Starke und schwache Verben unterscheiden
Ob ein Verb stark oder schwach ist, erkennst du am besten an drei Formen: Infinitiv, Präteritum und Partizip II. Schwache Verben behalten ihren Stammvokal und nutzen meist -te und -t. Starke Verben verändern den Stammvokal und bilden das Partizip II auf -en.
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Mit drei Stammformen den Verbtyp erkennen
Stell dir vor, du möchtest das Verb helfen einordnen. Die Form helfen allein genügt dafür nicht. Vergleiche diese drei Stammformen:
- Infinitiv: helfen
- Präteritum: half
- Partizip II: geholfen
Der Infinitiv ist die Grundform des Verbs. Das Präteritum ist eine Vergangenheitsform, zum Beispiel ich half. Das Partizip II brauchst du unter anderem für das Perfekt: ich habe geholfen.
Der Stammvokal ist der Vokal im Verbstamm, der sich beim Bilden der Formen verändern kann. Bei helfen – half – geholfen erkennst du die Folge e – a – o.
Stammformen
Stammformen sind die Formen, mit denen du die Flexion eines Verbs vergleichst: Infinitiv, Präteritum und Partizip II. Beispiel: sprechen – sprach – gesprochen.
Beurteile ein Verb nicht nur nach einer einzelnen Form. Vergleiche immer Infinitiv, Präteritum und Partizip II.
Schwache Verben folgen einem regelmäßigen Muster
Bei einem schwachen Verb bleibt der Stammvokal in den Stammformen erhalten. Das Präteritum erhält -te, das Partizip II endet auf -t.
Untersuche machen – machte – gemacht:
- Der Stammvokal
ableibt gleich. - Die Präteritumsform machte enthält
-te. - Das Partizip II gemacht endet auf
-t.
Darum ist machen ein schwaches Verb.
Weitere Beispiele sind:
- sagen – sagte – gesagt
- spielen – spielte – gespielt
- suchen – suchte – gesucht
- wandern – wanderte – gewandert
An die Präteritumsform treten die Personalendungen: ich sagte, du sagtest, er sagte, wir sagten, ihr sagtet, sie sagten.
Schwache Flexion ist das häufige und produktive Muster. Deshalb kann jemand dieses Muster versehentlich auf ein starkes Verb übertragen: gegebt statt gegeben.
Starke Verben verändern ihren Stamm
Bei einem starken Verb verändert sich der Stammvokal in den Vergangenheitsformen. Das Präteritum wird ohne das schwache -te gebildet, und das Partizip II endet auf -en.
Untersuche sprechen – sprach – gesprochen:
- Der Stammvokal wechselt von
ezuaundo. - sprach enthält kein
-te. - gesprochen endet auf
-en.
Darum ist sprechen ein starkes Verb.
Weitere starke Verben sind:
- rufen – rief – gerufen
- geben – gab – gegeben
- liegen – lag – gelegen
- fallen – fiel – gefallen
- gehen – ging – gegangen
Im Präteritum haben starke Verben in der 1. und 3. Person Singular keine Personalendung: ich sprach, er sprach. Im Plural und in anderen Personen treten Endungen auf: du sprachst, wir sprachen, ihr spracht.
Die Vokalfolge eines starken Verbs lässt sich oft nicht zuverlässig vorhersagen. Du musst die Stammformen deshalb zusammen lernen.
Manche starken Verben wechseln den Vokal auch im Präsens oder im Imperativ, zum Beispiel ich esse – du isst – iss!. Das gilt aber nicht für jedes starke Verb und ist daher kein ausreichendes Erkennungsmerkmal.
Gemischte Verben verbinden beide Muster
Nicht jedes Verb passt vollständig in den Gegensatz stark–schwach. Gemischte Verben verändern den Stammvokal wie starke Verben, verwenden aber -te und -t wie schwache Verben. Sie werden auch als unregelmäßige Verben bezeichnet.
Untersuche bringen – brachte – gebracht:
- Der Stammvokal verändert sich von
izua. - Das Präteritum brachte enthält
-te. - Das Partizip II gebracht endet auf
-t.
Bringen verbindet also starke und schwache Merkmale und ist gemischt.
Weitere Beispiele sind:
- denken – dachte – gedacht
- rennen – rannte – gerannt
- mögen – mochte – gemocht
Das Vorsilbenstück ge- ist kein sicheres Unterscheidungsmerkmal. Es kann bei starken, schwachen und gemischten Formen vorkommen und steht nicht bei jedem Partizip II.
Vertiefung: Verben mit mehreren Formen
Manche Verben besitzen mehr als eine Flexionsvariante. Bei triefen können troff – getroffen und triefte – getrieft vorkommen.
Bei hängen unterscheiden die Formen zwei Situationen:
- Die Hose hing im Schrank und hat dort gehangen. Sie befand sich an einem Ort.
- Sie hängte die Hose in den Schrank und hat sie hineingehängt. Jemand brachte sie an diesen Ort.
Solche Fälle zeigen: Das Erkennungsmuster hilft zuverlässig bei vielen Verben, ist aber keine ausnahmslose Vorhersageregel.
So bestimmst du ein unbekanntes Verb
Gehe immer in derselben Reihenfolge vor:
- Notiere Infinitiv, Präteritum und Partizip II.
- Vergleiche den Stammvokal.
- Prüfe, ob das Präteritum
-teenthält. - Prüfe, ob das Partizip II auf
-toder-enendet. - Ordne alle Beobachtungen gemeinsam zu.
| Beobachtung | Verbtyp |
|---|---|
Vokal bleibt gleich; Präteritum mit -te; Partizip II auf -t | schwach |
Vokal wechselt; kein schwaches -te; Partizip II auf -en | stark |
Vokal wechselt; Präteritum mit -te; Partizip II auf -t | gemischt |
Bestimme sehen – sah – gesehen:
- Der Stammvokal wechselt von
ezua. - sah enthält kein
-te. - gesehen endet auf
-en.
Alle Merkmale passen zur starken Flexion. Sehen ist daher ein starkes Verb.
Ein häufiger Fehler besteht darin, nur auf ge- oder nur auf eine Endung zu achten. Nutze immer die gesamte Merkmalskombination.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Verbtyp bestimmen
- Drei Stammformen vergleichen
- Infinitiv, Präteritum, Partizip II
- Stammvokal prüfen
- gleich: schwaches Muster möglich
- verändert: starkes oder gemischtes Muster
- Endungen prüfen
- `-te` und `-t`: schwach oder gemischt
- ohne `-te` und mit `-en`: stark
- Sonderfälle beachten
- mehrere Varianten oder verschiedene Bedeutungen
- Drei Stammformen vergleichen
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