Terms of Trade einfach erklärt und berechnet
Die Terms of Trade (ToT) zeigen, wie viele Importgüter ein Land mit seinen Exporten erwerben kann. Üblicherweise vergleicht man dafür den Preisindex der Exporte mit dem Preisindex der Importe. Steigen die Exportpreise stärker als die Importpreise, verbessern sich die ToT; im umgekehrten Fall verschlechtern sie sich.
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Woran erkennst du Terms of Trade?
Stell dir vor, ein Land exportiert Butter und importiert Metallwaren. Entscheidend ist die Frage: Wie viel Importware erhält es für eine Einheit seiner Exportware? Genau dieses reale Austauschverhältnis beschreiben die Terms of Trade.
Terms of Trade
Die Terms of Trade sind das Verhältnis zwischen den Preisen der Exportgüter und den Preisen der Importgüter eines Landes oder einer Ländergruppe. Sie zeigen die Kaufkraft der Exporte gegenüber den Importen.
Land X erhält für den Export von 1 t Butter genau 15 t Metallwaren. Aus Sicht von Land X lautet das Austauschverhältnis deshalb: 15 t Metallwaren je 1 t Butter.
Umgekehrt entsprechen 1 t Metallwaren genau $\frac{1}{15}$ t Butter. Das sind gerundet 0,067 t Butter. Die Blickrichtung ist wichtig: Ein Handel hat für beide Partner Kehrwerte, weil bei ihnen Export- und Importgut vertauscht sind.
Terms of Trade beantworten die Frage: Wie viel Import kann ein Land mit seinen Exporten erwerben?
Wie berechnest und deutest du den Index?
Für eine Zeitreihe werden Export- und Importpreise auf ein Basisjahr bezogen. Im Basisjahr erhalten beide Preisindizes gewöhnlich den Wert 100.
$$\text{ToT}=\frac{\text{Exportpreisindex}}{\text{Importpreisindex}}\cdot 100$$
Der Exportpreisindex liegt bei 120, der Importpreisindex bei 100.
$$\text{ToT}=\frac{120}{100}\cdot 100=120$$
Der Wert 120 bedeutet: Gegenüber dem Basisjahr ist die preisliche Kaufkraft der Exporte gestiegen. Für den Erlös einer gleich großen Exportmenge kann das Land mehr Importe erwerben, sofern die übrigen Bedingungen gleich bleiben.
So deutest du den Wert im Vergleich zum Basisjahr:
- ToT über 100: Das Austauschverhältnis hat sich verbessert.
- ToT gleich 100: Das Austauschverhältnis ist gegenüber dem Basisjahr unverändert.
- ToT unter 100: Das Austauschverhältnis hat sich verschlechtert.
Wichtig: Ein hoher Index beweist nicht automatisch, dass die gesamte Bevölkerung wohlhabender ist. Die Kennzahl betrachtet Preisverhältnisse. Export- und Importmengen, Kosten, Verteilung und weitere wirtschaftliche Bedingungen müssen zusätzlich untersucht werden.
Einen Rechenfehler erkennen
Eine Werkzeugmaschine bringt 100.000 €. Importierte Bananen kosten bei einem Wechselkurs von 1 US-Dollar = 1,10 € genau 44 € je 100 kg.
$$\frac{100.000\,€}{44\,€/100\,\text{kg}}=2.272{,}7\cdot 100\,\text{kg}\approx 227.273\,\text{kg}=227{,}3\,\text{t}$$
Das Ergebnis lautet rund 227,3 t, nicht 2,3 t. Eine Plausibilitätsprüfung hilft: 100.000 € reichen bei 44 € je 100 kg für weit mehr als einige wenige Tonnen.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Bei der üblichen Berechnung steht der im Zähler und der im Nenner. Ein Wert von 120 liegt dem Basiswert 100 und zeigt deshalb eine gegenüber dem Basisjahr.
Warum verändern sich die Handelsbedingungen?
Die Terms of Trade verbessern sich, wenn die Exportpreise stärker steigen als die Importpreise oder wenn die Importpreise bei gleichbleibenden Exportpreisen sinken. Sie verschlechtern sich bei der Gegenentwicklung.
Wichtige Einflüsse sind:
- Preise der Export- und Importgüter,
- Wechselkurse,
- Angebot und Nachfrage auf den Weltmärkten.
Ein Land kann durch weniger Importnachfrage oder ein kleineres Exportangebot nur dann spürbar auf Weltmarktpreise einwirken, wenn sein Anteil am betreffenden Weltmarkt groß genug ist. Ein kleines Land kann Weltmarktpreise meist nicht allein verändern.
Die Preise exportierter Maschinen steigen, während die Preise importierter Bananen gleich bleiben. Für eine Maschine erhält das Exportland nun einen höheren Erlös und kann damit mehr Bananen kaufen. Seine Terms of Trade verbessern sich.
Was bedeutet das für rohstoffexportierende Länder?
Primärgüter sind hier vor allem Rohstoffe. Industriegüter sind verarbeitete Fertigerzeugnisse. Exportiert ein Land überwiegend Rohstoffe und importiert es teure Industriegüter, ist es besonders verletzlich, wenn Rohstoffpreise sinken und die Preise der Industriegüter steigen.
Der Preisindex der exportierten Rohstoffe fällt auf 90. Gleichzeitig steigt der Preisindex der importierten Industriegüter auf 120.
$$\text{ToT}=\frac{90}{120}\cdot 100=75$$
Das Land muss nun mehr Rohstoffe exportieren, um dieselbe Menge an Industriegütern zu bezahlen. Das kann die Handelsbilanz belasten und zur Auslandverschuldung beitragen. Diese Folgen sind jedoch nicht automatisch: Auch Exportmengen, andere Einnahmen, Ausgaben und politische Entscheidungen wirken mit.
Langfristig wurden für viele rohstoffexportierende Entwicklungsländer ungünstige Austauschverhältnisse gegenüber Industrieländern beschrieben. Das ist keine Aussage, die für jedes Entwicklungsland und jeden Rohstoff gleich gilt.
Vertiefung: Welche Gegenmaßnahmen wurden gefordert?
Seit den 1970er Jahren forderten Entwicklungsländer unter anderem bei den Vereinten Nationen und der UNCTAD eine neue Weltwirtschaftsordnung. Zu den Vorschlägen gehörten:
- Rohstoffpreise durch Vorrats- oder Ausgleichslager stabilisieren,
- Rohstoffpreise an Preise von Industriegütern koppeln,
- Importbeschränkungen der Industrieländer abbauen,
- Entwicklungshilfe, Direktinvestitionen und Schuldenerleichterungen ausweiten,
- Rohstoffe stärker im Herkunftsland verarbeiten,
- Entwicklungsländern mehr Mitbestimmung in weltwirtschaftlichen Institutionen geben.
Diese Punkte sind politische Forderungen. Ihre Nennung allein beweist nicht, dass jede Maßnahme die erhoffte Wirkung erzielt.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Terms of Trade
- Bedeutung
- Importkaufkraft der Exporte
- reales Austauschverhältnis
- Berechnung
- Exportpreisindex durch Importpreisindex
- Vergleich mit dem Basiswert 100
- Veränderung
- Export- und Importpreise
- Wechselkurs sowie Angebot und Nachfrage
- Folgen
- mehr oder weniger Importe je Exportmenge
- mögliche Belastung rohstoffexportierender Länder
- Grenzen
- keine automatische Aussage über Wohlstand und Verteilung
- Bedeutung
Abschluss-Check
Du kannst Terms of Trade sicher deuten, wenn du immer drei Schritte gehst: Quotientenrichtung prüfen, mit 100 vergleichen und die wirtschaftlichen Grenzen der Kennzahl beachten.
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