Englische Aussprache in der Grundschule üben
Englische Aussprache wird verständlicher, wenn du genau hörst, Mund und Stimme beobachtest und kurze Wörter oder Sätze nachsprichst. Dabei musst du nicht akzentfrei klingen. Wichtig ist, dass andere dich gut verstehen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Warum englische Wörter nicht einfach abgelesen werden
Englische Schreibweise und Aussprache passen nicht immer eindeutig zusammen. Ähnlich geschriebene Wörter können verschieden klingen. Umgekehrt kann derselbe Laut unterschiedlich geschrieben werden.
Darum reicht es bei einem neuen Wort nicht, nur die Buchstaben anzusehen. Du solltest auch hören, wie das Wort gesprochen wird, und es anschließend selbst ausprobieren.
Die Wörter though, through und tough sehen ähnlich aus, klingen aber deutlich verschieden. Auch read hat je nach Bedeutung und Zeitform nicht immer denselben Klang.
Die sichere Lernreihenfolge lautet deshalb: hören – beobachten – nachsprechen – vergleichen.
Lerne ein neues englisches Wort möglichst zusammen mit seinem Klang. Eine deutsche Ausspracheannäherung kann den echten Laut nur ungenau wiedergeben.
Wie du Stimme und Luftstrom spürst
Bei manchen Lauten ist die Mundstellung fast gleich. Der entscheidende Unterschied liegt dann in der Stimme oder im Luftstrom.
stimmhaft und stimmlos
Ein stimmhafter Laut entsteht mit einer fühlbaren Schwingung am Kehlkopf. Bei einem stimmlosen Laut fehlt diese Schwingung.
Lege zwei Finger sanft an deinen Kehlkopf. Sprich erst ein langes ssss und dann ein langes zzzz. Beim z solltest du eine Vibration spüren, beim s nicht.
Auch p und b lassen sich vergleichen:
- Bei p bleiben die Stimmbänder still. Vor dem Mund ist ein deutlicher Lufthauch zu spüren.
- Bei b kommt die Stimme hinzu. Der Lufthauch ist schwächer.
Sprich langsam pig und big. Die Lippen starten bei beiden Wörtern geschlossen. Mit der Hand vor dem Mund prüfst du den Luftstrom; mit den Fingern am Kehlkopf prüfst du die Stimme.
So gelingen th, w und v
Drei häufige Aussprachefallen sind die beiden th-Laute sowie die Unterscheidung von englischem w und v.
Die beiden th-Laute
Für beide th-Laute legst du die Zungenspitze leicht zwischen die oberen und unteren Zähne. Die Luft strömt an der Zunge vorbei.
- In three, think und bath ist das th stimmlos.
- In this, those und breathe ist das th stimmhaft.
Mit dem Kehlkopftest kannst du den Unterschied fühlen. Ersetzt du das th durch s, können think und sink ähnlich klingen. Bei three und tree fehlt beim zweiten Wort die Zunge zwischen den Zähnen.
Englisches w und v
- Für das englische w rundest du die Lippen wie für ein kleines o. Beispiele sind white, what und west.
- Für v berühren die oberen Vorderzähne leicht die Unterlippe. Dabei setzt du die Stimme ein. Beispiele sind very und vest.
Vergleiche west und vest vor einem Spiegel.
- Bei west starten deine Lippen gerundet.
- Bei vest liegen die oberen Zähne leicht auf der Unterlippe.
- Sprich beide Wörter langsam und beobachte den Unterschied.
Bei th, w und v hilft nicht stärkeres Sprechen, sondern die richtige Stellung von Zunge, Zähnen und Lippen.
Wie Betonung und Rhythmus verständlich machen
Gute Aussprache besteht nicht nur aus einzelnen Lauten. Auch Wortbetonung, Satzbetonung, Rhythmus und Melodie helfen beim Verstehen.
In einem Satz werden wichtige Wörter meist stärker, länger oder deutlicher gesprochen. Kleine Funktionswörter können schwächer und schneller klingen. Deshalb sollte Englisch nicht wie eine Reihe gleich starker Einzelwörter gesprochen werden.
Sprich den Satz I like BLUE bikes. Betone BLUE deutlich.
Damit machst du hörbar: Nicht irgendeine Farbe ist wichtig, sondern Blau. Klopfe beim betonten Wort einmal in die Hände oder tippe mit dem Fuß auf den Boden.
Bei einer Frage gehört auch die Satzmelodie zum Hörbild. Übe deshalb nicht nur die Wörter von Do you like blue bikes? einzeln. Höre den ganzen Fragesatz, sprich ihn als Einheit nach und vergleiche seine Melodie mit dem Modell.
Reime, Chants und kurze Sätze eignen sich gut für Rhythmusübungen. Ein gleichmäßiger Klopftakt hilft dir, die wichtigen Stellen zu finden.
Sprich im Takt:
Fast or slow, just keep the beat.
Klopfe bei den hervorgehobenen Inhaltswörtern mit: FAST – SLOW – KEEP – BEAT. Die übrigen Wörter ordnen sich zwischen den Schlägen ein.
Mit einer kurzen Übeschleife besser werden
Du kannst einen schwierigen Laut oder Satz in mehreren kleinen Schritten trainieren:
- Hören: Höre ein kurzes, deutliches Modell vollständig an.
- Unterschied finden: Achte auf einen Laut, die betonte Stelle oder die Satzmelodie.
- Beobachten: Prüfe Lippen, Zunge, Luftstrom oder Kehlkopfvibration.
- Langsam nachsprechen: Ahme zuerst nur das Wort oder einen kurzen Satzteil nach.
- In den Satz einbauen: Sprich anschließend die ganze Äußerung mit Rhythmus und Betonung.
- Vergleichen: Nimm dich auf oder lass eine andere Person erkennen, welches Wort du gesprochen hast.
- Gezielt wiederholen: Verändere nur den Punkt, der noch nicht deutlich war.
Minimalpaar
Ein Minimalpaar besteht aus zwei Wörtern, die sich nur durch einen Laut unterscheiden. Dieser kleine Lautunterschied kann die Bedeutung verändern, zum Beispiel bei big – pig, three – tree oder ship – sheep.
Mit Minimalpaaren kannst du zuerst das Hören und danach das Sprechen prüfen. Eine Person spricht eines der beiden Wörter. Die andere entscheidet, welches gemeint war. Danach werden die Rollen getauscht.
Britisches und amerikanisches Englisch können unterschiedlich klingen. Solche regionalen Varianten sind kein Fehler. Entscheidend ist, dass du innerhalb der Übung einem verständlichen Modell folgst und der gemeinte Laut oder Satz erkennbar bleibt.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Verständliche englische Aussprache
- Laute bilden
- Zunge, Lippen und Zähne beobachten
- Stimme und Luftstrom fühlen
- Klang gestalten
- wichtige Wörter betonen
- Rhythmus und Satzmelodie nachahmen
- Selbst üben
- Modell hören
- langsam nachsprechen
- aufnehmen oder erkennen lassen
- gezielt vergleichen und wiederholen
- Lernziel
- verständlich statt akzentfrei sprechen
- regionale Varianten zulassen
- Laute bilden
Abschluss-Check
Du kannst deine Aussprache jetzt selbst prüfen: Höre genau, wähle einen Unterschied, beobachte deinen Mund oder deine Stimme und verbessere gezielt diesen einen Punkt.
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