Himmelsrichtungen einfach erklärt
Himmelsrichtungen zeigen dir eindeutig, wo etwas liegt: Norden, Osten, Süden und Westen. Anders als „links“ oder „rechts“ ändern sie sich nicht, wenn du dich umdrehst. Mit einer Windrose, einem Kompass oder grob mit der Sonne kannst du dich orientieren und eine Karte passend ausrichten.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Warum feste Richtungen wichtig sind
Stell dir vor, auf einer Schatzkarte steht: „Gehe nach links.“ Diese Angabe hilft nur, wenn klar ist, in welche Richtung du gerade blickst. Drehst du dich um, liegt links plötzlich auf der anderen Seite.
Himmelsrichtungen
Himmelsrichtungen sind festgelegte Richtungen, mit denen du die Lage von Orten beschreibst. Sie hängen nicht davon ab, wohin du blickst.
Die vier Haupthimmelsrichtungen sind:
- Norden (N)
- Osten (O)
- Süden (S)
- Westen (W)
Du stehst vor einem Baum und blickst nach Norden. Der Baum liegt nördlich von dir. Drehst du dich nach Süden, befindet sich der Baum nun hinter dir – aber weiterhin nördlich von dir. Deine Blickrichtung hat sich geändert, die Himmelsrichtung nicht.
So liest du eine Windrose
Eine Windrose stellt Himmelsrichtungen übersichtlich dar. Wenn Norden oben steht, folgen die vier Hauptrichtungen im Uhrzeigersinn in dieser Reihenfolge:
Norden – Osten – Süden – Westen
Der Merksatz „Nie ohne Seife waschen“ hilft dir: Die Anfangsbuchstaben ergeben N–O–S–W.
Bei einer nach Norden ausgerichteten Windrose liegt Norden oben, Osten rechts, Süden unten und Westen links.
Zwischen je zwei Haupthimmelsrichtungen liegt eine Nebenhimmelsrichtung:
| Lage | Nebenhimmelsrichtung | Abkürzung |
|---|---|---|
| zwischen Norden und Osten | Nordosten | NO |
| zwischen Osten und Süden | Südosten | SO |
| zwischen Süden und Westen | Südwesten | SW |
| zwischen Westen und Norden | Nordwesten | NW |
Bei den deutschen Doppelnamen steht Norden oder Süden zuerst: Es heißt zum Beispiel Nordwesten, nicht „Westnorden“.
Ein Ort liegt genau zwischen Norden und Osten. Du verbindest beide Namen: Aus Nord und Ost wird Nordost.
So richtest du eine Karte nach Norden aus
Auf üblichen Karten zeigt ein Nordpfeil oder der obere Kartenrand, wo Norden liegt. Diese einheitliche Ausrichtung erleichtert das Lesen. Auf einem drehbaren Globus gibt es dagegen kein natürliches „oben“: Was oben erscheint, hängt von der Ansicht ab.
Eine Karte norden bedeutet: Du drehst sie so, dass ihr Norden in dieselbe Richtung zeigt wie der wirkliche Norden.
Mit einem Kompass
- Lege die Karte möglichst waagerecht hin.
- Halte den Kompass gerade und warte, bis die Nadel ruhig ist.
- Drehe den Kompass so, dass der markierte Nordteil der Nadel auf N der Kompassrose zeigt.
- Drehe nun die Karte, bis ihr Nordpfeil ebenfalls in diese Richtung weist.
- Lies erst danach die übrigen Richtungen auf der Karte ab.
Auf einer Schatzkarte steht das N zunächst rechts. Der Kompass zeigt den wirklichen Norden geradeaus. Du drehst die Karte, bis ihr N ebenfalls geradeaus zeigt. Danach liegt auf der Karte Osten rechts, Süden unten und Westen links.
Erst Norden bestimmen, dann die Karte drehen, danach den Weg ablesen.
So hilft dir die Sonne bei der groben Orientierung
Auf der Nordhalbkugel, also auch in Deutschland, kannst du dich grob am Sonnenlauf orientieren:
- Die Sonne geht ungefähr im Osten auf.
- Um die Mittagszeit steht sie ungefähr im Süden.
- Sie geht ungefähr im Westen unter.
Diese Regel ist ungenauer als ein Kompass. Sonnenstand, Jahreszeit und Ort beeinflussen die genaue Richtung. Auf der Südhalbkugel steht die Mittagssonne ungefähr im Norden. Bei Wolken oder in der Nacht hilft die Sonnenmethode nicht.
Schau niemals direkt in die Sonne – auch nicht mit Sonnenbrille. Beobachte stattdessen, aus welcher Richtung Licht und Schatten kommen.
Eine Karte grob mit der Sonne ausrichten
- Schätze auf der Nordhalbkugel anhand von Tageszeit, Licht und Schatten eine bekannte Richtung: morgens ungefähr Osten, um die Mittagszeit ungefähr Süden oder abends ungefähr Westen.
- Ergänze daraus Norden mithilfe der Windrose.
- Drehe die Karte, bis ihr Nordpfeil in die geschätzte Nordrichtung zeigt.
- Nutze diese Ausrichtung nur zur groben Orientierung. Für eine genauere Bestimmung verwendest du einen Kompass.
Auch der Polarstern kann nachts als Wegweiser dienen: Er liegt in nördlicher Richtung. Dafür musst du ihn jedoch sicher erkennen können.
Am Abend erkennst du an Licht und Schatten, aus welcher Richtung die tief stehende Sonne scheint. Auf der Nordhalbkugel kannst du daraus grob auf Westen schließen. Gegenüber liegt Osten. Norden und Süden ergänzt du mithilfe der Windrose. Dann drehst du den Nordpfeil deiner Karte in die geschätzte Nordrichtung. Für eine genaue Ausrichtung verwendest du einen Kompass.
Löse eine Schatzkarten-Aufgabe
Eine genordete Schatzkarte zeigt folgende Wege: Vom Start gehst du zuerst nach Norden. Danach führt der Weg genau zwischen Osten und Süden weiter. Zum Schluss gehst du in die Richtung, die auf einer genordeten Karte links liegt.
Bestimme die drei Richtungen, bevor du die Lösung prüfst.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Himmelsrichtungen
- feste Orientierung unabhängig von der Blickrichtung
- Hauptrichtungen N, O, S und W
- Nebenrichtungen NO, SO, SW und NW
- Windrose ordnet alle Richtungen
- Kompass bestimmt Norden genauer
- Sonne ermöglicht eine grobe Orientierung
- genordete Karte verbindet Karte und Wirklichkeit
Abschluss-Check
Du kannst dich sicher orientieren, wenn du zuerst Norden bestimmst, daraus die Windrose ergänzt und erst dann eine Karte oder Wegbeschreibung abliest.
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