Identity im Englischunterricht verstehen
Identity bedeutet meist persönliche oder soziale Identität: Wer bin ich, wie sehe ich mich und welchen Gruppen fühle ich mich zugehörig? Im Englischunterricht untersuchst du außerdem, wie Sprache, Rollenbilder und andere Menschen Identität beeinflussen.
Auf dieser Seite lernst du, wichtige Begriffe zu unterscheiden, stereotype Aussagen zu erkennen und Materialien über Identität begründet zu analysieren.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was bedeutet identity?
Im Englischen entspricht identity meist dem deutschen Wort „Identität“. Gemeint sein kann die persönliche Identität, die Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder die eindeutige Zuordnung einer Person.
Personal identity
Die personal identity beschreibt, wie eine Person sich selbst versteht. Dazu können Eigenschaften, Erfahrungen, Überzeugungen, Ziele und Zugehörigkeiten gehören.
Social identity
Die social identity bezeichnet den Teil des Selbstbildes, der mit Gruppen verbunden ist. Menschen können sich beispielsweise einer Familie, Religion, Nation oder sozialen Gruppe zugehörig fühlen.
Eine Person besitzt nicht nur eine einzige mögliche Zugehörigkeit. Verschiedene Seiten ihrer Identität können gleichzeitig wichtig sein und sich je nach Situation unterschiedlich zeigen.
Identity oder identicalness?
Identity bezeichnet gewöhnlich die Identität einer Person oder Gruppe:
- She is trying to find her identity. – Sie versucht, ihre Identität zu finden.
- The document is proof of his identity. – Das Dokument ist ein Nachweis seiner Identität.
Identicalness bezeichnet dagegen Übereinstimmung oder Gleichheit. Das Wort passt nicht, wenn du über Selbstbild oder Zugehörigkeit sprichst.
Wenn es um die Frage „Wer bin ich?“ oder „Wer ist diese Person?“ geht, brauchst du meistens identity.
Wie unterscheiden sich sex, gender und sexual orientation?
Die Begriffe beziehen sich auf verschiedene Fragen. Du solltest sie nicht wie Synonyme verwenden.
Sex
Sex bezeichnet biologische Merkmale wie Anatomie, Hormone und Chromosomen. In vereinfachten Darstellungen werden häufig XX und XY genannt. Für eine genaue biologische Einordnung reicht diese knappe Darstellung allein jedoch nicht aus.
Gender
Gender bezeichnet gesellschaftlich geprägte Rollen, Verhaltensweisen und Erwartungen, die mit Geschlecht verbunden werden. Solche Vorstellungen können sich zwischen Gesellschaften und Personen unterscheiden.
Gender identity
Die gender identity beschreibt, wie eine Person ihr eigenes Geschlecht innerlich erlebt. Genannte Beispiele sind male, female, non-binary, transgender und genderfluid.
Sexual orientation
Die sexual orientation beschreibt, zu wem sich eine Person hingezogen fühlt. Beispiele sind lesbian, gay, bisexual, queer und asexual.
Gender identity beantwortet also die Frage nach dem eigenen geschlechtlichen Erleben. Sexual orientation betrifft dagegen mögliche Anziehung zu anderen Menschen.
Die Aussage „A transgender person must have a particular sexual orientation“ ist falsch. Transgender bezieht sich auf die Gender-Identität. Daraus folgt nicht, zu wem sich eine Person hingezogen fühlt.
LGBTQIA+ ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche sexuelle Orientierungen und Gender-Identitäten. Das Pluszeichen steht dafür, dass die Abkürzung nicht jede mögliche Bezeichnung einzeln aufführt.
Woran erkennst du ein Gender-Stereotyp?
Ein Stereotyp ist eine vereinfachende Vorstellung, die Menschen aufgrund einer Gruppenzuordnung bestimmte Eigenschaften zuschreibt. Sie lässt individuelle Unterschiede und den konkreten Kontext außer Acht.
Beispiele für stereotype Erwartungen sind:
- Männer seien immer stark, rational und emotionslos.
- Frauen seien vor allem emotional und fürsorglich.
- Männer gehörten in die Rolle des Chefs, Frauen in die Rolle der Sekretärin.
- Frauen seien in MINT-Fächern weniger kompetent.
Solche Aussagen beschreiben nicht zuverlässig einzelne Menschen. Sie können Möglichkeiten einschränken und Druck erzeugen. Auch die Erwartung, Männer müssten immer stark sein, kann Menschen belasten.
Vier Fragen zum Prüfen
- Wird einer ganzen Gruppe dieselbe Eigenschaft zugeschrieben?
- Fehlt ein konkreter Beleg für die Aussage?
- Werden individuelle Unterschiede oder die Situation übergangen?
- Wird aus einem einzelnen Beispiel eine allgemeine Regel gemacht?
Stereotype Aussage: Women are not good at science.
Begrenzte Formulierung: Some media portray women as less competent in science, but this stereotype does not describe individual ability.
Die zweite Formulierung benennt, wo das Rollenbild erscheint, und macht deutlich, dass es keine allgemeine Aussage über die Fähigkeiten einzelner Frauen ist.
Beschreibe zuerst die konkrete Aussage oder Darstellung. Behaupte nicht, eine einzelne Quelle spreche für ein ganzes Land, Geschlecht oder eine ganze Gruppe.
Wie kann englische Sprache inklusiver werden?
Inklusive Sprache soll Menschen ansprechen, ohne ein Geschlecht unnötig als Norm zu setzen oder andere Geschlechter auszuschließen.
Beispiele:
- police officer statt einer geschlechtlich festgelegten Berufsbezeichnung
- everyone statt ladies and gentlemen
- singuläres they/them, wenn das Geschlecht einer Person unbekannt oder nicht passend mit he oder she bezeichnet ist
Statt Every student should bring his book kannst du schreiben:
Every student should bring their book.
Their bezieht sich hier auf die einzelne Person every student, ohne ihr ein Geschlecht zuzuschreiben.
Nicht jede inklusive Bezeichnung ist überall unumstritten. Entscheidend ist deshalb, den Kontext zu beachten und respektvoll mit den Selbstbezeichnungen von Menschen umzugehen.
Wie analysierst du Identity in einem Material?
Identität kann in einem Song, Roman, Film, Sachtext oder einer Werbung sichtbar werden. Unterscheide dabei Beobachtung, Deutung und Bewertung.
- Beobachten: Was sagt, tut oder zeigt das Material konkret?
- Begriff wählen: Geht es um persönliche Identität, Gruppenzugehörigkeit, Gender-Identität, sexuelle Orientierung oder ein Rollenbild?
- Perspektive bestimmen: Wer spricht oder wird dargestellt? Welche andere Perspektive fehlt möglicherweise?
- Deuten: Was könnte die Beobachtung über Identität oder Zugehörigkeit zeigen?
- Begrenzen: Für welche Figur, Quelle, Szene oder Situation gilt die Aussage tatsächlich?
- Bewerten: Wird Vielfalt sichtbar, ein Stereotyp verstärkt oder ein Stereotyp kritisch hinterfragt?
Beobachtung: In einer Darstellung übernimmt ein Mann die Chefrolle, während eine Frau als Sekretärin gezeigt wird.
Deutung: Die Rollenverteilung kann ein traditionelles Gender-Stereotyp verstärken.
Begrenzung: Diese Aussage bezieht sich zunächst nur auf die untersuchte Darstellung. Ohne weitere Belege sagt sie nicht, wie alle Medien oder alle Menschen denken.
Dein Analyseversuch
Untersuche die Aussage Men must always be strong and hide their emotions.
Formuliere:
- den enthaltenen Stereotyp,
- eine mögliche Wirkung,
- eine begrenzte, respektvolle Gegenformulierung.
Musterlösung: Die Aussage schreibt allen Männern Stärke und Emotionslosigkeit vor. Sie kann Druck erzeugen, Gefühle zu verbergen. Eine passende Gegenformulierung lautet: Some societies expect men to appear strong, but people of every gender experience and express emotions differently. Die Formulierung kennzeichnet die Erwartung als gesellschaftlich geprägt und lässt individuelle Unterschiede zu.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Identity
- persönliche und soziale Identität
- sex und gender unterscheiden
- gender identity und sexual orientation trennen
- Stereotype erkennen und begrenzen
- Perspektiven und Kontext prüfen
- inklusive Sprache bewusst wählen
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