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Starke und schwache Verben unterscheiden

Starke und schwache Verben unterscheiden
Starke und schwache Verben unterscheiden
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Ob ein Verb stark oder schwach ist, erkennst du am besten an drei Formen: Infinitiv, Präteritum und Partizip II. Schwache Verben behalten ihren Stammvokal und nutzen meist -te und -t. Starke Verben verändern den Stammvokal und bilden das Partizip II auf -en.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Mit drei Stammformen den Verbtyp erkennen

Stell dir vor, du möchtest das Verb helfen einordnen. Die Form helfen allein genügt dafür nicht. Vergleiche diese drei Stammformen:

  1. Infinitiv: helfen
  2. Präteritum: half
  3. Partizip II: geholfen

Der Infinitiv ist die Grundform des Verbs. Das Präteritum ist eine Vergangenheitsform, zum Beispiel ich half. Das Partizip II brauchst du unter anderem für das Perfekt: ich habe geholfen.

Der Stammvokal ist der Vokal im Verbstamm, der sich beim Bilden der Formen verändern kann. Bei helfen – half – geholfen erkennst du die Folge e – a – o.

Definition

Stammformen

Stammformen sind die Formen, mit denen du die Flexion eines Verbs vergleichst: Infinitiv, Präteritum und Partizip II. Beispiel: sprechen – sprach – gesprochen.

Merke

Beurteile ein Verb nicht nur nach einer einzelnen Form. Vergleiche immer Infinitiv, Präteritum und Partizip II.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Formen helfen dir bei der Einordnung eines Verbs am meisten?
Lösung: Infinitiv, Präteritum und Partizip II — An den drei Stammformen siehst du, ob der Stammvokal wechselt und welche Endungen im Präteritum und Partizip II auftreten.
Schwache Verben folgen einem regelmäßigen Muster

Bei einem schwachen Verb bleibt der Stammvokal in den Stammformen erhalten. Das Präteritum erhält -te, das Partizip II endet auf -t.

Beispiel

Untersuche machen – machte – gemacht:

  1. Der Stammvokal a bleibt gleich.
  2. Die Präteritumsform machte enthält -te.
  3. Das Partizip II gemacht endet auf -t.

Darum ist machen ein schwaches Verb.

Weitere Beispiele sind:

  • sagen – sagte – gesagt
  • spielen – spielte – gespielt
  • suchen – suchte – gesucht
  • wandern – wanderte – gewandert

An die Präteritumsform treten die Personalendungen: ich sagte, du sagtest, er sagte, wir sagten, ihr sagtet, sie sagten.

Schwache Flexion ist das häufige und produktive Muster. Deshalb kann jemand dieses Muster versehentlich auf ein starkes Verb übertragen: gegebt statt gegeben.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Reihe enthält ein schwaches Verb?
Lösung: spielen – spielte – gespielt — Bei spielen bleibt der Stammvokal erhalten. Dazu kommen -te im Präteritum und -t im Partizip II.
Frage 2 von 2MittelWarum ist suchen – suchte – gesucht schwach?
Lösung: Der Stammvokal bleibt gleich, das Präteritum enthält -te und das Partizip II endet auf -t. — Für die sichere Zuordnung musst du Vokal und Endungen gemeinsam betrachten.
Starke Verben verändern ihren Stamm

Bei einem starken Verb verändert sich der Stammvokal in den Vergangenheitsformen. Das Präteritum wird ohne das schwache -te gebildet, und das Partizip II endet auf -en.

Beispiel

Untersuche sprechen – sprach – gesprochen:

  1. Der Stammvokal wechselt von e zu a und o.
  2. sprach enthält kein -te.
  3. gesprochen endet auf -en.

Darum ist sprechen ein starkes Verb.

Weitere starke Verben sind:

  • rufen – rief – gerufen
  • geben – gab – gegeben
  • liegen – lag – gelegen
  • fallen – fiel – gefallen
  • gehen – ging – gegangen

Im Präteritum haben starke Verben in der 1. und 3. Person Singular keine Personalendung: ich sprach, er sprach. Im Plural und in anderen Personen treten Endungen auf: du sprachst, wir sprachen, ihr spracht.

Die Vokalfolge eines starken Verbs lässt sich oft nicht zuverlässig vorhersagen. Du musst die Stammformen deshalb zusammen lernen.

Gut zu wissen

Manche starken Verben wechseln den Vokal auch im Präsens oder im Imperativ, zum Beispiel ich esse – du isst – iss!. Das gilt aber nicht für jedes starke Verb und ist daher kein ausreichendes Erkennungsmerkmal.

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Frage 1 von 2LeichtWelches Verb ist stark?
Lösung: rufen – rief – gerufen — rufen zeigt einen Stammvokalwechsel, kein -te im Präteritum und ein Partizip II auf -en.
Frage 2 von 2MittelWelche Begründung passt zu liegen – lag – gelegen?
Lösung: Der Stammvokal wechselt, und das Partizip II endet auf -en. — Der Vokalwechsel und die Endung -en des Partizips II zeigen die starke Flexion.
Gemischte Verben verbinden beide Muster

Nicht jedes Verb passt vollständig in den Gegensatz stark–schwach. Gemischte Verben verändern den Stammvokal wie starke Verben, verwenden aber -te und -t wie schwache Verben. Sie werden auch als unregelmäßige Verben bezeichnet.

Beispiel

Untersuche bringen – brachte – gebracht:

  1. Der Stammvokal verändert sich von i zu a.
  2. Das Präteritum brachte enthält -te.
  3. Das Partizip II gebracht endet auf -t.

Bringen verbindet also starke und schwache Merkmale und ist gemischt.

Weitere Beispiele sind:

  • denken – dachte – gedacht
  • rennen – rannte – gerannt
  • mögen – mochte – gemocht

Das Vorsilbenstück ge- ist kein sicheres Unterscheidungsmerkmal. Es kann bei starken, schwachen und gemischten Formen vorkommen und steht nicht bei jedem Partizip II.

Vertiefung: Verben mit mehreren Formen

Manche Verben besitzen mehr als eine Flexionsvariante. Bei triefen können troff – getroffen und triefte – getrieft vorkommen.

Bei hängen unterscheiden die Formen zwei Situationen:

  • Die Hose hing im Schrank und hat dort gehangen. Sie befand sich an einem Ort.
  • Sie hängte die Hose in den Schrank und hat sie hineingehängt. Jemand brachte sie an diesen Ort.

Solche Fälle zeigen: Das Erkennungsmuster hilft zuverlässig bei vielen Verben, ist aber keine ausnahmslose Vorhersageregel.

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Frage 1 von 2MittelWie ordnest du denken – dachte – gedacht ein?
Lösung: gemischt, weil der Stammvokal wechselt und zugleich -te sowie -t auftreten — Gemischte Verben zeigen einen Vokalwechsel wie starke Verben, aber die Endungen des schwachen Musters.
Frage 2 von 2SchwerJemand bezeichnet bringen – brachte – gebracht als schwach. Was wurde übersehen?
Lösung: Der Stammvokal verändert sich von i zu a. — Erst die gemeinsame Prüfung von Vokalwechsel und Endungen führt zur Zuordnung als gemischtes Verb.
So bestimmst du ein unbekanntes Verb

Gehe immer in derselben Reihenfolge vor:

  1. Notiere Infinitiv, Präteritum und Partizip II.
  2. Vergleiche den Stammvokal.
  3. Prüfe, ob das Präteritum -te enthält.
  4. Prüfe, ob das Partizip II auf -t oder -en endet.
  5. Ordne alle Beobachtungen gemeinsam zu.
BeobachtungVerbtyp
Vokal bleibt gleich; Präteritum mit -te; Partizip II auf -tschwach
Vokal wechselt; kein schwaches -te; Partizip II auf -enstark
Vokal wechselt; Präteritum mit -te; Partizip II auf -tgemischt
Beispiel

Bestimme sehen – sah – gesehen:

  • Der Stammvokal wechselt von e zu a.
  • sah enthält kein -te.
  • gesehen endet auf -en.

Alle Merkmale passen zur starken Flexion. Sehen ist daher ein starkes Verb.

Ein häufiger Fehler besteht darin, nur auf ge- oder nur auf eine Endung zu achten. Nutze immer die gesamte Merkmalskombination.

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Frage 1 von 2MittelBestimme weinen – weinte – geweint.
Lösung: schwach — Der Vokal bleibt gleich, das Präteritum enthält -te und das Partizip II endet auf -t.
Frage 2 von 2SchwerEin Kind sagt: „Du hast mir das gegebt.“ Welche Regel hat es übertragen?
Lösung: Es hat das häufige schwache Partizipmuster mit der Endung -t auf geben angewendet. — Richtig lautet das starke Partizip II gegeben. Die Fehlform gegebt zeigt, dass das schwache Muster übergeneralisiert wurde.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Verbtyp bestimmen
    • Drei Stammformen vergleichen
      • Infinitiv, Präteritum, Partizip II
    • Stammvokal prüfen
      • gleich: schwaches Muster möglich
      • verändert: starkes oder gemischtes Muster
    • Endungen prüfen
      • `-te` und `-t`: schwach oder gemischt
      • ohne `-te` und mit `-en`: stark
    • Sonderfälle beachten
      • mehrere Varianten oder verschiedene Bedeutungen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Zuordnung ist richtig?
Lösung: machen – machte – gemacht: schwach — Bei machen bleibt der Stammvokal erhalten; außerdem erscheinen -te und -t.
Frage 2 von 3MittelWelche Reihe zeigt ein gemischtes Verb?
Lösung: rennen – rannte – gerannt — Rennen verändert den Stammvokal, verwendet aber das schwache -te und die Partizipendung -t.
Frage 3 von 3SchwerDu kennst nur die Form gesprochen. Welche sichere Aussage kannst du treffen?
Lösung: Die Endung -en spricht für starke Flexion; für die vollständige Prüfung vergleichst du zusätzlich sprechen und sprach. — Sprechen – sprach – gesprochen zeigt den Vokalwechsel, kein schwaches -te und die Partizipendung -en. Damit ist das Verb stark.

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