Antarktis: Eis, Klima, Leben und Schutz
Die Antarktis ist das Südpolargebiet. In ihrem Zentrum liegt der fast vollständig vereiste Kontinent Antarktika, umgeben vom Südpolarmeer. Eis, große Höhe und die südpolare Lage machen den Raum extrem kalt. Trotzdem gibt es besonders im Meer ein produktives Ökosystem.
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Welches Gebiet heißt Antarktis?
Im Alltag werden Antarktis und Antarktika oft gleich verwendet. Geographisch lohnt sich eine genauere Unterscheidung.
Antarktis und Antarktika
Antarktika ist der Kontinent um den Südpol. Antarktis bezeichnet das Südpolargebiet. Nach dem Antarktisvertrag umfasst es das gesamte Gebiet südlich von 60° südlicher Breite: den Kontinent, Inseln, Schelfeis und Teile des Ozeans.
Antarktika ist ein Kontinent im Ozean. Das unterscheidet den Süden grundlegend von der Arktis: Dort liegt ein Ozean zwischen den nördlichen Teilen mehrerer Kontinente.
Der antarktische Kontinent umfasst rund 13,5 Millionen Quadratkilometer. Etwa 98 Prozent seiner Fläche sind mit Eis bedeckt. Unter diesem Eispanzer liegen Hochplateaus, Gebirge, Täler und Schluchten.
Das Transantarktische Gebirge trennt zwei Großräume:
- Ostantarktis besteht vor allem aus einem großen eisbedeckten Hochplateau.
- Westantarktis ist stärker durch Bergmassive, tiefliegende Gebiete und die Antarktische Halbinsel gegliedert.
Mit 4.897 Metern ist der Mount Vinson die höchste Erhebung. Mount Erebus und Deception Island zeigen, dass es trotz der mächtigen Eisdecke Vulkanismus gibt.
Auf einer Karte sieht Antarktika häufig wie eine gleichmäßige weiße Fläche aus. Das bedeutet nicht, dass der Untergrund flach ist. Die Karte zeigt vor allem die Oberfläche des Eises; das Relief darunter kann ganz anders aussehen.
Warum ist die Antarktis so kalt und eisreich?
Drei Bedingungen verstärken sich gegenseitig:
- Wegen der südpolaren Lage trifft wenig Sonnenenergie auf die Oberfläche.
- Der Kontinent liegt im Mittel sehr hoch, weil über dem Land eine mächtige Eisdecke liegt.
- Die helle Eisfläche reflektiert einen großen Teil der Sonnenstrahlung.
Im Inneren liegen die durchschnittlichen Temperaturen deshalb deutlich niedriger als an den Küsten. Der Ozean mildert dort die Kälte etwas.
Südpolare Lage, große Höhe und eine stark reflektierende Eisdecke führen gemeinsam zum extremen Kälteklima.
Nicht jedes antarktische Eis ist gleich:
- Inlandeis liegt auf dem Kontinent und erreicht stellenweise eine Dicke von mehr als vier Kilometern.
- Schelfeis schwimmt auf dem Meer, ist aber noch mit einem Gletscher an Land verbunden.
- Meereis entsteht, wenn Meerwasser an der Oberfläche gefriert.
Im Winter bildet sich um den Kontinent ein breiter Meereisgürtel. Die eisbedeckte Fläche wächst dadurch stark und kann sich ungefähr verdoppeln. Im Sommer taut ein großer Teil des Meereises wieder. Die Eisgrenze wandert also im Jahreslauf.
Im antarktischen Eis sind rund 70 Prozent des Süßwassers der Erde gebunden. Ein vollständiges Abschmelzen der Eiskappe würde den globalen Meeresspiegel laut Ausgangsmaterial um bis zu 60 Meter erhöhen. Das ist eine hypothetische Folge des vollständigen Abschmelzens, keine Vorhersage für einen bestimmten Zeitraum.
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Antarktika ist ein . Rund seiner Fläche sind eisbedeckt. Im Winter wächst besonders das um den Kontinent. Im Sommer wandert die Eisgrenze wieder zurück.
Wie verbindet das Südpolarmeer Klima und Leben?
Der Antarktische Zirkumpolarstrom umfließt den Kontinent vollständig. Zwischen ungefähr 40° und 60° südlicher Breite trifft kaltes antarktisches Wasser auf wärmere Wassermassen aus dem Norden.
Diese Wassergrenze wirkt in mehrfacher Hinsicht:
- Sie trennt kaltes antarktisches von wärmerem Wasser.
- Sie trägt zur thermischen Isolation des Kontinents bei.
- Sie bildet eine Grenze für viele marine Lebensgemeinschaften.
Das kalte, mineralreiche Wasser ermöglicht eine hohe biologische Produktion. Eine Schlüsselrolle übernimmt der Antarktische Krill: kleine Krebse, die sich vor allem von Phytoplankton ernähren.
Nahrungsnetz
Ein Nahrungsnetz zeigt, wer in einem Ökosystem wovon lebt. Es besteht aus mehreren miteinander verbundenen Nahrungsketten.
Ein vereinfachter Ausschnitt lautet:
Phytoplankton → Krill → Fische, Pinguine, Robben und Wale
Krill verbindet damit winzige pflanzliche Organismen mit vielen größeren Tieren. Nimmt seine verfügbare Menge ab, kann das mehrere Tiergruppen zugleich betreffen.
Auf den eisfreien Landflächen ist die Artenvielfalt wesentlich geringer. Dort kommen vor allem Flechten, Moose, Algen und Pilze vor. Antarktische Perlwurz und Antarktische Schmiele sind die beiden genannten einheimischen Blütenpflanzen.
Warum wird in der Antarktis geforscht?
Die Antarktis ist abgelegen, extrem und nur mit großem logistischem Aufwand erreichbar. Gerade diese Bedingungen machen sie für die Forschung wichtig.
Eisbohrkerne enthalten aufeinanderfolgende Eisschichten und eingeschlossene Bestandteile früherer Atmosphären. Ihre Untersuchung ermöglicht Rückschlüsse auf Klima- und Luftveränderungen über sehr lange Zeiträume. Die im Ausgangsmaterial genannten antarktischen Archive reichen bis etwa 900.000 Jahre zurück.
Forschungsstationen ermöglichen außerdem langfristige Beobachtungen von Wetter, Gletschern, Meeresströmungen, Tieren und Pflanzen. Im Sommer arbeiten mehrere Tausend Menschen in der Antarktis, im Winter deutlich weniger.
Eine einzelne Temperaturmessung beschreibt nur einen Zeitpunkt. Werden an einer Station über viele Jahre vergleichbare Messungen durchgeführt, lassen sich Veränderungen und ungewöhnliche Schwankungen erkennen. Langzeitmessungen sind deshalb besonders wertvoll.
Forschung kann den empfindlichen Naturraum zugleich belasten. Stationen, Flugzeuge, Schiffe und Fahrzeuge benötigen Energie und Versorgung. Abfälle, Abwasser, Ölunfälle und Störungen von Tieren sind mögliche Folgen.
Wie werden Nutzung und Schutz geregelt?
Die Antarktis ist kein Staat. Internationale Regeln ordnen deshalb die Zusammenarbeit im Gebiet südlich von 60° südlicher Breite.
Der Antarktisvertrag wurde 1959 von zwölf Staaten unterzeichnet und trat 1961 in Kraft. Zu seinen zentralen Grundsätzen gehören:
- friedliche Nutzung,
- internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit,
- Austausch wissenschaftlicher Informationen,
- Verbot militärischer Aktivitäten,
- Zurückstellung bestehender Gebietsansprüche.
Weitere Vereinbarungen ergänzen den Schutz von Umwelt und Lebewesen. Der Grundkonflikt bleibt jedoch bestehen: Forschung und Tourismus ermöglichen Erkenntnisse und Naturerfahrungen, benötigen aber Verkehr und Infrastruktur in einem empfindlichen Ökosystem.
Tourismus begründet beurteilen
Eine tragfähige Beurteilung berücksichtigt mehrere Kriterien.
| Kriterium | Leitfrage |
|---|---|
| Schutz | Werden Tiere, Pflanzen und eisfreie Flächen möglichst wenig gestört? |
| Nutzen | Welchen nachvollziehbaren Zweck hat die Aktivität? |
| Belastung | Welche Folgen haben Anreise, Energieverbrauch, Abfälle und Unfallrisiken? |
| Regeln | Sind Besucherlenkung, Begrenzungen und Kontrollen vorgesehen? |
Urteil: Antarktistourismus ist nicht allein deshalb vertretbar, weil er Naturbeobachtung ermöglicht. Er ist nur dann begründbar, wenn Besucherzahlen und Aufenthaltsorte gelenkt, empfindliche Brut- und Ruheplätze geschützt sowie Abfälle und Unfallrisiken möglichst gering gehalten werden.
Das Urteil nennt zuerst den möglichen Nutzen, prüft dann konkrete Risiken und formuliert Bedingungen. Es ist daher mehr als eine unbegründete Meinung.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Antarktis
- Antarktika: Kontinent unter mächtigem Inlandeis
- Klima: südpolare Lage, große Höhe und reflektierendes Eis
- Jahreslauf: wachsendes Meereis im Winter, Rückgang im Sommer
- Südpolarmeer: Zirkumpolarstrom als thermische und biologische Grenze
- Ökosystem: Phytoplankton, Krill und größere Meerestiere
- Forschung: Stationen, Langzeitmessungen und Eisbohrkerne
- Schutz: internationale Regeln und Abwägung menschlicher Nutzung
Abschluss-Check
Wenn du die drei Abschlussfragen erklären kannst, hast du den zentralen Zusammenhang erfasst: Die Antarktis ist zugleich Naturraum, global bedeutsames Klimaarchiv, Lebensraum und international geregelter Schutz- und Forschungsraum.
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