Erdkunde

Anthropogener Treibhauseffekt: Ursachen und Folgen

Anthropogener Treibhauseffekt: Ursachen und Folgen
Anthropogener Treibhauseffekt: Ursachen und Folgen
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Der anthropogene Treibhauseffekt ist die vom Menschen verursachte Verstärkung des natürlichen Treibhauseffekts. Zusätzliche Treibhausgase sorgen dafür, dass zunächst weniger Wärmestrahlung ins Weltall gelangt. Dadurch erwärmt sich das Erdsystem.

Deine Lernziele

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Warum der natürliche Treibhauseffekt wichtig ist

Die Sonne sendet überwiegend kurzwellige Strahlung zur Erde. Ein Teil wird reflektiert, ein anderer Teil von der Erdoberfläche aufgenommen. Die erwärmte Oberfläche gibt Energie als langwellige Wärmestrahlung ab.

Definition

Treibhausgase

Treibhausgase sind Bestandteile der Atmosphäre, die kurzwellige Sonnenstrahlung größtenteils passieren lassen, aber einen Teil der langwelligen Wärmestrahlung aufnehmen. Dadurch erreicht weniger Wärme direkt das Weltall.

Wasserdampf und Kohlenstoffdioxid gehören zu den natürlich vorkommenden Treibhausgasen. Ohne ihre Wirkung läge die mittlere Temperatur der Erde ungefähr bei −18 °C statt bei etwa +15 °C. Der natürliche Treibhauseffekt ist daher eine wichtige Lebensgrundlage.

Merke

Der natürliche Treibhauseffekt ist nicht das Problem. Problematisch ist seine zusätzliche Verstärkung durch menschliche Emissionen.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt den natürlichen Treibhauseffekt richtig?
Lösung: Treibhausgase halten einen Teil der Wärmestrahlung im Erdsystem zurück. — Natürlich vorkommende Treibhausgase beeinflussten die Strahlungsbilanz schon vor der Industrialisierung und halten die Erde deutlich wärmer.
Wie Menschen den Effekt verstärken

Seit der Industrialisierung, etwa ab 1750, setzen menschliche Aktivitäten große Mengen zusätzlicher Treibhausgase frei. Steigt deren Konzentration in der Atmosphäre, wird mehr Wärmestrahlung aufgenommen beziehungsweise in Richtung Erdoberfläche zurückgestreut. Zunächst gelangt deshalb weniger Energie ins Weltall, als die Erde von der Sonne erhält.

Die zusätzliche Energie erwärmt Erdoberfläche und Atmosphäre. Eine wärmere Erde gibt wiederum mehr Wärmestrahlung ab. Die Erwärmung setzt sich fort, bis ein neues Gleichgewicht zwischen eintreffender und ausgehender Strahlung entsteht — nun bei einer höheren Temperatur.

Beispiel

Stell dir die Wirkungskette in sechs Schritten vor:

  1. Menschen verbrennen Kohle, Erdöl oder Erdgas.
  2. Dabei gelangt zusätzliches CO₂ in die Atmosphäre.
  3. Die CO₂-Konzentration steigt.
  4. Anfangs entweicht weniger Wärmestrahlung ins Weltall.
  5. Das Erdsystem erwärmt sich und strahlt dadurch mehr Wärme ab.
  6. Ein neues Strahlungsgleichgewicht entsteht bei höherer Temperatur.
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Frage 1 von 1MittelDie Treibhausgaskonzentration steigt. Was geschieht in der Wirkungskette zuerst?
Lösung: Zunächst gelangt weniger Wärmestrahlung ins Weltall. — Erst entsteht ein Energieungleichgewicht. Danach erwärmt sich das Erdsystem, bis die höhere Wärmeabgabe wieder für einen Ausgleich sorgt.
Welche Gase und Quellen wichtig sind

Anthropogen bedeutet durch menschliches Handeln verursacht oder verändert. Menschen erzeugen den natürlichen Grundeffekt nicht neu, sondern verstärken ihn.

TreibhausgasWichtige menschliche Quellen
Kohlenstoffdioxid (CO₂)Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas; Abholzung und andere Landnutzungsänderungen
Methan (CH₄)Rinderhaltung, Reisanbau und Mülldeponien
Distickstoffoxid oder Lachgas (N₂O)vor allem landwirtschaftliche Düngung

Auch bodennahes Ozon und bestimmte fluorierte Gase können zur Erwärmung beitragen. Die genannten Gase unterscheiden sich jedoch darin, wie stark sie wirken, wie häufig sie vorkommen und wie lange sie in der Atmosphäre bleiben.

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Frage 1 von 1MittelWelche Zuordnung ist richtig?
Lösung: Düngung — Lachgas — Landwirtschaftliche Düngung setzt vor allem Lachgas frei. Bei Rinderhaltung ist Methan wichtig; bei der Verbrennung fossiler Energieträger steht CO₂ im Mittelpunkt.
Warum die Gasmenge allein nicht alles erklärt

Der Beitrag eines Treibhausgases hängt von mehreren Größen ab:

  1. Konzentration: Wie viel davon befindet sich in der Atmosphäre?
  2. Treibhauspotential: Wie stark wirkt eine bestimmte Gasmasse im Vergleich zu derselben Masse CO₂ über einen festgelegten Zeitraum?
  3. Verweilzeit: Wie lange bleibt das Gas wirksam, bevor es entfernt oder abgebaut wird?

Über einen Zeitraum von 100 Jahren besitzt Methan laut den vorliegenden Vergleichswerten ein Treibhauspotential von 28. Ein Kilogramm Methan wirkt nach dieser Kennzahl also 28-mal so stark wie ein Kilogramm CO₂. Daraus folgt aber nicht, dass Methan insgesamt den größten Erwärmungsbeitrag liefert: Auch die ausgestoßene Menge, die Konzentration und die Verweilzeit zählen.

Definition

Strahlungsantrieb

Der Strahlungsantrieb beschreibt, wie stark ein Einfluss die Strahlungsbilanz der Erde verändert. Er wird in Watt pro Quadratmeter angegeben. Ein positiver Wert steht für eine erwärmende Wirkung.

Merke

Ein hohes Treibhauspotential pro Kilogramm bedeutet nicht automatisch den größten gesamten Strahlungsantrieb.

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Frage 1 von 1SchwerZwei Gase haben unterschiedliche Treibhauspotentiale. Welche weitere Information brauchst du für einen Vergleich ihrer gesamten Wirkung?
Lösung: Unter anderem Konzentration und Verweilzeit — Die Gesamtwirkung entsteht aus mehreren Größen. Deshalb darfst du das Treibhauspotential nicht allein betrachten.
Welche Folgen die zusätzliche Erwärmung hat

Der anthropogene Treibhauseffekt führt zur globalen Erwärmung und beeinflusst natürliche sowie gesellschaftliche Systeme.

  • Gletscher und Eisschilde verlieren Masse.
  • Wärmeres Meerwasser dehnt sich aus.
  • Eisschmelze und Wärmeausdehnung lassen den Meeresspiegel steigen.
  • Lebensräume und Vegetationszonen verändern sich.
  • Hitzewellen, Starkniederschläge und Dürren können wahrscheinlicher oder intensiver werden.
  • Überschwemmungen, Wasserknappheit, Ernteverluste und Gesundheitsrisiken können Menschen unmittelbar betreffen.
Beispiel

Die Wirkungskette beim Meeresspiegel lautet:

zusätzliche Erwärmung → Abschmelzen von Gletschern und Eisschilden sowie Ausdehnung des Meerwassers → höherer Meeresspiegel → größere Überschwemmungsgefahr in gefährdeten Küstenräumen

Die Erwärmung wirkt hier über zwei Wege: Zusätzliches Wasser gelangt aus schmelzendem Landeis in die Ozeane, und bereits vorhandenes Meerwasser benötigt bei höherer Temperatur mehr Raum.

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Frage 1 von 1SchwerWarum kann der Meeresspiegel bei einer Erwärmung steigen?
Lösung: Landeis schmilzt und wärmeres Meerwasser dehnt sich aus. — Zwei Prozesse wirken zusammen: Schmelzendes Landeis erhöht die Wassermenge, und die thermische Ausdehnung vergrößert das Volumen des Meerwassers.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Anthropogener Treibhauseffekt
    • verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt
    • entsteht durch zusätzliche menschliche Emissionen
    • erhöht Treibhausgaskonzentrationen
    • verändert die Strahlungsbilanz
    • erwärmt das Erdsystem bis zu einem neuen Gleichgewicht
    • verursacht ökologische und gesellschaftliche Folgen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas bedeutet anthropogener Treibhauseffekt?
Lösung: Die menschengemachte Verstärkung des natürlichen Treibhauseffekts — Menschen erhöhen die Konzentration bestimmter Treibhausgase und verstärken damit einen bereits natürlich vorhandenen Effekt.
Frage 2 von 3MittelWelche Wirkungskette ist richtig geordnet?
Lösung: Emissionen → höhere Konzentration → zunächst geringere Wärmeabgabe ins All → Erwärmung — Zusätzliche Emissionen erhöhen die Treibhausgaskonzentration. Dadurch gerät die Strahlungsbilanz aus dem Gleichgewicht und das Erdsystem erwärmt sich.
Frage 3 von 3SchwerEine Person sagt: Methan hat ein höheres Treibhauspotential als CO₂, also muss Methan insgesamt immer stärker zur Erwärmung beitragen. Wie beurteilst du das?
Lösung: Die Schlussfolgerung ist falsch, weil auch Konzentration, Emissionsmenge und Verweilzeit wichtig sind. — Für die Gesamtwirkung musst du mehrere Größen gemeinsam betrachten. Eine einzelne Kennzahl reicht nicht aus.

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