Erdkunde

Erdrotation: Tag, Nacht und Geschwindigkeit

Erdrotation: Tag, Nacht und Geschwindigkeit
Erdrotation: Tag, Nacht und Geschwindigkeit
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Die Erdrotation ist die Drehung der Erde um ihre eigene Achse. Sie verläuft von Westen nach Osten und sorgt zusammen mit der Beleuchtung durch die Sonne dafür, dass an einem Ort regelmäßig Tag und Nacht wechseln. Eine solche Drehung dauert im Alltag ungefähr 24 Stunden.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wie dreht sich die Erde?

Die Erde dreht sich um eine gedachte Linie durch Nord- und Südpol. Diese Linie heißt Erdachse. Du kannst sie dir wie einen Stab durch einen Globus vorstellen.

Definition

Erdrotation

Erdrotation bezeichnet die Drehung der Erde um ihre eigene Achse. Die Erde dreht sich von Westen nach Osten. Vom Nordpol aus betrachtet geschieht das gegen den Uhrzeigersinn.

Weil sich die Erde nach Osten dreht, scheinen Sonne, Mond und Sterne am Himmel in die entgegengesetzte Richtung zu wandern: Sie gehen scheinbar im Osten auf und im Westen unter.

Du spürst die schnelle Drehung normalerweise nicht. Du, der Boden, die Gebäude und die Atmosphäre bewegen sich gemeinsam mit der Erde. Außerdem verläuft die Rotation weitgehend gleichmäßig. Deutlich wahrnehmen würdest du vor allem eine plötzliche Änderung der Bewegung, ähnlich wie beim Anfahren oder Bremsen eines Zuges.

Merke

Die tägliche Bewegung der Sonne über den Himmel ist eine scheinbare Bewegung. Vor allem die Rotation der Erde lässt sie entstehen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtIn welche Richtung dreht sich die Erde?
Lösung: von Westen nach Osten — Die Erde rotiert ständig von Westen nach Osten.
Frage 2 von 2MittelWarum spürst du die Erdrotation nicht unmittelbar?
Lösung: Weil du dich mit der Erdoberfläche weitgehend gleichmäßig mitbewegst. — Eine weitgehend gleichmäßige gemeinsame Bewegung fällt kaum auf. Spürbar sind besonders Änderungen wie Beschleunigen oder Bremsen.
Wie entstehen Tag und Nacht?

Die Sonne beleuchtet immer ungefähr eine Hälfte der Erde. Dort ist Tag. Die andere Hälfte liegt im Schatten; dort ist Nacht. Durch die Erdrotation gelangt ein Ort abwechselnd auf die beleuchtete und auf die unbeleuchtete Seite.

Beispiel

Stell dir einen Ort auf der Erde vor:

  1. Der Ort dreht sich zur Sonne hin und gelangt in den beleuchteten Bereich: Die Sonne geht auf.
  2. Er befindet sich auf der sonnenzugewandten Seite: Es ist Tag.
  3. Durch die weitere Rotation dreht er sich von der Sonne weg: Die Sonne geht unter.
  4. Der Ort liegt auf der unbeleuchteten Seite: Es ist Nacht.

Die Erde dreht sich weiter, und der Ablauf beginnt erneut.

Probiere es mit einem Modell aus

Du brauchst eine Taschenlampe und einen Ball. Die Taschenlampe stellt die Sonne dar, der Ball die Erde.

  1. Stelle die eingeschaltete Taschenlampe mindestens 30 Zentimeter vom Ball entfernt auf.
  2. Markiere auf dem Ball einen Ort, zum Beispiel mit einem kleinen ablösbaren Klebezettel.
  3. Drehe den Ball langsam von Westen nach Osten.
  4. Beobachte, wann der markierte Ort beleuchtet ist und wann er im Schatten liegt.

Auswertung: Der Lichtkegel beleuchtet eine Ballhälfte. Durch das Drehen wandert die Markierung abwechselnd durch Licht und Schatten. Das Modell erklärt den Wechsel von Tag und Nacht.

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Frage 1 von 1MittelAn einem Ort beginnt die Nacht. Welche Erklärung passt zum Modell?
Lösung: Der Ort dreht sich von der beleuchteten in die unbeleuchtete Erdhälfte. — Nacht entsteht an einem Ort, wenn ihn die Erdrotation auf die sonnenabgewandte Seite führt.
Wie lange dauert eine Drehung?

Im Alltag verwenden wir den Sonnentag. Er dauert ungefähr 24 Stunden und wird beispielsweise von einem Sonnenhöchststand bis zum nächsten gemessen.

Relativ zu weit entfernten Sternen benötigt die Erde für eine vollständige Drehung nur ungefähr 23 Stunden und 56 Minuten. Diese Zeit heißt Sterntag.

Der Unterschied entsteht, weil die Erde nicht nur rotiert, sondern gleichzeitig die Sonne umläuft. Nach einer vollständigen Drehung gegenüber den Sternen muss sie sich noch ein kleines Stück weiterdrehen, bis die Sonne wieder dieselbe scheinbare Stellung am Himmel erreicht.

Merke

24 Stunden sind eine passende Näherung für den Alltag und für einfache Rechnungen. Der Sterntag von ungefähr 23 Stunden und 56 Minuten beschreibt die Drehung relativ zu den Sternen.

Erdrotation und Erdrevolution darfst du nicht verwechseln:

BewegungBedeutungUngefähre DauerUnmittelbarer Zusammenhang
ErdrotationDrehung um die eigene Achse24 StundenTag und Nacht
ErdrevolutionUmlauf um die Sonne365,25 Tagezusammen mit der Neigung der Erdachse wichtig für die Jahreszeiten
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Frage 1 von 2LeichtWelche Zeitspanne bezeichnet den Sonnentag?
Lösung: ungefähr 24 Stunden — Der Sonnentag beschreibt den täglichen Rhythmus der Sonne am Himmel und dauert ungefähr 24 Stunden.
Frage 2 von 2MittelWarum ist der Sonnentag etwas länger als der Sterntag?
Lösung: Weil die Erde während ihrer Rotation zugleich die Sonne umläuft und sich noch etwas weiterdrehen muss. — Nach der Drehung relativ zu den Sternen ist wegen des Erdumlaufs noch eine kleine zusätzliche Drehung bis zur gleichen Sonnenstellung nötig.
Wie schnell bewegt sich ein Ort auf der Erde?

Alle Orte vollenden ungefähr in derselben Zeit eine Umdrehung. Sie legen dabei aber unterschiedlich lange Wege zurück.

Am Äquator ist der Umlaufkreis am größten. Sein Umfang beträgt ungefähr 40.075 Kilometer. Mit dem Zusammenhang Geschwindigkeit = Strecke geteilt durch Zeit ergibt sich:

$$v = \frac{s}{t}$$

Beispiel

Für einen Punkt am Äquator verwenden wir einen Weg von 40.075 Kilometern und eine Zeit von 24 Stunden:

$$v = \frac{40.075\ \mathrm{km}}{24\ \mathrm{h}} \approx 1.670\ \mathrm{km/h}$$

Der Punkt bewegt sich also mit ungefähr 1.670 Kilometern pro Stunde um die Erdachse. Das Ergebnis ist eine Näherung, weil hier mit dem 24-stündigen Sonnentag gerechnet wird.

Mit zunehmender geografischer Breite werden die Umlaufkreise kleiner. Ein Ort in Mitteleuropa legt deshalb pro Drehung eine kürzere Strecke zurück als ein Ort am Äquator. An den Polen ist die lineare Geschwindigkeit nahezu null: Ein Polpunkt dreht sich auf der Stelle um die Erdachse.

Merke

Die Winkelbewegung ist überall gleich: ungefähr eine Umdrehung pro Tag. Die lineare Geschwindigkeit hängt dagegen von der Länge des Umlaufkreises ab und ist am Äquator am größten.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Für die Geschwindigkeit teilst du . Ist ein vereinfachter Umlaufkreis 24.000 Kilometer lang und die Umlaufzeit 24 Stunden, beträgt die Geschwindigkeit . Bei einem 12.000 Kilometer langen Umlaufkreis und derselben Umlaufzeit sind es . Weil die Umlaufkreise zu den Polen hin kleiner werden, nimmt die lineare Geschwindigkeit dort .

Lösungen: Lücke 1: die Strecke durch die Zeit; Lücke 2: 1.000 Kilometer pro Stunde; Lücke 3: 500 Kilometer pro Stunde; Lücke 4: ab. Es gilt: Geschwindigkeit = Strecke geteilt durch Zeit. Daher sind 24.000 Kilometer geteilt durch 24 Stunden gleich 1.000 Kilometer pro Stunde und 12.000 Kilometer geteilt durch 24 Stunden gleich 500 Kilometer pro Stunde.
Welche Folgen hat die Erdrotation?

Neben Tag und Nacht hat die Erdrotation weitere Wirkungen.

Bewegte Luft und bewegtes Wasser werden abgelenkt

In einem Bezugssystem, das sich mit der Erde dreht, erscheinen bewegte Luft- und Wassermassen seitlich abgelenkt. Diese scheinbare Ablenkung heißt Corioliseffekt.

  • Auf der Nordhalbkugel erfolgt die Ablenkung nach rechts zur Bewegungsrichtung.
  • Auf der Südhalbkugel erfolgt sie nach links zur Bewegungsrichtung.

Der Corioliseffekt beeinflusst großräumige Winde, Meeresströmungen und die Drehrichtung vieler Tiefdruckgebiete. Er setzt die Luft oder das Wasser nicht selbst in Bewegung, sondern verändert die Richtung einer bereits vorhandenen Bewegung.

Die Erde ist keine perfekte Kugel

Die Rotation bewirkt eine nach außen gerichtete Wirkung, die am Äquator am stärksten ist. Dadurch besitzt die Erde einen leichten Äquatorwulst und ist an den Polen etwas abgeplattet.

Am Äquator wirkt die Drehbewegung der Erdanziehung außerdem geringfügig entgegen. Deshalb ist das gemessene Gewicht eines Körpers dort etwas kleiner als an den Polen. Der Unterschied ist messbar, im Alltag aber kaum spürbar.

Die Rotation verändert sich langsam

Die Rotationsdauer ist nicht vollkommen unveränderlich. Besonders die Gezeitenreibung durch die Anziehung zwischen Erde und Mond verlangsamt die Rotation langfristig geringfügig. Auch Änderungen der Masseverteilung auf der Erde können kleine Schwankungen verursachen. Für grundlegende Erklärungen bleibt die Angabe von ungefähr 24 Stunden dennoch sinnvoll.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage beschreibt den Corioliseffekt richtig?
Lösung: Bewegte Luft und bewegtes Wasser erscheinen relativ zur rotierenden Erde seitlich abgelenkt. — Auf der Nordhalbkugel erfolgt die Ablenkung nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links zur Bewegungsrichtung.
Frage 2 von 2MittelWelche Beobachtung hängt mit der nach außen gerichteten Rotationswirkung zusammen?
Lösung: Die Erde besitzt einen leichten Äquatorwulst. — Die Rotation trägt dazu bei, dass die Erde am Äquator etwas breiter und an den Polen leicht abgeplattet ist.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Erdrotation
    • Drehung von Westen nach Osten
    • Tag und Nacht durch wechselnde Beleuchtung
    • Sonnentag von ungefähr 24 Stunden
    • größte lineare Geschwindigkeit am Äquator
    • Coriolisablenkung von Luft und Wasser
    • Äquatorwulst und leichte Polabplattung
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Bewegung ist unmittelbar für den täglichen Wechsel von Licht und Dunkelheit an einem Ort verantwortlich?
Lösung: die Erdrotation — Durch die Erdrotation gelangt ein Ort abwechselnd auf die beleuchtete und die unbeleuchtete Erdhälfte.
Frage 2 von 3MittelZwei Orte vollenden gleichzeitig eine Erdumdrehung. Ort A liegt am Äquator, Ort B nahe am Nordpol. Welcher Ort hat die größere lineare Geschwindigkeit?
Lösung: Ort A, weil sein Umlaufkreis länger ist. — Beide Orte benötigen ungefähr gleich lange, doch Ort A legt in dieser Zeit den längeren Weg zurück. Deshalb ist seine lineare Geschwindigkeit größer.
Frage 3 von 3SchwerEin großräumiger Luftstrom bewegt sich auf der Nordhalbkugel. Welche Vorhersage berücksichtigt die Erdrotation richtig?
Lösung: Der Luftstrom erscheint nach rechts zu seiner Bewegungsrichtung abgelenkt. — Relativ zur rotierenden Erde wirkt auf der Nordhalbkugel eine scheinbare Ablenkung nach rechts. Andere Kräfte bestimmen zusätzlich, wie sich die Luft tatsächlich bewegt.

Wenn du die Erdrotation erklären kannst, verbindest du drei Gedanken: Die Erde dreht sich von Westen nach Osten, ihre Beleuchtung erzeugt zusammen mit dieser Drehung Tag und Nacht, und gleich lange Drehzeiten bedeuten wegen unterschiedlich großer Umlaufkreise nicht überall dieselbe lineare Geschwindigkeit.

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