Erosion und Akkumulation einfach erklärt
Erosion trägt Gestein oder Boden ab und transportiert das Material. Akkumulation lagert das zuvor bewegte Material an einem anderen Ort ab. Beide Vorgänge gehören zu einer Prozessfolge, die Landschaften ständig verändert.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Vom festen Gestein zur Ablagerung
Bevor Material transportiert werden kann, muss es häufig gelockert oder zerkleinert werden. Dabei helfen drei Begriffe, die du nicht verwechseln solltest.
Verwitterung
Verwitterung verändert oder zerkleinert Gestein an seinem ursprünglichen Ort. Das Material wird dabei noch nicht wegtransportiert. Temperaturwechsel können beispielsweise Risse in Granit entstehen lassen; chemische Reaktionen können Kalkstein lösen.
Erosion
Erosion bedeutet Abtragung und Transport. Wasser, Wind, Eis oder Schwerkraft lösen beziehungsweise bewegen Gestein, Boden und andere Teilchen von ihrem bisherigen Ort weg.
Akkumulation
Geomorphologische Akkumulation ist die Ablagerung von Material, das zuvor an einem anderen Ort abgetragen und transportiert wurde. Ein anderes Fachgebiet kann mit Akkumulation auch die Anreicherung von Stoffen in Organismen oder Ökosystemen meinen. Auf dieser Seite geht es um die Ablagerung von Sedimenten.
Die grundlegende Prozessfolge lautet:
Verwitterung am Ort → Erosion und Transport → Akkumulation an einem anderen Ort
Durch Temperaturwechsel entstehen Risse in einem Gestein. Das ist zunächst Verwitterung, weil das Gestein am Ort verändert wird. Regenwasser spült gelöste Teilchen hangabwärts: Nun findet Erosion statt. Werden die Teilchen später abgelagert, handelt es sich um Akkumulation.
Verwitterung bereitet Material vor. Erosion bewegt es. Akkumulation lagert es ab.
Welche Kräfte Material bewegen
Verschiedene Kräfte können Material abtragen und transportieren. Ihre Spuren sehen unterschiedlich aus.
- Wassererosion: Regen, Oberflächenabfluss, Bäche und Flüsse spülen oder tragen Material fort.
- Winderosion: Wind hebt vor allem lockere, feine Teilchen an und verfrachtet sie.
- Gletschererosion: Bewegtes Eis schiebt Material und schleift mitgeführtes Geröll über den Untergrund.
- Küstenerosion: Wellen greifen Küsten an, unterhöhlen Klippen und spülen Sand fort.
- Schwerkraft: Gesteinsschutt kann einen Hang hinabrollen oder -rutschen.
Zwei Mechanismen erklären genauer, wie Material gelöst wird: Bei der Abrasion reiben oder schlagen mitgeführte Gesteinsstücke gegeneinander und gegen den Untergrund. Bei der Deflation hebt Wind lose Teilchen an und entfernt sie.
Bei einem Sandsturm trägt Wind Sand über eine Wüstenfläche. Das ist Winderosion. Der mitgeführte Sand schleift an einem festen Felsen: Dort wirkt zusätzlich Abrasion. Wird der Sand später abgelagert, beginnt die Akkumulation.
Wann Bodenerosion stärker wird
Wie stark ein Boden erodiert, hängt nicht nur von einer einzelnen Kraft ab. Mehrere Bedingungen wirken zusammen.
Erosion wird begünstigt durch:
- intensive Niederschläge und starken Oberflächenabfluss,
- kräftigen Wind,
- steile oder lange Hänge,
- lockeren Boden,
- eine lückenhafte oder fehlende Pflanzendecke,
- Landnutzungen wie Abholzung oder Überweidung.
Pflanzen können den Boden schützen. Ihre Wurzeln halten Erdreich fest. Die Pflanzendecke schwächt außerdem die Wirkung von Regen und Wind und verzögert den Wasserabfluss.
Auf einem bewachsenen Hang halten Wurzeln viele Bodenteilchen fest. Wird die Pflanzendecke durch Abholzung entfernt, fehlt dieser Halt. Regen kann den ungeschützten Boden leichter abtragen. Die Bodenerosion nimmt zu.
Bodenerosion betrifft die Bodendecke auf größeren Flächen. Geht eine für die Landwirtschaft wichtige Bodenschicht verloren, kann die Fläche schlechter oder im schlimmsten Fall nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden.
Wie Erosion Landschaftsformen erzeugt
Landschaftsformen sind Spuren von Prozessen. Frage deshalb nicht nur: „Wie heißt die Form?“, sondern auch: „Welche Kraft hat welches Material bewegt?“
Ein Bach oder Fluss trägt Material aus seinem Bett ab. Seitlich kann Gestein nachrutschen. Durch fortgesetzte Abtragung vertieft sich das Flussbett, und ein Tal entsteht. Die Form weist somit auf länger wirkende Flusserosion hin.
Ein talabwärts fließender Gletscher verbreitert ein Tal. Das Eis führt Geröll mit, das den Untergrund abschleift. Nach dem Abschmelzen kann ein breites, U-förmiges Trogtal zurückbleiben.
Weitere erkennbare Wirkungen sind:
- Wellen unterhöhlen Klippen, bis Teile einbrechen.
- Flüsse können über lange Zeit Schluchten formen.
- Wind trägt Sand ab, transportiert ihn und verlagert dadurch Dünen.
- Erosions- und Ablagerungsvorgänge hinterlassen Sedimentschichten.
Eine gute geographische Erklärung verbindet Form, bewegtes Material, wirkende Kraft und Prozessfolge.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Ein Gletscher bewegt sich talabwärts. Das Eis wirkt als . Mitgeführtes Geröll kann den Untergrund durch abschleifen. Bleibt bewegtes Material später an einem anderen Ort liegen, heißt dieser Vorgang .
Einen neuen Fall selbst erklären
Nutze für unbekannte Beispiele vier Leitfragen:
- Welches Material wird verändert oder bewegt?
- Welche Kraft wirkt: Wasser, Wind, Eis oder Schwerkraft?
- Wird das Material nur am Ort verändert, transportiert oder abgelagert?
- Welche Landschaftsform oder Folge entsteht daraus?
Beobachtung: Nach starkem Regen fehlen auf einem kahlen Acker Teile der Bodendecke. Weiter unten liegt angeschwemmtes Bodenmaterial.
Erklärung: Regen und Oberflächenabfluss tragen Boden vom ungeschützten Acker ab. Das ist Wassererosion. Der fehlende Pflanzenbewuchs begünstigt den Vorgang. Das weiter unten abgelagerte Material zeigt Akkumulation. Abtragung und Ablagerung sind hier zwei Teile derselben Prozessfolge.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Erosion und Akkumulation
- Prozessfolge
- Verwitterung am Ort
- Abtragung und Transport
- Ablagerung an anderem Ort
- Bewegende Kräfte
- Wasser und Wellen
- Wind
- Eis
- Schwerkraft
- Einflussfaktoren
- Niederschlag und Abfluss
- Hang und Boden
- Vegetation und Landnutzung
- Landschaftsspuren
- Täler und Schluchten
- Trogtäler
- Klippen und Dünen
- Sedimentablagerungen
- Prozessfolge
Abschluss-Check
Du kannst einen Fall sicher erklären, wenn du nicht nur die Landschaftsform benennst, sondern die vollständige Verbindung aus Material, Kraft, Abtragung, Transport und möglicher Ablagerung darstellst.
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