Kompass: Himmelsrichtungen finden und Karte einnorden
Ein Kompass zeigt dir die Nord-Süd-Richtung. Hältst du ihn waagerecht und fern von störendem Metall, richtet sich seine Magnetnadel am Erdmagnetfeld aus. Mit dem roten Nadelende findest du magnetisch Nord und kannst daraus die anderen Himmelsrichtungen bestimmen. Zusammen mit einer Karte kannst du außerdem eine Marschrichtung festlegen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
So arbeitet ein Magnetkompass
Die Erde besitzt ein Magnetfeld. Eine frei bewegliche, magnetisierte Nadel richtet sich an diesem Feld aus. Das rote Ende der Nadel zeigt magnetisch Nord, das andere Ende nach Süden.
Magnetnadel
Die Magnetnadel ist der frei drehbare Zeiger im Kompass. Ihre markierte oder rote Spitze zeigt magnetisch Nord.
Damit die Nadel frei schwingen kann, legst oder hältst du den Kompass waagerecht und ruhig. Warte, bis die Nadel nicht mehr hin- und herpendelt.
Die Nadel zeigt Norden an. Sie zeigt nicht automatisch in die Richtung, in die du gehen möchtest.
Magnetisch Nord und geografisch Nord sind nicht genau dasselbe. Der Winkel zwischen beiden Richtungen heißt Missweisung oder Deklination. Er hängt vom Ort und von der Zeit ab. Für eine einfache Orientierungsübung genügt zunächst die Nordanzeige; bei genauer Navigation muss die örtliche Missweisung berücksichtigt werden.
Himmelsrichtungen und Gradwerte ablesen
Der drehbare Ring eines Kompasses ist in 360 Grad eingeteilt. Die Winkel werden von Norden aus im Uhrzeigersinn gemessen.
- Nord: 0° oder 360°
- Ost: 90°
- Süd: 180°
- West: 270°
- Nordost: 45°
- Südwest: 225°
Du möchtest nach Osten gehen. Stelle den Richtungswert 90° an der Ablesemarkierung ein. Drehe dich mit dem ganzen Körper, bis das rote Nadelende genau an der Nordmarkierung liegt. Nun zeigt der Richtungspfeil nach Osten.
Für den Rückweg in genau entgegengesetzter Richtung rechnest du 180° dazu oder ziehst 180° ab. Wähle die Rechnung, deren Ergebnis zwischen 0° und 360° liegt.
Hinweg: $45°$
Rückweg: $45° + 180° = 225°$
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Nord liegt bei , Süd bei . Die Gegenrichtung zu 45° ist .
Eine Karte einnorden
Einnorden bedeutet: Kartennorden und die tatsächliche Nordrichtung stimmen überein. Danach liegen die Richtungen auf der Karte so wie die Richtungen im Gelände.
So gehst du vor:
- Stelle die Kompassdose auf 0° beziehungsweise Nord.
- Lege die gerade Kompasskante parallel an einen Seitenrand oder an eine Nord-Süd-Linie der Karte.
- Halte den Kompass waagerecht.
- Drehe Karte und Kompass gemeinsam, bis das rote Nadelende auf der Nordmarkierung liegt.
- Prüfe noch einmal: Die Nadel kann frei schwingen und der Kompass liegt nicht neben einem störenden Gegenstand.
Auf deiner Karte liegt der See rechts vom Zeltplatz. Nach dem Einnorden weißt du: Rechts auf der Karte entspricht in diesem Fall Osten im Gelände. Du kannst nun Karte und Umgebung leichter vergleichen.
Eine Marschrichtung ins Gelände übertragen
Mit einem Plattenkompass kannst du die Richtung vom bekannten Standort zum Ziel auf der Karte bestimmen.
- Lege die Kompasskante vom Startpunkt zum Zielpunkt. Der Richtungspfeil zeigt zum Ziel.
- Drehe nur die Kompassdose, bis ihre Orientierungslinien parallel zu den Nord-Süd-Linien der Karte liegen. Die Nordmarkierung zeigt nach Kartennorden.
- Lies den Winkel an der Ablesemarkierung ab. Dieser Winkel ist die Marschrichtung.
- Nimm den Kompass von der Karte und halte ihn waagerecht vor dich.
- Drehe dich mit dem ganzen Körper, bis das rote Nadelende an der Nordmarkierung liegt.
- Suche in Richtung des Richtungspfeils einen festen, gut sichtbaren Geländepunkt. Gehe zu ihm und peile dort erneut.
Marschrichtung
Die Marschrichtung ist der Winkel zwischen Nord und der Richtung, in die du gehen möchtest. Sie wird im Uhrzeigersinn von Nord aus gemessen.
Die Kartenmessung ergibt 225°. Du stellst 225° ein und drehst dich, bis rote Nadel und Nordmarkierung übereinanderliegen. Der Richtungspfeil zeigt nun nach Südwesten. Du wählst einen auffälligen Baum in dieser Richtung und gehst zunächst nur bis dorthin.
Störungen und Grenzen erkennen
Eine unruhige oder falsche Anzeige hat oft eine einfache Ursache:
- Der Kompass wird schief gehalten.
- Ein Smartphone, eine Uhr, eine Metallschnalle, ein Auto, ein Zaun oder eine Stromleitung beeinflusst die Nadel.
- Die Nadel kann nicht frei schwingen.
- Das rote und das andere Nadelende wurden verwechselt. Dann gehst du genau in die Gegenrichtung.
Halte den Kompass waagerecht und schaffe Abstand zu Metall, Magneten und elektrischen Geräten. Prüfe danach, ob die Nadel ruhig einschwingt.
Ein Kompass zeigt ohne Karte eine Richtung, aber nicht deine genaue Position oder die Entfernung zum Ziel. Auch die Missweisung ist nicht überall gleich. Für genaue Navigation brauchst du daher eine passende Karte, einen geeigneten Kompass und die nötige Übung.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Kompass
- Magnetnadel: zeigt magnetisch Nord
- Gradring: ordnet Richtungen Winkelwerten zu
- Karte einnorden: Kartennord am Gelände ausrichten
- Marschrichtung: vom Start zum Ziel bestimmen
- Sicher anwenden: waagerecht halten und Störungen meiden
Abschluss-Check
Du bist startklar, wenn du die Nadel als Nordanzeige von der Marschrichtung unterscheiden, eine Karte einnorden und bei einer unruhigen Anzeige zuerst Haltung und Störquellen prüfen kannst.
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