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Politisches System der USA einfach erklärt

Politisches System der USA einfach erklärt
Politisches System der USA einfach erklärt
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Die USA sind eine präsidiale Bundesrepublik. Präsident, Kongress und Gerichte besitzen eigene Aufgaben und kontrollieren sich gegenseitig. Dieses Prinzip heißt checks and balances. Es soll Macht begrenzen, kann politische Entscheidungen aber auch verlangsamen oder blockieren.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Die Grundidee der Verfassung

Die Constitution wurde 1787 ausgearbeitet. 1788 ratifizierte mit New Hampshire der neunte der 13 damaligen Staaten die Verfassung; damit war die erforderliche Zustimmung erreicht. 1789 nahm die neue Bundesregierung ihre Arbeit auf. Die Verfassung verteilt politische Macht und schützt Grundrechte.

Die Verfassung wurde bisher durch 27 Amendments, also Verfassungszusätze, ergänzt. Die ersten zehn Amendments bilden die Bill of Rights. Zu den darin geschützten Rechten gehören unter anderem Meinungs-, Presse-, Religions- und Versammlungsfreiheit.

Definition

Gewaltenteilung

Gewaltenteilung bedeutet, dass Gesetzgebung, Ausführung der Gesetze und Rechtsprechung nicht bei derselben Institution liegen. Auf Englisch heißt das separation of powers.

Die drei Bereiche werden häufig als branches of government bezeichnet. Sie sind getrennt, arbeiten aber nicht unabhängig voneinander: Jede Gewalt kann Entscheidungen anderer Gewalten begrenzen oder kontrollieren.

Merke

Separation of powers trennt Zuständigkeiten. Checks and balances verbindet diese getrennten Gewalten durch gegenseitige Kontrollen.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt das Grundmodell der US-Verfassung richtig?
Lösung: Die Staatsgewalt ist auf getrennte Institutionen verteilt, die einander kontrollieren. — Die Verfassung verteilt Macht auf Legislative, Exekutive und Judikative. Ihre gegenseitigen Kontrollen sollen verhindern, dass eine Institution allein herrscht.
Die drei Gewalten und ihre Institutionen

Legislative: der Kongress

Die legislative branch beschließt Bundesgesetze und kontrolliert den Bundeshaushalt. Ihr zentrales Organ ist der Congress mit zwei Kammern:

KammerZusammensetzungreguläre Amtszeit
Senate100 Senatorinnen und Senatoren, zwei pro Bundesstaat6 Jahre
House of Representatives435 Abgeordnete; die Sitzzahl eines Staates hängt von seiner Bevölkerung ab2 Jahre

Eine Gesetzesvorlage muss in beiden Kammern in derselben Fassung angenommen werden. Dadurch kontrollieren sich auch Senat und Repräsentantenhaus gegenseitig.

Exekutive: Präsident und Regierung

Der Präsident führt die executive branch. Er ist zugleich head of state und head of government, also Staatsoberhaupt und Regierungschef. Als commander-in-chief ist er außerdem Oberbefehlshaber der Streitkräfte.

Der Präsident führt Bundesgesetze aus, vertritt das Land nach außen und prägt besonders die Außen- und Sicherheitspolitik. Das Cabinet berät ihn. Seine Amtszeit beträgt vier Jahre; grundsätzlich darf eine Person höchstens zweimal zum Präsidenten gewählt werden.

Judikative: die Bundesgerichte

Die judicial branch legt Recht aus. An ihrer Spitze steht der Supreme Court. Er kann prüfen, ob Gesetze oder Handlungen des Präsidenten mit der Verfassung vereinbar sind.

Der Supreme Court besteht aus neun Mitgliedern. Der Präsident nominiert neue Richterinnen und Richter, doch der Senat muss sie bestätigen. Damit wirken Exekutive und Legislative an der Besetzung der Judikative mit.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Der Congress gehört zur . Der President führt die . Der Supreme Court steht an der Spitze der Bundesgerichte und gehört zur . Der Senate bestätigt vom Präsidenten nominierte Richterinnen und Richter; dies ist ein Beispiel für .

Lösungen: Lücke 1: Legislative; Lücke 2: Exekutive; Lücke 3: Judikative; Lücke 4: checks and balances. Frage immer zuerst: Wer beschließt Gesetze, wer führt sie aus und wer prüft Rechtsfragen? Danach kannst du die gegenseitigen Kontrollen bestimmen.
So funktionieren Checks and Balances

Die Gewalten kontrollieren einander nicht nur theoretisch. Sie besitzen konkrete Mittel:

  • Der Präsident kann gegen eine Gesetzesvorlage ein Veto einlegen.
  • Der Kongress kann ein Veto mit einer Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern überstimmen.
  • Der Kongress bewilligt Haushaltsmittel. Diese power of the purse begrenzt die Exekutive finanziell.
  • Das Repräsentantenhaus kann ein Impeachment, also ein Amtsenthebungsverfahren, einleiten. Der Senat entscheidet über eine mögliche Amtsenthebung.
  • Der Supreme Court kann Gesetze und Präsidentenhandlungen auf ihre Verfassungsmäßigkeit prüfen.
  • Der Präsident nominiert hohe Amtsträger und Bundesrichter; der Senat bestätigt viele dieser Ernennungen.
Beispiel

Der Präsident nominiert eine Person für den Supreme Court. Die Ernennung ist damit noch nicht abgeschlossen. Der Senat prüft die Nominierung und stimmt darüber ab. Erst nach der Bestätigung kann die Person das Richteramt übernehmen.

Der entscheidende Gedanke: Der Präsident trifft die Auswahl, kann die Stelle aber nicht allein besetzen. Zwei Gewalten müssen mitwirken.

Checks and balances garantieren keine harmonische Zusammenarbeit. Präsident und Kongress werden getrennt gewählt und besitzen eine eigene demokratische Legitimation. Sie können unterschiedliche Ziele verfolgen. Kontrolle kann deshalb Machtmissbrauch erschweren, aber auch zu einer politischen Blockade führen.

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Frage 1 von 1MittelDer Präsident legt gegen eine Gesetzesvorlage sein Veto ein. Wie kann sie dennoch Bundesgesetz werden?
Lösung: Senat und Repräsentantenhaus überstimmen das Veto jeweils mit Zweidrittelmehrheit. — Das Veto ist eine Kontrolle des Präsidenten über die Legislative. Die mögliche Überstimmung mit Zweidrittelmehrheiten in beiden Kammern ist die Gegenkontrolle des Kongresses.
Vom Entwurf zum Bundesgesetz

Ein typischer Gesetzgebungsweg zeigt mehrere Kontrollstufen:

  1. Eine bill, also eine Gesetzesvorlage, wird in den Kongress eingebracht.
  2. Senat und Repräsentantenhaus beraten darüber. Ausschüsse leisten einen großen Teil der Detailarbeit.
  3. Beide Kammern müssen dieselbe Fassung beschließen.
  4. Die Vorlage geht an den Präsidenten.
  5. In der hier betrachteten Grundform unterzeichnet der Präsident sie oder legt sein Veto ein.
  6. Nach einem Veto kann der Kongress die Vorlage mit Zweidrittelmehrheiten in beiden Kammern dennoch durchsetzen.
  7. Gerichte können später prüfen, ob das Gesetz mit der Verfassung vereinbar ist.
Beispiel

Senat und Repräsentantenhaus beschließen unterschiedliche Fassungen eines Umweltgesetzes. Die Vorlage kann so noch nicht an den Präsidenten gehen. Zuerst müssen die Unterschiede ausgehandelt werden. Anschließend stimmen beide Kammern über eine identische Fassung ab.

Das Beispiel zeigt eine zusätzliche Sicherung: Nicht nur Präsident und Kongress kontrollieren einander. Auch die beiden Kammern des Kongresses müssen sich einigen.

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Frage 1 von 1MittelSenat und Repräsentantenhaus haben unterschiedliche Fassungen derselben bill beschlossen. Was ist der nächste notwendige Schritt?
Lösung: Die Unterschiede werden ausgehandelt, damit beide Kammern dieselbe Fassung beschließen können. — Für ein Bundesgesetz ist die Zustimmung beider Kammern zu derselben Fassung erforderlich.
Föderalismus, Wahlen und Parteien

Die USA bestehen aus 50 Bundesstaaten. Föderalismus bedeutet, dass politische Zuständigkeiten zwischen dem Bund und den Einzelstaaten verteilt sind. Die Bundesstaaten besitzen eigene politische Institutionen und Gesetze, müssen aber die Bundesverfassung beachten.

Der Bund ist besonders für Bereiche wie Außenpolitik, Verteidigung und Bundessteuern zuständig. Zugleich behalten die Staaten wichtige Zuständigkeiten, etwa in Teilen des Bildungs-, Gesundheits- und Justizwesens. Deshalb können sich Regeln von Staat zu Staat unterscheiden.

Auch Präsidentschaftswahlen sind föderal organisiert. Die Bevölkerung stimmt in den Einzelstaaten ab; formal wählen anschließend Wahlleute den Präsidenten. Dieses Electoral College macht die Wahl indirekt. Deshalb können die landesweite Stimmenmehrheit, der popular vote, und die Mehrheit der Wahlleute auseinanderfallen.

Der Kongress und der Präsident werden getrennt gewählt. Gehören Präsident und Kongressmehrheit derselben Partei an, spricht man von unified government. Werden sie von unterschiedlichen Parteien kontrolliert, heißt dies divided government. Aber auch bei unified government stimmt der Kongress nicht automatisch jedem Vorhaben des Präsidenten zu.

Das Parteiensystem wird vor allem von der Democratic Party und der Republican Party geprägt. Beide Parteien umfassen unterschiedliche politische Strömungen. Einfache Etiketten bilden diese innere Vielfalt daher nur unvollständig ab.

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Frage 1 von 2MittelWelche Situation zeigt den Föderalismus der USA?
Lösung: Ein Bundesstaat regelt einen Teil seines Bildungswesens selbst, muss dabei aber die Bundesverfassung beachten. — Beim Föderalismus besitzen Bund und Einzelstaaten eigene Zuständigkeiten. Die Bundesstaaten bleiben dabei an die Bundesverfassung gebunden.
Frage 2 von 2MittelEine Kandidatin erhält landesweit mehr Einzelstimmen, aber weniger Wahlleutestimmen als ihr Gegner. Welche Folgerung ist richtig?
Lösung: Der popular vote und das Ergebnis im Electoral College können auseinanderfallen. — Die Stimmen werden im föderalen Wahlsystem nach Einzelstaaten in Wahlleutestimmen übersetzt. Daher sind popular vote und Electoral College nicht dasselbe.
USA und Deutschland im Vergleich

Beide Staaten sind föderale Demokratien, doch das Verhältnis zwischen Parlament und Regierung unterscheidet sich.

USA: präsidentielles SystemDeutschland: parlamentarisches System
Präsident und Kongress werden getrennt legitimiert.Der Bundestag wählt den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin.
Der Präsident bleibt grundsätzlich unabhängig vom fortlaufenden Vertrauen einer Kongressmehrheit im Amt.Die Regierung ist für ihre Handlungsfähigkeit auf eine tragfähige Parlamentsmehrheit angewiesen.
Legislative und Exekutive konkurrieren institutionell und kontrollieren einander.Regierung und Parlamentsmehrheit arbeiten typischerweise eng zusammen.
Der Präsident besitzt kein eigenes formales Initiativrecht für Gesetzesvorlagen und braucht Unterstützung im Kongress.Gesetzgebung und Regierungshandeln sind stärker miteinander verschränkt.
Merke

Ein US-Präsident ist nicht einfach ein „mächtigerer Bundeskanzler“. Sein Amt besitzt eine andere Stellung: Es ist eigenständig legitimiert und besonders in der Außen- und Sicherheitspolitik einflussreich, bleibt bei Gesetzen, Haushalt und vielen Ernennungen aber vom Kongress abhängig.

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Frage 1 von 1SchwerIn einem Vergleich steht: „Verliert der US-Präsident eine Abstimmung im Kongress, muss er wie ein deutscher Bundeskanzler zurücktreten.“ Welche Korrektur ist richtig?
Lösung: Präsident und Kongress sind getrennt legitimiert; eine verlorene Abstimmung beendet die Amtszeit des Präsidenten grundsätzlich nicht. — Anders als eine parlamentarische Regierung ist der US-Präsident nicht fortlaufend vom Vertrauen einer Kongressmehrheit abhängig. Eine Amtsenthebung setzt ein besonderes Impeachmentverfahren voraus.

Vertiefung: Kontrolle an einem Konflikt untersuchen

Wenn du ein politisches Beispiel analysierst, gehe in vier Schritten vor:

  1. Benenne die beteiligten Institutionen.
  2. Ordne jede Institution einer Gewalt zu.
  3. Bestimme das eingesetzte Kontrollmittel.
  4. Erkläre die mögliche Wirkung: Begrenzung, Kompromiss oder Blockade.
Beispiel

Der Präsident möchte ein politisches Programm finanzieren. Der Kongress bewilligt die verlangten Haushaltsmittel nicht.

  • Beteiligte Institutionen: Präsident und Kongress
  • Gewalten: Exekutive und Legislative
  • Kontrollmittel: power of the purse
  • Wirkung: Ohne die nötigen Mittel kann die Exekutive das Vorhaben nicht wie geplant umsetzen. Die Kontrolle kann einen Kompromiss erzwingen oder eine Blockade auslösen.
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Frage 1 von 1SchwerIn einem englischen Text steht: “Congress refuses to fund the president’s programme.” Welche Analyse passt am besten?
Lösung: Die Legislative nutzt ihre Haushaltsmacht, um die Exekutive zu begrenzen. — Das Verb “to fund” verweist auf Geldbewilligung. Die power of the purse liegt beim Kongress und ist ein wichtiges Kontrollmittel gegenüber der Exekutive.
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Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Politisches System der USA
    • Constitution
      • separation of powers
      • Bill of Rights und Amendments
    • Legislative
      • Congress
      • Senate und House of Representatives
    • Exekutive
      • President und Cabinet
      • Ausführung der Gesetze
    • Judikative
      • Bundesgerichte und Supreme Court
      • Prüfung der Verfassungsmäßigkeit
    • checks and balances
      • Veto und mögliche Überstimmung
      • Haushalt, Impeachment und Bestätigungen
    • Föderalismus
      • Bund und 50 Bundesstaaten
      • Electoral College
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Institution gehört zur legislative branch?
Lösung: Congress — Der Congress besteht aus Senate und House of Representatives und bildet die Legislative des Bundes.
Frage 2 von 3MittelDer Präsident nominiert eine Richterin für den Supreme Court. Wer muss die Nominierung bestätigen?
Lösung: Der Senat — Die Nominierung durch den Präsidenten und die Bestätigung durch den Senat verbinden Exekutive und Legislative in einem Kontrollverfahren.
Frage 3 von 3SchwerDer Kongress verweigert einem Vorhaben des Präsidenten die Finanzierung. Der Präsident bezeichnet dies als unnötige Behinderung. Welche Bewertung ist am genauesten?
Lösung: Die Haushaltskontrolle ist ein vorgesehenes Kontrollmittel, kann aber zugleich einen politischen Kompromiss oder eine Blockade bewirken. — Checks and balances sollen Macht begrenzen. Weil Präsident und Kongress eigenständig legitimiert sind, kann diese Kontrolle sowohl Kompromisse fördern als auch Entscheidungen blockieren.

Du hast das System verstanden, wenn du bei einem politischen Konflikt nicht nur fragst, wer mächtig ist, sondern drei Punkte prüfst: Welche Institution handelt, zu welcher Gewalt gehört sie und welches Kontrollmittel setzt sie ein?

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