Freihandelszone: Merkmale und Unterschiede
Eine Freihandelszone verbindet mehrere Staaten, die untereinander Zölle und weitere vereinbarte Handelshemmnisse abbauen. Gegenüber Nichtmitgliedern darf jedoch jeder Mitgliedstaat eigene Einfuhrregeln und Zölle behalten.
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Woran erkennst du eine Freihandelszone?
Stell dir vor, mehrere Staaten möchten den Warenhandel untereinander erleichtern. Sie schließen ein Abkommen und bilden damit eine Freihandelszone.
Freihandelszone
Eine Freihandelszone ist eine Form wirtschaftlicher Integration: Zwischen den Mitgliedstaaten entfallen Einfuhrzölle und weitere vereinbarte Handelshemmnisse. Gegenüber Staaten außerhalb der Zone behalten die Mitglieder grundsätzlich ihre eigenen Außenzölle.
Die wichtigsten Merkmale sind:
- Die beteiligten Staaten handeln auf Grundlage gegenseitiger Vereinbarungen.
- Waren mit Ursprung in einem Mitgliedstaat können innerhalb der Zone zollfrei gehandelt werden.
- Jedes Mitglied darf gegenüber Nichtmitgliedern eigene Außenzölle und Einfuhrbeschränkungen anwenden.
- Ein gemeinsamer Außenzoll ist nicht erforderlich.
Die erfundenen Staaten Alva und Beron bilden eine Freihandelszone. Eine in Alva hergestellte Maschine kann ohne Einfuhrzoll nach Beron verkauft werden. Für Waren aus dem Nichtmitgliedstaat Corda dürfen Alva und Beron dagegen unterschiedliche Zölle verlangen.
Der Begriff kann auch ein zollbegünstigtes Gebiet innerhalb eines einzelnen Staates bezeichnen. Solche Gebiete sollen Unternehmen und Investitionen anziehen. Im Mittelpunkt dieser Seite steht die Freihandelszone als Zusammenschluss mehrerer Staaten.
Wie unterscheidet sie sich von einer Zollunion?
Freihandelszone und Zollunion erleichtern beide den Handel zwischen ihren Mitgliedern. Der entscheidende Unterschied betrifft den Handel mit Drittländern, also mit Staaten außerhalb des Zusammenschlusses.
| Merkmal | Freihandelszone | Zollunion |
|---|---|---|
| Zölle zwischen Mitgliedern | entfallen | entfallen |
| Außenzoll gegenüber Drittländern | jedes Mitglied regelt ihn selbst | gemeinsamer Außenzoll |
| Prüfung des Warenursprungs | besonders wichtig | im gemeinsamen Zollgebiet weniger entscheidend |
Innen zollfrei, außen selbstständig: Das kennzeichnet die Freihandelszone. Innen zollfrei, außen gemeinsam: Das kennzeichnet die Zollunion.
Alva verlangt auf eine bestimmte Ware aus Corda 5 Prozent Zoll, Beron dagegen 10 Prozent. Das ist in ihrer Freihandelszone möglich. In einer Zollunion müssten beide für diese Ware denselben gemeinsamen Außenzoll anwenden.
Die Europäische Union geht über eine reine Freihandelszone hinaus. Sie entwickelte auch eine Zollunion, einen Binnenmarkt sowie eine Wirtschafts- und Währungsunion. Die Europäische Freihandelsassoziation EFTA ist dagegen ein Beispiel für eine weniger weitreichende wirtschaftliche Integration.
Warum ist der Warenursprung wichtig?
Ohne gemeinsame Außenzölle könnte eine Ware aus einem Drittland zunächst über das Mitglied mit dem niedrigsten Zoll eingeführt und anschließend in der Zone weiterverkauft werden. Deshalb muss festgestellt werden, wo eine Ware ihren wirtschaftlichen Ursprung hat.
Warenursprung
Der Warenursprung gibt an, welchem Staat eine Ware nach den vereinbarten Ursprungsregeln zugerechnet wird. Er ist nicht automatisch mit dem letzten Versandort identisch.
Kaffeebohnen werden in Corda erzeugt und nach Alva geliefert. Dass ein Händler sie anschließend von Alva nach Beron transportiert, macht sie nicht automatisch zu einer Ware mit Ursprung in Alva. Beron darf deshalb seine Einfuhrregel für Waren aus Corda anwenden. Welche Bearbeitung einen neuen Ursprung begründet, bestimmen die Regeln des jeweiligen Abkommens.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Innerhalb einer Freihandelszone werden Waren mit Ursprung in einem von vereinbarten Zöllen befreit. Gegenüber einem können die Staaten unterschiedliche Außenzölle anwenden. Der letzte beweist nicht automatisch den Ursprung einer Ware.
Welche Ziele und Grenzen hat Freihandel?
Freihandelszonen sollen den Warenverkehr erleichtern. Der Abbau von Zöllen kann Handel und Wettbewerb fördern. Zollbegünstigte Gebiete innerhalb eines Staates sollen außerdem Unternehmen und Investoren anziehen.
Diese Wirkungen sind Ziele, keine Erfolgsgarantie. Das Ausgangsmaterial liefert keine quantitative Aussage darüber, wie stark Wohlstand, Investitionen oder Wettbewerb tatsächlich steigen.
Freier Handel ist außerdem nicht automatisch fairer Handel. Auch ohne Zölle können Marktteilnehmende sehr unterschiedliche wirtschaftliche Möglichkeiten besitzen. Stärkere Unternehmen oder Staaten können bessere Ausgangsbedingungen haben als schwächere.
Freier Handel beschreibt den Abbau von Handelshemmnissen. Fairer Handel fragt zusätzlich, wie Chancen, Belastungen und Gewinne verteilt sind.
Wie beurteilst du einen Fall?
Bei einer Beurteilung reicht es nicht, nur das Wort „zollfrei“ zu finden. Gehe in vier Schritten vor:
- Mitglieder bestimmen: Welche Staaten gehören zum Abkommen?
- Innenhandel prüfen: Welche Zölle oder anderen Handelshemmnisse entfallen zwischen ihnen?
- Außenhandel prüfen: Gibt es eigene oder gemeinsame Außenzölle?
- Folgen abwägen: Wer kann profitieren, und welche Ungleichheiten können bestehen bleiben?
Dora und Elin schaffen gegenseitig ihre Einfuhrzölle ab. Beide behalten eigene Zölle gegenüber Faron. Unternehmen erwarten dadurch einen leichteren Handel zwischen Dora und Elin. Kleine Betriebe in Dora befürchten jedoch stärkeren Wettbewerb.
Einordnung: Es handelt sich um eine Freihandelszone, weil der Innenhandel zollfrei wird und die Außenzölle getrennt bleiben.
Beurteilung: Das Abkommen kann den Handel erleichtern. Daraus folgt aber nicht, dass alle Betriebe gleich stark profitieren. Eine begründete Bewertung nennt deshalb sowohl die beabsichtigte Handelserleichterung als auch mögliche ungleiche Folgen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Freihandelszone
- Innenhandel: Zölle zwischen Mitgliedern entfallen
- Außenhandel: Mitglieder behalten eigene Außenzölle
- Warenursprung: entscheidet über Zollbegünstigung
- Ziel: Handel und Wettbewerb erleichtern
- Abgrenzung: Zollunion besitzt gemeinsamen Außenzoll
- Grenze: freier Handel ist nicht automatisch fair
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