Text- und Medienkompetenz Englisch einfach erklärt
Text- und Medienkompetenz bedeutet: Du verstehst englische Texte und Medien, untersuchst ihre Gestaltung und Wirkung und nutzt die gewonnenen Erkenntnisse für eigene Produkte. Ein Text kann dabei geschrieben, gesprochen, visuell oder aus mehreren Medienformen zusammengesetzt sein.
Auf dieser Seite lernst du einen Arbeitsweg kennen, der vom ersten Verstehen bis zum geprüften eigenen Produkt führt.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was gehört zur Text- und Medienkompetenz?
Ein englischer Zeitungsartikel ist ein Text. Das gilt aber auch für ein Gespräch, eine Rede, einen Film, eine Werbung, einen Cartoon, eine Grafik oder einen Audiobeitrag. Entscheidend ist, dass etwas mit Sprache, Bildern, Ton oder Daten eine Bedeutung vermittelt.
Erweiterter Textbegriff
Der erweiterte Textbegriff umfasst mündliche, schriftliche und visuelle Produkte in ihrem jeweiligen kulturellen und medialen Zusammenhang. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie analog oder digital vermittelt werden.
Text- und Medienkompetenz verbindet zwei Tätigkeiten:
- Rezeption: Du liest, hörst oder siehst einen Beitrag und erschließt seine Bedeutung.
- Produktion: Du nutzt deine Erkenntnisse, um selbst zu schreiben, zu sprechen oder ein Medienprodukt zu gestalten.
Du siehst einen kurzen englischen Werbefilm. Zuerst hältst du fest, was beworben wird und an wen sich die Werbung richtet. Danach untersuchst du Bild, Musik, Licht und Sprache. Schließlich gestaltest du ein eigenes Storyboard, das dieselbe Zielgruppe ansprechen soll.
Du wechselst dabei vom Verstehen über die Analyse zur eigenen Produktion.
Vom Arbeitsauftrag zum passenden Vorgehen
Bevor du einen Beitrag bearbeitest, klärst du, was die Aufgabe verlangt. Davon hängt deine Strategie ab.
- Orientieren: Welche Text- oder Medienform liegt vor?
- Auftrag klären: Sollst du zusammenfassen, analysieren, vergleichen, kommentieren oder gestalten?
- Gezielt erschließen: Suchst du die Hauptaussage, bestimmte Einzelheiten oder den genauen Aufbau?
- Belege sichern: Notiere passende Textstellen, Bilddetails, Zeitmarken oder präzise Paraphrasen.
- Ergebnis erstellen: Passe Inhalt, Sprache und Form an Zielgruppe und Zweck an.
- Prüfen: Kontrolliere fachliche Richtigkeit, Verständlichkeit, Gestaltung und verantwortungsvollen Medieneinsatz.
Nicht jede Aufgabe verlangt dieselbe Les-, Hör- oder Sehweise. Kläre zuerst dein Ziel und suche dann gezielt die Informationen, die du dafür brauchst.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Vor der Bearbeitung klärst du zuerst den . Für eine Zusammenfassung suchst du vor allem die . Eine Analyse braucht außerdem passende . Das fertige Produkt prüfst du mit Kriterien, die zu seiner passen.
Kernaussagen auswählen und belegen
Eine gute Zusammenfassung ist keine verkürzte Kopie. Du erkennst das Thema, wählst die wichtigsten Aussagen aus und formulierst sie knapp in eigenen Worten. Einzelheiten bleiben nur erhalten, wenn sie für das Verständnis notwendig sind.
Notizen helfen dir dabei. Sie sollten kurz, eindeutig und auf die Aufgabe ausgerichtet sein. Vollständige Sätze brauchst du erst für dein Ergebnis.
Ausgangstext:
Our school podcast gives students a chance to report on school events. Each episode is checked by a teacher and two students before it is published.
Passende Notizen:
- school podcast
- students report on events
- teacher and students check episodes
Mögliche Zusammenfassung:
The school podcast allows students to report on events, and every episode is checked before publication.
Der Gedanke bleibt erhalten. Einzelheiten wie die genaue Zahl der prüfenden Personen sind für diese knappe Zusammenfassung nicht nötig.
Ein Beleg verbindet deine Aussage mit einer konkreten Beobachtung. Bei einem geschriebenen Text kann das eine kurze Paraphrase sein. Bei Film oder Audio kannst du eine Szene, ein hörbares Merkmal oder eine Zeitstelle genau beschreiben.
Ein Beleg allein ist noch keine Analyse. Erkläre immer, was er zeigt und warum er für deine Aussage wichtig ist.
Gestaltung und Wirkung untersuchen
Medienbeiträge wirken nicht nur durch ihren Inhalt. Auch ihre Gestaltung beeinflusst, was auffällt, welche Stimmung entsteht und wie eine Aussage verstanden werden kann.
Achte je nach Medium auf unterschiedliche Mittel:
- geschriebener Text: Wortwahl, Aufbau, direkte Anrede, Wiederholung und Textsorte
- Bild oder Cartoon: Motive, Größenverhältnisse, Symbole, Bildausschnitt und Beschriftung
- Film oder Werbung: Kameraeinstellung, Licht, Ton, Musik, Schauplatz und Zusammenspiel der Szenen
- Grafik oder Tabelle: Überschrift, Einheiten, Kategorien, Größenverhältnisse und ausgelassene Informationen
Gehe bei einer Analyse in drei Schritten vor:
- Beschreiben: Was lässt sich tatsächlich erkennen oder hören?
- Analysieren: Wie erzeugt ein Gestaltungsmittel eine bestimmte Wirkung?
- Bewerten oder kommentieren: Wie überzeugend oder angemessen ist der Beitrag für seine Zielgruppe und seinen Kontext?
Beobachtung: In einem Werbevideo wechselt die Musik beim Erscheinen des Produkts von ruhig zu schnell und kraftvoll.
Analyse: Der Wechsel hebt das Produkt hervor und verbindet es mit Energie.
Bewertung: Für eine Zielgruppe, die Aktivität wichtig findet, kann diese Gestaltung ansprechend sein. Ob sie tatsächlich überzeugt, hängt auch vom übrigen Inhalt und vom Kontext ab.
Formuliere Wirkung nicht als automatische Tatsache. Schreibe genauer: Ein Mittel betont, legt nahe, kann Spannung erzeugen oder soll eine Zielgruppe ansprechen.
Texte in eine neue Form umgestalten
Bei einer Texttransformation überführst du eine Vorlage in eine neue Perspektive, Textsorte oder Medienform. Beispiele sind eine Erzählung als Tagebucheintrag, ein Sachtext als Präsentation oder eine Szene als Dialogskript.
Kreativität bedeutet dabei nicht, die Vorlage zu vergessen. Ein gelungenes Produkt bewahrt die entscheidenden Informationen und passt sie an einen neuen Zweck an.
- Bestimme Kernaussage, Situation und wichtige Einzelheiten der Vorlage.
- Lege Zielgruppe, Zweck und neue Form fest.
- Wähle die Informationen aus, die das neue Produkt braucht.
- Passe Aufbau, Sprache, Perspektive und gegebenenfalls Bild oder Ton an.
- Prüfe, ob das Ergebnis zur Vorlage und zur neuen Form passt.
Vorlage:
The youth club will open a recording room next Monday. Students can use it after a short introduction.
Aufgabe: Verwandle die Nachricht in einen kurzen Dialog für einen Audiobeitrag.
Mögliche Lösung:
Alex: Did you hear about the new recording room?
Sam: Yes. It opens next Monday. Can we use it immediately?
Alex: We need a short introduction first. After that, students can work there.
Die Lösung übernimmt Eröffnungstermin, Zielgruppe und Bedingung. Durch Frage und Antwort wird aus der Nachricht ein sprechbarer Dialog.
Typische Fehler sind:
- wichtige Informationen gehen verloren;
- neue Behauptungen widersprechen der Vorlage;
- eine Figur weiß mehr, als sie in ihrer Perspektive wissen kann;
- Sprache und Aufbau passen nicht zur neuen Textsorte;
- Bilder, Ton oder Effekte schmücken nur, ohne die Aussage zu unterstützen.
Informationen suchen und verantwortungsvoll verwenden
Eine Recherche beginnt nicht mit dem ersten Treffer, sondern mit einer klaren Frage. Präzise englische Suchbegriffe helfen dir, passende englischsprachige Informationen zu finden.
Ein sinnvoller Rechercheweg sieht so aus:
- Formuliere eine genaue Frage.
- Bilde passende englische Suchbegriffe.
- Überfliege mehrere Treffer und prüfe, ob sie zur Frage passen.
- Vergleiche Informationen aus mehr als einer geeigneten Quelle.
- Prüfe Urheber, Aktualität, Belege und mögliche Darstellungsabsicht.
- Notiere, woher eine übernommene Information stammt.
- Formuliere das Ergebnis aufgabengerecht in eigenen Worten.
Unklare Suche: New Zealand
Genauere Suche für eine Reiseplanung: New Zealand volcanic landscapes travel time
Die genauere Suchform verbindet Ort, gesuchten Landschaftstyp und Planungszweck. Trotzdem musst du anschließend prüfen, ob ein Treffer aktuell, sachlich passend und zuverlässig ist.
Beim Gestalten eigener Produkte gelten zusätzliche Regeln:
- Verwende Bilder, Musik und Texte nicht so, als wären sie automatisch frei verfügbar.
- Beachte Urheber- und Nutzungsrechte.
- Hole vor der Veröffentlichung erkennbarer Fotos anderer Personen die notwendige Zustimmung ein.
- Überlege, welche privaten Angaben sichtbar werden und wer das Produkt sehen kann.
- Prüfe sachliche und sprachliche Aussagen vor einer Veröffentlichung.
Technik ist ein Werkzeug. Entscheidend ist, ob dein Medium das fachliche Ziel unterstützt und ob du Informationen und fremde Inhalte verantwortungsvoll verwendest.
Ein eigenes Medienprodukt prüfen und verbessern
Ein Produkt ist nach dem ersten Entwurf noch nicht fertig. Rückmeldung und Überarbeitung gehören zur Text- und Medienkompetenz.
Prüfe dein Ergebnis mit passenden Kriterien:
- Inhalt: Sind Kernaussagen richtig, vollständig und belegt?
- Textsorte: Entsprechen Aufbau und Sprache der gewählten Form?
- Zielgruppe: Sind Erklärung, Register und Umfang angemessen?
- Medium: Unterstützen Bild, Ton, Kamera oder Layout die Aussage?
- Sprache: Ist das Englisch verständlich und korrekt?
- Verantwortung: Sind Quellen, Rechte und persönliche Daten berücksichtigt?
Bei einer Partnerkorrektur sollte die Rückmeldung konkret sein. Statt It is bad hilft beispielsweise: The main idea is clear, but the second image does not support it yet. So weiß die andere Person, was bereits funktioniert und was sie verbessern kann.
Ein Audiobeitrag enthält wichtige Fakten, wird aber sehr schnell gesprochen.
Unbrauchbare Rückmeldung: Speak better.
Hilfreiche Rückmeldung: The facts are clear. Speak more slowly and pause after each place name so that listeners can follow the route.
Die zweite Rückmeldung nennt eine Stärke, das genaue Problem und einen umsetzbaren nächsten Schritt.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Text- und Medienkompetenz
- Verstehen: Auftrag klären, Kernaussagen auswählen, Belege sichern
- Analysieren: Gestaltungsmittel, Absicht, Zielgruppe und Wirkung verbinden
- Transformieren: Inhalt an Perspektive, Textsorte und Medium anpassen
- Recherchieren: Suchbegriffe wählen, Informationen vergleichen und prüfen
- Produzieren: adressatengerecht schreiben, sprechen oder gestalten
- Verantworten: Quellen, Urheberrechte, Persönlichkeitsschutz und Sichtbarkeit beachten
- Überarbeiten: Kriterien anwenden, Feedback nutzen und Produkt verbessern
Der vollständige Lernweg lautet:
Vorlage verstehen → Kernaussagen auswählen → Gestaltung und Wirkung untersuchen → adressaten- und mediengerecht gestalten → Ergebnis prüfen und verbessern.
Abschluss-Check
Wenn du bei neuen Aufgaben den Arbeitsauftrag klärst, Beobachtung und Deutung trennst und dein Ergebnis mit passenden Kriterien prüfst, kannst du Text- und Medienkompetenz auf sehr unterschiedliche englische Beiträge übertragen.
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