Präteritum?
Lösung: Wir mussten lange warten. — „Mussten“ ist die Präteritumform des Modalverbs. Das Vollverb „warten“ bleibt unverändert am Satzende.
Präteritum oder Perfekt – was passt besser?

Präteritum und Perfekt beschreiben häufig dasselbe vergangene Geschehen:

  • Präteritum: „Er ging zum Bäcker und kaufte ein Brot.“
  • Perfekt: „Er ist zum Bäcker gegangen und hat ein Brot gekauft.“

Der wichtigste Unterschied liegt meist in der Sprech- oder Schreibsituation, nicht in einer völlig anderen Bedeutung.

SituationMeist passende FormBeispiel
schriftliche Erzählung oder BerichtPräteritum„Sie öffnete das Fenster.“
alltägliches GesprächPerfekt„Sie hat das Fenster geöffnet.“
Gespräch mit „sein“ oder „haben“oft Präteritum„Sie war müde.“
Gespräch mit Modalverboft Präteritum„Sie musste gehen.“

Wenn etwas gerade geschehen ist und für die Gegenwart wichtig bleibt, ist das Perfekt besonders passend: „Ich habe vor zehn Minuten gegessen und bin noch satt.“

Ein Präteritumsatz kann grammatisch richtig sein und im Gespräch trotzdem ungewöhnlich formell klingen. Auch Region, Verb und feste Formulierungen können die Wahl beeinflussen.

Beispiel

Du erzählst einem Freund mündlich von deinem Nachmittag. Natürlich klingt meist: „Ich habe ein Bild gemalt.“

Du schreibst dieselbe Handlung als Teil einer Geschichte. Dann passt: „Am Nachmittag malte ich ein Bild.“

Die Handlung bleibt dieselbe. Die Kommunikationssituation verändert die bevorzugte Zeitform.

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Frage 1 von 2SchwerDu schreibst eine Erzählung. Welcher Satz passt am besten zum üblichen Erzählstil?
Lösung: Plötzlich hörte Lina ein Geräusch und öffnete die Tür. — In einer schriftlichen Erzählung ist das Präteritum typisch: „hörte“ und „öffnete“ erzählen die vergangenen Handlungen in einer einheitlichen Zeitform.
Frage 2 von 2SchwerDu berichtest im Gespräch über deinen gestrigen Tag. Welcher Satz klingt im Alltag meist am natürlichsten?
Lösung: Ich habe meine Hausaufgaben gemacht und danach Musik gehört. — Im Gespräch wird für gewöhnliche vergangene Handlungen meistens das Perfekt verwendet. Außerdem bleiben beide Handlungen in derselben Zeitform.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Präteritum
    • Bedeutung: Vergangenes erzählen
    • Verwendung: Geschichten und Berichte
    • Schwache Verben: Stamm plus `t`-Endung
    • Starke Verben: veränderter Stamm
    • Gemischte Verben: Stammänderung plus schwache Endung
    • Häufige mündliche Formen: war, hatte und Modalverben
    • Vergleich: Perfekt meist im Alltagsgespräch
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Aussage beschreibt das Präteritum richtig?
Lösung: Es bezeichnet Vergangenes und kommt besonders häufig in schriftlichen Erzählungen vor. — Das Präteritum beschreibt vergangene Handlungen, Tatsachen und Zustände. Besonders typisch ist es für Erzählungen und Berichte.
Frage 2 von 4MittelWelche Form ergänzt den Satz richtig: „Ihr ___ gestern bis zum Ziel“?
Lösung: wandertet — Bei der Form „ihr wandertet“ steht das schwache Verb im Präteritum. Die Endung für „ihr“ lautet -tet.
Frage 3 von 4MittelWelche Formreihe ist vollständig richtig?
Lösung: ich sah, du sahst, wir sahen — Beim starken Verb „sehen“ lauten die Formen „ich sah“, „du sahst“ und „wir sahen“.
Frage 4 von 4SchwerIn einem Erzählabsatz steht: „Mara öffnete das Fenster. Dann hat sie nach draußen geschaut.“ Welche Überarbeitung hält die typische Erzählzeit ein?
Lösung: Mara öffnete das Fenster. Dann schaute sie nach draußen. — Für einen einheitlichen Erzählabschnitt stehen beide aufeinanderfolgenden vergangenen Handlungen im Präteritum: „öffnete“ und „schaute“.

Wenn du unsicher bist, gehe in zwei Schritten vor: Bestimme zuerst, ob das Verb schwach, stark oder gemischt ist. Prüfe danach, welche Zeitform zur Situation passt.

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