Plurilinguale Kompetenz im Englischunterricht
Plurilinguale Kompetenz bedeutet: Du nutzt dein gesamtes sprachliches Repertoire gezielt, um auf Englisch zu verstehen, zu kommunizieren und weiterzulernen. Dazu gehören nicht nur verschiedene Sprachen, sondern auch Dialekte, Register und Erfahrungen mit unterschiedlichen Ausdrucksweisen.
Auf dieser Seite lernst du, passende sprachliche Ressourcen auszuwählen, Übertragungen kritisch zu prüfen und Kommunikationslücken zu überbrücken.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was gehört zu deinem sprachlichen Repertoire?
Vielleicht sprichst du Deutsch und Englisch. Vielleicht kennst du zusätzlich eine Herkunftssprache, eine weitere Fremdsprache oder einen Dialekt. Auch Unterschiede zwischen formeller und informeller Sprache gehören zu deinen Erfahrungen.
Plurilinguale Kompetenz
Plurilinguale Kompetenz ist die Fähigkeit, Wissen und Strategien aus verschiedenen Sprachen und Varietäten flexibel für Verständigung und Sprachenlernen zu nutzen. Dein Repertoire bildet dabei keine Sammlung streng getrennter Fächer: Seine Bestandteile können sich gegenseitig unterstützen.
Schon teilweise beherrschte Sprachen können nützlich sein. Entscheidend ist nicht, überall perfekt zu sein, sondern die jeweils passende Ressource bewusst einzusetzen.
Mehrsprachigkeit ist keine Störung des Englischlernens. Sie ist eine Ressource, wenn du sie zielgerichtet nutzt und deine Vermutungen überprüfst.
Wie helfen dir andere Sprachen beim Verstehen?
Vor einem englischen Text kannst du dein Sprachwissen aktivieren. Achte auf bekannte Wortbestandteile, ähnliche Wörter, Satzmuster, Bilder und den Zusammenhang. Daraus bildest du eine Vermutung und prüfst anschließend, ob sie zum ganzen Text passt.
Du begegnest dem englischen Wort name. Die ähnliche deutsche Schreibung hilft dir, eine erste Bedeutung zu vermuten. Sie beweist aber nicht, dass beide Wörter gleich ausgesprochen werden.
Der Denkweg lautet:
- Ähnlichkeit entdecken.
- Eine Vermutung bilden.
- Bedeutung und Aussprache im Kontext prüfen.
- Nur eine bestätigte Vermutung übernehmen.
Diese Strategie verhindert zwei entgegengesetzte Fehler: Du ignorierst vorhandenes Wissen nicht, vertraust einer Ähnlichkeit aber auch nicht blind.
Wie überbrückst du Lücken beim Sprechen?
Du musst nicht jedes englische Wort kennen, um ein Gespräch fortzusetzen. Du kannst einen Begriff umschreiben, ein annähernd passendes Wort verwenden, Gestik einsetzen oder um Erklärung bitten.
Dir fehlt im Gespräch das englische Wort für „Schneebesen“. Statt abzubrechen, sagst du:
It’s a kitchen tool. You use it to mix eggs.
Damit beschreibst du Funktion und Kontext. Dein Gegenüber kann dich verstehen oder dir das fehlende Wort nennen. Anschließend kannst du das neue Wort in dein Repertoire aufnehmen.
Nützliche englische Wendungen sind:
- What does ... mean? – Du fragst nach einer Bedeutung.
- Could you say that again? – Du bittest um Wiederholung.
- How do you say ... in English? – Du fragst nach einem Ausdruck.
- It’s a thing/person/place that ... – Du leitest eine Umschreibung ein.
Eine Kommunikationsstrategie ist erfolgreich, wenn sie Verständigung ermöglicht und zur Situation sowie zum Gegenüber passt.
Wie nutzt du dein Repertoire bewusst?
Plurilinguales Handeln ist mehr als spontanes Mischen. Wähle eine Strategie passend zu deinem Ziel:
- Ziel klären: Willst du einen Text verstehen, etwas ausdrücken oder zwischen Personen vermitteln?
- Ressource wählen: Hilft eine andere Sprache, ein Dialekt, ein bekanntes Satzmuster, eine Umschreibung oder eine digitale Lernhilfe?
- Ergebnis prüfen: Ist deine Aussage verständlich, sachlich passend und für dein Gegenüber angemessen?
- Erfahrung sichern: Welche Strategie möchtest du beim nächsten Mal wiederverwenden?
Sprachmittlung
Bei der Sprachmittlung überträgst du wichtige Informationen für eine Person, die sonst keinen Zugang dazu hätte. Du passt Inhalt, Sprache und gegebenenfalls die Darstellungsform an, statt nur Wort für Wort zu übersetzen.
Eine englischsprachige Person fragt, was Spaghettieis ist. Nur den deutschen Namen zu wiederholen hilft ihr nicht. Du könntest erklären:
It is an ice-cream dessert shaped like spaghetti.
Du nutzt dabei dein Wissen aus mehreren sprachlichen und kulturellen Zusammenhängen, um Zugang zu einem Begriff zu schaffen. Das ist Sprachmittlung und zugleich eine Anwendung plurilingualer Kompetenz.
Auch digitale Wörterbücher, Übersetzungs- oder Korrekturhilfen können dein Repertoire unterstützen. Prüfe jedoch, ob ihr Ergebnis zum Zweck, zum Register und zur Situation passt. Ziel bleibt, dass du zunehmend auch ohne das Werkzeug sprachlich handeln kannst.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Plurilinguale Kompetenz
- vorhandene Sprachen, Dialekte und Register aktivieren
- Ähnlichkeiten erkennen und Vermutungen prüfen
- beim Verstehen Kontext und Wortbestandteile nutzen
- beim Sprechen umschreiben und nachfragen
- bei Sprachmittlung Inhalte an das Gegenüber anpassen
- digitale Ergebnisse kritisch prüfen
- Erfahrungen auf weiteres Sprachenlernen übertragen
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