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Sprichwörter und Redewendungen

Metaphorische Sprache verstehen: Was bedeuten Redensarten wie „jemandem einen Bären aufbinden“? Lerne ihre Herkunft und Verwendung kennen.

Manchmal sagt jemand: „Das schaffe ich nicht!“ Und ein anderer antwortet: „Übung macht den Meister.“
Solche Sätze hörst du vielleicht zu Hause, in der Schule oder in Geschichten.
Sie klingen oft ein bisschen alt, aber sie helfen, eine Situation schnell zu verstehen.

Deine Lernziele
  • Du lernst, was Sprichwörter und Redewendungen sind.
  • Du erkennst den Unterschied zwischen wörtlicher und bildlicher Bedeutung.
  • Du kannst Sprichwörter und Redewendungen in passenden Situationen verwenden.
  • Du verstehst, warum Herkunft und Zusammenhang wichtig sind.

Sprichwörter: ganze Sätze mit Erfahrung

Wenn du etwas Schwieriges neu anfängst, kann jemand sagen: „Aller Anfang ist schwer.“ Damit meint die Person nicht nur dich, sondern eine Erfahrung, die viele Menschen kennen.

Definition

Ein Sprichwort ist ein fester ganzer Satz. Er gibt meistens einen Rat, eine Warnung oder eine Lebensweisheit weiter.

Ein Sprichwort steht oft genau so da. Du kannst es nicht beliebig umbauen, sonst klingt es schnell falsch. Viele Sprichwörter sind schon sehr alt. Sie wurden immer wieder weitererzählt, bis sie vielen Menschen bekannt waren.

Beispiel

„Übung macht den Meister.“

Das bedeutet: Wenn du etwas oft übst, wirst du besser. Der Satz passt zum Beispiel, wenn du Lesen, Rechnen, Schreiben oder ein Instrument übst.

Beispiel

„Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“

Das bedeutet: Wer zuerst da ist, kommt zuerst dran.

Merke

Ein Sprichwort ist ein ganzer Satz. Es fasst eine Erfahrung kurz zusammen.

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Redewendungen: feste Wortgruppen im Satz

Stell dir vor, du erzählst etwas und plötzlich weißt du nicht mehr weiter. Dann sagst du vielleicht: „Ich habe den Faden verloren.“ Natürlich hattest du keinen echten Faden in der Hand.

Definition

Eine Redewendung ist eine feste Wortgruppe. Sie wird in einen Satz eingebaut und hat meistens eine bildliche Bedeutung.

Eine Redewendung ist oft kein vollständiger Satz. Du brauchst noch andere Wörter, damit ein ganzer Satz entsteht. Viele Redewendungen klingen lustig, wenn man sie wörtlich versteht.

Beispiel

„den Faden verlieren“

Du kannst sagen: „Ich habe den Faden verloren.“

Das bedeutet: Du weißt gerade nicht mehr, wie ein Gedanke oder eine Erklärung weitergeht.

Beispiel

„nur Bahnhof verstehen“

Du kannst sagen: „Ich verstehe nur Bahnhof.“

Das bedeutet: Du verstehst gerade gar nichts.

Beispiel

„jemandem einen Bären aufbinden“

Das bedeutet: Jemand erzählt einer anderen Person absichtlich etwas Falsches, damit sie es glaubt.

Merke

Eine Redewendung ist meist nur ein Teil eines Satzes. Du setzt sie passend in deinen eigenen Satz ein.

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Wörtlich und bildlich verstehen

Viele Missverständnisse entstehen, wenn man eine Redewendung wörtlich nimmt. Wörtlich heißt: Du verstehst die Wörter genau so, wie sie dastehen. Bildlich heißt: Die Wörter malen ein Bild, meinen aber etwas anderes.

Definition

Die wörtliche Bedeutung ist das, was die Wörter direkt sagen. Die bildliche Bedeutung ist das, was eigentlich gemeint ist.

Bei Sprichwörtern und Redewendungen ist die bildliche Bedeutung oft wichtiger. Du musst also fragen: Was will der Ausdruck in dieser Situation sagen?

Beispiel

„Es ist nicht alles Gold, was glänzt.“

Wörtlich geht es um Gold und Glanz. Bildlich bedeutet es: Nicht alles, was schön oder toll aussieht, ist wirklich gut.

Beispiel

„Tomaten auf den Augen haben“

Wörtlich klingt es so, als hätte jemand Tomaten vor den Augen. Bildlich bedeutet es: Jemand sieht etwas Offensichtliches nicht.

Gut zu wissen

Wenn dir ein Sprichwort oder eine Redewendung seltsam vorkommt, ist das ein guter Hinweis: Suche nicht nur nach der wörtlichen Bedeutung. Überlege, welches Bild dahintersteckt.

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Sprichwort oder Redewendung unterscheiden

Der einfachste Test lautet: Kann der Ausdruck allein als ganzer Satz stehen? Wenn ja, ist es oft ein Sprichwort. Wenn er erst in einen Satz eingebaut werden muss, ist es oft eine Redewendung.

Beispiel

Sprichwort: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“

Der Satz ist vollständig. Er bedeutet: Wer zuerst da ist, kommt zuerst dran.

Beispiel

Redewendung: „Tomaten auf den Augen haben“

Das ist kein vollständiger Satz. Man kann sagen: „Du hast wohl Tomaten auf den Augen.“

Manche Ausdrücke sind Grenzfälle. „Da liegt der Hund begraben“ ist ein ganzer Satz, wird aber oft wie eine Redewendung benutzt. Für den Anfang reicht dir der sichere Test: Ganze feste Sätze sind meist Sprichwörter. Feste Wortgruppen im Satz sind meist Redewendungen.

Merke

Frage zuerst: Ist es ein ganzer Satz? Dann frage: Kann ich es verändern oder muss es fest bleiben?

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Herkunft und passende Verwendung

Viele Sprichwörter kommen aus früheren Zeiten. Damals spielten Handwerk, Landwirtschaft, Tiere oder Handel im Alltag eine große Rolle. Darum tauchen in alten Sprichwörtern oft Mühlen, Pferde, Äpfel, Fische oder Werkzeuge auf.

Definition

Die Herkunft eines Sprichworts oder einer Redewendung beschreibt, woher der Ausdruck wahrscheinlich kommt.

Du musst die Herkunft nicht immer kennen, um den Ausdruck zu benutzen. Sie kann dir aber helfen, das Bild besser zu verstehen. Noch wichtiger ist der Zusammenhang.

Definition

Der Zusammenhang ist die Situation, in der ein Satz gesagt wird.

Ein Sprichwort kann freundlich, tröstend, warnend oder auch spöttisch wirken. Das hängt davon ab, wer es sagt und wann es gesagt wird.

Beispiel

„Auf Regen folgt Sonnenschein.“

Das passt, wenn jemand traurig ist oder eine schwere Zeit hat. Es macht Mut: Nach etwas Schwierigem kann wieder etwas Gutes kommen.

Beispiel

„Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.“

Das kann gemein klingen, wenn man damit sagt: Du hattest nur Glück. Deshalb solltest du vorsichtig sein, wann du es benutzt.

Merke

Nicht jedes Sprichwort passt zu jeder Person und jeder Situation. Prüfe immer: Hilft der Satz gerade oder verletzt er jemanden?

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Eigene Sätze mit Sprichwörtern und Redewendungen

Wenn du Sprichwörter und Redewendungen selbst benutzt, wirkt dein Text lebendiger. Wichtig ist: Erkläre sie, wenn deine Leser sie vielleicht nicht kennen. Besonders in der Grundschule ist das hilfreich.

Gehe in drei Schritten vor. Erst wählst du die Situation. Dann suchst du einen passenden Ausdruck. Danach prüfst du, ob die Wirkung stimmt.

Beispiel

Situation: Du übst seit Wochen für ein Diktat und machst weniger Fehler.

Passender Satz: „Übung macht den Meister.“

Erklärung: Durch regelmäßiges Üben wirst du sicherer.

Beispiel

Situation: Ein Mitschüler redet lange, aber du weißt nicht mehr, worum es geht.

Passende Redewendung: „Ich habe den Faden verloren.“

Erklärung: Du konntest dem Gedankengang nicht mehr folgen.

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Zusammenfassung

Ein Sprichwort ist ein ganzer fester Satz. Es gibt eine Erfahrung, einen Rat oder eine Warnung weiter. Beispiele sind „Übung macht den Meister“ oder „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“.

Eine Redewendung ist eine feste Wortgruppe, die du in einen Satz einbaust. Beispiele sind „den Faden verlieren“, „nur Bahnhof verstehen“ oder „Tomaten auf den Augen haben“. Viele Redewendungen haben eine bildliche Bedeutung. Das heißt: Die Wörter meinen mehr, als sie wörtlich sagen.

Achte immer auf den Zusammenhang. Ein Ausdruck kann trösten, erklären, warnen oder auch unfreundlich wirken. Wenn du die Situation prüfst, kannst du Sprichwörter und Redewendungen sicher und passend verwenden.

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