Erdkunde

Arktis: Naturraum, Klima und Nutzung verstehen

Arktis: Naturraum, Klima und Nutzung verstehen
Arktis: Naturraum, Klima und Nutzung verstehen
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Die Arktis ist das Gebiet rund um den Nordpol. In ihrem Zentrum liegt kein Kontinent, sondern der Arktische Ozean mit schwimmendem Meereis. Zur Arktis gehören außerdem Inseln und nördliche Teile Nordamerikas, Europas und Asiens. Ihre genaue Südgrenze hängt davon ab, welche geografische, klimatische oder politische Definition verwendet wird.

Deine Lernziele

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Wo liegt die Arktis?

Der geografische Nordpol liegt im Arktischen Ozean. Um diesen Ozean herum befinden sich unter anderem Grönland sowie nördliche Gebiete Alaskas, Kanadas, Skandinaviens und Russlands.

Definition

Arktis

Die Arktis ist das Nordpolargebiet aus dem Arktischen Ozean, Inseln und den nördlichsten Landgebieten Amerikas, Europas und Asiens. Eine überall anerkannte Südgrenze gibt es nicht.

Drei mögliche Grenzlinien

Je nach Fragestellung werden verschiedene Grenzen verwendet:

  • Der nördliche Polarkreis bei ungefähr 66,5° nördlicher Breite orientiert sich an den Lichtverhältnissen.
  • Die Baumgrenze umfasst die Gebiete, in denen keine hochwachsenden Bäume mehr vorkommen und die Tundra beginnt.
  • Die 10-°C-Juli-Isotherme ist eine gedachte Linie. Nördlich von ihr bleibt die langjährige Mitteltemperatur selbst im wärmsten Monat unter 10 °C.

Die Baumgrenze und die 10-°C-Juli-Isotherme verlaufen ähnlich, aber nicht vollkommen gleich. Meeresströmungen und regionale Klimabedingungen verschieben sie.

Beispiel

Eine Karte begrenzt die Arktis am Polarkreis, eine andere an der 10-°C-Juli-Isotherme. Die Karten widersprechen sich nicht automatisch: Sie beantworten verschiedene Fragen. Die erste betont die Beleuchtung, die zweite das Klima.

Merke

Die Fläche der Arktis ist keine unveränderliche Zahl. Sie hängt von der verwendeten Grenzdefinition ab.

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Frage 1 von 2LeichtWarum können zwei seriöse Karten unterschiedliche Arktisgrenzen zeigen?
Lösung: Sie verwenden möglicherweise unterschiedliche Grenzkriterien. — Prüfe zuerst, ob eine Karte den Polarkreis, die Baumgrenze, eine Temperaturgrenze oder eine zweckabhängige Grenze verwendet.
Frage 2 von 2MittelEine Untersuchung fragt, wo das Klima im wärmsten Monat langfristig unter 10 °C bleibt. Welche Grenze passt am besten?
Lösung: Die 10-°C-Juli-Isotherme — Eine Isotherme verbindet Orte mit derselben mittleren Temperatur. Deshalb passt sie zur klimatischen Fragestellung.
Warum sind Licht und Klima so besonders?

In hohen Breiten treffen die Sonnenstrahlen in einem flachen Winkel auf die Erdoberfläche. Dadurch verteilt sich ihre Energie auf eine größere Fläche, und der Boden erwärmt sich weniger stark als in niedrigeren Breiten.

Im Sommer kann die Sonne längere Zeit über dem Horizont bleiben. Das heißt Polartag. Im Winter kann sie längere Zeit nicht aufgehen. Das heißt Polarnacht. Am Polarkreis treten diese Erscheinungen kurz auf; zum Nordpol hin dauern sie immer länger. Am Nordpol erstrecken sie sich jeweils ungefähr über ein halbes Jahr.

Definition

Permafrost

Permafrost ist Untergrund, der dauerhaft gefroren bleibt. Im kurzen Sommer kann nur seine obere Schicht zeitweise auftauen.

Wo die obere Bodenschicht auftaut, können angepasste Pflanzen wachsen. Die baumlose Landschaft mit Moosen, Flechten, Zwergsträuchern und anderen niedrigen Pflanzen heißt Tundra. Die Vegetationszeit ist kurz, weil Wärme und flüssiges Wasser nur begrenzte Zeit verfügbar sind.

Beispiel

Vom flachen Sonnenstand führt eine Wirkungskette zur typischen Vegetation:

flacher Sonnenstand → geringe Erwärmung → lange Frostperiode → kurzes oberflächliches Auftauen → kurze Vegetationszeit → niedrige, widerstandsfähige Pflanzen

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage beschreibt Permafrost richtig?
Lösung: Der Untergrund bleibt dauerhaft gefroren, während die obere Schicht zeitweise auftauen kann. — Permafrost bezeichnet Boden oder Gestein, nicht Meereis. Entscheidend ist der dauerhaft gefrorene Untergrund.
Frage 2 von 2MittelWarum wachsen in der Tundra keine hochwachsenden Wälder?
Lösung: Kälte, Dauerfrost und eine kurze Vegetationszeit begrenzen das Wachstum. — Die Pflanzen erhalten im Sommer Licht, haben aber nur wenig Zeit und Wärme zum Wachsen. Der gefrorene Untergrund erschwert zusätzlich die Wurzelbildung.
Was unterscheidet Meereis, Landeis und Antarktika?

Der Arktische Ozean ist im Winter fast vollständig vereist. Im Sommer nimmt seine Eisfläche ab. Gewöhnlich erreicht die Ausdehnung ungefähr im März ihr Maximum und im September ihr Minimum.

Meereis entsteht aus gefrierendem Meerwasser und schwimmt auf dem Ozean. Strömungen bewegen und zerbrechen es. Zusammengeschobene Eisschollen können hohe Packeispressungen bilden.

Landeis liegt dagegen auf festem Untergrund. Das mächtige Inlandeis Grönlands ist ein Beispiel. Gletscher können bis ins Meer reichen und dort Eisberge abgeben. Diesen Vorgang nennt man Kalben.

Beispiel

Am Nordpol befindet sich unter dem Eis Meerwasser. Das Eis dort ist daher Meereis. Im Inneren Grönlands liegt das Eis auf einer Insel und ist deshalb Landeis.

Arktis und Antarktis nicht verwechseln

MerkmalArktisAntarktika
Lagerund um den Nordpolrund um den Südpol
Unter dem PolOzeanKontinent
Typisches Eis am Polschwimmendes Meereismächtiger Eispanzer auf Land
Besiedlungdauerhaft bewohnte Regionennur wenige Menschen, vor allem zeitweise in Forschungsstationen
Merke

Arktis: Ozean, der von Land umgeben ist. Antarktika: Kontinent, der von Ozean umgeben ist.

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Frage 1 von 2LeichtWelches Eis findest du direkt am geografischen Nordpol?
Lösung: schwimmendes Meereis über dem Arktischen Ozean — Der Nordpol liegt im Ozean. Grönland gehört zwar zur Arktis, liegt aber nicht direkt unter dem Nordpol.
Frage 2 von 2MittelEine Messung zeigt im September weniger arktisches Meereis als im März. Passt das zum gewöhnlichen Jahresgang?
Lösung: Ja, denn das Minimum liegt gewöhnlich im September und das Maximum etwa im März. — Die Jahreszeiten verändern die Meereisausdehnung: Nach dem Winter ist sie groß, nach dem Sommer klein.
Wie hängen Leben, Nutzung und Schutz zusammen?

Arktische Lebewesen sind an Kälte, kurze Vegetationszeiten und starke jahreszeitliche Lichtunterschiede angepasst. Dichtes Fell und Fettschichten schützen beispielsweise Rentiere und Eisbären. Zur arktischen Tierwelt gehören außerdem Robben, Wale sowie viele See- und Watvögel.

Die extremen Bedingungen machen arktische Ökosysteme empfindlich. Schäden können lange bestehen bleiben, weil Wachstum und Erholung langsam verlaufen.

Menschen nutzen die Arktis unter anderem für Fischfang sowie für die Förderung von Erdöl und Erdgas. Diese Nutzungen können wirtschaftliche Vorteile bringen, gefährden aber bei Übernutzung oder Unfällen Lebensräume. Die Havarie der Exxon Valdez im Jahr 1989, bei der Küstengebiete Alaskas durch Öl verschmutzt wurden, zeigt dieses Risiko.

Auch die Klimaerwärmung verändert den Naturraum. Die saisonale Eisfläche ist in den Jahrzehnten vor den Berichten der Ausgangsmaterialien stark zurückgegangen. Dadurch werden Lebensräume bedroht. Das genaue Ausmaß aller weiteren Folgen lässt sich aus den vorliegenden Angaben jedoch nicht bestimmen.

Gut zu wissen

Die Arktis beeinflusst über Luft- und Meeresströmungen auch südlichere Regionen. Umgekehrt transportieren Strömungen Wärme und Kälte in die Arktis und verändern dort Eisverhältnisse und klimatische Grenzen.

Eine Nutzung begründet beurteilen

Eine begründete Bewertung betrachtet mindestens drei Fragen:

  1. Welchen wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Nutzen gibt es?
  2. Welche Folgen drohen für Tiere, Pflanzen, Wasser und Boden?
  3. Welche Regeln oder Begrenzungen könnten Risiken verringern?
Beispiel

Aussage: Die Rohstoffförderung in der Arktis sollte ohne zusätzliche Einschränkungen ausgeweitet werden.

Beurteilung: Die Förderung kann wirtschaftlichen Nutzen bringen. Die empfindlichen Ökosysteme erholen sich jedoch nur langsam von Schäden, und die Ölverschmutzung in Alaska zeigt die möglichen Folgen eines Unfalls. Eine Ausweitung ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen ist daher nicht überzeugend. Eine tragfähige Entscheidung müsste Nutzen, Risiken und wirksame Schutzregeln gemeinsam prüfen.

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Frage 1 von 2MittelWelche Beurteilung berücksichtigt sowohl Nutzung als auch Schutz?
Lösung: Rohstoffförderung kann Nutzen bringen, muss aber wegen möglicher langfristiger Umweltschäden streng abgewogen und begrenzt werden. — Eine geografische Bewertung nennt nicht nur eine Meinung. Sie verbindet belegte Vorteile, Risiken und mögliche Regeln zu einem begründeten Urteil.
Frage 2 von 2SchwerWarum können Eingriffe in der Arktis besonders lang wirken?
Lösung: Kälte und kurze Vegetationszeiten verlangsamen Wachstum und ökologische Erholung. — Angepasste Ökosysteme existieren in der Arktis, reagieren unter den extremen Bedingungen aber empfindlich und erholen sich häufig langsam.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Arktis
    • Raum: Ozean, Inseln und nördliche Landgebiete
    • Grenzen: Polarkreis, Baumgrenze oder 10-°C-Juli-Isotherme
    • Licht: Polartag und Polarnacht
    • Klima: flacher Sonnenstand und geringe Erwärmung
    • Land: Permafrost und Tundra
    • Eis: schwimmendes Meereis und Landeis auf Grönland
    • Nutzung: Fischfang sowie Erdöl- und Erdgasförderung
    • Schutz: empfindliche Lebensräume und langsame Erholung
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Beschreibung trifft die Arktis am besten?
Lösung: Sie umfasst den Arktischen Ozean, Inseln und nördliche Teile mehrerer Kontinente. — Die Arktis ist ein vielfältiger Naturraum. Ihre genaue Südgrenze hängt von der gewählten Definition ab.
Frage 2 von 4MittelOrdne die Wirkungskette richtig zu.
Lösung: Flacher Sonnenstand → geringe Erwärmung → kurze Vegetationszeit → niedrige Tundrenpflanzen — Entscheidend sind geringe Erwärmung, lange Frostperioden und ein kurzer Sommer. Sie begrenzen die Vegetationszeit.
Frage 3 von 4SchwerEine Karte zeigt eine größere Arktisfläche als eine andere. Wie prüfst du den Unterschied fachgerecht?
Lösung: Ich vergleiche zuerst die verwendeten Grenzkriterien und die Fragestellung der Karten. — Erst die Definition macht Flächenangaben vergleichbar. Polarkreis, Baumgrenze und Temperaturgrenze erfassen unterschiedliche Merkmale.
Frage 4 von 4SchwerWelche Aussage ist ein begründetes Urteil zur Nutzung der Arktis?
Lösung: Wirtschaftlicher Nutzen muss gegen Unfallrisiken, langsame ökologische Erholung und den Schutz von Lebensräumen abgewogen werden. — Ein tragfähiges Urteil nennt Nutzen und Risiken, gewichtet sie und berücksichtigt mögliche Schutzregeln.

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